meines Wissens gibt es da einige neue Forschungen, z. B. an der Uni Trier. Ich hatte auch mal (auf meinem alten Computer) eine URL zu einer Forscherliste zum Thema. (Müsst ich erst wieder suchen). Irgendwie habe ich den Namen Prof. Irsigler (oder so) im Hinterkopf. Schau doch mal darunter nach. Ob es Listen im Netz gibt, weiss ich nicht. Ist eigentlich nicht meine Zeit (bin Vor- und Frühgeschichtlerin).
Einige Namen (u. a. auch von meinen eigenen Vorfahren) habe ich vor Jahren in der Diss. von Walter Rummel gefunden: “Bauern, Herrn und Hexen”. Da sind allerdings nur die Prozesse aus drei Gerichtsbezirken in Rheinland-Pfalz drin.
Man braucht sicher nicht auf die neoheidnischen Ambitionen des “Reichsheinis” zurückgreifen: Die Hexenprozessen, die - es sei noch einmal betont - bekanntlich nicht mittelalterlich, sondern frühneuzeitlich sind, waren keine wilden Pogrome, sondern wurden in der Regel - nach damaligem Verständnis - als juristisch einwandfreie Gerichtsprozesse nach der gültigen Rechtsordnung geführt, d.h. auch im Allgemeinen auch penibel protokolliert (man sehe sich nur als besonders bekanntes und publiziertes Beispiel den Prozess der Jean d’Arc an!).
Will sagen: In den entsprechenden Archiven sind, sofern erhalten, auch diese Akten einsehbar und natürlich i.d.R. auch mit den Namen der Angeklagten. Dies umso mehr, als teilweise der “War on Witchcraft” sich auch zum katholisch-evangelischen Wettbewerb entwickelte (“Wir haben aber mehr Hexen aufgespürt und verbrannt als ihr! ßtsch!”).
Nur als kleine Story am Rande: Als der Würzburger Fürstbischof während des 30-jährigen Krieges durch den Einfluss von P. Friedrich Spee seine Meinung änderte und die Hexenverfolgungen bereute, ließ er eine genaue Namensliste aller unter seiner Herrschaft verbrannten Hexen und Hexer anlegen, um nunmehr für sie auf eigene Kosten Seelenmessen lesen zu lassen. Es wurden aus den Archiven alle Namen korrekt zusammengetragen …
Ich habe unlängs im Fernsehen (meine, es sei auf ZDF gewesen, bin mir aber nicht sicher) einen Bericht darüber gesehen, daß die SS in der Zeit von 1936 bis 1945 intensive Studien über die Hexenverfolgung angestellt hat, weltweit, und daß sie ein riesiges Archiv mit den Namen und Prozeßunterlagen von mehreren tausend “Hexen” anlegte. Auftraggeber war Heinrich Himmler. Das Archiv fiel bei Kriegsende den Russen in die Hände, was daraus wurde, weiß ich nicht mehr. Auf jeden Fall wurden in besagtem Bericht häufig Karteikarten und Akten aus diesem Archiv gezeigt.
In den den Spitzenzeiten wurde doch landauf, landab verfolgt. Mir ist nicht bekannt, dass sich jemand die Mühe gemacht hätte, alle Namen in einer Liste zusammen zu stellen. Wäre wahrscheinlich auch eine verdammt lange Liste. Was genau willst du denn wissen?