…sollte in der Zeit um 1250 schon ruhig lang sein.
Tach Carsten! ;-)
Ab ungefähr Anfang des 13. Jahrhunderts war es durch die Technik des Drahtziehens günstiger geworden ein Kettenhemd zu erstehen. Damit einher gehend, die “Mode” in Sachen Rüstung war sicherlich eher langärmelig als kurz, siehe auch angefügte Quellen.
Wobei da der durchschnittliche Kriegsknecht im Vergleich zu einem durchschnittlichen Ritter sicher anders gekleidet war, wenns ins Getümmel ging. (Ist halt auch alles ne Kostenfrage)
Die kurzärmeligen Kettenhemden kamen meines Wissens erst wieder auf, als denn Armschienen verwendet wurden, also Wechsel des 13./14. Jahrhunderts. Gleiches gilt für Beinschienen, die tauchen erstmals wieder belegt für ca. 1250 auf.
Auch wenn es diese in der Antike gab, so wurden sie doch zwischenzeitlich nicht getragen.
Eher die Regel (ab ca. 1100) waren denn die Kettenbeinlinge, erst vor dem Schienenbein zum hinten verschnüren, dann das ganze Bein ringsum bedeckend.
Sie Dir mal den zweiten link genauer an Carsten, ist zwar englisch, gibt aber ne Menge her dazu!
Ok,ok. Der Thread ist schon ein bischen älter und setzt schon Rost an,aber mir stellt sich die Frage was denn nun mit KURZEN Kettenhemden geschehen ist.Waren sie komplett aus der Mode oder wurden sie weiterverwendet?Gibt es Abbildungen??? Ich denke hier speziell an die Zeit von ca. 1250 (+/- 30 Jahre).Ich habe in den mir bekannten Büchern und im Netz nichts gefunden.Auf die Frage bin Ich gekommen,als Ich mir letztlich ein paar Fotos auf Ma-marktfotos angeschaut habe.Manch sich Ritter-Betitelnder Herr trägt ein kurzes Hemd.Mich würden hier speziell auch Abbildungen von “Nicht-Rittern” interessieren.
Gruss vom Hagen
PS:-Da ist mir gerade noch etwas eingefallen.ich kenne eine Wandmalerei aus dem ßgyptischen Kloster von St.Catherines.Sie datiert auf das Ende des 13.Jahrhunderts und zeigt die Heiligen Sergios und Bacchus.
Hallo Ingo, zum Problem Bayeux: Kette oder Schuppen: Auf der Hastings2000 Mailinglist lief gerade eine lange Diskussion über eben dieses Thema ab. Aus verschiedenen Gründen (Muster auf beiden Seiten gleich, so flexibel, daß Rüstung über den Kopf umgestülpt und abgestreift werden kann, u.ä.) war der (fast) einstimmige Konsens, daß es sich wohl um Kettenhemden handeln muß. Ich weiß, das ist kein Beweis. Es gibt aus der Epoche glaub ich auch nur 3 Kettenhemden, die als solche erhalten sind. Dazu kommen aber Kettengeflechte und Helmbrünnen, u.ä.. Auch schriftliche Quellen deuten auf Kettenhemden hin (ASC, Altenglische Gesetzestexte, Beowulf, Exeter Book of Riddles,…) Wenn ich alle diese ßberlegungen nehme und mir dann den Teppich ansehe, dann kann ich guten Gewissens (MEINE MEINUNG, aber zu belegen)von langen Hemden ausgehen (incl. ßrmel und Kapuze!). Gruß,
…Also zum Thema: vor ca 5 Jahren hat man auf der Schwäbischen Alb einen Allamannen Hetman ausgebuddelt, der hatte ein langärmliges, nicht ganz Knielanges Kettenhemd mit einer Schnürhalsberge als Grabbeigabe - und der ist einiges vor dem 11. dahingeschieden… Außerdem was man kurz hinkriegt geht auch lang!! Kurzum: Solange es kein Templer Halbert-Kettenstrampler ist: WHY NOT!?
hallo. Das problem mit dem Teppich von Bayeux ist, das man nicht genau weißt, ob dort kettenhemden, oder vielleicht eine Art von Schuppen - Blattenrüstung abgebildet sind. Es wird zwar die gängige Meinung vertreten, das es Kettenhemden seinen, aber sicher kann man sich da nicht sein. Deswegen finde ich den Teppich nicht allzu repräsentabel. Soweit mir bekannt ist, gibt es auch kein kettenhemd aus dieser Zeit, welches noch existiert. Kennt Ihr noch andere Quellen???
Hallo Ingo, der Teppich von Bayeux ist zwar erst später entstanden, aber er zeigt ja das jahr 1066. Auf ihm sind ganz viele Kettenhemden abgebildet. AFAIK auch mit langen ßrmeln. (Der Teppich steht auch im Netz, allerdings funktionieren nicht immer alle Links. Einfach mal mit Bayeux Tapestry in Suchmaschinen probieren…) Gruß