Tausend Dank für die Links, bin jetzt auch zu dem Ergebnis gekommen, das vorne bzw. seitlich schnüren der Sache am nähesten kommt! Glück gehabt *gg* hatte schon ein SChnittmuster für vorderschnürung fertig!
Dann ist auf alle Fälle Stefan von der Heide zu erwähnen: www.knieriem.net die Schhe sind erstklassig, werden zum Teil auch als Bausatz angeboten und es finden sich sonst noch einige Infos auf der Seite. Ich habe selbst an einem seiner Seminare teilgenommen und halte sie ebenso wie die Bausätze für uneingeschränkt empfehlenswert. Einziges Manko: man/frau muss bei den Seminaren schon sehr zügig arbeiten und ranhalten, da sie auf ein Wochenende konzipiert sind.
Zu Deinem eigentlichen Problem muss ich sagen, dass ich noch nie eine hintere Schnürung/Verschluss gesehen habe. Ich kenne nur die Variante, dass der Verschluss entweder auf dem Rist oder seitlich verläuft (vorbehaltlich der jeweiligen Epoche!). Das 12./13. Jhdt. ist allerdings auch nicht unbedingt meine Epoche. Davon abgesehen halte ich eine hintere Verschnürung aber auch für äußerst unpraktisch, da der Bereich Ferse/Achillessehne mit am meisten belastet wird und es doch recht unangenehm wäre, dann eine noch eine Schnürung zu spüren.
Ansonsten muss ich aber auch mal Respekt bekunden, dass Du selbst Schuhe machen willst, denn davor schrecken doch die meisten zurück!
Ich kann Dich aber insoweit beruhigen, dass es zwar anstrengend und ein Geduldsspiel ist, das einige Genauigkeit erfordert, but it’s not rocket-science or brain surgery!
was willst du denn machen? Willst du “mittelalterliches” Schuhwerk herstellen oder soll es dann doch authentisches, besser anhand von Funden belegbares Schuhwerk sein?
Wenn du das erste machen willst, dann mach irgendwas, da es nicht so darauf ankommt.
Wenn es fundorientiert sein soll, dann kannst du dich prima orientieren an z.B.
- Shoes and Pattens, Francis Grew und Margrthe de Neergaard, Museum of London, The Boydell Press, 1988
- Die mittelalterlichen Schuhe aus Schleswig, Ausgrabung Schild 1971 - 1975“, Berichte und Studien, Christiane Schnack, Karl Wachholtz Verlag Neumünster, 1992
- ”Mittelalterliche Lederfunde aus Konstanz (Grabung Fischmarkt)“, Christiane Schnack, Konrad Theiss Verlag Stuttgart, 1994
Die obigen Abhandlungen spiegeln einen guten Querschnitt durch die Jahrhunderte von etwa 1000 bis ca. 1500
Mir selber ist kein einziger Fund bekannt, bei dem man den Schuh ”hinten“ geschnürt hätte. Der Grund dafür liegt wahrscheinlich einfach im praktischen Handling der Sache.
Nebenbei: Internetshops und Händler im allgemeinen sind KEINE ”Quelle" im historischen Sinne, nur mal so.. ;-)
wenn du ernsthaft vor hast mittelalterliche Schuhe nachzufertigen kann ich dir nur empfehlen dich mit Literatur zu versorgen. Das beantwortet die meisten Fragen. Gerade in puncto Schuhe gibt es eine recht gute Fundlage und dementsprechend erschöpfende Publikationen (!Achtung intern! ;o) : …obwohl mancher das anders sieht…)
Ich denke im untenstehenden Link findest du auch Literaturtipps.
Ich habe letztes Wochenende begonnen mittelalterliches SChuhwerk selbst zu erstellen. Die Sohlen herzustellen ging schnell von der Hand, doch dann habe ich angefangen den Schnitt fürs Oberlleder zu erstellen! Und hier tut sich ein klares Problem auf! Was ist autentisch fürs 12./13. Jahrhundert? Die SChuhe vorne zu schnüren oder hinten! Die meisten Quellen die ich besitze oder gefunden habe, legen einem Nahe vorne zu schnüren. Es gibt aber auch gegenteilige Quellen udn wenn man sich anguckt was man so an fertigem SChuhwerk bestellen kann, findet man auch viele hinten geschnürte formen! Ich bräuchte hier mal fachlichen Rat!