Ich denke gerade an die Größe des mittelalterlichen Berliner Friedhofs. Und dann überlege ich mir, wie ich mich gar zu mehreren darauf verstecken könnte…
Tja Florian, wenn Du dich dann wärend der Marktzeiten auf dem Freidhof rumdrückst und nachts den LAgerwachen quer kommst wäre das durchaus eine mögliche Darstellung. *g*
Aber Tagsüber in Lumpen und bewaffnet???
In den Städten sind meines Wissens nach nicht mal die Bettler in dem gegangen was wir als Lumpen bezeichnen.
Wohl könntest Du also tagsüber in heruntergekommener Kleidung die Gegend auskundschaften.
Aber die Waffe müßtest Du verstecken, und da vermute ich mal stark dass das ihr gewaltig den Reiz nimmt.
Da erinnere ich mich doch noch, da gab es auch Räuberbanden, die sich komplett in Städten niederließen, vor allem wenn die Obrigkeit recht schwach oder umstritten war, (z.B. Auseinandersetzungen zwischen den Adligen vom Land als ehemaligen Besitzern und den neuen Herrn Kaufleuten) oder wenn sie ausreichend groß war.
Diese Stadtbanden waren natürlich numerisch recht schwach und versteckten sich vor den Bürgern, vor allem auf Friedhöfen und überfielen dann Nachts Häuser, oder Passanten wobei sie extrem brutal vorgingen. Ihre Aktionen liefen fast immer auf Mord und Totschlag hinaus.
Soweit ich das noch weiß, führten die auch Auftragsmorde aus.
Den letzten solchen Fall gabs noch im 18 Jahrhundert im Rheinland, habe aber vergessen wo.
PS: Stellt eigentlich irgend jemand Räuber dar, war ja recht weit verbreitet, man darf auch Waffen tragen und alte braune Lumpen/keine Rüstung sollten das doch (auch finanziell) reizvoll machen?!
ja das ist ja immer das Hauptproblem.Ethnische Zugehörigkeit schafft schon ein besseres Bild, ABER(dieses WOrt musste ja kommen ;-) )
Ninjas, Shinobis oder wie du sie nennen willst, beide Namen sind durchweg legitim waren entweder vermummt (typische dunkle Anzugfarbe, mit tüchern verhüllt)Oder aber häufig tagsüber als rittelicher Bettelmönch verkleidet. Diese Personen hatten eine Art Bienenstock über dem Haupte, was sie auch unkenntlich machte, war aber ein standeszeichen… das wurde zb zum ausspionieren genommen…
Und keine Sorge, ich beschäftige mich seit eingen Jahren mit der Materie, ich nehm mein wissen nciht aus billig eastern ;-)
Was noch nicht gesagt wurde und primär gegen berufsmäßige Kriminelle im MA spricht: die meisten Städte waren ja eher Dörfer oder Kleinstädte, es fehlte vor allem das Potential aus dem sich so was bilden könnte.
Berufsmäßige Diebe sind schon allein deswegen und in wenigen Städten vorstellbar (Paris, Rom, Venedig….). Sicher aber gab es berufsmäßig organisierte Bettler.
Die Bettelei war im MA geradezu ein Wirtschaftszweig und da die Gesellschaft auch streng reglementiert und geordnet war, Handwerkergilden und Zünfte imitierten das auch an einigen Stellen Bettler um sich und ihre Bettelei zu organisieren um max. Profit zu schöpfen, vor allem an größeren Pilgerorten.
In “Großstädten” gab es vermutlich auch Diebeszusammenschlüße, Gilde kann man das nicht nennen, aber eben organisiertes Verbrechen. Wie schon immer seit es Zivilisation gibt.
Mitunter hatten die eine eigene Sprache (Reste wie z.B. die Masematte in Münster gibt es immer noch, es gab überhaupt auch für fahrende Händler oder in bestimmten Dörfern eigene Geheimsprachen) und natürlich auch Geheimzeichen (Bettler und Räuberzinken)diese lassen sich soweit ich weiß ja bis ins MA zurückverfolgen.
Und dann noch die Räuber, deren viele es gab und die wohl auch für Geld/im Auftrag ßberfälle z.B. auf Handelskonkurrenten des Auftraggebers begingen oder mißliebige Personen verschwinden ließen, oder profesionell Entführungen durchführten. Die waren ja gewiss berufsmäßige organisierte Kriminelle. Das Lösegeldunwesen im MA und SpäM ist ja eine enorm bedeutsame Geschichte.
