Da möchte ich ein Stück beisteuern, daß ich noch nie von einer deutschen und Mittelalterband gehört habe, mir aber sehr mittelalterlich und althochdeutsch klingt. “Meie din” - gefunden auf der CD der dänischen Folkband Tva Fisk och en fläsk. ßberhaupt findet man bei skandinavischen Folkbands viele schöne traditionelle Volkslieder. Hat sich ja auch schon bei den allgemeinen Krachbands rumgesprochen. (In Extremo kupfert ja auch fleißig bei Garmarna ab, gewaltig schneller und lauter spielen, die Texte werden nicht mehr gesungen sondern gegröllt und schon denkt jeder bei Garmarna “Oh, das ist aber von In Extremo!” Mir rollt’s da jedesmal die Zehennägel hoch!)
…beim feundlichen Plattenhändler nach der Formation “Ougenweide”…und stelle mit Erstaunen fest, daß viele der “echt mittelalterlichen” Melodien, die so kursieren, Vertonungen mittelalterlicher Texte aus den 70ern sind, die, nachdem sie den Umweg über diverse Pfadfinderlager genommen hatten, bei vielen Nachspielgruppen in den CD-Linernotes als “trad.” bezeichnet werden.
… und dann gibt es natürlich die “Top-Drei” der ultimativen Markt-Hits, die wahrscheinlich jeder mitgrölen kann,ganz gleich, ob sie nun “authentisch” sind oder nicht:
…. ich mag vorallem die vermeindlich mittelalterlichen Volkslieder wie z.B. “Flandern in Not” (19.Jh), “des Geyers”, “Maenner mit Baerten”, “die Saufbrueder” u.ae. Gute Interpreten sind z.B. La Marmotte, Wuennespil, die Streuner, Duivelspack, Geyer’s, Kurzweyl un derer mehr. Natuerlich mag ich auch die echten MA-Sachen wie “summer is icomen in”, “Mayenzeyt”, diverse Saltarelli (v.a. dead can dance), Palaestinalied und die Linden sind mir allerdings schon ueber!!
ach ja, und bitte keine MA-Guggenmusik ala Extremo oder die juengeren Platten von Corvus oder Malefiz undwiesenichalleheissen…
das wären bei mir komischerweise meistens ausländische Lieder:
Edi beo thou heaven queene
Miri it is while the sumer ilast
Sumer is icumen in
He who will a tavern keep
A`l entrada del temps clar
A chantar m’er de so qu’eu no vol ria
Kalenda maia
und so ziemlich alles aus dem Cancionero de palacio, auch wenn das eigentlich Ren ist.
An tiudiscem wäre da
Loibere risen
Der kuninc rudolph
Es fur ein büttenaere
Ich bin an minnen worden laz
Von Melodien her ist latürnich mal wieder das berühmte Londoner Manuskript mit den italienischen Spielmannsliedern gern gesehen, wobei dort choinciamento di gioia mir besonders ins Auge sticht. Dromte mig en drom ist als einfache Melodie zu empfehlen. Außerdem nicht vergessen, daß Lieder auch als Melodie aufgeführt werden können.
CDmäßig kann ich Ludus Danielis (Aufführung mit Clemencic) empfehlen.
Bleibt dann bloß noch die Frage offen: Welche der zig Melodievarianten des Palästinalieds spielt ihr denn? (harrharrharrharr)
Top 10 ?!!! Es gibt doch nur 5 MA-Lieder (jedenfalls kommt einem das auf MA-Varanstaltungen so vor…)
Und eines dieser 5 Lieder, die man immer wieder und wieder und wieder und wieder zu hören bekommt, ist der/die/das Saltarello (ist das nicht eigentlich nur die Bezeichnung für einen Tanz?); die beste Version davon ist (für meine Ohren) von dead can dance.
… und wenn man die Saltatarello etwas modifiziert, bekommt man die 4 anderen Lieder ;-)
Ach ja, noch ein Lied, das mich wohl ewig verfolgen wird - ich kenn zwar nicht den Namen, kanns aber mal vorträllern - vielleicht erkennt es ja jemand wieder und kann mir den Namen sagen:
dä dä da dä da DßDßDß - dä dä da dä da DßDßDß (usw. usw. usw.)
Das Lied “Maienzeit” von Neidhart von Reuenthal gefällt mir sehr. Es wird inzwischen auch von verschiedenen Interpreten in verschieden Variationen gespielt.
mein absolutes Hochmittelalterlieblingslied ist das “Palestina-Lied” (auch Kreuzfahrer-Lied) von dem guten alten Walther von der Vogelweide.
Habe schon einige leicht varrierte Versionen von verschiedenen Interpreten gehört (auf Märkten und CDs).
Dieses Lied sollte man als “Ma-Musiker” eigentlich draufhaben, wobei die heutige “Marktmusik” in den meisten ihrer Interpretationen eher weniger mit der Musik des Hochmittelalters gemein hat…
Ich habe mich die Tage mit einem Bekannten über Musik unterhalten. Er meinte, ich sollte mein Repertoire doch mit ein paar “Gassenhauern” aufpeppen. Ergebnis: Die Stücke, von denen ich annahm, daß sie ein Mittelalter-Begeisterter doch kennen müßte, kannte er nicht.
Was sind Eure persönlichen Hits und Lieblingsstücke in einem ganz weit gefassten Mittelalter-Repertoire? Und was sind die Stücke, von denen Ihr glaubt, daß man sie eigentlich kennen muß, oder die fast jede Gruppe schon mal eingespielt hat?
Bitte schreibt reichlich, und ruhig auch Mehrfachnennungen von Stücken. Schreibt bitte auch dazu, von welche/n Gruppe/n Ihr sie kennt. Bei einer ausreichenden Menge von Postings kann ich das Ganze dann zu einer Top-Ten-Liste zusammenfassen.