Hallo Birte, »> Wird das Loch einfach nur rundumstickt oder muß man den Faden nocheinmal durch die Schlaufe ziehen, um den Rand zu befestigen? «< Sowohl als auch, geht beides und könnte auch durchaus beides verwendet worden sein. Ich versuche nach Möglichkeit die Stiche so eng aneinander zu setzen, daß das Nestelloch im Endeffekt genauso haltbar wie ein professionell maschinengenähtes Knopfloch ist. Dazu verknote ich das Garn auch noch mehrfach während des Umstickens.
Hi. Ich kann Dir das Bild einer umnähten ßse bieten. Dazu die Beschreibung einer anderen. Ist zwar weit vor Deiner Zeit, interessant dürfte es trotzdem sein. www.sahsnotas.de/kleidung/gewebegesamt/aktuell1.html Schau dann unter “Sonderfunde”. Gruß.
Diana und Arngard, vielen Dank! Diana: ich oute mich als Nähunwissende *g* Was ist ein Langettstich?? Ich war in Handarbeit immer möglichst krank ;-) Arngard, daß Bild ist leider sehr dunkel, viel kann man darauf nicht erkennen :-( Wird das Loch einfach nur rundumstickt oder muß man den Faden nocheinmal durch die Schlaufe ziehen, um den Rand zu befestigen? Fragen über Fragen… Sorry, daß ich das Nähthema hier so ausreize, obwohl es einen anderen Nähthread gibt…*g* Tschüssi,
*seufz* manchmal mag ich cookies nicht - man vergißt bei mehreren usern an einem Rechner so schnell, die Daten wieder umzustellen… Nein, Matthias Topasius ist nicht das neue Pseudonym von Beate Husemann ;O) Grußvoll, Matthias Topasius
Hallo alle! Es ist durchaus möglich, Nähnadeln aus Rinderknochen so zu fertigen, daß sie mit einem Durchmesser von 1 - 2mm gut zum Nähen aller gängigen Stoffqualitäten geeignet sind. Mit einem Durchmesser von weniger als 1mm sind sie zum nähen feiner Seide tatsächlich geeignet. Wie schnell solche Nadeln zerbrechen, hängt in erster Linie von der persönlichen Nähtechnik der nähenden Person ab. Bei manchen Leuten zerbricht eine Nadel nach dem dritten Stich, bei anderen ist sie nach einem ganzen Kleid immer noch vollständig. In eine solche Nadel kann man recht problemlos ein ßhr für relativ dicke Fäden (dicker Schusterzwirn etwa) schneiden. Hornnadeln sind deutlich schwieriger zu fertigen und flexibler als die aus Knochen, sind dafür aber deutlich widerstandsfähiger. Nadeln aus Bronze kommen in verschiedensten Größen vor. Im Katalog zur Karolingerausstellung ist eine mit einem Durchmesser von 1,5mm und einer Länge von um die 5cm abgebildet. Entspricht auch vom ßhr her einer heutigen Nähnadel. Grußvoll, Matthias Topasius
Hi. Ich möchte euch nur freudlich drauf hinweisen, es gibt schon einen Näh-Thread: “Nähen wie geht das” Nr 182 (z.Z. Seite 20) Könnten wir das bitte dort fortsetzen ?
Hallo Birte, Schnürlöcher(in Stoff) kann man einfach umstechen. Dazu gibt es sogar einen speziellen Knopflochstich,ähnlich dem Langettstich aus der Stickerei (das ist der Stich mit dem früher z.B.Tischdecken am Rand umstickt wurden,um sie später zu umhäkeln).Für ein Schnürloch muss diese Technik nur sehr viel enger gemacht werden. Ich hoffe ,Dir hilft die Antwort weiter.
