nach längerer Betrachtung des Mac-Bibel Bildes bin ich der Meinung das es sich dabei auch um eine abgesteppte Tasche handeln könnte. Mir scheint eine Netztasche in diesen Dimensionen etwas unpraktisch, alles was man in einer solch kleinen Tasche mit sich tragen könnte (Feuerzeug, Löffel, Kamm, etc.)kann durch die Maschen fallen oder sich verbändeln. Ausserdem denke ich das sich ein Netz nicht so Formstabil wie dargestellt verhält. Die angedeutete “Dunkelheit” in der Tasche spricht auch gegen ein Netz. Aber wie gesagt, alles nur Vermutung.
In London wurden Haarnetze (13. und 14. Jhd.) ergraben welche aus Seidengarn geknotet wurden.
an Bast hatte ich auch schon gedacht. Andererseits, wo bekommt man den in größeren Mengen, ohne sich in Gartenbedarfsläden mit kleinen Bastbündeln eindeken zu müssen, oder selbst zahllosen Linden die Haut vom Stamm zu ziehen?
Ich fuerchte, es ist doch nix mit Netztasche. Ich hab grad mal ein bisschen gesucht und festgestellt, dass diese “Tasche” immer nur bei David und anderen Hirten dargestellt wird.
Jörg macht seine Netze mit verschiedenen Methoden haltbarer. Ein Fischernetz aus Naturfasern ist pflegeintensiv und muß richtig gelagert werden um eine lange Haltbarkeit zu gewährleisten.
Ich bin spontan nicht sicher welche Fasern außer Flachs oder Hanf noch in Betracht kommen, Lindenbast oder Nessel sind ebenfalls denkbar.
Es soll für die Niederungsburg Haus Meer bei Neuss Netze im Befund geben, ich besitze allerdings nur die kurze Vorabpublikation. Die Funde aktuell in Bonn untergebracht, nicht mehr in Krefeld. (Das wäre ein Recherche Anhaltspunkt für das 11./12. Jahrh.)
Claudia, ich würde spontan denken, daß das Netz geknüpft ist (sieht nach "Einkaufsnetz aus *g*).
Ich habe neulich im “Hortus Deliciarum” von Herrad von Landsberg ein Bild entdeckt auf welchem ein Packpferd zu sehen ist dessen Packsattel mit zwei gefüllten Netzen beladen ist.
Diese Netze müssen doch sicher aus festeren Stricken hergestellt sein, vielleicht Hanfstricke.
Ich denke mal das Fischernetze auf jeden Fall geknüpft waren. Wenn bei Sprang ein Faden reißt löst sich ja gleich alles auf, oder verwechsel ich das gerade?
@Sylvia
An die Verwendung von Leinenzwirn hatte ich auch schon gedacht. Allerdings sties ich damit bei anderen auf Skepsis. Hast Du schon Erfahrungen gemacht, wie sich Leinen- und Hanfzwirn bei längeren Aufenthalten im Wasser verhalten?
Mein erste Versuch besteht (bzw. will wenn es fertig wird) aus gezwirntem Leinengarn. Das ist haltbar und stablil.
Mein Mann hat ein Netz aus Hanfgarn an seiner Forka (diese Stange an der der römische Soldart seine Habseligkeiten geschleppt hat). Normalerweise ist das Netz die Transportverpackung für das Kettenhemd, also richtig stabil.
Außer einem geknüpften Haarnetz aus Seide (?) kenne ich spontan keine Belege für Netze in denen keine Fische gelandet sind.
Sylvia
Projekte zur lebendigen Geschichte e.V. (i.G.)
PS.
Die (kleine) Römer und Germanen Veranstaltung geht erst ins 4. Jahr. Nicht mit dem großen Termin im September zu verwechseln!
Netzsenken, Haken etc. sind in verscheidenen Befunden vorhaben, Reste von Netzen seltener.
Jörg Nadler aus Schleswig befasst sich detailiert mit der Fischerei in der römischen Eisenzeit, dort werde ich nachfragen.
Wichtig ist neben dem Material auch die Verwendung und der Aufbau der Netze.
Wenn Du ein Möglichkeit hast am 15/16 Mai den Römer und Germanentage im Freilichtmuseum Oerlnghausen bei Bielefeld zu besuchen, könntest Du Dir einige Rekonstruktionen ansehen. Vermutlich werde ich auch wieder verzweifelt versuchen zu knüpfen ;-)
Ich bin auf der suche nach Materialien für das Knüpfen von Netzen. Zum einen für den Zeitraum 1. Jahrhundert n.Chr (rechtsrheinisch germanisch) und zum zweiten 13. -14. Jhrt. Weiß jemand was man genommen hat, bzw. gibt es irgendwo Funde oder Belege?