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Eintrag #1 vom 18. Jun. 1999 15:45 Uhr Tobias Walter   Nachricht

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Heda ! Fuer Schwertkaempfe & Ruestungsschleppen benoetigt man Kraft & Ausdauer. Ich weiss das die Trainingsschwerter der Pagen viel schwerer waren als die eigentlichen Schwerter, um sie fuer den Kampf zu staeker zu ,achen und fuer den aufbau der Ausdauer. Was mich so interressiert ist, was sie noch so trieben um Ihre muskeln zu ´staehlen´ diese Herrn Ritter. Gab es Trainingsprogramme, Ernaherungsprogramme oder aehnliches? Wer was darueber weiss lasse es mich bitte wissen. Danke ! Tobias
Der freie Walter

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Eintrag #2 vom 18. Jun. 1999 17:22 Uhr Andreas Sturm   Nachricht

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Hallo Tobias, eine wirklich interessante Frage für alle, die Ritter glaubwürdig darstellen wollen (Seitenhieb auf den Thread “Hochadel”). Die Darstellung der täglichen Ausbildungsroutine wäre sicherlich eine erquickliche Abwechslung zum Schwertgeklirre. Ich habe schon vor Monaten an einen meiner Mit-Ritter einen entsprechenden Rechercheauftrag ergeben, bedauerlicherweise hat er noch keine Ergebnisse produziert (wenn man nicht alles selber macht). Aber aus dem Gedächtnis kann ich dir schon einmal ein paar Stichpunkte (ohne Gewähr auf die Richtigkeit) aufzählen. Also, Ritter-Sport im warsten Sinne: Steinwurf: Beliebter Wettkampf, im Codex Manesse schön dargestellt. Im Gegensatz zu heute schleuderte man den Stein anscheinen ohne Drehung aus dem Stand, oder vielleicht aus der Hocke. Der Werfer steht erstaunlicherweise auf einer kleinen Erhöhung. Wettläufe: Es gibt eine sehr hübsche Darstellung von einem Wettlauf in einer deutschen Stadt Anfang des 16. Jhd.(von Rittern kenne ich keine, dürfte aber ähnlich abgelaufen sein). Dort liefen Männer und Frauen (!) gemeinsam nur mit der Unterhose barfuß um die Wette. Die Frauen hatten übrigens die Schöße ihrer langen Leinenunterkleider wie Windeln um den Unterleib geschlungen. Ob man damals auch schon Langlauf betrieben hat, weiß ich nicht, aber gedenk der griechischen Tradition, ist der Weg nicht weit. Schwimmen gehörte wohl auch zur Ausbildung eines Rittersmannes. Ob es auch Wettkämpfe gab, ist mir nicht bekannt. Klettern gehörte schon zur Ausbildung im Kindesalter. Ringen war wohl die die erste Kampfart, die ein Junge lehrnen mußte, die Abbildung der beiden Ringer ist ja hinlänglich als Beispiel für Unterwäsche bekannt. Natürlich Reiten, aber wer kommt schon noch dazu. Kämpfen mit dem Stab. Dazu gibts schon irgendwo einen Thread. So, mehr fällt mir nicht ein, aber gibt ja noch mehr Wissende hier. *g* Andreas

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Eintrag #3 vom 18. Jun. 1999 19:23 Uhr Stefan Siehoff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Stefan Siehoff eine Nachricht zu schreiben.

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Da gab es noch das sogenannte ´Schnellpilgern´, das mit kleineren Gruppen durchgeführt wurde - 3 Kämpfer nebeneinander, viele hintereinander, im Gleichschritt, zu bekannten Pilgerliedern wie ´Hey, ho, Cap´tain Jack´, äh, ich meine ´Stella Splendens´… Grüße, Stefan

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Eintrag #4 vom 18. Jun. 1999 22:09 Uhr Andreas Sturm   Nachricht

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Sollte das jetzt ein Witz werden, oder hat sich da ein versprengter Ostermarschierer aus einer Männerselbsterfahrungsgruppe eingeschlichen??? ;o)

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Eintrag #5 vom 18. Jun. 1999 22:32 Uhr Stefan Siehoff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Stefan Siehoff eine Nachricht zu schreiben.

