Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Lederhose um 1300 ??

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Eintrag #1 vom 03. Jun. 1998 00:00 Uhr Markus   Nachricht

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Moin, ich würde gerne wissen ob ich mit einer Lederhose (geschnürt) total aus dem zeitlichen Rahmen (1200-1400) falle oder nicht. Trug man sowas, und wenn ja, wer? danke schon mal an jeden der sich meldet, Markus

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Eintrag #2 vom 05. Jun. 1998 00:00 Uhr Kilian   Nachricht

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Im Mittelalter trug man Beinlinge, welche aus einem Wollstoff hergestellt wurden. Wenn es unbedingt eine Lederhose sein muss, dann aber ohne Schnürung (wir sind ja nicht bei den Cowboys und Indianern). Kilian

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Eintrag #3 vom 08. Jun. 1998 00:00 Uhr Gordina Frank  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Gordina Frank eine Nachricht zu schreiben.

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Und darunter?! Mann will sich ja nicht das Klingklang Glorium verkühlen!!! 12.-13. Jahrh. gab es die Bruche die aus einem Stück Stoff gebunden wurde. Je nach Größe des Stoffrechteckes kann diese bis zu den Knien gebunden sein und sieht aus wie eine Kniebundhose mit vielen Falten Auf die Bindung kommt es an. Wird aber sicher in einer der nächsten Karfunkel beschrieben. Andere Möglichkeit ist eine Art Boxershort, bis zur Mitte des Oberschenkels und dadrüber die Beinlinge (Bitte nicht bunt und mit Motiven drauf). Viel Spaß beim Binden Gordina

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Eintrag #4 vom 06. Jun. 1998 00:00 Uhr Udo   Nachricht

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Hallo Markus! Ich bin seit drei Jahre in der Mittelalterszene und trage hin und wieder immer noch eine Schnürlederhose, ohne das ich deswegen dumm angemacht worden wäre…und wenn, was soll´s?? Für einen Neueinsteiger ist es nun mal die preiswerteste Variante und peu ß peu kann man sich seine Gewandung enteweder selber schneidern oder zusammenkaufen. Worüber Du Dir aber klar sein solltest, das es das Mittelalter ist, das Du darstellen willst und nicht irgendwas aus dem Fantasybereich (Burgundische Houppelande mit Elfenohren, Kettenhemd und “Klingonendolch”…das kommt auf Dauer dann doch nicht so.

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Eintrag #5 vom 09. Jun. 1998 00:00 Uhr Michael Kunert  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Michael Kunert eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Udo, seit drei Jahren in der Mittelalterszene und immer noch Schnürlederhose ? Ich habe ebenfalls mit Piratenhemd und Lederhose angefangen, aber das war einer der ersten Punkte meiner Gewandung die ich verändert habe. Diese Hosen passen eben so gut in das Mittelalter wie ne Vollplatte in das 13. Jahrhundert. Mein Tip : Versuch doch mal mit deiner Gewandung incl. Hose freien Eintritt auf einen Fogelvrei Markt zu bekommen. Wie meinte Johannes doch so schön : "Gewandete ja, Kostümierte nein. Unter welche Sparte würdest du wohl fallen ?

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Eintrag #6 vom 10. Jun. 1998 00:00 Uhr Udo   Nachricht

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Na, da bin ich ja mächtig stolz auf Dich, Michael! Unter Ausklammerung Deiner sarkastischen Bemerkungen möchte ich nur so viel anmerken: Ich schrieb, ich würde hin und wider immer noch besagte Hosen tragen. Bis dato hatte ich dadurch keinerlei Probleme und kam auch anstandslos durch jede Kleiderkontrolle. Was Deine letzte Frage betrifft…denk´ was immer Du magst.

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Eintrag #7 vom 16. Jun. 1998 12:26 Uhr Tim Schneider  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Tim Schneider eine Nachricht zu schreiben.

