Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Nichtkirchliche Ritterbünde

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Eintrag #1 vom 26. Aug. 2000 17:10 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

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Grüß Euch, ich las mal von einem nichtkirchlichen Ritterbund/-orden, dem Bärenorden, der im 13. Jhdt. unter den Staufern existiert haben soll, fand aber keine weiteren Hinweise. Diese Bünde/Orden, die nicht monastischer Art waren, sind ja aus dem SMA (z.B. die Schlegler) reichlich bekannt. Aber gabs sowas nicht schon früher, im FMA/HMA-Bereich?
Euer Haduwolff

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Eintrag #2 vom 28. Aug. 2000 12:52 Uhr Michael Schröder  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Michael Schröder eine Nachricht zu schreiben.

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Bärenorden? Klingt interessant. ;-) Ich schau mal, ob ich was finde.
Bärchen (B. M. v. Randerath)

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Eintrag #3 vom 28. Aug. 2000 20:09 Uhr Christoph Bitter   Nachricht

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Hallo Haddu! Gab auch noch den Drachenorden (gegr. durch Kaiser Sigismund). Und das war ja gerade die Schwelle vom HMA zum SMA. Gruß v. Arlen

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Eintrag #4 vom 28. Aug. 2000 22:11 Uhr Diana Fleischer   Nachricht

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Drachenorden,war das nicht der,der zum Kampf gegen die Türken gegründet wurde? Hat von dem nicht Vlad “Tepes”(“Draculea”)seinen Namen, weil dessen Vater darin aufgenommen wurde? Und noch eine Frage:Man sieht auf manchen Gemälden (zugegeben späterer Epochen)den Orden des Goldenen Vlieses.War das ein Orden in den man sich verpflichtete, oder nur so eine Art Auszeichnung, so wie die Ehrendoktorwürde in heutiger Zeit?

              Diana

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Eintrag #5 vom 29. Aug. 2000 16:19 Uhr Udo Brühe   Nachricht

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Im 14. jahrhundert wurde von Eduard III. der Hosenbandorden gegründet. Quasi als Gegenstück gündete Johann II., König von Frankreich den Orden vom Stern.
Udo

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Eintrag #6 vom 29. Aug. 2000 16:19 Uhr Udo Brühe   Nachricht

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Im 14. Jahrhundert wurde von Eduard III. der Hosenbandorden gegründet. Quasi als Gegenstück gündete Johann II., König von Frankreich den Orden vom Stern.
Udo

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Eintrag #7 vom 29. Aug. 2000 18:25 Uhr Christoph Bitter   Nachricht

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Hallo Diana! Zum Größtenteil ist Deine Aussage korrekt. Aber nicht nur zur Sicherung der Grenze, sondern auch zur Verwaltung usw. von Ungarn, sowie der Stellung der Berater des Königs waren die Ordenszugehörigen berufen. Frage: Warum hätte sich ein Graf nach dem Orden benennen sollen? Warum hat sich nicht der wichtigste Berater Sigismunds, Graf Cerny, dann so genannt? Gruß v. Arlen

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Eintrag #8 vom 29. Aug. 2000 21:20 Uhr Kai (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Kai eine Nachricht zu schreiben.

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Hmm, Haddu, sowas wie nichtklerikale “Orden” des frühe, bzw. hohen Mittelalters sind mir eigentlich nicht bekannt. Das einzige, was mir dazu einfällt, sind die etwas anderen Umstände in Spanien. Es soll dort verhältnismäßig früh lokale Bruderschaften oder Verbände gegeben haben, die von den später entstandenen Gemeinschaften aufgesogen oder verdrängt wurden. Alfons VIII. von Kastilien kann hier evt. als Beispiel genannt werden, der in einer Urkunde vom 28. September 1196 dem Orden von Calatrava Güter vermacht, die bis dahin einem (nicht nachweisbaren) Orden von Turgel (ordo turgellensis) besessen haben soll (PRUTZ, Hans: “Die geistlichen Ritterorden - Ihre Stellung zur kirchlichen, politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung des Mittelalters.”; Haude & Spenerschen Verlagsbuchhandlung, Berlin 1908, S. 71) Benninghoven läßt vermuten, daß die spanischen Orden wohl meist anfänglich freie Vereinigungen von Edelleuten gewesen sein sollen: “Auch dieser (der Orden von Santiago, Anm. Kai) ist um 1150 aus einer freien Vereinigung von Edelleuten ent-/standen, die beschlossen haben sollten, ihr früheres Leben durch gute Werke zu sühnen; sie wollten sich dem Schutz des Pilgerverkehrs nach Santiago de Compostella widmen.” (BENNINGHOVEN, Friedrich: “Der Orden der Schwertbrüder.”; 1965 o.A., S. 10) Dieser Orden von Santiago hatte auch eine spezielle Besonderheit: “Alle sechs Orden aber befolgten die Grund-/gebote der Armut, der Keuschheit, des Gehorsams und des Kampfes gegen die Feinde des Kreuzes 39 (Fußnote, Anm. Kai). - 39 Der Orden von Santiago macht aber eine bemerkenswerte Ausnahme, weil seinen Mitgliedern die Ehe gestattet ist.” (BENNINGHOVEN: ebenda, S. 11, s. auch PRUTZ: ebenda, S.95 f) Vielleicht hilft´s Dir ja etwas weiter. Gruß, Kai

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Eintrag #9 vom 30. Aug. 2000 11:19 Uhr Ulrich Scheunemann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ulrich Scheunemann eine Nachricht zu schreiben.