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Eigentlich bin ich ja immer noch Ausbilder beim Bund, wenn auch nur in Nebenfunktion. Mir macht´s halt Spaß, und ich habe schon viel Zuspruch bekommen nach diversen Ausbildungsvorhaben im Mittelalter. Selbst wenn ich ein übler Schleifer sein kann. Auf das nächste Mal in Herzberg, Gruß, Stefan/Turak

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Eintrag #6 vom 19. Jun. 1999 00:02 Uhr Andreas Sturm   Nachricht

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Gott bewahre uns vor Nato-oliv! Bewegung in Formation kam zwar wieder zu Ehren, als die Fußheere den Reiteratacken den Rang ab-liefen, aber Gleichschritt und Co. sind eine Erfindung der Saupreußen. ;o)Jedenfalls hab ich das mal so im Geschichtsuntericht gelernt…?

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Eintrag #7 vom 19. Jun. 1999 00:18 Uhr Stefan Siehoff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Stefan Siehoff eine Nachricht zu schreiben.

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Wenn ich Dich da korrigieren darf… Ich gebe zu, daß nach den alten Römern das Ganze eine Weile in Vergessenheit geriet, aber im HMA wurde langsam damit begonnen, den Formationskampf wieder zu kultivieren. Natürlich ist Gleichschritt für Fußkämpfer nicht notwendig! Ich wollte nur etwas stänkern… Eine gute Quelle zur Infanterieausbildung im römischen Heer ist Gerhard Horsmanns Werk ´Untersuchungen zur militärischen Ausbildung im republikanischen und kaiserzeitlichen Rom´, Harald Boldt Verlag, Herausgeber Militärgeschichtliches Forschungsamt. Mit den Jungs arbeiten wir mittlerweile zusammen. Ansonsten kann ich nur empfehlen: ´Infantry Warfare in the early fourteenth century´ von Kelly DeVries, ISBN 0-85115-571-5 und natürlich´The Art of Warfare in Western Europe during the Middle Ages´ von J. F. Verbruggen, DAS Standartwerk. Glücklicherweise wiederaufgelegt in 1997, ISBN 0-85115-630-4. Kostet ein paar Mark, ist es aber definitiv wert. Mein Fazit aus bislang 9 Jahren Schwertkampf und 3 Jahren Taktik ist: Ohne ´moderne´ Führungsmittel kann es auch damals nicht funktioniert haben. Nachweislich gab es Stäbe, Flaggensignale, Botenläufer und Gliederung der Kräfte und Breite und Tiefe. Märsche wie Gefechte wurden in Formation durchgeführt. Gleichschritt ist, wie ich schon gesagt habe, nicht notwendig - aber wenn Du mal einen Marsch über 50 km (vier Tage hintereinander wiederholt) gemacht hast, weißt Du, wie sehr solches Marschieren die Moral heben kann. Ich spreche aus der Praxis. Hoffentlich habe ich jetzt alle Zweifel zerstreut… Gruß, Stefan / Turak

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Eintrag #8 vom 19. Jun. 1999 00:47 Uhr Andreas Sturm   Nachricht

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Danke :o) Für Literaturhinweise bin ich immer dankbar, werde mich bei Gelegenheit in die Materie einlesen. Bleibt jetzt nur noch die eigendliche Frage, wie stählt sich ein Kämpe, ob Ritter oder Knecht, für das Gefecht?

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Eintrag #9 vom 24. Jun. 1999 07:40 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

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Aufstehen zum Prim-Gebet ßben der Kampftechniken Morgenmahl Ausbilden der Männer Beten zur Terz ßben der Kampftechniken mit den Rittern Beten zur Sext Frühstück Reiten und Erkunden der Gegend am Nachmittag Beten zur Non Schwerttechnik oder körperliche ßbung Vespergebet Abendmahlzeit mit Lehnsherrn abendliche Truppenschau Gebet zur Komplet Schlafen Aus dem angeblichen Tagebuch des Roger von Lunel; Eintrag 6.September 1097; Herakleia; 1. Kreuzzug Und ferner: “Ich selbst habe einen großen Teil des Tages hindurch geübt, mich im Kettenpanzer und mit voller Bewaffnung vom Pferd fallen zu lassen und ohne Hilfe wieder aufzusteigen.” Eintrag 14. September 1098; Antiochia Und da bin ich schon auf meine lächerlichen täglichen 30 Minuten stolz. Habe mich ehrlich gesagt auch noch nicht in voller Rüstung aus meinem CRX fallen gelassen, da er trotz Pfeifen einfach nicht umkehren und zurückkommen will. Joachim von Rudow

