So, jetzt bin ich auch hier mal angelangt. Nur kurz zum Markt in Oberhausen: Als wir vom Zustand einiger Pferde gehört haben. haben wir schnellstmöglich versucht, die armen Kreaturen aus dem Verkehr zu ziehen. Ob wir der Auslöser waren, oder einige von euch dafür gesorgt haben weiss ich nicht. Fakt ist: Wenige Minuten später wurden die Pferde aus dem Geschirr genommen. Fazit 1: Dieser Reitstall wird nie wieder bei uns auftauchen. Versprochen! Fazit 2: Wenn so etwas bemerkt wird, verständigt SOFORT den Veranstallter! Die wenigsten Märkte sind Videoüberwacht, und Augen und Ohren haben nur bergrenzte Reichweite. Was nun die generelle Situation angeht, kann ich mich im Grossen und Ganzen nur dem Andre anschliessen. Wenn wir eine “freie” Reiterszene im MA Hobby haben wollen, könnte es nicht schaden, sich auf ein paar Grundzüge zu einigen. Aber ich denke, das könnt ihr Reiter auch ohne mein Amateurgeschwätz. Als dann, Hals und Beinbruch
Moin, ja, ein interessantes Thema. Die armen Kreaturen in Oberhausen haben mir auch leid getan. Amelie war aber immer eine Spur schneller als ich beim Eingreifen ;-) Daß es aber möglich ist, Pferde auf Märkte mitzunehmen, ohne ihnen oder anderen zu schaden, praktizieren wir nun auch schon in der zweiten Saison. Trainieren kann man das zuhause nur sehr begrenzt. Zumindest habe ich nicht die Möglichkeit, mal eben ca. 5000 Leute einzuladen, um die Pferdchen langsam und behutsam an den MA-Radau gewöhnen. Aber vieles kann man trotzdem üben. Der Rest ist halt der berühmte Sprung ins kalte Wasser. Impfungen, Wurmkuren, Gesundheit und vernünftiges Sattelzeug sollten selbstverständlich sein - nicht nur zu Marktbesuchen! Wir haben uns auf den ersten Veranstaltungen, zu denen wir Guinness mitgenommen haben, das Recht herausgenommen, jederzeit die Veranstaltung verlassen zu können, sollte irgendwas schiefgehen oder auch nur in Streß für´s Pferd ausarten. Glücklicherweise ist der Kleine aber eher neugieriger Natur und von Haus aus Energiesparer. So ist es ihm ziemlich egal, ob Kanonen abgefeuert werden, sich Ritters mit ihrem Flachstahl hauen oder kleine Kinder auf seinem Rücken lauthals Liedchen trällern. In Dortmund haben wir in diesem Jahr auch erstmals Behinderte auf ihm reiten lassen. Ich hatte den Eindruck, daß er mit seinen gehandicapten Reitern sogar ganz besonders behutsam umgeht. Trotzdem ist es anstrengend und nervenaufreibend, für ein Pferd auf einem Markt verantwortlich zu sein. Zuviel Hände, die füttern und streicheln wollen, zuviele Leute, die einfach nicht nachdenken, was sie mit ihrer Unvernunft für Gefahren auslösen können. Sonntags Nachmittags bin ich jedenfalls meistens ziemlich heiser ;-) Tja, und dann noch das leidige Thema Wetter: In Rastede hatten wir zwar das Glück, strahlenden Sonnenschein zu haben, leider gab´s dort auch relativ wenig Schatten. An unserem Lagerplatz gar keinen. Also mußte ich mich von Zeit zu Zeit mit Guinness in einem anderen Lager breitmachen, um ihn wenigstens mal eine Weile aus der Sonne zu haben. Achtet also darauf, daß ihr möglichst einen Platz im Schatten bekommt. Unter Bäumen gibt´s dann allerdings wieder das Problem mit herabfallenden ßsten bei heftigerem Stum, was den meisten Pferden auch nicht unbedingt behagt und für schlaflose Nächte sorgen kann. Es ist also kein Zuckerschlecken mit Pferd auf einen Markt zu fahren und sollte gut überlegt sein. Trotzdem macht es Spaß, seinen vierbeinigen Sauerbraten mal ein ganzes Wochenende um sich zu haben und der Atmoshäre der Märkte kommt es auch zu Gute - aber eben nur mit gutem Nervenkostüm bei Roß UND Reiter! Steffi