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Gott zum Grusse ! Zu Diana Der Orden vom hl. Vlies existiert heute noch. Er hat meist hochgestellte Persönlichkeiten als Mitglieder. Goldenes Vlies, Orden vom, einer der ältesten, vornehmsten und noch heute bestehenden ma. Ritterorden, 1430 von Philipp dem Guten von Burgund zu Ehren des hl. Andreas gestiftet. Die Würde des Souveräns ging 1477 durch die Heirat der letzten Herzogin Maria mit Maximilian I. an das Haus Habsburg und nach dem Tod Karls V. mit dem burgund. Erbe an die span. Linie des Hauses über. Nach deren Aussterben wurde er von der ö. Linie der Habsburger als Erben der Niederlande weitergeführt, aber auch von Spanien als Verdienstorden verliehen. Der Orden zählte anfangs 31, ab 1516 51 Ritter. Der Schatz des O. v. G. V. wird in Wien in der Weltl. Schatzkammer verwahrt, das Archiv im Staatsarchiv Einziger Ritterorden des Herzogtums Burgund, der von Philipp dem Guten (1419-1467) im Jahr 1429 gestiftet wurde. Die Ordenszeichen des in den Niederlanden Gouden Vliesen genannten Ordens gehen auf die antike Jason-Sage zurück. Sie bestehen aus einem goldenen Widderfell, das an einer Kette hängt, deren Glieder sich aus Feuersteinen und Feuerstahlen (briquets) zusammensetzen. Durch die Heirat des Erzherzogs Maximilian mit Maria von Burgund (1477), der Erbtochter Karls des Kühnen, ging die Großmeisterwürde des Ordens an das Haus Habsburg über. Seit dem Spanischen Erbfolgekrieg (1700 n.Chr.) beanspruchten das spanische und das österreichische Königshaus das Goldene Vlies als höchsten Orden der Monarchie. Dementsprechend nachhaltig beeinflussten die Insignien des Ordens die habsburgische und burgundische Emblematik (Hoheitszeichen). Sie waren auf Geprägen Brabants, Flanderns, Braunschweigs, Spaniens und des Römisch-Deutschen Reiches zu sehen. Philipp der Schöne ließ 1499 im Gedenken an die Stiftung des Ordens durch seinen Großvater eine Goldmünze prägen, die nach dem Münzbild als Goldenes Vlies bezeichnet wird, international ist die französische Bezeichnung Toison d´or (Goldenes Vlies) üblich. Gleichzeitig führte der Herzog eine Silbermünze ein, Toison d´argent oder Silbernes Vlies (Zilveren Vliesen) genannt Ich hoffe die Infos reichen Ulrich von Erckenrode I.G. Hospitalis
Pro fide pro ultimate hommidum

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Eintrag #10 vom 31. Aug. 2000 02:44 Uhr Carsten Baumann   Nachricht