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Eintrag #10 vom 24. Jun. 1999 17:34 Uhr Tobias Walter   Nachricht

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Danke Joachim von Rudow, Ich wusste doch da war noch mehr als Steine werfen. Bin zwar immer noch auf der suche nach dem ´magischen´ Trainings & Ernaehrungsprogramm was richtig power gibt fuer die Schlacht. Aber Du weist wenigstens in die richtige Richtung (Tagebuecher der Ritter). Um mal meine Hintergedanken fuer diese rubrik zu erlaeutern. Vor knapp 2 Jahren habe ich mit Krafttraining angefangen & bin nun etwas mehr in´s Bodybuilding ´abgeglitten´. Ich habe dabei festgestellt wie schwer es ist ohne Grundkenntnisse in Ernaehrung & Training, voranzukommen. Nun wunder ich mich halt was diese starken Maenner getan haben. Schliesslich hoerte man ja die eine oder andere Geschichte ueber Roland oder Goetz von Berlichingen. Sicher muss man 90% davon als unglaubwuerdig abtun aber was ist mit dem rest ? Okay, Danke nochmal fuer Deinen Beitrag, hoffe das wir noch mehr finden. Tobias

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Eintrag #11 vom 25. Jun. 1999 07:57 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

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Vorsicht Tobias, Tagebücher der Ritter gibt es eigentlich in der Form nicht! Bisher konnte mir auch keiner sagen, ob das von Roger echt ist. Falls es das ist, ist es für diese Epoche sehr, sehr unüblich. Im übrigen hat der gute Roger das auch nicht jeden Tag durchgezogen. ßbrigens gibt´s da noch eine Stelle, wo er an einem Berg mit einer Frau kaum Schritt halten kann und oben ganz schön fertig ist, was sie sichtlich amüsiert. Kann mich auch erinnern, schon öfter gelesen zu haben, daß die Beinmuskulatur der Ritter nicht besonders ausgeprägt war. Reiten war halt angesagt. Zur Ernährung der Jungs damals gibt es jede Menge Veröffentlichungen. Ob Bodybuilding das richtige ist?… Mein Tip: täglich trainieren - und wenn´s Trockenübungen sind - und das möglichst direkt am Handwerkzeug und vielleicht eher weniger an diesen modernen Foltergeräten. Also z.B. 80 x das Schild stemmen statt einer Hantel. Sich dabei immer mehr quälen, als man es dann später im “Ernstfall” braucht, also schwere ßbungswaffen nehmen. Wenn man immer im T-Shirt trainiert und erst bei der Schlacht in die Rüstung steigt, kann man böse ßberraschung erleben. Als ich z.B. vor einiger Zeit endlich meinen mit Schurwolle gefüllten Gambeson bekommen habe, konnte ich erst mal wieder bei Null anfangen, da ich nur noch nach Luft geschnappt habe. Unterarmmuskulatur nicht vergessen und viel für die Ausdauer tun, Dauerlauf und so. Der Rest kommt im Lauf der Jahre und ist definitiv nicht von heute auf morgen im Fitneßstudio zu erkaufen. Und Kraft ist noch lange nicht alles, da gibt es wirklich viel wichtigere Dinge zu trainieren. Und die müssen nicht mal was mit Kämpfen zu tun haben. Viel Spaß beim Schwitzen Joachim von Rudow

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Eintrag #12 vom 25. Jun. 1999 19:41 Uhr Tobias Walter   Nachricht

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Halloha Joachim ! Du hast schon recht mit dem was Du sagst (mit schweren Waffen in voller Montur zu trainieren) aber was meinst Du mit Muskulatur im Fitnessstudio erkaufen ? Auch da musst Du hart arbeiten um vorwaertszukommen, da Dein Koerper ja nur mit zuwaechsen antwortet wenn Du Ihn richtig fertig machst. Egal, wollt das bloss mal nicht so auf mir sitzen lassen. Recht hasst Du auch in Sachen Ausdauer, dass kann man nehmich schlecht mit Gewichten trainieren, also ist Dauerlaufen angesagt (Ich persoenlich hass das, aber ich liebe mein Fahrrad . . . ). Kannst Du mir bitte ein paar Hinweise in Richtung Ritterliche Ernaehrung geben ? Vielen Dank Tobias

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Eintrag #13 vom 29. Jun. 1999 16:06 Uhr Philipp Klostermann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Philipp Klostermann eine Nachricht zu schreiben.

