Am ehersten ließe sich eine mittelalterliche Stube (komplett aus Holz) in ein Zimmer einrichten, wie man sie z.b. immer noch auf Südtiroler Burgen sehen kann.
Karen, ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee war, uns alle wissen zu lassen, wovon du Albträume bekommst… *fg*
Grüße,
Sebastian
PS: Da fällt mir ein: Habe ich deine e-Mail von vor äh… drei Wochen oder so eigentlich beantwortet? Ich glaube nicht. Sorry. Ich werde gleich mal in den Tiefen meiner diversen Mailaccounts danach suchen und antworten wenn ich sie (hoffentlich) gefunden habe…
Liest du noch mit? Und wie ernst hast Du das gemeint?
Wenn Du es ernst gemeint hast:
Wundere Dich nicht über die Reaktionen.
Du glaubst, “Möbel wie Tisch und Stuhl sind ja kein Problem, auch Bett und Kleiderschrank sind leicht zu bekommen”, während wir hier immer wieder die Erfahrung machen, wie schwierig es ist, Ausrüstungsgegenstände zu bekommen, die sich mehr als nur oberflächlich an historischen Vorbildern orientieren, also das Etikett “mittelalterlich” auch wirklich verdienen. Du willst Dinge “verkleiden”, “verstecken”, Materialien nachahmen, während wir uns auch und gerade dafür interessieren, wie sich die Dinge anfühlen und wie sie funktionieren, also gerade für die Materialeigenschaften.
Wenn Du wissen willst, wie “man” “im Mittelalter” wohnte (beachte die Anführungszeichen, vergiß nicht die Unterschiede zwischen verschiedenen Ständen/Einkommensklassen und im Verlauf der verschiedenen Jahrhunderte), dann geh in eines der Freilichtmuseen, zu denen es hier irgendwo im Forum einen eigenen Thread gibt.
Nach einigen Stunden in einem der Häuser in der nachgebauten Hochmittelalter-Siedlung in Torgelow hatte ich das Gefühl, ich bräuchte zum Leben nicht mehr als ein kleines Fachwerkhaus, ein Bett, einen Tisch, eine Bank und eine Truhe. Trotzdem werde ich meine Unmengen von Büchern, meinen Computer, meinen Elektroherd, meinen Kühlschrank, meine Gastherme, meine Heizkörper und meine Badewanne nicht einfach wegschmeißen und die Steckdosen und Thermopenfenster nicht abmontieren (gegen die letzteren Punkte hätte im ßbrigen auch mein Vermieter etwas). Sie zu verstecken oder zu verkleiden wäre albern, denn ich weiß doch, daß sie da sind - und hätte etwa ein mittelalterlicher Mensch eine Unzahl mit Jutestoff umwickelte Gegenstände in seiner Wohnung gehabt (so wie es auf Mittelaltermärkten oft mit Jute umwickelte Hydranten, Klohäuschen, Stromverteilerkästen u.ä. zu bestaunen gibt)?
Kurz:
- Wenn Du deine Frage närrisch gemeint hast, hast Du Dein Ziel erreicht.
- Wenn es Dir nur um “ein bißchen Ambiente” geht, ist Deine Phantasie sicher lebhafter als unsere.
- Wenn es Dir darum geht, mit unvollkommenen Mitteln ein paar Elemente davon, “wie es damals war”, in Deine Wohnung zu übernehmen, solltest du Dich daran orientieren, “wie es damals war”, und Deine Frage anders stellen, nämlich: “Wie sah die Wohnung eines Handwerkers (eines Bauern, eines Landadligen…) im 13. (14., 8., 11. …) Jahrhundert aus?”.
- Wenn Du wirklich wissen willst, wie es ist, in einer mittelalterlichen Wohnung zu leben, solltest Du den Traum einer eigenen, auf “mittelalterlich” eingerichteten Wohnung begraben, denn das wird sich nicht wirklich realisieren lassen. Arbeite lieber darauf hin, mal an einer Veranstaltung in einem Museumsdorf teilnehmen zu können. (Und überlege dann, ob Du wirklich 365 Tage im Jahr so wohnen möchtest und wohnen _kannst_.)
Bis denn
Karen
(die Alpträume bekommt beim Gedanken daran, daß sie jemand heimtückischerweise unter dem Stichwort “Mittelalter” bei “Einsatz in 4 Wänden” oder so anmelden könnte… Ich will nicht wirklich wissen, was denen dazu einfallen würde)
Falls das hier nicht nur verarsche sein soll mach ich einfach mal einen konstruktiven Beitrag.
Es gibt inzwischen Sandstein“tapeten” zu kaufen, das ist eine ca. 2mm dicke Lage echter gewachsener Sandstein.
Herstellung: man klebt ein grobes Gewebe auf Sandstein und schält das Ganze dann ab( so hats die Firma zumindestens beschrieben).
Damit kann man so ziemlich alles verkleiden und wenn man´s schneidet bestimmt sogar eine Sandsteinmauer nachahmen.
Und um den Spass nicht zu kurz kommen zu lassen, spax dir Dachlatten vor die Wand und behaupte es sei Fachwerk (kann man natürlich auch ordentlich machen dann siehts wirklich aus als ob).
Ihr seid echt gemein zu dem Armen, der hat das völlig ernst gemeint und kann überhaupt nicht verstehen, warum ihr euch über ihn lustig macht.
Machs einfach, wie es dir gefällt, wirklich mittelalterlich kann und will sich niemand einrichten, aber du kannst dir ja ein paar ambientige??? Sachen zulegen und das ganze nach deinem Geschmack zusammenstellen.
