Leinöl und Bienenwachs habe ich auch schon gehört, das Imprägnieren mit Blut ist mir dagegen völlig neu. Gibt’s dazu (auch zu Leinöl/Wachs) entsprechende Quellenangaben? Nicht, dass ich’s nicht glauben würde ;-) Aber den Kontext weiß ich eben ganz gern, auch wegen weiterer Angaben (Gewinnung des Imprägniermittels, genaue Zeiteinteilung usw.).
nun, was die Verarbeitung anbelangt, wäre ich anderer Meinung. Knochen, Geweih und ähnliche Materialien sind durchaus gut für Pfeilspitzen geeignet, allerdings würde ich nicht unbedingt sagen, dass sie leichter zu verarbeiten sind als Stein. Mit der richtigen Technik und genügend ßbung bekommt man eine Rohspitze aus einem geeigneten Steinstück bereits mit einem Schlag heraus. Dann noch die Nachbearbeitung mit einem Retuscheur und man hat die fertige, scharfe Pfeilspitze. Das Schnitzen insbesondere von Geweih braucht auch einiges an Zeit und vor allem bereits vorhandene Steinklingen. Ohne die könnte man ja gar nicht erst schnitzen, also kommt die Steinbearbeitung sowieso vorher.
Außerdem haben Steinspitzen einen gewissen Vorteil, da sie scharfe Schneiden haben. In experimentellen Tests erzielten Steinspitzen deswegen auch eine größere Einschußtiefe (nachzulesen in “Mit dem Pfeil, dem Bogen… Technik der steinzeitlichen Jagd”, 1996, S.33-35).
Also, danke erstmal für die bisherigen Beiträge. Besonders die Primitive-Ways-Homepage finde ich sehr interessant.
Eines frage ich mich schon seit längerem… Spinetester sind ja heutzutage sehr gern im Gebrauch bei Bogenschützen. Wie allerdings hat man es in der Steinzeit gemacht? Gibt es da ßberlegungen bzw. Anwendungen in der experimentellen Archäologie, um eine wahrscheinliche Methode zur Auswahl des passenden Schafts für den Bogen zu finden?
Dass man entsprechende Methoden hatte, kann ich mir schon gut vorstellen. Schließlich war es damals ja sogar noch wichtiger, das Ziel gut zu treffen als es heute bei Wettkämpfen der Fall ist. Wenn das Pfeilholz die falsche Steifheit hatte und er vielleicht abdriftete, kam das der Ernährung ja sicher nicht zugute. ;-)
tja, man merkt schon, momentan bin ich auf der Steinzeit-Schiene gelandet… wie auch immer, jedenfalls konnte ich bislang zwar reichlich Pfeilbau-Anleitungen finden, allerdings noch keine zu neolithischen Pfeilen. Fotos rekonstruierter Pfeile aus jener Zeit sind ja öfters zu sehen, nur ohne Anleitung bringt das allein nicht viel.
Vor allem möchte ich ganz gern von “schweren” modernen Gerätschaften weg, soweit das machbar ist. Sicher, eine Säge benutze ich schon ganz gern anstelle von Steinklingen, aber hundertpro “A” muß es auch nicht sein. Allerdings Bohrmaschinen, Befiederungsgeräte und ähnliches möchte ich nicht unbedingt benutzen.
Für Hinweise zu Bauanleitungen im Netz oder eigene Erfahrungsschilderungen wäre ich dankbar.