Meiner Erinnerung nach habe ich das in “Wikinger am Rhein” gelesen (habe das Buch schon seit längerem verliehen).
Dito soll es in “Frühmittelalterliche Handelsschiffahrt in Mittel- und Nordeuropa” v. Detlev Ellmers was dazu stehen (habe ich auch nicht hier). Das Buch hast du aber sicher im Regal.
Die 3 geschnitzten Drachenköpfe aus der Schelde datieren auf die Völkerwanderungszeit.
Also nix mit Wikinger…
Erwähnbar wäre das Ladbyschiff: das hat eiserne spiralförmige Beschläge am Vordersteven, die evtl. Mähnenlocken eine Drachenkopfes dargestellt haben könnten.
Es gibt da ein paar erhaltene Blechwindfahnen aus Norwegen, allerdings alle aus der Zeit um 1050
zB.
Ein Wimpel aus Tingelstad, Oppland
einer aus Heggen, Buskerud
beide sind im Katalog “Wikinger Waräger, Normannen abgebildet.
Geschnitzte Drachenköpfe wurden in der Schelde gefunden, Literatur habe ich da leider gerade nicht zur Hand aber ich weiß wo ich nachschauen muß ;-)
Allgemein läßt sich zu den Drachenköpfen sagen, dass es bisher keinen eindeutigen Nachweis für die Montage von Tierköpfen an Schiffsseteven gibt. Alle bisher gefundenen Schiffe zeigten entweder keine eindeutigen Befestigungsmöglichkeiten oder waren nicht gut genug erhalten.
Die ”Spiralschwänze" des Osebergschiffs sind meines Wissens moderne Ergänzungen (Mutmaßungen?). Die obersten Bereiche der Steven waren nicht erhalten.
Es gibt jedoch einige bildliche Darstellungen wie zB. auf dem Teppich von Bayeux
Es scheint so, als ob Tierköpfe eher früh auftauchen während Wimpel eher der späten Wikingerzeit zuzuordnen sind.
Ich sehe Tierköpfe und Wimpel eher in einem repräsentativen oder kriegerischen Kontext. Handelsfahrzeuge dürften eher nicht damit ausgerüstet worden sein.
also zu den Segeln kann ich empfehlen mal hier reinzuschauen:
Segeltuch und Emballage.
Textilien im mittelalterlichen Warentransport auf Nord- und Ostsee.
Susanne Möller-Wiering
und
Uldsejl i 1000 år
Andersen, Erik
Roskilde 1989
Ich persöhnlich glaube, dass die Segel mit Eichlohe geloht wurden, um sie haltbarer zu machen, da kommt auf Wolle so ein hellbrauner Farbton zustande (Textilfachleute was sagt ihr dazu?)
zur Farbgebung der Fahrzeuge, schau doch mal auf die Seiten der Vikingeskibshallen in Roskilde, da bekommt man schöne Anregungen. www.vikingeskibsmuseet.dk
Dass die Boote vor 1000 Jahren mit Holzteer gemalt wurden, ist sicher. Farbige Oberflächen wird man ob des materiellen und finaziellen Aufwands nur bei repräsentativen Schiffen finden. Mit der Abdichtung hat das Anstreichen mit Teer im übrigen nichts zu tun. Es dient nur der Haltbarkeit des Holzes.
Zur Farbgebung der Schilde kann ich leider nichts sagen.
Falls du weitere Info zu skandinavischen Schiffen des Frühmittelalters brauchst, gerne e-mail an mich.
hier ein Foto von einem Senkrecht-Gewichtswebstuhl in DK (gefunden bei Wikipedia) jedoch habe ich die gleiche Bauweise selbst in Haithabu gesehen de.wikipedia.org/wiki/Bild:Senkrechtwebstuhl.jpg
Vielleicht ist auch die Dokumentation über den Nachbau des Oseberg-Schiffes noch eine Anregung für dich
Ich habe folgendes Problem: Ich bin gerade dabei, ein Drachenschiff im Maßstab 1:25 zu bauen. Da ich eher aus der Modellbausparte komme, und mich mit reenactment und/oder geschichtlicher Recherche nicht gut auskenne, hoffe ich das sich hier der ein oder andere Kenner erbarmt und einem Neuling wie mir auf die Sprünge hilft.
Ich habe ein paar Fragen, die ich bisher nicht recherchieren konnte:
Wie waren die Schilde der Rudermannschaften bemalt? Waren diese einheitlich oder hatte jeder sein “persönliches” Motiv?
Wie waren die Schiffe bemalt? Waren sie zur Abdichtung komplett mit Birkenpech bestrichen oder bunt wie auf dem Teppich von Bayeux?
Wie sah das Segel aus, war es eher “Wollfarben” oder war es üblicherweise gefärbt?
Wie wurde so ein großes Segel damals hergestellt? Wurde es aus vielen einzelnen Bahnen zusmmengefügt?
Zeitlich möchte ich das Schiff relativ früh einordnen, so um das Jahr 800.Ich hoffe, ich bin mit meinem Eintrag bei Rekonstruktion richtig.