Eintrag #4 vom 15. Nov. 2004 22:17 Uhr
Uli Gasper
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Hallo allerseits,
prinzipiell können wir davon ausgehen, das im MA viel mit Pigmentfarben gemalt wurde.
Diese wären:
Natüriche, anorganische Pigmente:
gebrannte und ungebrannte Erden wie Ocker, gebrante Siena, Umbra etc. die oft nach hren Herkunftsort benannt sind. Diese Erdfarben haben hohe Lichtechtheit und werden teilweise bereits seit der Steinzeit verwendet. Andere, schwer isolierbare farbstarke Pigmente aus Edelsteinen wie Azurit, Malachit, Lapislazuli, Zinnober etc sind selten und teuer und werden heutzutage durch künstliche anorganische Pigmente ersetzt
Natürliche, organische Pigmente
werden aufgrund des Herstellungsaufwands kaum noch verwendet. Zu ihnen gehören Sepia (Tintenfischsekret) Purpur (Saft der gleichnamigen Schnecke), Karmin (Absud der Cochenille Laus), die auf Substrate aufgebracht (verlackt) wurden und so zu Pigmenten verarbeitet werden konnten.
Weitere Beispiele sind Pflanzenextrakte wie Krapplack und Indigo und diverse Rußsorten.
Künstliche anorganische Pigmente
sind meist Metallverbindungen, von denen einige giftig sind (Bleiweiß, Chromgelb, Manganblau, Zinkgrün). Diese Farben werden nicht mehr produziert. Es gibt jedoch reichlich ungiftige Pigmente zu ihrem Ersatz
künstliche organische Pigmente
bilden die Spitze bei Intensität und Lichtechtheit, was allerdings nur für Azopigmente und polyzyklische Pigmente gilt.
Diese sind überwiegend in den letzten Jahrhunderten erfunden worden, könnten aber als Ersatz für ausgestorbene oder giftige Pigmente gelten.
Wichtig ist für die Pigmentmalerei die Wahl des passenen Bindemittels. Dazu gibt es ausreichend Fachliteratur
Ein beliebtes und auch im MA verfügbares Emulsionsmittel für die Pigmentmalerei ist Eitempera:
Eidotter und Eiweiß auf Küchenpapier trenen. Eidotter in ein Glas auslaufen lassen.
6 Teile Ei, 2 Teile Leinöl, 2 Teile Dammarharzlösung, 3 Teile Wasser bereithalten. ßl und Dammarharzlösung tröpfchenweise einrühren, danach ebenso mit dem Wasser verfahren. Der Abbindeprozess des ßls kann einige Tage dauern.
Gutes Buch hierzu:
Malen mit Pigmenten, Wolfgang Blanke, Knaur Verlag, ISBN 3-426-66956-0, ca. 16-
Pigmente gibts im gutsortierten Künstlerbedarf, z.B. Boesner.
Gruß, Uli