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Jo! Ein bischen Fitnes tät´ der Szene mal ganz gut. Immerhin sind die meisten von uns zivilisationskranke Bürohsesselhocker. Ich muß immer schmunzeln, wenn ich dickbäuchige Mittfuffziger sehe, die Ritter (also hochgradig trainierte Elitesoldaten) darstellen. Man stelle sich Günter Strack im hautengen schwarzen Overall vor, der sich kopfüber von einem Hubschrauber abseilt, um dann nach einem Absprung aus mehreren Metern Höhe in einem fahrenden Auto zu landen. Alles Gute Philipp (mit 6 Kilo zuviel ;-) )

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Eintrag #14 vom 29. Jun. 1999 17:18 Uhr Christoph Bitter   Nachricht

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Hi Philipp! Damals werden Ritter um die 50 auch nicht mehr die jugenlich-sportliche Gestalt eines Kämpfers um die 30 gehabt haben. Tortzdem blieben sie weiterhin Ritter. Daher ist gegen einen fetten Darsteller dieses Ranges eigentlich nichts einzuwenden. Oder meinst Du, daß Welf III. mit seinen 90 J. supersportlich war, weil er immer noch den Titel führte? Gruß v. Arlen

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Eintrag #15 vom 30. Jun. 1999 10:09 Uhr Philipp Klostermann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Philipp Klostermann eine Nachricht zu schreiben.

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Supersportlich wahrscheinlich nicht, aber bestimmt auch nicht Kugelrund! ;-) Philipp

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Eintrag #16 vom 03. Jul. 1999 22:11 Uhr Hartmut Writh   Nachricht

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Gutes Thema! Ein paar Erkenntnisse aus den Fechtbüchern und meinen “Kulturstudien”. Ein Hauptübungsfeld der berittenen (ateligen) Krieger war (und ist!Ausnahme das “zahme Deutschland”!) die berittene Jagd! Ein großteil des täglichen Fleischbedarfes haben sich die “Dschunges” selbst gespießt. Und die Reiter unter uns werden sich vorstellen können,was “Mann” lernt, wenn er mindestens dreimal die Woche einen Hirsch aus dem Sattel heraus aufspührt, jagt und ersticht. Jetzt provokant: vergesst Bodybuilding!! Das ist die Fitness eines Goldhamsters im Laufrad!! Schaut euch einen venezualischen Rinderhirten, der sich mindestens jedes Wochenende richtig prügelt, der nie Auto fuhr,immer hart arbeitete und immer drauße lebte, an. Hab mal dort nen Reiterurlaub gemacht. Mit denen würd ich mich NIEMALS anlegen!!!! Oder eine Erfahrung aus meiner Jugend in den Musikkneipen Hamburgs: “Leg dich niemals mit´m Schwarzen an! Die bewegen sich wie Katzen!” Und ergänzend dazu die Illustrationen aus meinen Fechtbüchern: diverse nackische Fechter/Krieger (beim Aderlaß; schwimmen,etc) Nicht übertrieben Muskelbepackt! Aber keinerlei Fett!! Sehnig, drahtig! Ich empfehle für eine annähernd “a”-Kämpfer oder Riddä-Darstellung: 1) abspecken! 2) Ausdauertraining (zB. Joggen in der Rüstung >kein Spaß!<) 3) Tai Chi oder ähnliche ßbungen um ins natürliche Gleichgewicht zu kommen 4) jede Rauferei warnehmen (mit Freunden “albern” Ringen/“Katzbalgen”)! 5) Sportfechten! oder sportlich fechten, also “richtige” Duelle! 6) Kein Fitneßstudio/Bodybuiliding!! Sonst habt Ihr Muskeln, die Ihr überhaupt nicht braucht!! Ich behaupte, daß Arni Schw.egger als Schwertkämpfer ne Niete ist! Der venezualische Vaquero würde den “wegfressen”. So, das is mein Senf dazu, fröhliche Grüße, Hartmut

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Eintrag #17 vom 04. Jul. 1999 01:45 Uhr Andreas Sturm   Nachricht