Wenn du Anregungen fürs Spätmittelalter suchst, empehle ich dir, mal das Dürer-Haus in Nürnberg (unter der Burg) zu besuchen.
Obwohl Albrecht Dürer in dem Haus gewohnt und gearbeitet hat, ist die Einrichtung eine Rekonstruktion im Stil eines großbürgerlichen Hauses mit integrierter Werkstatt. Aber man kann sich sehr gut vorstellen, wie es bei Dürers zuhauseo so lief…
Also ehrlich, jetzt bin ich wirklich schockiert und enttäuscht von Euch… wollt Ihr nicht erst mal fragen, für welche Zeit und Region das Wohnzimmer eingerichtet werden soll?!?
:-P
Ansonsten würde ich das Sofa einfach besticken -mit einem historischen Drei-Punkt-Muster oder so…
Ich glaub ihr könnt aufhören. Der liest schon lange nicht mehr. Oder das Thema in den Spaß-Bereich verlegen.
Dann wär ich nämlich noch dafür, alle noch lebenden Verwandten der vorhergegangenen Generationen in die Bude zu holen, Speck und Würste in den Rauchfang zuhängen und rückgezüchtetes Ungeziefer wieder heimisch zu machen…
Schmeis die Kleiderschränke raus und besorg Dir Truhen, ersetze das Bett durch Strohsäcke und die elektrischen Lichter durch Talglichter. Und vergiss nicht das Auto abzuschaffen und Dir einen Gaul zu zulegen.
Bei einer nicht unterkellerten Wohnung im Erdgeschoß sollte selbstverständlich die Bodenplatte entfernt und der Boden mit Stampflehm aufgefüllt werden, sonst wird’s niemals “ambientig” (Wer dieses Wort wohl erfunden hat?).
Risse in den Wänden durch veränderte Statik sollte man ignorieren oder einfach mit Lehm verschmieren.
In der entstehenden feuchten Kammer läßt sich dann z.B. prima Leinen weben. Die Schwerter, Panzerhandschuhe, Dolche etc. natürlich ordentlich einölen, soweit sie nicht ohnehin praktischerweise aus Nirosta oder Aluminium bestehen.
Dies alles selbstverständlich zusätzlich zu den von Joachim bereits angesprochenen Maßnahmen.
Und für die menschlichen Bedürfnisse würde ich einen Wanddurchbruch zur Straße hin machen, einen unten offenen Erker einmauern, Eichenbohle mit Loch in der Mitte (Durchmesser halber Pöter), und fertig ist der Donnerbalken. Material gibt’s günstig bei Praktiker (20% auf Alles ?).
Als erstes würde ich die Fensterscheiben rausreißen. Gleich danach die elektrischen sowie die Gas- und Wasserleitungen. Wenn der Typ unter Dir kräftig heizt, kann das, wenn man ein Auge zudrückt, als Fußbodenheizung durchgehen, das wäre OK. Ansonsten Heizkörper raus und offene Feuerstelle in die Küche. So, langsam wird es gemütlich. Aber für das richtige Ambiente (mein Lieblingsunwort zur Zeit) fehlt es noch am Wichtigstem: Man kann nie, wirklich nie genügend Felle und Schwerter an den Wänden haben.
Ach ja, im Baumarkt gibt es prima plastische Kunststoffplatten in verschiedenen Steinartausführungen für Kaminecken usw. Sehen täuschend echt aus. Kosten aber Unmengen und der Vermieter “freut” sich bestimmt auch. Und wer konnte sich damals schon ein Steinhaus leisten?
Joachim
PS
Warum ich hierzu überhaupt was schreibe: Unlängst wollte der RBB mal wieder aus heiterem Himmel (warum gehe ich bloß immer ans Telefon) eine kleine Doku über uns drehen. Die Dreharbeiten sollten unbedingt bei uns zu Hause stattfinden, nicht etwa, wie von uns vorgeschlagen, in einem nahe liegenden (das war wohl zu naheliegend-) Freilichtmuseum. Das wäre ja auch ganz uninteressant, der Film solle ja auch nicht vom Hobby sondern von “uns”, dem Mensch hinter dem Hobby (-) handeln. Wir lehnten das natürlich ab, was die gar nicht verstehen wollten (was, sie wollen nicht ins Fernsehen?). Die waren echt hartnäckig. Erst als wir erklärten, dass wir in ganz normalen (na ja) Wohnungen/Häusern mit modernen oder zumindest neuzeitlichen Möbeln ohne Felle, Schwerter und eisernen Jungfrauen an den Wänden lebten, verloren sie blitzschnell das Interesse. Gibt ja schließlich genug andere Spinner, warum sollte man sich da mit Grundsätzen auseinandersetzen. Kurz: Wer in die Glotze will, schaffe bitte zuerst ein wenig Ambiente in seiner guten Stube. Von daher macht dieser thread (threat) auch schon wieder Sinn. Kann noch wer folgen? Ich jedenfalls nicht.
Du könntest ja Dein Sofa als Streitross verkleiden und ihm eine Couvertüre nähen. Als weiche Unterlage kannst Du Deinem als Streitross verkleidetem Sofa dann einen Teppich aus Langstroh basteln. Die Wohnzimmerwände sehen dann wie Stallwände aus und Du baust dir dazu Wände aus Pappmaché. Vielleicht bekommst Du auch aus einer ausrangierten Geisterbahn oder aus dem Theater ein paar ausgemusterte Burgmauerrequisiten. Den Boden kannst Du ja mit Lehmstampf befestigen. Und wenn Du mal ganz wild aufräumen willst, kannst Du wenigstens sagen, daß Du gründlich ausgemistet hast…