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Ich muß dem Michael recht geben. Fakt ist doch einfach, das eine Schnürlederhose wesentlich mehr Geld kostet, als Beinlinge (Schnittmuster bei mir erfragbar). Auch das Schnürhemd kostet 60 DM und dafür kann ich mir auch Stoff hohlen und eine vernünftige Tunika/Kotta nähen oder gar nähen lassen. Ich kann jedem MA-Freak eh nur empfehlen, sich eine Nähmaschiene zuzulegen und das Nähen zu lernen (ist auf dauer billiger). Bei Schuhwerk wird es da schon schwieriger. Denn gute Schuhe kosten ca 150,00 DM (gibt es bei Anno Domini Historica - Michael Maucher). Oftmals beobachte ich Leute, die laufen mit zwei Schwertern am Gürtel rum (dafür haben sie wohl Geld), aber für eine vernünftige Kotta reicht es nicht… Aber jede Medallie hat zwei Seiten: Wenn man kurz vor dem Absaufen steht, wäre es Ideotie, z.B. MA- Schuhe sog. Gummistiefeln zu bevorzugen (Gesund- heit ist WICHTIGER). MfG Tim Schneider

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Eintrag #8 vom 17. Jun. 1998 11:33 Uhr Gerhard Quanz   Nachricht

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Was das Nähen betrifft, hat Tim recht, vor allem, wenn man sieht, was fertige Bekleidung auf den Märkten kostet (wobei die manchmal nicht einmal halbwegs authentisch ist). Meine gebrauchte Nähmaschine kostete mich 270,- DM (werkstattgeprüft beim Fachhändler), privat kann man vielleicht das eine oder andere Schätzchen noch billiger erstehen. Billige Stoffe (natürlich keine Synthetik-Produkte!!!) bekommt man oft schon um die 3,- bis 5,- DM pro Meter, wenn man auf Sonderangebote und Restposten achtet. Und selbst wenn´s mal teurer ist rechnet sich das im Vergleich zu Fertigprodukten noch. Wer eine gute Maschine hat, der kann sogar dünneres Leder mit einer Jeansnadel maschinell vernähen, wie ich feststellen konnte. Das Nähen selber ist auch nicht so schwer wie manche vielleicht jetzt denken, zumal wenn man mit einfacheren Schnitten anfängt. Für mich gab es ohnehin keine Alternative dazu, da für meinen stattlichen Wanst keine Fertigprodukte feilgeboten werden. Gerhard Quanz

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Eintrag #9 vom 20. Sep. 1998 21:23 Uhr Swen Rheinheimer   Nachricht

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Was ist eigentlich mit Legerhosen allgemein? Ich rede von ganz einfachen ohne Hosentaschen. Wurde soetwas getragen und wen ja wann?

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Eintrag #10 vom 21. Sep. 1998 09:24 Uhr Thorsten (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Swen, das einzige, was ich in Richtung Lederhosen kenne, sind Hirschlederbruch im Hochmittelalter zum Reiten - aber die auch wieder mit Stoffbeinlingen. Ansonsten sieht´s in meinem Erfahrungsschatz da eher düster aus. Leder wurde im allgemeinen eher als Arbeitskleidung getragen (Schürze des Schmiedes etc). Im Gegensatz zu den heutigen Zeiten war damals Leder eher die Kleidung des “armen” oder “gemeinen” Mannes. Hosen im heutigen Sinne, gab´s sowieso noch nicht. Im frühen Mittelalter war´s ´ne lange Bruch - Schnitt ähnlich wie eine Jogginghose, gegebenenfalls mit Einsätzen und Winkeln zum besseren Sitz (wie bronze- und eisenzeitliche Hosen bei Moorfunden). Zum Hochmittelalter hin entwickelte sich dann die Kombination Bruch und Beinlinge, die dann irgendwann im 15. Jhdt. wieder zusammengefügt wurden. Ich hoffe, ich konnte Dir etwas helfen Thorsten

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Eintrag #11 vom 12. Mai. 1999 10:43 Uhr Ivo Malz (IMMS)  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ivo Malz (IMMS) eine Nachricht zu schreiben.