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Danke Hartmut! Aufbauend auf deinen Informationen möchte ich jetzt auch noch ein bisschen was zum Trainig für uns heute beitragen. 1. Vergesst Bodybuilding! Ja, da hat er recht, der Hartmut, Kämpfer müssen schnell, ausdauernt und geschickt sein. Muskelpackete wie Schwarzenegger sind zu langsam und haben nicht die nötige Feinmotorik. 2. Geht troztdem ins Fitnessstudio! Da die wenigsten von uns heute noch 3 x die Woche jagen gehen werden, dürfte das eine gute Alternative sein. Aber Vorischt! Das Geheimnis liegt in der Art des Trainigs! Die Materie ist ziemlich kompliziert - ich darf mich grad wegen meinem Rücken damit beschäftigen - wenn ich es richtig verstanden habe, liegt das Geheimnis in im ausgewogenen Verhältnis der verschiedenen Muskelfasertypen (Vergleiche Leichtatlethen mit Kugelstoßer - beide gehen ins Kraftstudio, sie absolvieren nur andere Trainingsformen, um Muskeln unterschiedlich auszubilden). Grob gesagt gibt es Fasern, die ausdauernd aber langsam sind und Fasern, die schnell sind. Die unterschiedlich starke Ausbildung der Fasertypen bestimmt die Möglichkeiten des Körpers. Mit einem geziehlten(!) Trainig unter Anleitung dürfte man sich so dem Trainingszustand unserer kämpfenden Vorfahren gut annähren können (voraussgesetzt, man hat jede Woche mind. 10 Stunden Zeit *g*). Wichtigste Eckdaten sind: Training der Maximalkraft, der Ausdauer-, Reaktiv- und Schnellkraft. Nach Aussage von Bekannten vereinigt intensives Sportfechten in einem guten Verein alle diese Anforderungen auch sehr gut in sich (sind hinterher immer halb tot). Für´s Gleichgewicht und anmutige Bewegungen empfehle ich aus eigener Erfahrung regelmäßiges Tanztraining (Besonders die Rumba verleiht einen unnachahmlichen Hüftschwung *g*). Trainiert auch ungemein die Ausdauer auf höchst angenehme Weise (hübsche Tanzpartnerin vorausgesetzt) und korrigiert die Körperhaltung. Wenn man dann nach ca. 2 - 3 Jahren den Körperfettanteil auf ein Minimum reduziert hat, dürfte man sich so langsam guten Gewissens als physiologisch kampftauglich ansehen… (Was hab ich mir da nur vorgenommen…) ßbrigens Hartmut: Joggen in Rüstung ist nicht empfehlenswert, weniger wegen der zusätzlichen Belastung der Gelenke, als dass es einfach nicht den gewünschten Effekt bringt, die Schnellkraft zu erhöhen. Das ganze gibts in einer modernen Form als Gewichtswesten. Sie werden zum Verbessern der Muskel- bzw. Kraftausdauer eingesetzt. Gymnastische ßbungen z. B. Liegestütz (mach ich schon mal im Kettenhemd), Rumpfkreisen usw. und Dehnübungen können so verstärkt werden. Auch zum lokalen Muskelaufbau (z. B. Klimmzüge) kann man Gewichtswesten einsetzen. Je nach Trainigszustand kann man das Gewicht von 1 bis 10 kg variiern, mehr ist wohl nicht zu empfehlen. Oh, und da fällt mir ein: Kräftige Muskulatur soll nicht nur gut aussehen, sie übernimmt auch eine wichtige Schutz- und Stützfunktion für die empfindlichen Gelenke. Deshalb sollte im eigenen Interesse jeder Kämpfer über einen entprechend trainierten Körper verfügen. Bierbäuchige Wochenend-Ritter sind eindeutig im Nachteil. ;o) *Uff* Das war´s erstmal… Fröhliches Schwitzen wünscht Andreas

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Eintrag #18 vom 04. Jul. 1999 01:52 Uhr Andreas Sturm   Nachricht

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Ups… Die Ernährung hätt ich fast vergessen, aber das kann jeder in unzähligen Büchern nachschlagen… Wen die Sache mit dem Training interessiert, ausführlichst beschrieben wird das ganze in Ehlenz/Grosser/Zimmerman/Zintl Krafttraining: Grundlagen, Methoden, ßbungen, Leistungsteigerung, Trainingsprogramme 5., überarb. Auflage, BLV 1995 ISBN 3-405-14775-1 Medizinischer Doktortitel von Vorteil. Und jetzt gute Nacht *gähn* Andreas zum zweiten

