Ansonsten finden sich mehrfach Abbildungen bei denen sich die Umgebung in polierten Rüstungsteilen spiegelt: gallery.besserlarper.de/main.php?[ ]
Da ich auch schon mit historischen Mitteln einen matten Helm auf hochglanz poliert habe, zweifle ich nicht daran, dass bessere Harnische so gut poliert waren. Alleine wegen des Rostschutz und der repräsentativen Aufgabe.
Damit kann man prima Verzinkungen entfernen, sollte man unbedingt im freien machen. Vorsicht auch mit offenem Feuer, es bildet sich dabei Wasserstoff der mit der Luft ein explosives Gemisch bildet. Die Salzsäure beschleunigt auch das Rosten erheblich, besonders wenn man den Stahl und ein kleines Gefäß mit dieser Säurein einem geschlossenem Gefäß (z.B. große umgedrehte Teigschüssel)aufbewahrt.
…dieser Beitrag ist nicht unbedingt als aktuelle Antwort gedacht, sondern für diejenigen, die jetzt Metall altern wollen.
Bei Eisen habe ich gute Erfahrungen mit Gerbsäure gemacht. (etwa mit heißem Wasser angesetzte Galläpfel.) Das bildet sehr bald eine schwarze Oxydschicht, die auch relativ beständig gegen Rost ist.
Bei Kupferlegierungen (Bronze, Messing, Rotguss…) mit Seifenwasser einstreichen und einige Tage zusammen mit einem Taschentuch mit Salmiakgeist in ein verschlossenes Gefäß tun. Da bildet sich eine intensive zunächst bläuliche Patina, welche gut haftet und an der Luft grün wird.
Ich habe das mit dem Essig und der verzinkten Kette gestern ausprobiert: Heute morgen sah das schon sehr gut aus, leider etwas scheckig, da ich die Kette über Nacht natürlich nicht wenden konnte. Also noch mal anders in die Schüssel und heute abend sollte es dann fertig sein - Danke dafür!!
@Thorsten:
Genau so habe ich das mit den Oberflächen auch gesehen, aber….
@Arno:
…das würde bedeuten, dass ich das so blank lassen kann, schließlich bin ich mit einer Darstellung ca. 900-950 doch deutlich später dran als die zitierten ßüsserungen Theoderichs.
Das würde ja bedeuten, das ich mir damit viel Arbeit erspare…Leder drauf und fertig. Mit dem Futter muss ich mal sehen, das gefällt mir eh nicht so ganz. Wie nähen ich das denn an? dazu bräuchte ich ja Löcher im Helm damit ich das Futter annähen kann, damit wären die Bänder zum halten des Innenlebens ja teilweise aussen, oder? So langesam passt die Frage leider nicht mehr zur ßberschrift, aber vielleicht gibt´s ja weiter gute Tipps wie bisher.
Gruß,
Jörg
Wenn drei im Raum sind und fünf rausgehen, müssen zwei reingehen, damit der Raum leer ist.
Die Techniken zur hochglänzenden (Spiegel-)Politur sind meines Wissens erst im Laufe des 14. Jhdts. entwickelt worden. Hochglanz wurde vorher wohl eher durch Verzinnung erreicht. Darum verstehe ich schon, warum der Helm runterpoliert werden soll. Ich denke ein feines Schleifpapier (400er oder so) und etwas Geduld sollten den Helm auf eine Art matten Glanz bringen, den ich für speziell die früheren Zeiten etwas wahrscheinlicher halte. Vielleicht kann dazu auch mal jemand etwas sagen, der sich mit der Geschichte der Metallverarbeitung auseinander gesetzt hat.
Das verzinkte Kettenhemd kann man z.B. mit Essigessenz “befreien” (gegebenenfalls das Geflecht mit Eisennägeln spicken, um die chemische Reaktion zu beschleunigen).
Einfache Logik aus eigener Erfahrung: Der selbe Helm, der mit glatter Politur fast rostfrei ist, braucht mit matter Politur ewigst viel Pflege da er schon von Luftfeuchtigkeit rostet wie Sau.
Je glatter die Politur, je kleiner die
Oberfläche, umso sicherer vor Rost.
Da mir keine eindeutigen Aussagen zu der Oberfläche bekannt sind gehe ich ergo von so glatt wie zu der Zeit möglich aus.
Und die technischen Möglichkeiten waren da.
Und vor allem eins:
Irgendwie zerstörte Spiegelpolitur sieht erstens scheiße, und zweitens nicht wirklich historisch aus.
ist ganz einfach: Ich habe die Fragen nach Edelstahl und Verchromung sowas von satt, das glaubst Du kaum. …und dass Blendung des Gegners durch polierte Helme ein Mittel der damaligen Kriegsführung waren, glaub ich nicht so richtig :-)
Haben die sich wirklich die Mühe gemacht, die Helme derart zu polieren? Ich denke, das wird, wenn es geglänzt hat, eher ein matter Glanz gewesen sein….
Gruß,
Jörg
Wenn drei im Raum sind und fünf rausgehen, müssen zwei reingehen, damit der Raum leer ist.
Mal abgesehen davon, dass Alex Recht hat, könntest du beim Erhitzen auch gleich das mit dem Futter beheben: das dürfte nämlich eher eingenäht worden sein, denn eingeklebt.
Mein Rat:
-Lass den Helm wie er ist
-Leg die Kette in Essigessenz ein, damit die Galvanisierung abgeht, sofern sie vernietet ist. Wenn nicht, lass sie weg.
-Mach das futter raus, den Helm innen gut sauber, und näh ein neues Futter ein.
…oder so ähnlich. Ich habe einen Wikingerhelm mit Brille und selbst angebastelter Kette. Das Problem: der Helm ist leider auf Spiegelglanz poliert worden und daher eher ätzend, die verzinkte Kette daran auch nicht unbedingt der optische Reisser (war aber geschenkt, von daher ganz okay.
Wie bekomme ich beides aum besten auf eine etwas “antike” Optik, wobei jetzt nicht die Version mit dem Salzwasser oder ähnliches gemeint ist? Essigessenz taugt irgendwie nix - wird eher blank als matt. Schwefelleber geht auch nicht, schon probiert. Der Helm ist aber nicht aus Edelstahl wie bestimmt irgendjemand vermuten wird, er rostet schon, wenn man nicht aufpasst :-)Den Helm einfach erhitzen geht wegen des eingeklebten Futters nicht. Die Kette abfummeln und hinterher wieder dran ist ja nicht das Ding…
Die Geschichte mit dem Sandpapier auf dem Helm stelle ich mit wegen der Nieten auch nicht sooo toll vor, die (ansonsten glatten und unverzierten) Seitenflächen wollte ich mit Leder beziehen.
Die verzinkte Kette ist dann das gleiche Problem: Wie bekomme ich die schön dunkel, ohne dass es angestrichen aussieht? Mit feuchtem Sand in einen Beutel und gut schütteln?
So, jetzt bin ich mal gespannt, welche Vorschläge von Euch kommen.
Grüße,
Jörg
Wenn drei im Raum sind und fünf rausgehen, müssen zwei reingehen, damit der Raum leer ist.