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Hier mal eine aktuelle Sammlung von kirchlichen und nichtkirchlichen “Bünden”, die meisten wurzelnd auf ritterlichen Verbindungen! Hadu, schau es dir doch mal an! AMORC (Antiquus Mysticus Ordo Rosae Crucis) Eine zur Zeit des Ersten Weltkrieges entstandene Rosenkreuzergruppe, die von den USA ausgehend (Zentrum: San José Kalifornien, “Rosicrucian Park) sich über die Welt verbreitet hat. Mit Graden (1-5. Grad = Neophytgrade; 6.-16. Grad = Tempelgrade), Paßworten und Schurz (dreieckig) der Freimaurerei nachgebaut. Angeblich soll die Tradition des AMORC ”bis in die Grabkammern der Pyramiden zurück“ gehen. Diese Kultlegende ist unecht. Als Lehrinhalt wird eine Mischung aus Okkultismus und Popularphilosophie geboten. Mitgliederstärkste Rosenkreuzergruppe. Nimmt Frauen auf. AMOS ”Alter und Mystischer Orden der Saturnbruderschaft AMOS OMS“, 1965 innerhalb der ”Fraternitas Saturni“ gegründeter Geheimorden, dem nur neun der führenden Mitglieder angehören dürfen. ANCIENT ORDER OF FORESTERS (friendly Society) Seit 1813 in England nachweisbarer Geheimbund. Nimmt auch Frauen auf. Ein auf bruderschaftlicher Grundlage Unterstützungsverein (cf. ODD FELLOWS, zu denen Beziehungen bestehen). In England und den USA stark verbreitet. Wahlspruch: ”Unitas, Benevolentia et Concordia“. DROIT HUMAIN Abkürzung von ”Ordre maconnique mixte international Le Droit Humain“. 1893 gegründeter ”gemischter Freimaurerorden“ (nimmt Frauen auf). Von Frankreich aus verbreitet Hochgradsystem (33 Grade). Keine Beziehung zur regulären Freimaurerei. Uneinheitliche Tendenz. DRUIDEN 1781 in London gegründete, in der Ordensideologie an das keltische Priestertum anknüpfende, der Freimaurerei. nachempfundene Bruderschaft. 3 Grade (Barde, Ovate, Druide), ein Hochgrad; Versammlungen werden ”Haine“ genannt; Paßwörter und Erkennungszeichen; besondere Kultkleidung. Seit 1872 in Deutschland. Der heutige D. legt besonderen Wert auf Geselligkeit. EBDAR ”Ermächtigte Bruderschaft der Alten Riten“. In den 20er Jahren unseres Jahrhunderts gegründete nichtmaurerische Geheimbruderschaft, die auf das Wirken von Bô Yin Râ (Josef Schneiderfranken, 1867-1943) zurückgeht. Sieben Grade; kein Großmeister; ”Superiore“ (Landesleiter) sind nur Primus inter pares der ”Sakralmeister“; gnostische, christlich-esoterische Lehrinhalte. Ebdar hat ihre (geheimgehaltenen) Riten ”aus alter Mystrienzeit neu aufgefunden durch Bô Yin Râ“ bekommen. Die frühere Bezeichnung ”Großorient von Patmos“ wurde aufgehoben. F.L.O.R.A. ”Fraternitas Luminis Ordo Regina Adeptoruin“, um 1965 gegründte Absplitterung der ”Fraternitas Saturni“. Wie diese magisch arbeitend. FRATERNITAS ROSICRUCIANA ANTIQUA Mit der ”Psychosophischen Gesellschaft“ verbundene, magisch arbeitende Rosenkreuzervereinigung. FRATERNITAS SATURNI 1926 aus der ”Panosphischen Loge der lichtsuchenden Brüder im Orient Berlin“ hervorgegangene, nichtmaurische, magisch arbeitende Geheimloge. Schwarze Magie und Sexualmagie werden stark betont. Der Gründer war der Berliner Buchhändler Gregor A. Gregorius (Eugen Grosche). Mehrgradsystem, den maurerischen Hochgraden nachgebaut, jedoch andere Lehrinhalte. FRATERNITAS URANI Unbedeutende Absplitterung der ”Fraternitas Saturni“. GOLDEN DAWN ”Hermetischer Orden des Golden Dawn“; Ende des 19. Jahrhunderts in England gegründeter magischer Orden, der auf eine aus Nürnberg stammende Rosenkreuzerüberlieferung zurückgehen soll. Die Ordensnamen der Mitglieder sind programmatische Aussagen: ”Sapere aude“ (Wage es, weise zu sein), ,,Sapiens dominavitur astris” (Der Weise beherrscht die Sterne) etc. Aus dem Golden Dawn sind die ähnlich ausgerichteten Orden ,,A. A. = Astra Argentea“ (Silberner Stern) und ”Stella Matutina“ hervorgegangen. Der Orden ist mehrfach erloschen und wiedergegründet worden. ILLUMINATEN 1776 von dem Ingolstädter Gelehrten Adam Weishaupt (1748 bis 1830) gegründeter Orden. Sollte der Aufklärung dienen. Wurde fälschlich als Urheber des Terrorismus der Französischen Revolution bezeichnet. Der Freimaurerei nachempfunden war das Gradsystem (9 Grade) mit einer Vorstufe (Novizen). 1784 durch kurfürstlich bayerisches Edikt aufgehoben. 1785 aufgelöst. Goethe hatte dem Orden angehört (Ordensname ,,Albaris”). 1906 Neu- und Nachgründung durch den Historiker Leopold Engel; 1912 Errichtung eines ,,Instituts der Illuminaten-Freimaurer“; 1928 Gründung eines ,,Weltbundes der Illuminaten” in Berlin, der sich 1934 auflöste. Nach Willen des letzten Großmeisters Julius “Marius” Meyer (1877-1953) erfolgte nach 1945 keine Neugründung mehr. Alle sogenannten Nachfolgeorden, darunter die ,,Psychosophische Gesellschaft“, der ,,Illuminaten-Orden” in Frankfurt, ein weiterer in Wien, haben keine autorisierte Tradition des ,,Weltbundes…“ Es bestand weder beim alten noch bei den neueren Illuminaten-Orden eine Beziehung zur Freimaurerei, auch wenn eine solche immer wieder (vor allem durch die neuen Orden) behauptet wurde. KIWANIS Nichtfreimaurerische Organisation von ,,Service Clubs” (Dienst-Klubs). Der Name bedeutet ,,Ausdruck einer eigenen Persönlichkeit“ (vom indianischen ,,nunc keewanis” abgeleitet). Humane und geistige Werte sollen den Vorrang vor materiellen haben, dauernde Freundschaften, uneigennütziger Dienst am Nächsten und der Aufbau einer gesunden öffentlichen Meinung gehören zu den Zielen. Gründung 1915 in Detroit. Erst 1961 wurde der Beschluß gefaßt, außerhalb des nordamerikanischen Kontinents tätig zu werden. Neumitglieder werden vom Club ausgesucht. Niemand kann von sich aus beitreten. Besondere soziale und kulturelle Aktionen werden von besonderen Komitees getragen; jedes Clubmitglied soll einem oder mehreren Komitees angehören. LIONS Internationale Vereinigung zur gegenseitigen Verständigung. Nichtmaurerisch. Der Name entstand aus “Liberty, Intelligence, Our Nations´ Safety”; 1917 gegründet. Zusammenschluß von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Zentrale Chicago. MARTINISTEN Es gibt mehrere Martinisten-Orden. Die ursprüngliche Tradition geht auf Don Martinès de Pasqualis (oder de Pasqually), gestorben 1774, zurück. Dieser hatte 1754 einen Orden der “Elus Coens” (mit neun Graden) gegründet. Sein Nachfolger im Ordenshochamt, Louis Claude de Saint Martin (1743-1803), ein Böhme-Verehrer, verändert den Orden stark, so daß es eigentlich zu einer Spaltung kommt (Abschaffung der magischen Praktiken, Hinführung zum Wege “der inneren Erleuchtung”). Beide werden ihres Namens wegen häufig verwechselt. Die Orden wurden als ,,Martinistenorden“ bezeichnet und ebenfalls oft vertauscht. Der spätere M.-Orden des Magiers Papus (Dr. Gerard Encausse, 1365-1916), mit vier Graden und gnostisch- magischen Ritualen, will zwar auf den ursprünglichen Orden zurückgehen, ist jedoch ebenfalls eine eigenständige Gründung. Auch spätere M.