Also, ich verstehe von Kelten nicht so furchtbar viel, aber sowohl römische wie gallo-römische Tuniken wurden ‘auf Form’ gewebt, sind aber in einigen Fällen trotzdem (mit ßberwendlingsstich) versäumt.
zum Thema weben Lassen: einige Behindertenwerkstätten (meistens antroposophische) machen handgewebte Stoffe. Vielleicht auf Anfrage auch in deiner Wunschbreite?
Die Preise sind, soweit ich das kenne, moderat - so ab/um 30 Euro der Meter.
Bei der Planung der Rekonstruktion von latenezeitlichen Tuniken komme ich momentan nicht weiter und suche händeringend Tipps.
Es geht darum, dass meines Wissens die Stoffteile nicht “aus dem Ballen” geschnitten wurden, sondern gleich im richtigen Maß gewebt benutzt wurden. Damit ergibt sich, dass ein Versäumen nicht erforderlich war, wegen der Webkanten der Stoffe.
Beim Nachfertigen habe ich nun damit Probleme. Natürlich kaufe ich Wollstoff im Laden. Den muss ich auf Format schneiden. Und jetzt - was nun?
Versäumen wie gewohnt wäre nicht authentisch. Unversäumt lassen geht nicht.
Sicherlich könnte ich mit der Nähmaschine eine Art “künstliche Webkante” aufbringen, aber dies ist sowohl sichtbar wie auch prinzipiell kein schöner Weg.
Theoretisch müsste es möglich sein, die Kanten zu verklöppeln. Aber hier weiß ich einerseits nicht, wie das gehen sollte, andererseits dürfte das auch extrem aufwändig sein - wovor ich doch etwas zurück schrecke (zumal mir die Methode unbekannt ist).
Gibt es gangbare Alternativen?
Möglichkeiten, die Stoffkanten vernünftig aussehen zu lassen ohne allzu “un-A” zu werden und dennoch mit realistisch machbaren Techniken?
Ich dachte zB daran, die fertigen Kleidungsstücke zwar zu versäumen (per Hand, natürlich), dann aber die Ränder zu umhäkeln. Das ist zwar ebenfalls unbelegt, aber deutet optisch in eine halbwegs korrekte Richtung.
Oder soll ich das mit den Webkanten einfach als “für den Hobbyisten unter normalen Umständen nicht machbar” abhaken und normale Näharbeit mit normalen Säumen benutzen?
Bin für jeden Tipp und jede hilfreiche Anmerkung dankbar.