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Ahoi alle! Ich glaube nicht, daß Leder das Material des armen Menschen im Mittelalter war. Meines Wissens war es im Gegenteil sogar recht teuer, da die damaligen Gerbmethoden einen nicht unerheblichen Aufwand bedeuteten. Daß heutzutage lohgegerbtes oder grubengegerbtes Leder recht teuer ist, liegt, wie ich glaube, nicht nur an dem Handwerk-und Naturnah-Label. Daß damals in den unteren Bevölkerungsschichten eher barfuß gegangen wurde oder Fußlappen getragen wurden, wird schon seinen Grund gehabt haben.Ein Beispiel für “primitive” Schuhe kann man heute noch auf den Aran- Inseln in Irland besichtigen, die sogenannten Pampooties, die aus einem Stück ungegerbtem (?)Fell bestehen, das ähnlich dem allseits beliebten Einsteiger-Schnürschuh mit einigen wenigen Stichen an der Ferse und ein paar gekreuzten Schnüren über dem Spann in Form gebracht wird. An mittelalterlicher Lederbekleidung ist mir eine Lederne, gefettete Gugel mit weitem, tief harabhängendem Kragenstück geläufig, das als Vorläufer des ßlzeugs gelten kann, aber meist in Kombination mit mit einem Wollumhang getragen wurde, der infolge des damals noch hohen Lanolingehaltes der Wolle eine hohe Wasserdichtigkeit aufwies. Anmerkung: Lanolin ist das natürliche Fett der Schafwolle, läßt sich nachträglich erwerben, macht das Gewebe wasserundurchlässiger, hat aber einen intensives Odeur, was so manchen stören könnte. (Gilt bei spöttern als Schotten-Lockstoff! Schelmischgrins…) Was die erwähnte lederne Brueche angeht: Leder im Schritt beim Reiten stelle ich mir recht unangenehm vor, wäre vielleicht ein Anlaß für ein Thread "Mittelalterliche S/M-Praktiken?!) Mein Wissensstand ist der, daß zum Reiten hirschlederne Beinlinge getragen wurden, ähnlich den Chaps der amerikanischen Kuhjungen, daren Aufgabe es war, das Aufreiben der Wollbeinlinge zu vermeiden und den Pferdeschweiß, der ja auch recht streng riecht, von der Kleidung fernzuhalten. Lederjeans in dem Sinne sind mir bis dato in der Literatur nicht begegnet, geschnürte erst recht nicht. Wer weiß mehr zu dem Thema? Grüße und Hottehü Ivo

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Eintrag #12 vom 12. Mai. 1999 13:16 Uhr Isabelle (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Isabelle eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Ivo, also, das mit dem Reiten, wie sah denn das mit der Alternative zur Hose aus? Ich hab lieber Leder zwischen mir und dem Sattel als eine gewickelte “Unterhose”, die Falten schlägt oder sogar gar nichts. BTW, ich hab noch nie so gut im Sattel geklebt wie mit einer Lederhose, die extra fürs Reiten angefertigt wurde und die ich mal ausprobieren durfte. (Allerdings hatte ich auch was drunter - und das wurde nicht gewickelt). Isabelle

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Eintrag #13 vom 12. Mai. 1999 13:28 Uhr Ivo Malz (IMMS)  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ivo Malz (IMMS) eine Nachricht zu schreiben.

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Tach Isabelle! Keinen Dunst von Reiterei, ich geb´s zu. Ich habe, ohne vorher das Reiten zu erlernen, mithin sträflich nachlässig recherchiert, Fehlinformationen veröffentlicht. Sack und Asche.Mea culpa. Bis jetzt habe ich nur die Info über die MA-Chaps gefunden, über sonderangefertigte Lederreithosen (Nappa?) früherer Jahrhunderte weiß ich nichts, werde ich aber nachreichen, wenn sich was findet. Ansonsten würde auch mich dringend interessieren, was außer Schutz- und Arbeitskleidung an Gewandung aus Leder sein “darf”. Fände ich lustig, wenn in Sachen Schnürlederjeans ein traditionelles Weltbild zusammenklappt.Ich sach nur: Baumwolle… Auf noch mehr info in diesem engagierten Club freut sich Ivo

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Eintrag #14 vom 12. Mai. 1999 14:27 Uhr Thomas Hardt   Nachricht