-Orden, darunter auch die kabbalistisch-magische ,,Association des Elus Cohes Les Stephanios - Ass. Martiniste Internationale” (15 Grade, Mitgliederzahl pro Land auf 100 beschränkt), haben keine wirkliche Verbindung zu den Martinistenorden des 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Keine Beziehung zur Freimaurerei. MEMPHIS-MISRAIM Mischritus, aus dem ,,Memphis-Ritus (95 Grade, 1814 in Frankreich entstanden) und dem ,,Misraim-Ritus“ (90 Grade, 1305 in Italien entstanden, die drei letzten Grade den ”unbekannten Oberen“ vorbehalten) zusammenkomponiert. Illegitimes System. Rudolf Steiner, der Gründer der Anthroposophie, soll Memphis-Misraim-Großmeister gewesen sein. Die Riten sollen später wieder getrennt worden sein und heute als ,,Memphis-Ritus” und ,,Misraim-Ritus“ getrennt agieren. ODD FELLOWS Freimaurerähnliche angelsäschsische Unterstützungsgesellschaft. Der Name bedeutet ,,sonderbare Gesellen”. Der Orden will auf die Kaufmannsgilden des 14. Jahrhunderts in England zurückgehen (Kultlegende). Der Ursprung liegt wahrscheinlich in den Handwerker- und Kaufleuteunterstützungsgilden des späten 18. Jahrhunderts. Thomas Wildey, geistiger Vater des heutigen Ordens, gründet 1819 die erste US-Loge. Ursprünglicher, heute in den USA noch tragender Sinn des Ordens ist die Kranken- und Altersversorgung der Mitglieder (auch Frauen). In den USA starke ßffentlichkeitsarbeit. Nicht so in Deutschland, wo er sich von dem Verbot von 1933 kaum erholt hat. ,,Was in unserer geweihten Halle geschieht, gehört nicht an die ßffentlichkeit.“ Tragende Ordensidee: ,,Anerkennung der Vaterschaft Gottes und der Bruderschaft der Menschen.” Gott wird (ähnlich wie in der Freimaurerei) als ,,höchstes Wesen“ verstanden. ORA ,,Ordo Rosae Aureae”, 1956 in München gegründete rosen- kreuzerisch-pythagoräische Vereinigung, die sich der Forschung auf den Gebieten der Ritualistik, Hamonikalik, Symbolik und Mythologie widmet. Ein Zusammenhang mit der Freimaurerei besteht nicht. ORDEN MENTALISCHER BAUHERREN Gnostischer Geheimbund, von ,,Rah Omir“ (Wilhelm) Quintscher in den 20er Jahren in Berlin gegründet. Bald erloschen. Nichtmaurerisch, wie alle anderen Gründungen Quintschers, die ebenfalls maurerisch aufgezogen waren (u. a. ,,Arbeiter-Freimaurerbund, Großloge von Europa”, ,,Afrikanische Bauherrenloge“, ”Johannisbrüder“ etc.). ORDER OF THE EASTERN STAR Der Eastern-Star-Orden ist eine eigenständige, weltweite Organisation mit etwa drei Millionen Mitgliedern, in den die Ehefrauen, Töchter, Mütter, Witwen, Schwestern, Halbschwestern, Enkeltöchter, Stiefmütter, Stieftöchter und Stiefschwestern von Freimaurermeistern aufgenommen werden, um sich in freimaurerischer Haltung Tätigkeiten zu widmen, ,,die dem Wesen der Frau entsprechen, nämlich Nächstenliebe und Wohltätigkeit.” Der Orden vermittelt nach eigenem Ritual freimaurerisches Gedankengut. Er ist kein Bestandteil der Freimaurerei. Der Amerikaner Dr. Rob Morris gründete den Orden 1867. ORIENTALISCHER TEMPLERORDEN (OTO) Schwarzmagischer Geheimorden; Sexualmagie, satanistisch orientiert, verbunden mit der ,,psychosophischen Gesellchaft“. P2 Im Mai 1981 ging eine Meldung über eine angebliche italienische Freimaurerloge mit dem Namen ,,P 2” (,,Propaganda 2“) durch die Presse, die in der Süddeutschen Zeitung vom 22. 5. 81 folgende ßberschrift fand: ”Skandal um Freimaurerloge in Italien. Minister, Politiker, Generäle, Bankiers im Verdacht der Geheimbündelei“. Um einen gewissen ”Großmeister“ Licio Gelli hatten sich etwa 1000 Militärs, Wirtschaftsmänner und Politiker geschart Auch Bankleute mit engen Verbindungen zur römischen Kirche waren unter den Mitgliedern der angeblichen Freimaurerloge. Daß es sich nicht um eine Freimaurerloge, sondern einen knallharten, politisch und wirtschaftlich auf Einflußnahme ausgerichteten Geheimbund ohne Kontakte zur Freimaurerei handelte, ging in den Pressemeldungen unter. Im Juli 1984 wurde der Abschlußbericht vorgelegt, in dem nichts mehr über die angebliche Freimaurerei der ,,P 2”- Geheimbündler zu finden war. “Der in die Schweiz ge flüchtete Gelli wurde am 17. Februar 1988 an Italien ausgeliefert, wo er wegen betrügerischen Bankrotts im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der Mailänder Privatbank Ambrosiano unter Anklage gestellt werden sollte.” (,,Der Tagesspiegel“ vom 18. Februar 1988.) PSYCHOSOPHISCHE GESELLSCHAFT Konglomerat magisch-gnostischer Gruppierungen (OTO, Fraternitas Rosicruciana Antiqua, Illuminaten-Orden, Ecclesia Gnostica Catholica), Gründer ,,Fra Paragranus” Joseph H. Metzger (*1918), der eine ,,Abtei Thelema“ (Gasthaus Rose) in Stein, Appenzell, zum Mittelpunkt seiner Geheimbündelei gemacht hat (Zweigniederlassung in Zürich). Historisch gesehen ist beispielsweise eine Verbindung von Illuminaten und Rosenkreuzern unsinnig. Mit einem ,,Freimaurermuseum” versucht M. seinen Bemühungen einen maurerischen Anstrich zu geben. Seitens der Freimaurerei distanziert man sich von ihm und seinen Betätigungen. ROSENKREUZER Sammelname für neugnostische Gruppierungen. Hypothetischer Ahnherr: ,,Christian Rosenkreuz“, der bei den ,,Arabern von Dakmar (Damaskus)” das ,,liber mundi“ (Buch der Welt) kennengelernt haben soll. R. hat nie gelebt. Die Rosenkreuzerei hat ihren Ursprung in zwei symboli schen Schriften des beginnenden 17. Jahrhunderts. Heute besteht eine Unzahl rosenkreuzerischer Gruppierungen deren bedeutendste sind: AMORC, Lectorium Rosicruicianum, Rosenkreuzergemeinschaft (Heindel), Esoterische Gemeinschaft Sivas etc. ROTARIER Nichtfreimaurerische Bruderschaft, 1905 in Chicago unter der Devise des ,,Dienens im privaten, geschäftlichen und Gemeinschaftsleben” sowie der ,,Förderung gegenseitigen Verstehens“ gegründet. Der Name ,,Rotary Club” entstammt dem Prinzip, die Sitzungen reihum (rotierend) bei den Mitgliedern zu halten. In jedem Ort darf von jedem Beruf nur eine Person Mitglied werden. Wer an den regelmäßigen Sitzungen öfters nicht teilnimmt, wird ausgeschlossen. Der Club hat keine Lehre und hat mit Freimaurerei nichts zu tun. SCHLARAFFIA Nichtmaurerische ,,Gemeinschaft gleich gesinnter Männer, deren Zweck die Pflege von Humor und Kunst nach bestimmten Formen, unter Beobachtung eines gewissen Zeremoniells, und deren Grundprinzip die Freundschaft ist“. 1859 in Prag gegründet, in der NS-Zeit aufgelöst, nach dem Krieg wiedergegründet. Geheimnisse gibt es keine, die Ortsgruppen werden ,,Reyche” genannt, Versammlungen “Sippungen”, Gäste ,,Pilger“. Symbol: der Uhu. SHRINERS ,,Ancient Arabic Order of Nobles of the Mystic Shrine”, Geselligkeits- und Wohltätigkeirsvereinigung amerikani- scher Hochgradfreimaurer. Der Orden, der keine maurerische Organisation im eigentlichen Sinne ist, hat sich besonders der Fürsorge für verkrüppelte Kinder verschrieben, für die er Millionenbeträge aufbringt (Errichtung von Spitälern, Finanzierung von Forschungsprogrammen). STRIKTE OBSERVANZ Im 18. Jahrhundert durch den Freiherrn Karl Gotthelf von Hund (1778-1837) zusammengebautes ,,templerisches“ Hochgradsystem (sieben Grade). Angeblich seien die ,,klerischen Brüder” (Fratres Clerici Ordinis Templariorum) im Besitz der “templerischen Geheimnisse” gewesen, die der durch Hund vertretene Orden verwalte. Hund gilt als Erfinder des unheilvollen Begriffs der ,,unbekannten Oberen“, vermutlich dem angeblichen ,,Geheimoberen” (,,Baphomet“ -Symbol) des im 14. Jahrhundert erloschenen Templerordens nachgedichtet. Einen solchen ”geheimen Oberen“ hat es jedoch nie gegeben. Die ,,Strikte Observanz” lebt noch im Genfer ,,Rektifizierten Ritus“ fort und hat auch einige maurerische Hochgradsysteme befruchtet. Das Freimaurerlexikon bezeichnet sie als ,,trauriges Kapitel” der deutschen Freimaurerei, an dem ,,vieles unklar" sei Die strikte Observanz ist jedoch das beste Beispiel für eine Abenteuergründung, die in bewegten Zeiten der Freimaurerei erheblichen Einfluß erlangen konnte. Einen historischen Hintergrund hat sie nicht, obwohl sie selber zu einem solchen geworden ist.
Euer Carsten