Leute, ein sehr interessantes und wichtiges Thema, wie ich finde! Ich habe die beiden Pferde vor dem Planwagen auch bedauert, war nur nicht lange genug da um das richtig mitzukriegen. Als sie die armen Tieren dann endlich “abgeführt” haben, ritt ein kleines Kind auf dem einen Pferd und ein anderes lief munter nebenher und das Tier guckte, als wollte es sagen: “Reichts jetzt mal langsam?” Traurig, wenn Profitgier so groß ist, daß ein Wesen dafür derart ausgenutzt und misshandelt wird. Solche Halter müßten das am eignen Leib erfahren! Immerhin ein Ansatz, daß es Leute gibt, die das Negative sehen und sich auch trauen, den Mund aufzumachen :o)
Da das Tier offensichtlich ziemlich wenig Erfahrung hatte, nervös und ängstlich ob der umstehenden Leute war, die sich angesichts der Markteröffnungdort tummelten und schon mehr als die übliche Gasse an Platz gelassen hatten, wäre es wohl das mindeste gewesen, dass es hätte herausGEFßHRT werden sollen. Mein Sohn ist keinesfalls naiv, wir leben auf dem Land, und erst recht nicht ist er auf ein Vieh zugelaufen, das derart mit den Augen rollt, im Gegenteil, er ist so weit als möglich zurück gewichen. Dass die Pferde Turniererfahrung sammeln müssen istklar, aber nicht ohne Führer. In Herzberg waren auch einige unerfahrene Tiere dabei, die trotzdem keine Gefahr für die umstehenden Menschen bildeten und da war die Gasse wesentlich enger.
Hallo miteinander, zu Jennifer: “Und was gibt es für Regularien für das Mitbringen von in Ausbildung befindlichen Pferden, die fast Aktiven Kinder über den Haufen reiten?” Es ist normal, daß Pferde auf Märkte ausgebildet werden (wie sollte man sonst einem Pferd beibringen, daß ein Markt nichts Schlimmes ist?). Allerdings muß der Halter dies mit entsprechender Vorsicht und Achtung allen Personen in seinem Dunstkreis gegenüber ausführen. Geschieht dies nicht, so ist diese im höchsten Maße bedauerlich und der Halter voll haftbar. Eine generelle Regelung kann es aber dafür nicht geben. Autofahren wird ja auch nicht generell verboten, weil ein Spinner mit 120 durch eine 30 Zone fährt. Hier ist dann wieder der Einzelne verantwortlich. Die Naivität von Kindern gegenüber Pferden ist ein klarer Fehler der elterlichen Erziehung. Wer seinen Kindern beibringt man kann getrost auf Pferde zulaufen, unter ihnen Spielen und alles kaubare an sie verfüttern, der ist eindeutig unverantwortlich. Wenn schon versucht wird mit Hilfe von Helfern Platz für ein Pferd zu schaffen, dann sollten Erziehungsberechtigte dies auch unterstützen. Pferde sind Tiere (Fluchttiere) und müssen auch entsprechend ihres Verhaltens (nicht unseres Wünschens) behandelt werden! zu Matthias: Tierschutz und Krankheiten ßblicherweise sind “Ritterpferde” langwierig ausgebildete Pferde, deren Wert der Besitzer wohl zu schätzen weiß. Die hin und wieder auftretenden Ausnahmen sollten aber beachtet werden. Außerhalb der Turnierveranstaltung (einschl. Proben etc.) ist der Veranstalter zuständig, wenn ein Pferd unangemessen behandelt wird (brutale Schläge, Wasserentzug, …). In der Turnierveranstaltung werde ich (und hoffentlich JEDER Herold) jeden Teilnehmer sofort des Platzes verweisen, der sein Tier quält oder eine Gefahr für Zuschauer oder die anderen Teilnehmer darstellt. Regularien: Ich versuche die freie Turnierszene zu unterstützen. Das heißt aber auch das Folgendes in kürzester Zeit erreicht werden muß: - Auch ein freies Turnier muß eine gute Show