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Hallo allesamt, kann es sein, daß die Frage, ob Leder nun armen oder reichen Leuten zur Verfügung stand, ganz von der Qualität des Leders und dem armen Viech abhing, von dem es kam? Wenn ich mir vorstelle, daß der Gemeine ja oft kein Wild jagen durfte, dann frage ich mich, wie er wohl an Hirschleder rankommen könnte, ohne zu wildern (COMMENTS WELCOME) Blieben noch Kuh und Schwein. Oft auch hier das Vieh wieder Eigentum des Lehnsherrn, aber vielleicht auch des Bauern. Aber: ungegerbte Häute sind etwas unangenehm zu tragen finde ich - Geruch und Haptik lassen für mich sehr zu wünschen übrig und sind vielleicht für einen Pikten akzeptabel (ahem, wie war das mit dem Schottenlockstoff?), aber wahrscheinlich nicht für den mittelalterlichen Bauern oder falls besser bestellt Junker oder so… Also: wie konnte gegerbt werden, welcher Aufwand war es (ohne die modernen Chromgerbstoffe und so)? Nächste Frage: Reithosen. Wie waren denn damals die Sättel beschaffen? Auch schon aus diesem herrlichen Leder wie heute, auf dem die Nappa-Hose wunderbar klebt (my favourite, aber in England darf ich damit im Gegensatz zu meinem Reitstall hier nicht reiten), oder vielleicht aus anderem Material - oder zumindest mit anderem überzogen - an dem sich die Wollbeinlinge nicht so aufrieben? Wenn ich mir Darstellungen ab 1400 ansehe, dann glaube ich, daß keine LederHOSEN getragen wurden, denn genau wie ich - auch zu Fuß - so trugen doch die damaligen Berittenen fast immer Schaftstiefel, sehr weiches Leder, am Gürtel festgenestelt, die fast bis in den Schritt hochreichen. Das löst aber LEIDER immer noch nicht das Problem des Schrittes selbst… AUA. Eigener Erfahrungswert. Aua. Aber ich bin auch kein begnadeter Reiter. Stellen obige Fragen noch Denkanregungen dar? Würde mich freuen Griffith ap Rhys

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Eintrag #15 vom 17. Mai. 1999 09:30 Uhr Ivo Malz (IMMS)  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ivo Malz (IMMS) eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo! Sättel waren damals in der Regel mit Leder bezogene Holzkonstruktionen, und das schon seit einiger Zeit, was Europa angeht. Einigen meiner Unterlagen zufolge leiteten sich die meisten vom römischen Kavalleriesattel ab, bei Peter Conolly gibt es recht schöne und nachvollziehbare Rekonstruktionszeichnungen und bei Marcus Junkelmann (glaube ich)sogar Photos in den einzelnen Aufbauphasen. Was den Gebrauch von Sätteln bei den “niederen Staenden” angeht, sei bemerkt, daß auch damals schon der Preis für einen Sattel aufgrund der recht aufwendigen Konstruktion reichlich hoch gewesen sein dürfte. Ich denke, daß ein Bauer, wenn er schon ein Pferd besaß, das er reiten konnte und durfte, dies ohne Sattel und Steigbügel tat und bestenfalls eine Decke unter seinem Allerwertesten hatte. Was die Beschaffung von Leder angeht, sei hier angemerkt: Der Aufwand bei einem Gerbvorgang mit damaligen Mitteln hatte damals schon seinen Preis, allein durch den Umfang an Sachkenntnis, Zeitaufwand, Materialien etc. Außerdem gab es da in den Städten noch die Gildenordnung in den handwerklichen Berufen, ein reiner Reitsattel machte da die Runde über den Schlachter, den Gerber, den Sattler, und die mußten alle ihr Auskommen haben. Mithin war ein reiner Reitsattel zwar kein Luxusartikel, aber im allgemeinen recht teuer. Gerbverfahren: Fettgerbung unter zuhilfenahme des Hirns des verarbeiteten Tieres, Lohgerbung mit Eichenlohe (gibt schönes Leder, ist auch heute noch teuer) oder anderen pflanzlichen Produkten, Grubengerbung. Ich persönlich habe hier auch nur das allgemeine Grundwissen (“Chromgerbung gab es aber damals noch nicht, pienz, winsel”), im Detail gibt es beim freundlichen Buchhändler oder in der Bibliothek Eures Vertrauens sicher das eine oder andere Druckerzeugnis, mit dem man seinen Horizont erweitern kann. Stichwort schritthohe Reitstiefel: Die waren auch kein Allgemeingut, sondern wurden mit ziemlicher Sicherheit von den besser gestellten Ständen und im militärischen Bereich verwendet.Zur Tragweise, wenn am Gürtel angenestelt: Einfach an der Beininnenseite etwas tiefer ausschneiden, dann wirft der Stiefelschaft keine Falten, und es drückt etwas weniger. Die letzte Bemerkung kommt übrigens von einem, der vom Reiten keinen Dunst hat, wenn ich danebenliege, dann Teilt Euer wissen mit allen anderen Wißbegierigen. Was den Gemeinen angeht: dieser durfte zwar nicht jagen, aber der Gerber durfte die Haut gerben, der Lederer sie verarbeiten. Mithin war der Erwerb und die Verarbeitung von Wildleder durchaus möglich, aber wie immer eine Frage des Geldes. Wer weiß mehr? Mehr Input!!! Wir lesen uns, Gruß Ivo

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Eintrag #16 vom 13. Jun. 1999 21:23 Uhr Timm (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Timm eine Nachricht zu schreiben.