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Eintrag #11 vom 31. Aug. 2000 03:08 Uhr Carsten Baumann   Nachricht

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Um es ausdrücklich darzustellen: der eine Teil der Verbindungen läßt sich auf einen “ritterlichen”, “adligen” Hiontergrund, der andere Teil auf den handwerklichen, maurerischen Hintergrund zurückführen. Vielwe andere in anderen Zusammenhängen entstanden … aber deren Ursprünge … ?
Euer Carsten

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Eintrag #12 vom 31. Aug. 2000 03:14 Uhr Carsten Baumann   Nachricht

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Um es ausdrücklich darzustellen: der eine Teil der Verbindungen läßt sich auf einen “ritterlichen”, “adligen” Hintergrund, der andere Teil auf den handwerklichen, maurerischen Hintergrund zurückführen. Viele andere sind in unterschiedlichen, weiteren historischen Zusammenhängen entstanden … aber deren Ursprünge……………………………. … ?
Euer Carsten

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Eintrag #13 vom 31. Aug. 2000 09:43 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

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Grüß Euch, das ist alles ganz toll, hat aber wenig mit dem FMA/HMA zu tun. Es geht mir um echte Ritterbünde aus der Zeit der Ritter und das Geschehen damals, nicht um das 21. Jhdt. Trotzdem vielen Dank für die Mühe
Euer Haduwolff

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Eintrag #14 vom 01. Sep. 2000 00:12 Uhr Kai (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Kai eine Nachricht zu schreiben.

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Yepp, mir ist gerade eine Vereinigung eingefallen, die nicht klerikalen Ursprungs ist: die “Compagnia della buona morte”, allerdings waren die definitiv NICHT stauferfeundlich. Was genaueres kann ich zu denen leider nicht sagen. Gruß, Kai

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Eintrag #15 vom 01. Sep. 2000 08:26 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

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Schade, fürs FMA oder HMA habe ich leider auch nichts gefunden. Die spanischen Orden sind ja schon genannt worden. Dies hängt sich auch damit zusammen, daß das Bewußtsein der Ritter sich erst nach Jerusalem (1099) stärker herausbildete. Den ältesten Orden, den ich gefunden habe, ist der französische Sternorden (gestiftet 1351), der nur kurz bestand. Achtung: Ordenstiftungen wurden oft mit mühsamen Begründungen vorverlegt, um ein höheres Ansehen zu erzeugen, z.B. der dänische Danebrog-Orden von 1671 auf 1219 oder der englische Orden vom Bade von 1725 auf 1399. Wenn Du willst, kannst Du die natürlich dazuzählen. Ansonsten: Zur Unterscheidung der Milizen mit ihren Stoffkreuzen auf der Kleidung bestanden die Zeichen die Hoforden oft aus einer sinnbildlichen Figur an einer Kette (z.B. Hosenbandorden oder das Goldene Vlies) Mir liegt eine Gedenktafel des Nürnberger Patriziers Ulrich Ketzel vor, der es im 15. Jahrhundert anläßlich seiner Pilgerfahrt ans Heilige Grab schaffte, 17 (!) Ordensmitgliedschaften zu erwerben. Nun ja, heute sammelt man Briefmarken oder ß-Eier. Für mehr habe ich leider gerade keine Zeit. Und es sollte ja auch um die frühen Orden gehen. Sonst könnte ich hier locker Seiten füllen. Hoffe, geholfen zu haben Joachim - I.G. Hospitalis