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Eintrag #19 vom 05. Jul. 1999 11:57 Uhr Philipp Klostermann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Philipp Klostermann eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo. Noch ein Punkt zum von Andreas angesprochenem Thema Gelenkschutz durch Muskeln: Um den Belastungen des Ritterdaseins gewachsen zu sein (Laufen mit dünnen Sohlen und hohem Gewicht am Körper. Schlagen harter Flacheisen mit anderen harten Flacheisen) sollten unbedingt auch die Gelenkknorpel und Sehnen mittrainiert werden. Diese wachsen extrem langsam, da sie nicht direkt über Adern mit Nährstoffen versorgt werden, können. Also: Das Training langsahm angehen. Nicht versuchen, am Anfang “etwas aufzuholen”, sondern duch moderate REGELMßßIGE ßbungen den Körper als Ganzes aufbauen. Tai Chi ist da genau das richtige, zumal Tai Chi später auch ein gutes Schwertgefühl vermitteln kann. Alles Gute, Philipp

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Eintrag #20 vom 06. Jul. 1999 14:18 Uhr Yaro Ludwig   Nachricht

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Halloechen, Hach, meldet sich hier mal ein Weibi zu Wort. Was ihr Jungs in Euren ganzen Theads voellig vergessen hab, ist folgendes: Die mittelalterlichen Kaempen haben ungefaehr dann mit dem Training angefangen, als sie einigermassen sicher auf ihren Beinen stehen konnten, sprich in fruehester Kindheit. Sie haben uns Zivilisationsmenschen also eine ganze Reihe von Jahren voraus. Und in der Kindheit/Jugend werden die Anlagen gelegt, das ist sogar medizinisch bewiesen. Und ich selbst bin der Meinung, dass es ueberhaupt nix nutzt, sich x mal die Woche x Stunden in ein Fitnessstudio zu bewegen und irgendwelche Hanteln zu stemmen und komische Energydrinks in sich reinzukippen. Um aus dem Training echt was rauszuholen (sagt jedenfalls mein Lehrer immer) braucht man 1. Stetigkeit (nicht die Masse oder Geschwindigkeit machens) und 2. eine Unmenge an Sauerstoff, i.A. von uns landlaeufig als ´Frische Luft´ bezeichnet. Ausserdem ´blaest´ man meiner Meinung nach im Fitnessstudio eh nur einseitig Muskeln auf, die man allerhoechstens fuers Aussehen braucht. Ich habe in der Fuehrung der geraden Wuchtklingen nicht so viel Erfahrung, aber es kam mir so vor, als ob man bei dem Fuehren einer solchen Waffe ziemlich starke Handgelenke braeuchte und die kann man nicht durch Hanteltraining erzeugen, sondern eben nur durch Ueben Ueben Ueben mit der Waffe selber. Mit dem Goldhamster sprichst Du mir da echt aus der Seele, Hartmut. Und richtige Bewegungen, najaok, beim Kampf mit reinen Wuchtwaffen kommts vielleicht nicht grad so 100% drauf an, kommen imho nicht davon, dass man auf seinen Afterschalen rumsitzt und in die Pedale des Heimtrainers tritt oder auf dem Ruecken liegend irgendwelche Gewichte stemmt. Und ob Joggen im Kettenhemd unbedingt das Non plus Ultra ist, wage ich zu bezweifeln, das tut imho nur den Gelenken nicht gut. Besser ist es da, den ganzen Tag (im Urlaub, an sonn und Feiertagen) in dem Teil rumzulaufen. Und natuerlich noch abends nach Feierabend in das Teil reinschluepfen. Und dann heissts Geduld Geduld. Der Koerper baut die zugehoerige Staerke von selber auf, aber das braucht seine Zeit und geht nicht von heute auf morgen. Gruss,
Lanfear von Stormheight

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Eintrag #21 vom 06. Jul. 1999 15:39 Uhr Thorsten (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten eine Nachricht zu schreiben.

