Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Nibelungen / Geschichtenerzählen

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Eintrag #8 vom 13. Apr. 2000 02:12 Uhr Jörg Freudenstein   Nachricht

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Hallo zusammen ich habe Kai angeboten, seine Erzählnacht in Deutschland zu organisieren. Kai stellt sich dabei, neben nicht unerheblichen Honorarforderungen vor, für eine Erzählnacht von mindestens 70 Personen DM 75,– je Person Eintritt zu verlangen. Um sein finanzielles Konzept zu verwirklichen, müsste man allerdings mindestens 150,–DM Eintritt verlangen. Unabhängig davon, gibt es jemanden unter Euch, der für eine Erzählnacht DM 75,– berappen würde? Für mich wird Kai´s Erzählnacht erst dann wieder interessant, wenn er erkennen lässt, daß es ihm nicht nur ums Geld geht.
Nifl von Niflheim

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Eintrag #7 vom 12. Apr. 2000 23:30 Uhr Christoph Bitter   Nachricht

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Hallo KAI! Ich hab mal irgendwo gelesen (frag mich nicht in welchem Buch, ist schon lang her), daß die Barden des 9.-11 Jhd. sozusagen als lebende Zeitung galten; d. h. Neuigkeiten von diesem oder jenem Ort und gewissen Geschehnissen, vor allem an Fürstenhöfen und wohlhabenden Bauern diese Vortrugen. Dies Barden erzählten nicht nur aktuelle Ereignisse, sondern auch zur Ergötzung der Edlen Heldensagen. Als “Lebende Zeitung” sollen sie unter einem besonderen Schutz gestanden haben; jemand, der einen Barden erschlug, war mehr als nur Vogelfrei. Wie es aber im Volk vor sich ging, stand dort leider nicht. In dem Roman “Lichtenstein” von Hauff wird allerdings kurz Beschrieben, daß in Kneipen von versch. Leuten div. Geschichten erzählt wurden. Hauff bezeichnete diese allerdings nicht als Geschichtenerzähler, sondern als Kaufleute (die ja bekanntlich viel herumkamen). Freilich wird es sich hier um aktuelle Themen gehandelt haben. Viele Grüße v. Arlen

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Eintrag #6 vom 12. Apr. 2000 21:11 Uhr KAI Reinhard Likar   Nachricht

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Hallo Magister! Bezueglich ´Erzaehlen´ geht es mir um die Frage: wie wurde abseits des hoefischen Lebens erzaehlt? Wie wurden die Maerchen des Volkes erzaehlt, die Schwaenke, aber auch die alten Heldensagen? Denn ein Nibelungenlied oder ein Tristan-Epos sind ja schon hochartifizielle Kunstwerke (gelegentlich stoesst man auf die Bezeichnung ´muendliche Literatur´), die der gestaltenden Kraft eines Dichters bedurften, die Geschichten dahinter aber sind viel aelter als ihre epische Form (Nibelungen bei den Germanen, Arthur-Sagenkreis bei den Kelten). Wie also mag wohl dieses ´freie Erzaehlen´ ausgesehen haben (als Vorform zu den grossen Liedern und weiter neben ihnen als alltaegliches Maerchenerzaehlen)? Denn die Nibelungen-Sage wird wohl auch im Volk erzaehlt worden sein und nicht nur von ´professionellen´ Minnesaengern. Falls es dazu Literatur gibt, waere das fuer mich von besonderem Interesse. Ich wuerde mich jedenfalls sehr freuen mit Dir noch weiter darueber zu reden. Mit besten Gruessen KAI
KAI, Geschichtenerzähler

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Eintrag #5 vom 12. Apr. 2000 13:34 Uhr Ameli (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ameli eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Magister, kennst Du das Buch “Die Spur des Sängers” von Walter Hansen? Erschienen als TB im Bastei-Verlag. Darin beschäftigt er sich mit der Frage “was hat der Dichter aus seiner zeitgenössischen Umgebung geschrieben - und wer könnte der Dichter gewesen sein”. Ist echt lesenswert, zumal ich mitten im “Sagenland” lebe - 2 Tagesritte von Worms weg in den Odenwald rein ;-) Gruß
Ameli/Elisabeth von Tannenberg

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Eintrag #4 vom 12. Apr. 2000 10:47 Uhr Stephan M. Rother M.A.   Nachricht

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Hiho Kai, klingt interessant, Dein Konzept. Ich arbeite selbst gerade an einem (wissenschaftlichen) Vortrag über die Nibelungesage. Um das also zu unterscheiden: Ich werde nicht “die Nibelungensage” erzählen, sondern “über die Nibelungensage” sprechen. Zum Thema “Geschichtenerzähler im Mittelalter” entgeht mit momentan noch, worauf Du konkret hinaus willst. Das Nibelungenlied wie auch die gesamte Höfische Epik ist ja im Mittelalter eigentlich _immer_ mündlich vorgetragen worden und da gibt es Tausende und Abertausende von Abhandlungen. Oder geht es Dir mehr um das “freie Erzählen” ? Da muß man vorsichtig sein, daß man nicht auf Kunstsagen und die “Volksbücher” des 19. Jahrhunderts hereinfällt. Aber wie gesagt, ich bin mir unsicher, worauf Du hinauswillst. Schreib mal mehr, der Thread interessiert mich. Schöne Grüße,
Magister

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Eintrag #3 vom 11. Apr. 2000 02:09 Uhr Jörg Freudenstein   Nachricht

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Lieber Kai leider kann ich Dir auch nicht weiterhelfen, aber wir Nifelheimer wären sehr daran interessiert, Deine “Erzählnacht” miterleben zu dürfen. Wann bist Du denn wo? Gruß Nifl
Nifl von Niflheim

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Eintrag #2 vom 10. Apr. 2000 18:52 Uhr Christoph Bitter   Nachricht

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Hallo Kai! Schreibe mir bitte mal zu diesem Thema an obige Adresse. Danke Christoph

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Eintrag #1 vom 09. Apr. 2000 23:49 Uhr KAI Reinhard Likar   Nachricht

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Werte Tavernen-Besucher! Ich bin ein österreichischer Geschichtenerzähler und habe mich im Vorjahr mit einem großen Erzählprojekt beschäftigt, nämlich dem Versuch die gesamte Nibelungensage zu erzählen, wobei ih alle mir zugänglichen Quellen des Sagenkreises verwendet habe. Das Ergebnis ist eine ganze Erzählnacht mit Musik und Speis und Trank, die aufgrund der enormen Länge der Sage tatsächlich von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang dauert. Damit verbunden hätte ich nun zwei Fragen: 1.) Grundsätzliches zum Geschichtenerzählen im Mittelalter. Mir war es bisher nicht möglich Literatur zu dieser Kunstform zu finden. Könnte mir da vielleicht jemand mit Tipps weiterhelfen? 2.) Erzähler der Nibelungensage. Ich kenne in Deutschland einige MärchenerzählerInnen, aber niemanden der sich mit den Geschichten des Mittelalters und unserer germanischen Vorfahren beschäftigt. Ich wäre sehr an einem Kontakt interessiert und bin für Informationen höchst dankbar. Ich danke für die Gelegenheit dieses Forum nutzen zu dürfen und würde mich über Reaktionen sehr freuen. Mit besten Grüßen KAI
KAI, Geschichtenerzähler

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