Hallo Axel! Es ist richtig, daß sich Wollstoff nach der Bearbeitung mit ziemlich groben Nadeln wieder von selbst schließt, aber es ist eine Scheißarbeit mit zu dicken Nadeln zu nähen. Man muß unheimlich viel Kraft aufwenden um die Nadel durch den Stoff zu treiben. Ich denke, daß die man sich früher diese Arbeit bestimmt nicht gemacht hat, sondern direkt dünne Nadeln verwendet hat. Gruß Aisling
Hi Thomas, sehr gute, umfassende Informationen findest du auf www.oih.rwth-aachen.de/~sturm/index.html/ Eine gute Spinnerin konnte hauchdünne Fäden herstellen; es gibt verblüffende Funde. Leider weiß ich gerade keine zitierbare Quelle. Das normale fast weiße Leinengarn, das man im Handarbeitsgeschäft kaufen kann (ca. 12 DM), ist sehr gut geeignet. Zieh den Faden durch ein Stück Bienenwachs, dann fusselt er beim Nähen nicht. Die Nadeln aus Horn, Geweih oder Knochen konnten sehr dünn sein. Metallnadeln gab es auch. Ein Bekannter hat mir eine Hornnadel gemacht, die genauso dünn ist wie eine normale moderne Stahlnadel. Was als “Nähnadel” im Museum liegt, dürften Gewandnadeln, Netzflicknadeln oder Nadelbinde-Nadeln sein. Ein guter Handwerker hatte auch gute Kleidung. Und mal ehrlich - wenn man sich schon die Arbeit mit der Handnaht macht, sollte man doch gleich ordentlich arbeiten, damit es auch hält, sonst müßte man ja alles bald wieder neu machen. Ich vermute mal, daß der Unterschied zwischen Adels- und einfacher Kleidung eher in den Stoffen und der Verzierung lag als in der Haltbarkeit und Sauberkeit der Nähte. Und was den Unterschied zwischen Hand- und Maschinennaht angeht, so liegt dieser tatsächlich in der Art der Fadenführung und nicht in der Sauberkeit. Wer mal ein handgenähtes Unterhemd von Anno Damals gesehen hat, weiß, was ich meine. Eine Frau setzte bestimmt ihr ganzes Können ein, um gleichmäßige Nähte zu erzeugen. Mit etwas ßbung gelingt das auch (eigene Erfahrung). Und wer der Meinung ist, Handarbeit zeichne sich durch Schlampigkeit aus, ist auf dem falschen Dampfer (mit freundlichen Grüßen von einer Handwerkerin!).
Hi. Ich kann “leider” nur für´s FMA sprechen, vielleicht hilft es Dir aber. Genäht wurde im allgemeinen nicht mit Garn, sondern mit Zwirn. (Zwei Garne, miteinander verdreht). Wolle war gebräuchlich, anscheinend in einer sehr feinen Qualität und Stärke. Schwierig zu bekommen heute. Die Verwendung von Lein als “Nähgarn” ist äußerst warscheinlich, über Stärken kann ich nichts sagen. Nadeln: Es kommt nicht so sehr auf die Feinheit an, da sich “Nählöcher” im Wollstoff im Normalfall von alleine wieder schließen. Bei Leinen kann man mit ein bischen Rubbeln nachhelfen. Um es mal richtig kompliziert zu machen: Nähte haben nach meiner Erfahrung nicht nur die Funktion, Stoffe zu Verbinden, sondern auch, Kanten zu “schützen” und zu “stärken”. Die Naht 1 auf dem Seams-Bild z.B. ist eine recht “steife” Naht, die gerade weichen Wollstoff in seiner Form auch stabilisiert. Und, die falsche Naht am falschem Platz kann auch sehr unangenehn sein, z.B. wenn Du auf einer “steifen, dick auftragenden” Naht beim Reiten sitzt… Und dann gibt es da ja noch die Ziernähte… Und die, die gleichzeitig Stoffe verbinden und “zieren” sollen… Liebe Andrea. Bisher ist mir noch keine “Mittelalter-Stoffnaht” untergekommen, die von der her Machart wie eine Maschinennaht ist. So mit Unter- und Oberfaden… Und in Baumwolle….
