ich will meinen Kram möglichst originalgetreu hinbekommen, möglichst wenig freestylen (“interpretieren”) müssen, möglichst vielen Einsteigern den Weg übers Marktmittelalter ersparen- bin ich jetzt noch in der Subkultur oder bereits in einer Art Sub-Subkultur-Gegenbewegung?
Nun hast du gerade beim letzten Satz das Ende rausgenommen, aber das ist ja wohl nicht die Hauptaussage.
Denn eine Subkultur kann sich, ensprechend dieser Definition, auch mit der Duldung durch die Gesellschaft abfinden, wird aber nicht durch den Begriff der Gegenkultur gekennzeichnet.
Ich weiß zwar nicht, inwieweit “Erweckungsbewegungen” bei der Definition gemeint ist, aber re-enactment ist ja vom Prinzip her die wiederauferstehung des Mittelalters.
Insofern ist Sub-Kultur vielleicht gar nicht so schlecht als Begriff für jene, die das Schubladendenken und Definitionen brauchen ;o)
Zum Thema “Subkultur” hilft erst mal, im Lexikon nachzuschlagen, und so liefert z.B. www.wissen.de folgendes:
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“eine Kultur innerhalb einer größeren, sie umfassenden Kultur oder Gesellschaft (auch Gruppenkultur), die eigene Verhaltensnormen entwickelt. Diese Normen beruhen auf von der Gesamtkultur abweichenden ßberzeugungen, Werthaltungen oder Ideologien (z. B. Sekten, Erweckungsbewegungen, Jugendbanden, politische Gruppen).
Die Subkultur findet sich entweder mit der Duldung durch die Gesellschaft ab oder begreift sich selbst als Gegenkultur.
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Also: Subkultur (=GEGEN - Kultur) basiert Protest oder Opposition zu aktuellen gängigen Werten in der Gesellschaft, vor allem zur etablierten ”Kultur“, und sie geht auch meißtens mit einer ”ßchtung“ oder ”Voreingenommenheit“ der ”normalen“ Gesellschaft einher.
Stellt sich nun die Frage: gegen WAS protestiert die MA-Szene? Zu WAS ist sie Opposition? Gegen WAS wird rebelliert?
Seltsammes Verhalten, eine eigene Sprache und eine Fixierung auf ein bestimmtes Interessensgebiet - kurz: ”anders Ticken“ - macht noch keine ”Subkultur“ aus.
Als abschreckendes Beispiel sehen so richtige Fußballfans komisch aus, haben Verhaltensweisen, die von der gesellschaftlichen Norm abweichen und eine eigene Sprache, trotzdem würde das niemand als ”Subkultur“ bezeichnen.
Wir sind vielleicht ein ”Haufen Bekloppter“, die es lieben, für ein Wochenende das Auto voller zu packen, als manch eine Familie für den 2-wöchigen Italienurlaub, damit kilometerweit zu fahren, um dann in seltsammen Klamotten 3 Tage im Regen zu stehen, und auch sonst jegliche Freizeit, Geld & Energie einem einzigen Thema zu widmen, doch wir sind keine ”Subkultur".
ich fürchte, T-V *ist* bereits eine “Subkultur” (ich mag dieses Wort einfach nicht).
Solange der “Mittelaltermarkt” offenbar die einzige vorstellbare Daseinsforms der MA-Aktiven (Ausnahmen bestätigen die Regel) darstellt, wird sich das Niveau nicht heben lassen. Und solange viele “Newbies” dieses Hobby als ein solches kennenlernen, das leicht durch andere (Touri vulgaris) subventioniert werden kann, statt -wie andere Liebhabereien- aus eigener Tasche finanziert werden muß, dürfte sich nicht viel ändern. Für viele scheint “MA” eher “Nebenerwerb mit Spaßfaktor” als Hobby zu sein.
Ich wünsche allen, die abseits der “Märkte” etwas auf die Beine stellen, viel Erfolg. Und ich bin sicher, die Mühe lohnt.
Sicher sind wir eine Subkultur, zumindest diejenigen, die auch eine MA Existenz jenseits der Märkte führen.
Denn durch den MA Boom werden MA Märkte immer mehr zu einem Teil der Volksfestkultur. Daher auch die Tendenz zur Kommerzialisierung.