@Armin: Soweit mir bekannt haben die Ass. mit einfach allem getötet was gerade zur Hand war. Zumeist übrigens in aller ßffentlichkeit und vor allem Tagsüber. Bei dem Wort “Schattentechniken” muß ich grinsen, ist doch nett wie die (Film)Ninjas unser aller Weltbild von Mördern manipulieren.
Die Ass. sind am besten mit den Selbstmordattentätern heute zu vergleichen.
Im Spätmittelalter, ganz sicher in der Renaissance gab es bewiesendermaßen berufsmäßige Giftmischer(innen), unter anderem in Rom.
Organisiert waren die aber nicht, alles eher Einzeltäter(innen).
Zu den Ass. noch: die waren genau genommen weder Sunniten noch Schiiten, sondern Ismailiten! Als Sekte wurden sie 1090 von Hassan ben Sabbah gegründet, mit den Meuchelmorden fingen sie vor allem wegen der heftigen Verfolgung ihrer Sekte durch die “Recht”gläubigen an.
Nachdem sie eine gewisse Macht geworden waren gings mit ihnen folgerichtig moralisch bergab und sie führten dann auch Morde gegen Bezahlung durch. Das Ende kam mit den Mongolen 1256 unter Hulagu Khan der mittels Völkermord das “Terroristenproblem” an seiner Flanke endgültig löste.
Wo der Name Ass. herkommt ist immer noch unklar, die Standarderklärung mit den Haschischessern ist wohl genauso falsch wie die Drogenvernebelten Attentäter die sich selber als Fedayin und eben nicht als Ass. bezeichneten.
ist es garnicht soo einfach, einfach mal so einen Asiaten darzustellen. Den meisten Mitteleuropäern fehlt dazu nämlich schlicht und ergreifend das Erscheinungsbild.
Sagen wirs so:
Der bekannte Schauspieler Jonny Depp ist eigentlich recht gut in seinem Fach. Trotzdem hätte er gewisse Schwierigkeiten z.B. die Rolle des Cassius Clay/ Muhammad Ali darzustellen…
Zugegeben- es gibt europäische Gruppen, die z.B. asiatisches MA darstellen- Takeda zum Beispiel. Aber bei allem, was ich von denen gehört habe haben die extrem hohe Ansprüche an Ausrüstung und Kenntnis.
ansonsten stell doch was asiatisches da, dort ist es seit dem frühmittelalter belegt (europäische Zeitrechnung) und in der Renaicance(iahc krieg das wort einfach net hin) hab ich auch mal was darüber gelesen, müsste ich nochmal suchen
Ich glaube auch, daß sich die mächtigen oft einen Bediensteten, sei es Soldat oder Diener, zu Nutze gemacht haben um jemanden aus dem Weg zu räumen, doch wie sah es bei den Kriegen zwischen England und Frankreich aus, die haben sich doch Jahre lang bekriegt!? Da drängt sich mir die Vermutung auf, daß es doch für eine Seite sehr viel billger gewesen wäre einen Adeligen, der gegnerischen Seite, zu meucheln so lange dieser noch keine Nachkomen hatte. Weil so weit ich weiß stand und fiehl das Ansehehn und der Reichtum eines Fürstentums mit dessen Adeligen (und jeder weiß, daß der Apfel gelegentlich weit vom Birnbaum fällt, was ich damit sagen will ist, daß selbst ein Nachkomme nicht umbedingt die nötigen Eigenschaften mit sich brachte um die Geschäfte des Vaters zu übernehmen)
Wer die Vergangenheit nicht ehr hat die Zukunft nicht verdient
Im zweiten Buch Samuel, Kapitel 11, Vers 14 steht: “Am andern Morgen schrieb David einen Brief an Joab (das ist sein Feldhauptmann) und sandte ihn durch Uria. Er schrieb aber in dem Brief: Stellt Uria vorne hin, wo der Kampf am härtesten ist, und zieht euch hinter ihm zurück, daß er erschlagen werde und sterbe.”
Das war wohl ein klarer Auftragsmord…..;-)
Nur war der “Mörder” hier ein Soldat, Mördergilden als “Zunftzusammenschluss” halte ich auch eher für unwahrscheinlich…
Man beauftragte eben Denjenigen, der sich aufgrund seiner Abhängigkeit nicht gegen den Auftrag wehren konnte oder wollte.
…sind nicht gleich Auftragsmorde, von denen ich lebe.
Und selbst wenn 1-2 gab, die das taten, eine ganze “Gilde” oder dergleichen ist doch ein bisserl unwahrscheinlich vom Gedanken eines streng christlich orientierten Mittelalters,oder nicht?