Moin zusammen, Kappnaht war zwar bekannt, doch bei weitem nicht die verbreiteste Nahtform. Auf der von Timm gezeigten Seite auf dem Seams-Bild sind einige der Nahtformen, wobei afaik die zweite Haithabu-Form von links auch im HMA und SMA sehr verbreitet war.. Bis denn Thorsten
Nähen ich lach micht tot**ggg ne ich verzichte bewust auf das nähen von Hand…weil mit Zeit und schmackes…sieht meine Naht aus wie von “Maschine” genähnt aus (jaja der ehemaliege Job machts) meine Info in sachen Kleidung…es waren wohl vorwiegend Kappnähte(so wie am Zelt(nix Zickzack…oder ketteln)….die verwendet wurden….und selbst ein Hühnerknochen lässt sich sehr fein bearbeiten…auch wenn er leich bricht Viel Spaß am “Handnähen”
Ich kenne eine recht interessante Seite von The Vikings aus der man einiges zum Thema Stoffe, Farben und insbesondere auch Stichen . www.the-viking-experience.co.uk/basickit3.html Gruß, Timm
Ich denke, daß das Talent vor allem mit der ßbung kam, genäht wurde generell zuhause und während der Mann dem Handwerk nachging (wie wohl auch im Falle der von dir dargestellten Person), nähte die Frau eben die Kleidung für den Mann, die Kinder und sich selbst. Zuschneidereien gab es bereits im 13. Jhdt, wo man sich den Stoff mit weniger Verschnitt, weil Stoff allgemein kostbar, zuschneiden lassen konnte und dann zuhaus alles selbst zusammennähen. Die Nadelstärke ist eigentlich unwesentlich solange du keine Stricknadel verwendest ;-) Leinengarn wurde besonders häufig, auch zum Nähen von Wollgewändern verwendet.
Hallo Thomas! Die feinheit deiner Gewandung solltest du von zwei Punkten abhängig machen: 1. Wie vermögend ist der von dir dargestellte Person 2. Handelt es sich um Arbeits- oder um Prunkgewandung. Du wirst überascht sein, wie fein Frau, mit einer Handspindel und etwas ßbung, spinnen kann. Im 13.Jhd. war das nähen von Kleidung eine Aufgabe der Ehefrau. Je nach Talent fielen die Ergebnisse unterschiedlich aus. Zu Nähnadeln kann ich nur über Funde aus dem keltischen Bereich berichten: ´Unter den Werkstattresten im Nordteil des reichen hallstattzeilichen Grabhügels von Hochdorf fanden sich auch zwei Nähnadeln aus Bronze. eine von ihnen ist nur 1,7 cm lang und war also wohl für das Zusammenfügen sehr feiner Stoffe gedacht´ (Katharina von Kurzynski ´… und ihre Hosen nennen sie bracas´ Internationale Archäologie Band 22) Gruß Aisling
Hallo zusammen! Ich bin gerade dabei mir eine neue Gewandung zu nähen. Diese soll handgenäht werden, von wegen ausprobieren wie das damals so war und mehr “A” als mit Maschiene ist es ja eh. Ich stelle einen Handwerker aus dem 13´Jahrhundert dar, deshalb folgende Fragen!! Wie sah es mit dem nähen beim einfachen Volk aus?? Damals gab es ja noch keine so feinen Nähnadeln wie heute(oder doch??), wie dick bzw wie groß/grob waren die Nadeln und was haben sie damals für ein Garn genommen, wie dick war dieses Garn. Ich denke das die Leute damals nicht so feinen Zwirn oder Garn machen konnten wie heute. Bei Adelsgewänder war die Qualität der Nähte bestimmt besser, aber wie war sie beim einfachen Volk. Alles hat schließlich seinen Preis auch das Nähen. Danke im vorraus!! Thomas der Schlosser