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*off topic* Ivo, check mal deine E-mail-Addi, meine Mails kommen zurück. Ciao, Timm

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Eintrag #17 vom 25. Okt. 1999 18:48 Uhr Wolf Zerkowski  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Wolf Zerkowski eine Nachricht zu schreiben.

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Ich habe zumindest etwas über einen ledernen Purpoint gefunden ca.1330 Wie man lesen kann handelt es sich hier um schlangenleder. “Arthour and Merlin” 9256 in Kölbing, E. ed. Altenglische Bibliotek. 4 (1890) Heilbronn. pp.3-272 “And alle his amres, verrament, to þe purpoint of o serpent” [A doublet of reptile hide?] Es giebt noch weitere Hinweise über alle Jahrhunderte des MA die darauf schliessen lassen, das verschiedenste Kleidungsstücke aus Leder gefertigt wurden. Schnürlederhosen habe ich allerdings noch nicht gefunden
Gott zum Gruß und allzeit sichere Wege.Arfast Harksen

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Eintrag #18 vom 30. Nov. 1999 09:33 Uhr Ivo Malz (IMMS)  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ivo Malz (IMMS) eine Nachricht zu schreiben.

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Moin! Das klingt nach einem höfischen Roman, der mit Sicherheit einen guten Anteil dichterischer Freiheit enthält. Ginge ich nach den Zeilen des Mabinogion, wäre Artus´gesamter Hof mit gelbem Seidenbroket gekleidet gewesen. Vorsicht mit historischen Texten, da dort sehr gerne übertrieben wird. Das gilt auch für Originalquellen und Chroniken- die Zahlenwerte lassen sich am, besten mit “eine große menge” übersetzen, sind aber in den wenigsten Fällen wörtlich zu nehmen. Ich weiß nun nicht, welche Figur das Schlangenleder-Pourpoint getragen hat, aber sollte es sich um einen “Guten” handeln, dient diese Beschreibung der ßberhöhung oder der Betonung einer extrem außergewöhnlichen Erscheinung. Sollte es sich um einen “Bösen” handeln, greift die Symbolik um die Schlange als Tier des Teufels (Siehe Adams und Evas Apfelspender;o) oder des Todes (Siehe Abbildungen von Schlangen und Würmern auf Grabsteinen) Eine Verquickung beider symboliken findet sich auf der Rückseite der Statue des Verführers der “törichten Jungfrau” am Straßburger Münster (?). Gruß Ivo

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Eintrag #19 vom 30. Nov. 1999 10:34 Uhr Nikolaus Hofbauer  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Nikolaus Hofbauer eine Nachricht zu schreiben.

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Morgen, könnte “of o serpent” nicht auf “Drachenhaut” anspielen, für die Sparte romantische Dichtung 14.Jh wäre das doch durchaus denkbar ? Gruß
Nikolaus

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Eintrag #20 vom 12. Jan. 2009 15:02 Uhr Benedikt (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Benedikt eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo, auch angesichts der Gefahr als Nekrophil dazustehen, weil ich einen bald zehn Jahre alten Thread reanimiere, spukt mir immer noch eine ungeklärte frage im Kopf herum, für deren Beantwortung mir leider praktische Erfahrungen fehlen.
Es geht um die oft vermutete Reitbruche im Hochmittelalter, für die leider aber Belege fehlen.
Oft wird das Argumetn vorgebracht, dass man sich mit der normalen, faltigen Bruche einen Wolf reitet.
Da sich hier ja einige Reiter befinden dürften, die mit historisch korrektem Sattelzeug reiten, würden mich gerade deren Erfahrungen interessieren.
Stimmt es, dass ein Reiten mit “normaler” Stoffbruche eher unwahrscheinlich war? Was trug ein Reiter gewöhnlich “untendrunter”

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