Und wenn sich die TV Szene einfach nur in gegenseitigen Fehden totläuft anstatt sich um qualitative Darstellung und Aufzucht und Hege der Newbies zu kümmern wird das auch sehr schnell eine sehr eigene MA- Subkultur werden.
Ich wollte Lediglich den Inhalt deiner Annahme wissen, denn diese hast du offensichtlich nicht deutlich hervorgebracht… sonst haett ich ja nicht nachgefragt. Das das ganze ein wenig scherzhaft von mir ausgedrueckt wurde sollte eigentlich nicht zum Problem werden. So weltbewegend ist das Thema ja nicht, dass man hier mit ernster Denkermine und Buerokratendeutsch herangehen muss…
Die dass wir uns in einer höheren Bewusstseinsebene als der Rest der Menschheit befinden? Dass das Hobby Reenactment das Grösste ist und alle anderen Hobbys keine Daseinsberechtigung haben? Das der Himmel eigentlich doch grün ist, jedoch der nicht reenactende Mensch farbenblind ist? Dass die Erde eine Scheibe ist? Das ich den Längsten hab???
Was auch immer ich jetzt bestätigt habe, ich meinte damit allgemein sich mit historischen Themen zu beschäftigen, was heutzutage ja nicht mehr unbedingt zur Allgemeinbildung gehört speziell Mittelalter.
wenn das hier jemand liest,der gerade darüber nachdenkt seine Kinder auf ein Mittelalterlager fahren zu lassen, wird sich die Sache wohl zweimal überlegen.
Oder anders, dieser Eintrag könnte auch in einem Forum einer Selbsthilfegruppe für Ausserirdische vom Sirius(sowas gibts wirklich) stehen und würde auch passen.
Dieses Hobby kann einem vieleicht neue Denkweisen aufzeigen die eventuell als Orientierungshilfe dienen, aber es macht einen nicht zu einem Mitglied einer auserwählten Gesellschaft die den wahren Sinn des Lebens gefunden haben. Falls doch, hab ich ernsthaft was verpasst und bitte um Erleuchtung!
Ja, Urs, mir geht es ähnlich, aber natürlich trennt einen dieses Lebensgefühl auch von einer erklecklichen anzahl seiner Mitmenschen. Mir persönlich macht diese Kluft, so wie ich sie empfinde, sehr zu schaffen. Umso wichtiger ist es, Gleichgesinnten zu begegnen und so die Möglichkeiten zu bewahren, sich selber treu bleiben zu können ohne sozial zu vereinsamen. Schön, das ich solche aha-Erlebnisse in der disse nicht alleine habe !
Vorgestern Abend bin ich dann in der Disco gesessen und dachte mir wie gut das ich in die richtigen Discos gehe und stieg in den Pogokreis mit ein!!!!!!!!!
Ich finde deine Idee gut. Unsere Gruppe macht in diesem Jahr eigentlich nichts anderes. Wir stehen noch ziemlich am Anfang uns sind dabei, ein Lager aufzubauen. Ich werden meine Leute mal fragen. Wenn sie Lust und Zeit haben, melde ich mich gerne nochmal bei Dir.
Ich sehe den Trend zur nicht besucherorientierten Freizeitveranstaltung sehr positiv, weil er endlich dazu führen kann, daß zwei Dinge getrennt ausgelebt werden, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben.
Als ich gestern abend in der Disko gesessen bin und all die dünnen Mädels und Jungs in ihren Schlabberhosen gesehen habe, ist mir eines klar geworden - Ich fühlte mich nicht wohl. Mir ist klar geworden, daß die Märkte, das Zubern, Singen und Kämpfen mir ein schöneres Wochenende bietet als Korn und Linkin Park. Es ist für mich eine freudige Entwicklung, daß die deutsche MA Szene (unabhängig von F-, H-, oder SMA)sogar im Winter aktiv ist (nich wie hier in England, wo ich grad bin).
Gibt es da draußen noch mehr Leute die wie ich gerne mit Gleichgesinnten in Gewandung fachsimplen und lagerfeuern? Wer hat alles Ambitionen kostenarme, szeneorientierte und unkomerzielle Treffen und Lager zu organisieren? (s. www.odhal.de/mahobby/gomad/gomad.htm)Wie seht ihr den Trend zur tourilosen Selbstbespaßung?