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Eintrag #16 vom 03. Sep. 2000 17:04 Uhr Diana Fleischer   Nachricht

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Hallo Ulrich , Leider ist damit meine Frage nicht beantwortet.Die Geschichte des Ordens kannte ich (Gründg.durch Philip v. Burgund,ßbergang an das Haus Habsburg durch Heirat u.s.w.).Aber ich gebe zu, dass meine Fragestellung ungeschickt war ,ich hätte präziser formulieren sollen. Ich wollte wissen, ob diese Orden (Goldenes Vlies, zum Hosenband- orden wär es auch interessant) im Angesicht bestimmter Aufgaben wie die christl.Orden und der Drachenorden gegründet wurden. Oder waren diese Orden nur als besondere Auszeichnung durch Monarch o.Fürst zu werten? Trotzdem nochmal vielen Dank für Deine geschichtl.Erläuterungen.

              Diana

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Eintrag #17 vom 03. Sep. 2000 17:19 Uhr Diana Fleischer   Nachricht

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Ach so,und weiss jemand,wie das Motto des Hosenbandordens zustandekam? “honni soit qui mal y pense”- ein Schelm,wer Böses dabei denkt, darunter kann ich mir nichts vorstellen.Das hört sich ja so an ,als ob man diesen Orden nicht so ernstnehmen soll,nur,das kann ich nicht glauben, wenn er von einem Monarchen gegründet wurde und Würdenträger als Mitglied hatte.

              Diana

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Eintrag #18 vom 08. Sep. 2000 14:13 Uhr Wolf Zerkowski  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Wolf Zerkowski eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Diana, soviel ich weiß war der Ursprung ein Damenstrumpfband Gestiftet wurde der Hosenbandorden 1348 von König Edward III. (1327-1377). Auf einem Ball hatte seine Geliebte, Gräfin Salisbury, so heftig getanzt, dass sie dabei ihr linkes Strumpfband verlor. Als der König es aufhob, entgegnete er den bissigen Bemerkungen mit dem Satz: “Honi soit qui mal y pense” (Schande über den, der Böses dabei denkt). Das wurde zur Ordensdevise.
Gott zum Gruß und allzeit sichere Wege, Arfast Harksen

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Eintrag #19 vom 14. Sep. 2000 22:39 Uhr Diana Fleischer   Nachricht

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Hallo Wolf, vielen Dank für die Erklärung.Die ßbersetzung von “honni soit qui mal y pense” zu “Schande über den, der Böses dabei denkt” ist gut,denn das Verb honnir bedeutet verabscheuen.Und da passt “Schande…” besser als die bekannte ßbersetzung “Ein Schelm,der Böses dabei denkt”(steht so sogar im franz.Wörterbuch)

              Diana

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Eintrag #20 vom 18. Okt. 2000 20:13 Uhr Nikolaj Thon  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Nikolaj Thon eine Nachricht zu schreiben.

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Zuerst muss ich mich entschuldigen, dass ich erst heute diesen Thread gelesen habe und von daher auch erst jetzt einen m.E. wichtigen Literaturhinweis geben kann. Doch zuerst eine kleine Anmerkung: “Nicht-kirchliche Ritterbünde” ist wohl für das MA, auch das SMA, nicht richtig; was gemeint sein dürfte, sind “nicht-monastische Orden”, also solche, die im Gegensatz zu den Ritterorden klassischer Art (Templer, Johanniter, Dt. Orden etc.) aus Nicht-Mönchen, sondern weltlichen Rittern bestanden bzw. für diese gegründet wurden; “kirchlich” im Sinne einer Bindung an die Kirche und mit religiösen Riten ausgestattet waren natürlich die “weltlichen” Orden auch, wie etwa bis heute ihre Geschichte zeigt, wenn etwa der vornehmste Orden Englands, der Hosenbandorden, seine jährlichen Gottesdiensttage hält etc. Die Annahme, es habe im MA weltliche Orden im modernen Sinne gegeben, ist schlicht anachronistisch. Doch nun zum Literaturhinweis: Im Juli 2000 erschien in der Boydell Press ein umfassendes Werk von 654 Seiten mit 136 Illustrationen, einer reichen Bibliographie, Index und Anhängen zum Thema, nämlich D´Arcy Jonathan Dacre Boutton, The knights of the Crown: The monarchical orders of knighthood in later medieval Europe 1325-1520, ISBN 0-85115-795-5 Leider - trotz Paperback - zum stolzen Preis von £ 25.00 (US$ 45.00): Darin ist enthalten als ältester, 1325/26 gegründeter (allerdings nur bis etwa 1395 existenter) monarchischer Orden die “Brüderliche Gesellschaft der Ritterschaft des hl. Georg” in Ungarn; nächstältester Orden ist der des Bandes in Kastilien-Leon (1330 gegründet bis etwa 1470). ßltester noch existierender Orden ist die “Gesellschaft des hl. Georg” (besser bekannt als Hosenbandorden) in England, gegründet 1344/49. Weitere ausführlich behandelte Orden (in Klammern jeweils die Existenzzeit) u.a.: Die Kompagnie unserer Frau vom Edlen Hause (Kampagnie des Sterns) - Frankreich 1344/52-1364/80? Die Kompagnie des Heiligen Geistes vom Rechten Wollen (Kompagnie des Knotens) - Festländisches Sizilien (Neapel) 1352/3-1362? Der Schwertorden - Zypern 1347/59-1489? Der Halskragenorden (seit 1519: Orden der Verkündigung unserer Frau) - Savoyen 1364? bis heute; Die Unternehmung der Ritter des hl. Georg - Aragon 1371/9-1410? Der Orden des goldenen Vlieses - Burgund und die Niederlande 1430/31 bis heute; Der Orden des Erzengels Michael - Frankreiche 1469-1790. Nach der - angesichts der vielen Einzelfakten zugegebenermaßen etwas mühsamen - Lektüre bleibt kaum eine Frage unbeantwortet!
mit besten Grüßen und Wünschen Nikolaj aka Argl. Rhisiart ap Maredudd

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Eintrag #21 vom 18. Okt. 2000 23:12 Uhr Alexander Melis  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Melis eine Nachricht zu schreiben.