sein. Also müßen mindestens zwei Drittel der antretenden Reiter “gute” Ritter sein. - Nachwuchs ist wichtig und SOLL teilnehmen, wenn er nicht ßberhand nimmt und die Nachwuchsreiter SICHER reiten. - Dies kann nur durch testen der Teilnehmer erreicht werden. Also muß vor jedem Turnier ein Vorführen der eigenen Fähigkeiten stattfinden. Das gilt insbesonderen auch für etablierte Reiter (es gibt viele Faktoren: ein neues Pferd, ein zu langer Besuch im Badezuber … ;-). Dies kann zusammen mit der Turnier-besprechung im kleinen Staat (kein Wappenröcke etc.) stattfinden. - Wer noch nicht geeignete Pferde hat oder wenn der Reiter sich noch unsicher ist, so kann der Platz zwischen den Vorführungen zu einem sicheren ßben genutzt werden. Bei freundlicher Nachfrage sind auch viele Fortgeschrittene gerne bereit ein paar Tips zu geben. Sicherheit geht immer vor! Die Show muß dem Besucher gefallen; immerhin finanziert er sie. Nur gemeinsamer verantwortungsvoller Einsatz kann diese Turnierform vor dem entgültigen Aus in Deutschland retten und vieleicht sogar weiterentwickeln.
Sorry Leute, das war ein Versehen…irgendwie streikt meine Verbindung seit gestern…ich dachte nicht, dass abgeschickt wurde (dieersten beiden Einträge können demnach gelöscht werden).
Und was gibt es für Regularien für das Mitbringen von in Ausbildung befindlichen Pferden, die fast Aktiven Kinder über den Haufen reiten ? Nochmals vielen Dank an Reiter und nicht vorhandene Hilfskraft des tänzelnden Pferdes mit den verdrehten Augen bei der Markteröffnung am Samstag in Oberhausen…von meinem MANN, weil der froh ist, dass ich durch diesen Vorfall von der Idee der Anschaffung eines Pferdes, dessen Stockmaß 110 cm übertritt, geheilt bin.
Und was gibt es für Regularien für das Mitbringen von in Ausbildung befindlichen Pferden, die fast Aktiven Kinder über den Haufen reiten ? Nochmals vielen Dank an Ross und Reiter des tänzelnden Pferdes mit den verdrehten Augen bei der Markteröffnung am Samstag in Oberhausen…von meinem MANN, weil der froh ist, dass ich durch diesen Vorfall von der Idee der Anschaffung eines Pferdes, dessen Stockmaß 110 cm übertritt, geheilt bin.
Hallo Matthias, gutes Thema! Mir klingelt immer noch der Kommentar des Kutschers in den Ohren: “das Pferd lahmt nicht, der geht immer so!” Also chronisch lahm? Die Regularien, wie sie in Oberhausen galten, waren in meinen Augen sehr gut. Wir Reiter bekamen sie ein paar Tage vorher zugeschickt, wir wußten also, worauf wir uns einließen. Darin war nicht nur von der mittelalterlichen Ausrüstung der Reiter die Rede, sondern auch von Sätteln, Hilfszügeln, Gamaschen/Springglocken, “Zäumung laut LPO (Leistungsprüfungsordnung der FN)” usw. Das bedeutete: keine atmungsbeengenden Zäume, keine Fahrkandarren, kein Hackamore mit zu langen Aufzügen, nichts was dem Pferd schadet und alles was schützt und vor allem PAßT. Und was mir auch sehr gut gefiel war die Ansage: im Zweifelsfall wird auf Kosten des Halters ein Tierarzt gerufen. Ute, das Vorreiten geschah in großer Runde, alle Reiter waren anwesend, der Herold stellte einfache ßbungsaufgaben und dann war schnell offensichtlich, wer die einhändige Reitweise beherrschte und wessen Pferd mit den mittelalterlichen Aufbauten noch überfordert war. Im großen und ganzen eine gelungene Aktion und an dieser Stelle ein Danke an die Reiter, die ihre Pferde aus dem “Rennen” genommen haben. Zu Märkten generell: wenn ich mit Pferd irgendwo auftauche, setze ich mich im Vorfeld mit dem Veranstalter in Verbindung und