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Moin zusammen, ich weiß nicht, manchmal habe ich das Gefühl das die meisten hier unter Fitneßstudio die Muckibude verstehen, die nur dafür da ist den Bizepsumfang zu vergrößern. Mein Bruder macht z.B. seit seinem 16. Lebensjahr Krafttraining, speziell zum Kraft- und Geschwindigkeitsaufbau und er würde - so denke ich mir aus meiner Erfahrung als SCA-Marshal - mit diesen Grundlagen ein physiologisch wirklich guter Kämpfer werden. Ich selber habe in meiner aktiven Zeit neben dem Kampfsporttraining auch Ausgleichstraining im Fitneßstudio betrieben und ich durfte garantiert keine Geschwindigkeit verlieren, da ich sonst im Turnier übel einen drauf gekriegt hätte. Es kommt darauf an, ein auf seine Bedürfnisse zugeschnittenes Training su machen, daß in einem vernünftigen Sportstudio von einem Trainer zusammen gestellt wird (merkt irgend jemand, daß in unserer Firma auch Sportmarketing gemacht wird?:-). Das Kämpfen selber kann man nur durch andauerndes Trainieren lernen, doch ist es uns heutzutage viel leichter möglich durch gezieltes Training die körperlichen Grundlagen zu schaffen, für die unsere Altvorderen viel mehr Zeit gebraucht haben und bei der - durch falsche Belastung - vielleicht noch eher Verletzungen aufgetreten sind. Das Wissen, das heutzutage über Muskelaufbau und -Belastung vorhanden ist, kannna IMHO auch für den Schwertkampf genutzt werden, das Training muß nur entsprechend angepaßt werden. Mit einem vernünftigen Trainer, bzw. Studio, sollte das ohne Schwierigkeiten möglich sein. Ich muß mal nachchecken, ich meine mal SCA-Websites im Browser gehabt zu haben, die sich speziell mit diesem Thema auseinander setzen (Ein SCA-Ritter z.B. hat im allgemeinen etwa 7-8 Jahre oder mehr Kampferfahrung bei min. 1x Kampftraining plus normales Training in der Woche bevor er Chancen sehen kann in den Ritterstand, der noch einiges mehr verlangt, erhoben zu werden). Bis dann Thorsten

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Eintrag #22 vom 08. Jul. 1999 21:50 Uhr Hartmut Writh   Nachricht

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Hallo Andreas: Richtig! Rüstung war eine Metapher! Und gezieltes Kraftraining auch OK. (dennoch “Notbehelf/Reparatur”) Thorsten auch: zusätzlich zu aller Kraftbildung brauchts die sogenannte “Trittsicherheit”. Ist auch kaum nachholbar. Ihr werdets erkennen, wenn einer der Fechter in seiner Kindheit über Stoppelacker gerast ist, über Gräben gesprungen ist und “gekatzbalgt” hat. Sorry (Vergebung!), aber diese “psychomotorischen Lernerfahrungen” holt niemand im Studio rein! Diese sind aber eine wesentliche Schlüsselkompetenz fürs Fechten. (+absolutem Angriffswillen +Kraft/Schnellkraft + Reaktionsfähigkeit) So, ich geh jezz aufas Sofa (mein Gott, war ich lange nicht mehr im Training!) Hartmut

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Eintrag #23 vom 11. Mai. 2000 07:44 Uhr Tobias Walter   Nachricht

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Hallo & guten Tag ! Nun ist es fast ein Jahr her das ich diesen Thread startete. Dennoch hat ich nur die ersten Eintraege gelesen (bin nicht mehr dazu gekommen . . . ). Schoen was Ihr so zusammengetragen habt. Die Diskussion wieviel Muskeln (Schnellkraft oder Ausdauer), ist ziemlich alt (wie man sieht auch ´Mittelalt´ ;) Ich fuer meinen Teil bin auch interessiert eine gute Mischung aus Ausdauer & Kraft zu erreichen. Wobei ich (fuer mich ganz persoenlich & aus eigener Erfahrung) Kraft als wichtiger empfinde. Klar wenn ich jemanden ungespitzt in den Boden rammen, mich aber nur wie eine Schnecke bewegen kann, nutzt mir die Kraft gar nichts. Aber z.B. schnappe ich mir gern das Schwert meines Gegners und dann ? Nun wenn er nich ´nen Doch zieht oder irgendeinen anderen Trick anwendet hat er verloren. Wir machen routinemaessig auch Faustkampf & spaetestens da nuetzt mir die mmasse etwas. Ich kann mehr Treffer einstecken & wenn ich treffe, dann richtig. Last but not least ist es ein netter Effekt wenn ich meinen Kampfpartner hochhebe und (kontrolliert) durch die gegend werfe. Einfach Spassig. Also finden wir unsre Mitte ! Tobias

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