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Weiss jemand etwas näheres über die in Nr.14 genannte “Compagnia della buona morte” Habe die mal in einem antiquarischen Buch über Waffen- und Rüstkunde gesehen, aber aufgrund des dort dargestellten Wappens (Piratenähnlicher Totenkopf mit gekreuzten Knochen) eher als Phantasieprodukt angesehen. Wenn ich mich recht entsinne, soll das wohl ein Söldnerhaufen aus Italien gegen Ende des 13.Jhdt. gewesen sein. Gruß euch allen Alex Melis

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Eintrag #22 vom 19. Okt. 2000 11:45 Uhr Udo Brühe   Nachricht

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Alexander, das war die “Compagnia dell buono morte” oder so ähnlich und kein Söldnerhaufen, sondern ein Bund gegründet von italienischen Rittern, die sich dem Kampfe gegen den Kaiser verschrieben haben. Soviel weiß ich gerade auswendig, näheres müsste ich nachlesen.
Udo

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Eintrag #23 vom 20. Okt. 2000 07:56 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

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Schön, Nikolaj, der Begriff “nicht-monastische Orden” gefällt mir auch besser. In der Karfunkel inseriert ja seit geraumer Zeit ein Orden Namens Ordre Equestre du Saint Sauveur de Mont Réal. Ich bin jetzt mal auf Ihrer Homepage gewesen: www.oessm.de/index.html Kurzer Auszug aus ihrer Geschichte, vollständig auf der Homepage einzusehen: Gracie-Ximenes, der von Dankbarkeit erfüllt war, gründete im Jahre 871 zum Gedenken an dieses Ereignis, unterstützt von seinen Helden und den Geistlichen die Saint-Milice du Chene, die er unter den Schutz von Jesus Christus und der Heiligen Mutter stellte. Dies ist das erste Mal, da sich eine ritterliche Vereinigung gründet, die Regeln und Statuten erhält und durch sie strukturiert wird und die von einem Kollegium aus neun Helden geleitet wird. Das charakteristische Merkmal der Ritter der Eiche bestand aus einer dreifachen Goldkette, die ein Kreuz mit Tierköpfen stützt. Der Orden ließ sich in einer Klosterfestung nieder die den Namen Luz (Licht ) trug. Die Könige von Navarra behielten die Herrschaft über den Orden. Im Jahre 1104 bestieg Alphonse I, auch der Kämpfer genannt, den Thron als König von Aragonien und Navarra und nannte sich Herrscher über Spanien und der sicherlich einer der größten Herrscher über die Iberische Halbinsel war. Als großer Bewunderer von Saint-Bernard wünschte er sich sehr, daß die Ordensregeln des Ordre du Chaine sich weiterentwickeln und vom neuen Zisterziensertum inspiriert werden. In den Jahren zwischen 1118 und 1128 veränderte sich vieles, der Orden verlor seinen Namen und wurde zur Milice du Christ und schlielich zum Ordre du Saint Sauveur de Mont Réal. Die Benennung nach dem Saint Sauveur läßt sich höchstwahrscheinlich auf die Tatsache zurückführen, daß die Residenz der Ritter sich im Schatten des Klosters des Saint Sauveur de Lyre befand. Schon 1129 wurde der Orden durch den Erzbischof von Auch, Monseigneur Guillaume, durch einen konstituierenden Hirtenbrief eingesegnet. Der Orden wurde von Papst Jean XXII gesegnet. Nach der Aufölsung des Tempels von Jerusalem empfing Don Pedro III Giron y Venez in Mont Réal mehrere Tempelherren. Der Orden bestand weiterhin in Spanien und nahm ruhmreich an praktisch allen Schlachten der Rückeroberung teil. Don Rodrigo starb 1507 in Ryssel und hinterließ die Führung seinem Sohn Don Alonzo und unter seiner Führung wurde der Orden ein Hospizorden, mehr ein geistiger Orden als ein militärischer. Um 1512 wurden die Ritter des Saint Sauveur angehalten Wehrgehänge zu tragen, aus Samt in leuchtendem Rot bestickt mit dem goldenen Kreuz bei allen Festlichkeiten. Demnach wäre dieser Orden ja sogar älter als die Johanniter (was ja schon mal nicht angehen kann *gr.*). Ich bin ja eher skeptisch und vermute, daß hier wieder eine mehr oder weniger konstruierte Gründungsvorverlegung stattfindet, die ja sehr beliebt ist (siehe mein Eintrag 15). Aber vielleicht weiß da einer mehr? Joachim - I.G. Hospitalis

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Eintrag #24 vom 10. Mai. 2001 07:52 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

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Habe noch etwas recherchiert. Als ältesten fürstlichen Ritterorden fand ich Alfons XI Orden von der Schärpe um 1330 (glaube, den hatten wir hier auch schon). Auf das gleiche Jahr ist eine Rittergesellschaft (kein Orden) datiert, die sich “Narrenorden” nannte. Diese Rittergesellschaften kamen besonders oft in Deutschland vor. Sie gehen vermutlich aus den sogenannten Turniergesellschaften des HMA als Vorbild. Auch orientierte man sich an vielen Regeln der Laienbrüderschaften des 13. Jh. Gefunden habe ich ferner eine Ritterbruderschaft von 1326 bei Avignon, dieser Zusammenschluß basierte auf Eiden der Ritter untereinander. Also keine früheren weltlichen Ritterorden, wohl aber ritterliche Verbindungen verschiedener Art. Hoffe, weitergeholfen zu haben. Joachim

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Eintrag #25 vom 03. Nov. 2001 11:12 Uhr Wolfgang Weber  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Wolfgang Weber eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Symbolisches in der Gruendung des "Ordens vom Goldenen Vlies"