frage ab, wie die Bodenbeschaffenheit ist, ob es Heu/Wasser/Stroh gibt, ob ich Paddock am Lager bauen kann etc. Bisher habe ich nur gute Erfahrungen gemacht. Krankheiten: ich hoffe, jeder Pferdebesitzer ist so verantwortungsbewußt und sorgt für eine Grundimmunisierung seines Tieres (Resequin, Wurmkur, Tetanus, Tollwut) und erscheint auch nur mit einem gesunden Tier auf der Veranstaltung. Außerdem sollte auch die Tierhalterhaftpflichtversicherung vorhanden sein, die wurde in den Oberhausener Regularien auch explizit gefordert. Gute Arbeit, Steffi K., und alle, die daran mitgewirkt haben! Verantwortungsbewußt gerittene Pferde sind einfach ein schönes Bild auf jedem Markt und kommen immer gut bei Aktiven und Besuchern an. Vielleicht fällt mir ja später noch was ein…. Mit pferdenärrischen Grüßen
Klasse Idee, Matthias, nachdem man im anderen Thread über die pferdelosen Ritter debattiert hat, ist es wirklich höchste Zeit, mal an die Rösser zu denken…:-) Ich denke, es wäre keine schlechte Idee, gewisse Reitsport-Turnier-Auflagen zu studieren und ggf. umzusetzen. So zum Beispiel die Vorlage der Impfpässe mit den gängigen (Influenza etc.) Impfungen und Wurmkuren. Auch der - wie auch immer geartete - Nachweis, daß das Pferd (und der Reiter) in Ausrüstung und Ausbildung gewissen Anforderungen entsprechen. Natürlich muß dann auch der- oder diejenige, die das überprüfen, eine Ahnung von der Materie haben. Bei Vorkommnissen wie von Dir geschildert, gibt es nur eins: boykottieren, Anzeige wegen Tierquälerei erstatten! Aber die meisten Touris haben halt auch keine Ahnung, ab wann der Einsatz von unsachgemäß gehaltenen Pferden tierquälerisch wird…. Bin gespannt, was da noch an Postings kommt. Interessierte Grüße
Nabend Zusammen ! Nein, das hier soll nicht der x-te Thread über das Thema “Ritter mit Pferd ja/nein” werden; die Gründe, warum ich diesen Thread eröffnet habe sind vielschichtiger Natur : 1. Tierschutz Auf dem diesjährigen Markt in Oberhausen mußte ich beobachten, in welchem Zustand sich die vom Veranstalter für “Nicht-Pferdebesitzer” bestellten Leihpferde aus einem Reitstall in Ortsnähe befanden. Man konnte alte und neue Verletzungen zum Teil übler Art erkennen, die weder vernünftig erstversorgt noch veterinärmedizinisch behandelt wurden, es wurde völlig unpassendes Sattelzeug verwendet, welches teilweise stark verrottet und unbrauchbar war usw. usw. usw. Der Gipfel war dann der Planwagen, mit dem Besucher den ganzen tag über das Marktgelände kutschiert wurden … ein Pferd des Gespanns lahmte auf der Hinterhand, beide Pferde bekamen über einen Zeitraum von mehreren Stunden kein Wasser. Ganz im Gegenteil, jemand aus unserem Lager wurde sogar von dem Pferdebesitzer beschimpft, als er den Tieren bei der ersten Pause nach knapp 5 Stunden (!) einen Eimer Wasser hingestellt hatte … Wer von den Reitern und Nichtreitern kann hier an dieser Stelle von ähnlichen Erfahrungen berichten ? 2. Krankheiten Auf manchen Veranstaltungen gibt es kaum Möglichkeiten, die Pferde voneinander zu isolieren. Auf diese Weise können Husten und andere Krankheiten sehr schnell übertragen werden. Gehen manchen Veranstalter vielleicht zu sorglos mit diesem Problem um ? 3. Regularien In Oberhausen wurden meines Wissens erstmalig Regularien eingesetzt, welche Ausrüstung und Können von Pferd und Reiter grundlegend auf die Probe gestellt haben. So wurde auch der sichere Umgang mit dem Pferd und die Frage nach der Turniertauglichkeit von Roß und Reiter geprüft. Wie denkt ihr darüber ? Gruß,