Der starke Glaube ist an vielen Stellen des MAs belegbar handlungsweisend und somit halte ich ihn für einen wichtigen soziologischen Faktor…
“…im christlichen Mitteleuropa und das ganze eher Fantasy ist, liegt wohl daran, dass solcherlei Personen erstmal wieder Gottes Gesetz handeln würden, und das stand,m flappsig ausgedrückt, im Mittelalter noch hoch im Kurs…”
Das als Begründung heranzuziehen … Ne, da bin ich skeptisch.
Man liest ja immer wieder von Giftanschlägen, wo Bedienstete des Opfers bestochen wurden (oder es zumindest behauptet wurde). Doch dies sind keine Auftragskiller im heutigen Sinne, sondern eher “Gelegenheitsmörder”, da gibt es bestimmt einen netten juristischen Begriff für.
Auftragskiller im europäischen Mittelalter? Da stelle ich mir dunkel, unauffällig gekleidete Männer vor (schwarze Bundhaube), die in die Burg ihres Opfers huschen und dort, in einer stillen Nische, ihren mittelalterlichen Aktenkoffer öffnen, worin sich ein zerlegbares Schwert befindet. Zerlegbare Armbrust mit Zielfernrohr wäre doch auch nett.
ßberhaupt stand die Armbrust ja im Ruf eine Waffe für Mörder zu sein. Darf ich in diesem Zusammenhang an den Schweizer Nationalhelden erinnern.
Auch der Dolch hatte (zumindest im HMA) so einen Ruf. Siehe z.B. Tafel 61 der gr. Heidelberger (Manesse).
Kurz: Natürlich gab es bezahlte Mörder, natürlich gab es Attentäter. Aber als Berufsstand? - ich glaub´s nicht.
…im christlichen Mitteleuropa und das ganze eher Fantasy ist, liegt wohl daran, dass solcherlei Personen erstmal wieder Gottes Gesetz handeln würden, und das stand,m flappsig ausgedrückt, im Mittelalter noch hoch im Kurs (Morde hats freilich trotzdem gegeben), dass eien solche Person entgegen abenteuerlich-romantischer Vorstellungen nicht wirklich frei umherbewegen könnte (denn ganz so gesetzlos wie viele sich das MA vorstellen, wars nu nicht),
und das Problem besteht, dass man extrem mobil sein müsste, was Pferd bedeutet, was extrem reich heisst.
Wer seine Kampfkraft verkaufen wollte wurde wohl eher Söldner oder Soldat, und hatte einen Dienstherren, sonst Hunger.
vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich meinte nicht, dass die Assasinen berufsmäßige Mörder waren. Wie mein Vorredner so schrieb auch ich, dass sie in erster Linie Radikale waren.
Dennoch hat es Fälle gegeben, auch außerhalb von Fantasyvorstellungen (von denen ich mich selbstverständlich distanziere), in denen es zumindest recht wahrscheinlich ist, dass hier ein Auftragsmord an die Assassinen vorlag.
Ich kann gerne die betreffende Quelle heraussuchen, doch leider nicht gleich, da ich nicht zu Hause bin. Soweit ich mich erinnere findest ihr aber die entsprechende Passage in Peter Milgers “Die Kreuzzüge - Krieg im Namen Gottes”.
Ich denke, der Meuchelmord war eher eine erweiterte Form der Diplomatie/Politik. Auch der “Alte vom Berg” und seine “Haschischim” waren ja Radikale und nicht bezahlte Profikiller. Da hat man dann eben jemanden in den Kreis der Vertrauten des Gegners eingeschleust oder jemandengekauft bzw. sonstwie überzeugt. Assassinen-Gilden klingt mir doch sehr nach Fantasy …
regelrechte “Meuchelmördergilden”… da ist mir nur ein Beispiel aus dem arabischen Mittelalter bekannt. Dort gab es eine radikalislamistische Sekte, die Assasinen.
Diese hatten sich unter ihrem religiösen Führer auf einer Bergburg verschanzt, auf der sie nahezu unangreifbar waren, und haben von dort diverse Mordanschläge verübt, die zu einem großen Teil gegen (!) Glaubensbrüder gerichtet waren, die nicht mit Ihrer Meinung konform gingen. Insbesondere gegen Sunniten richteten sich dies Anschläge, da die Assasinen dem Shiitischen Zweig anhingen (da müsst ich aber nochmal genau nachschlagen)….
Z.T. haben sich sogar Christen der Hilfe von Assasinen bedient, da diese auch Auftragsmorde begingen, um islamische Kontrahenten aus dem Weg zu räumen.