Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Mantelkragen im Hochmittelalter (?)

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Eintrag #1 vom 17. Mrz. 2003 16:42 Uhr Corinna -Coco- Vigier  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Corinna -Coco- Vigier eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Krägen bei Naumburger Stifterfiguren & Co.

Moin!
Die Mäntel der Naumburger Stifterfiguren, sowie manch andere deutsche Kirchenstatuen aus der Zeit des 13. Jahrhunderts scheinen Halbkreis/Tasselmäntel mit etwas skurilen Krägen zu tragen.
(s. www.gralssuche.de/gral/akt/aboututa.htm )
Mich wundert allerdings, daß ich weder in der Kreuzfahrerbibel noch in der Manesse allerdings Vergleichbares gefunden habe.
Gösta Ditmar-Trauth hat in “RßSTUNG GEWANDUNG SACHKULTUR DES DEUTSCHEN HOCHMITTELALTERS” den möglichen Mantelschnitt “Naumburgstyle” als Halbkreis mit aufgenähtem, rechteckigem Streifen angegeben… letztendlich erinnert das ganze am lebenden Objekt jedoch mehr an Drakula als an Mittelalter :-(
Hat jemand von euch eine andere Deutung für die Krägen, oder weiß wie verbreitet sie in Deutschland Ende des 13. Jahrhunderts waren?
Thanx!
C.K.V.

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Eintrag #2 vom 17. Mrz. 2003 17:52 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht typisch deutsches Trachtbestandteil?

Hallo!
Ich deute das folgendermaßen: Im Hals- und Schulterbereich wurde das (Pelz-)Futter des Radmantels umgelegt und zierte so als feine ‘Borte’diesen Bereich des Mantels. Im zweiten Drittel des 13. Jahrhunderts entwickelten sich diese Umschläge zu regelrechten Mantelaufschlägen, die etwas auf Höhe der Brust charakteristischerweise leicht ausgezogen endeten (Beispiele: Könige im Mainzer Dom, Plastik des Grafen von Sayn).
Dies scheint eine typisch deutsche Besonderheit zu sein und findet sich überhaupt nicht an zeitgenössischen französischen Quellen (Kahsnitz, 1992)- dies erklärt, warum Du dieses Detail nicht in der Mac-Bibel findest. In einer weiteren Fortentwicklung dieser Mode finden sich teilweise nur schmale dreieckig ausgezogene Pelzbesätze oder ein Mantelaufschlag, der erst auf Höhe der Tasseln beginnt, wie beispielsweise bei den Naumburg Stifterfiguren zu erkennen ist und sich besonders häufig an Plastiken im sächsischen Raum findet.
Literatur: Die Gründer von Laach und Sayn. Fürstenbildnisse des 13. Jahrhunderts. Rainer Kahsnitz. Verlag des Germanischen Nationalmuseums, Nürnberg, 1992
Ruth

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Eintrag #3 vom 17. Mrz. 2003 19:39 Uhr Corinna -Coco- Vigier  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Corinna -Coco- Vigier eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Länge/Weite des Kragens

Moin!
Hmmmm… wenn man beim Naumburger Beispiel bleibt (die anderen kenne ich noch nicht), so scheint mir Art und Länge des “Aufschlags” zu varieren.
Bei Uta von Naumburg erscheint er mir recht kurz (sonst wäre er auf der anderen Seite noch zu sehen), kann aber eigentlich wegen der Spitze nicht “nur umgeschlagen sein”. Bei anderen Figuren geht der, wie Ruth erwähnt hat bis runter zur Brust, oder ist praktisch nur da.
Außerdem scheint es bei der Anbringung der Tasselschnur Varianten zu geben (durch den Kragen durch, oder darunter).
Nur… war dieser Schnitt nur gebräuchlich, wenn der Mantel gefüttert war und um dies zu zeigen, oder wurde er auch bei “unbepelzten” Mäntel verwendet. Bei Uta vom Naumburg kann ich zumindest kein Pelzrelief auf dem Kragen erkennen (gut, weiß auch nicht, ob das wenn auch abgebildet worden wäre)
Bis denne!
C.K.V.

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