Ich rate dringend, erst die Primärquellen zu prüfen, auf dem der Autor -egal welches Buches- etwas basieren lässt, bevor man Arbeit reinsteckt, und es nachnäht/nachbaut.
Ansonsten isses nur die spekulative Auslegung einer Zeichnung die auf keine Ahnung was basiert.
In dem Buch “Medieval Costumes and how to create it” von Dorothy Hartley ist eine Skizze eines “Toolbag”. Leider hat die Autorin nicht die Originalabbildung mit geliefert (wer eine hat - bitte Link posten!). Dort ist die Tasche von der Grundform rund und zusammen geklappt. Ein geflochtenes Band (Stroh?) läuft rundherum und bilder “oben” auf jeder Halbkreisseite einen Henkel. Ich bin gerade dabei diese nachzunähen (sofern man das bei einer Skizze so sagen kann).
Ich versuche bei sollchen Dingen mit meinem weiblichen, logischen Verstand beizukommen:
Ich persönlich benutze ein Weidenkörbchen, das ich mit einem bestickten Leinentuch ausgefüttert habe. Denn eine einfache Frau wird nicht benutzen, was teuer ist- war.
Denkbar wäre aber auch eine Holzschatulle ( bei reicheren Frauen) die wie die Kästchen in dem Staufer-Katalog gestaltet sind.
Das Problem ist, daß sollchen profanen Dinge des Alltags kaum auf geistlichen Bildern zu finden sind.
Wer nicht so Wert auf A legt dem sind die indischen oder russischen Holzschatullen, die es so auf dem Flohmarkt gibt zu empfehlen.
Beim 14. Jahrhundert-Treffen in Dorsten hatte jemand ein Bild dabei (muß eine Abbildung zu Mariae Verkündigung gewesen sein, Maria mit Handarbeiten beschäftigt, dazu der Engel), auf dem als Aufbewahrungsort für die Handarbeits-Sachen ein flacher, runder Weidenkorb zu sehen war. Ich weiß leider nicht mehr, wer das Bild dabei hatte (und ebenfalls nicht mehr, aus welchem Jahrzehnt das Bild war). Wer das liest und Näheres weiß, bitte melden!
Ansonsten gibt es in dem Buch “Dress Accessories” aus der Reihe “Medieval Finds from Excavations in London” Funde von Metall- oder Lederdöschen, die zur Aufbewahrung von Nadeln gedient haben, und die anscheinend am Gürtel getragen wurden. Auch da weiß ich nicht mehr, auf welche “Keramikphase” die Stücke datiert wurden, aber da kann man es zumindest nachschlagen.
Weiß einer, ob es in dem Buntmetallfunde-Buch von Stefan Krabath auch solche Döschen gibt?
Also ich habe jetzt hier so manchen Thread aufgerufen und gesucht, aber zum Thema Nähkästchen = wo bewahrte Frau Schere, Nadel, Fingerhut auf, leider keinen eindeutigen Eintrag gefunden. Daher meine Frage: gab es so etwas wie ein Nähkästchen schon im MA? Und wenn ja, wie sah sowas aus? Ich habe echt keine Ahung wo ich suchen soll und bin daher für jeden Hinweis dankbar. Es geht um den Zeitraum ca. ab 13tes Jahrhundert.