Dem Werk “Karl der Kuehne” von Klaus Schelle (Magnus-Verlag Essen, ohne Jahreszahl, pp.48-49)entnehme ich, dass der Gruender des Ordens, Herzog Philipp der Gute von Burgund, diesen Orden anlaesslich seiner Hochzeit mit seiner 3. Ehefrau (Isabella von Portugal) am 10.1.1430 (1429) gestiftet hat. Er ist selbst 1. Grossmeister, wie dann spaeter auch der dieser Ehe entspringende Karl der Kuehne, durch dessen Schwiegersohn, den spaeteren Kaiser Maximilian I. der Orden an Habsburg uebergeht.
Der Orden (zunaechst 31 Mitglieder, spaeter durch Kaiser Karl V. auf ueber 50 Mitglieder angehoben) strebt bewusst eine Bindung an Burgund an, wobei auch auslaendische Fuersten in das erlauchte Gremium berufen werden. Der Orden hat einen grossen Apparat von Beamten: Kanzler, Schatzmeister, Sekretaer, Wappenkoenig mit einem Stab von Herolden usw. Die Ordenskette zeigt Feuerstein und Feuerstahl, die Symbole Philipps, das Ordenszeichen ist ein goldenes Widderfell unter einem Feuerstein. Der Orden ist der Heiligen Jungfrau und dem Heiligen Andreas gewidmet.
Das Ordenszeichen sei nicht etwa das Goldene Vlies der Argonautensage, da Jason ja nicht gerade ein einwandfreier Held gewesen sei. Man haette das damals als politische Symbolik fuer die feindselige Haltung Burgunds gegenueber dem Koenig von Frankreich interpretieren koennen. Deshalb beeilte sich der Ordenskanzler, Bischof Jean Germain von Chalon, der Gruendung sogleich eine biblische Interpretation des Vlieses als das in der Geschichte Gideons auftauchende Vlies nachzuschicken. Sein Nachfolger Bischoff Guillaume Filastre, findet sogar noch 4 weitere Vliese in der Bibel (J. Huizinga, Herbst des Mittelalters).
Nach Ansicht des Autors Schelle habe es sich beim Symbol dieser Ordensschoepfung auch um eine Verneigung vor der “goldenen” Wolle der flaemischen Schafsherden und ihren den Reichtum Burgunds begruendenden edlen Stoffen gehandelt, wobei die sagenhafte Eigenschaft von Lammfellen umschlossen worden sei, beim Goldwaschen in fliessenden Gewaessern Goldteilchen aufzufangen.
Spekulation? Jedenfalls suche ich bei Huizinga weiter, ob ich da noch weitere Vliese finde, die es erlauben, auf das Vlies der Argonauten als Symbol-Basis dieses Ordens zu verzichten.
Gruss, ww

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Eintrag #26 vom 14. Nov. 2001 18:18 Uhr Wolfgang Weber  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Wolfgang Weber eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Vlies im "Orden zum Goldenen Vlies"

Ergaenzung meiner Eintragung “Orden zum Goldenen Vlies”
……………………………….
Selbst die ausgezeichnete Ausstellung “Georgien, Schaetze aus dem Land des Goldenen Vlies”, die das Deutsche Bergbaumuseum, Bochum seit Ende Oktober 2001 fuer einige Wochen unter hoher Schirmherrschaft beider Staatspraesidenten durchfuehrt, meint, Georgien, also das Kolchis der Antike und so auch der Argonauten mit dem dort entwendeten Goldenen Vlies verbinden zu duerfen, das der Gruendung des Ordens vom Goldenen Vlies durch den Vater Karls des Kuehnen, Philipp von Burgund zugrunde lag.
Man studiere Johan Huizinga “Herbst des Mittelalters”, das sich auch der Gruendung solcher Buende zuwendet und konstatiert, schon der erste Ordenskanzler habe die Bedeutung dieses Vlieses als das des im Buch RICHTER 6, 37 benannten Vlieses (Gideons) betont, da Jason ja als Treuebruechicher kaum geehrt worden sei, wohl aber das Vlies Gideons als besonders treffendes Symbol der Befruchtung von Marias Schoss die treffliche Gruendungsidee sei.
Bischof Fillastre, als der naechste Ordenskanzler hat dann 4 weitere Nennungen eines Vlies in der Bibel genannt, die man als Basis des Ordens betrachten koennte. Hier nur Zitate:
1. Mose 30, 32;
2. Koen. 3,4(schwer nachvollziehbar);
Hiob 31,20 (wenig aussagekraeftig);
Psalm 71,6 (Luther:72,6)(kaum glaubwuerdige Basis)
Zu Idee des Ritters und zu solchen Ritterorden ist Huizinga aber m.E. lesenswerter als mancher neuere historische Beitrag.
Gruss, ww

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Eintrag #27 vom 18. Feb. 2009 23:32 Uhr Christoph Kolter   Nachricht

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Der drachenorden der vermutlich schon 1396,offiziell 1408 von König Sigismund und seiner Frau Barbara von cilli gegründet worden ist war in erster Linie ein christlicher Orden ( zum Schutze des Christentums ) und damit gegen den Islam ( Osmanen ).
Der König nam in in sin rat und gap im sin geselschaft, das was ein lintworm, hing an eim cruz , daz waz also
gestalt: du solt wissen, wem er das gapm dem hette er sunderlich liebe bewiset:…uf dem selben cruz stunt
geschriben: ´o quam misericors est deus´ noch der lenge, noch der zwerch ´justus et pius`, das sprichet zu
Dutsch ò wie barmherzig ist got und so milt`. der worent aber nit me danne vierundzwenzig, die das cruz und
den lintworm allein mit im trugent daran, ir worent aber vil, die den wurm allein trügent: in allen landen er in
geben hette allein one das cruz. (10)
diese stelle beweist das . denke ich zumindest.Alle Mitglieder dieses Ordens waren aber vom König ( später Kaiser ) ausgewählt und damit hat sich ein enger kreis gebildet der salopp gesprochen einiges mit der “Tafelrunde König Arthus´s ” gemein gehabt haben könnte.
Wenn Ihr mehr wissen wollt kann ich euch behilflich sein.
credere et agere
christoph

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