Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Noch ein Neuling, der Hilfe sucht

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Eintrag #1 vom 06. Apr. 2008 22:56 Uhr Tanja (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Tanja eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
da ich absoluter Neuling auf diesem Gebiet bin, bin ich auf der Suche nach ein wenig praxisnaher Hilfe. Ich möchte mir für Mittelaltermärkte u.ä. ein Gewand nähen. Das soll und kann nicht 100%tig authentisch sein, aber ich will mich auch nicht blamieren.
Zeitlich äuge ich in Richtung Spätmittelalter. Mich auf einen Beruf festzulegen erscheint mir im Moment nicht sinnvoll, ich tendiere zur Bürgerschicht, da der Adel wohl ein wenig aufwendig darzustellen ist. Kann ich da Tütenärmel tragen (die gefallen mir einfach rein optisch)? Ich möchte mir ein Unterkleid aus ungebleichten Leinen (orientierend am Tunikaschnitt?) und ein Oberkleid aus Wolle (da Leinen anscheinend nicht angebracht ist) machen, vllt. in der Farbe blau. Dazu brettchengewebte Borte und Gürtel (falls ich in die Technik einsteigen kann), Gürteltasche und Schleier mit Schapel (später). Kann ich das Oberkleid seitlich auf die Figur schnüren? Schuhe werde ich wohl erstmal improvisieren (man muss es am Anfang ja nicht übertreiben).
Kennt jemand ein Originalbild, das meiner Beschreibung entspricht oder bin ich meilenweit vom Ziel entfernt?
In der Hoffnung, dass mir jemand helfen kann,
Tanja

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Eintrag #2 vom 07. Apr. 2008 02:05 Uhr Andreas Pilz   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Damit du vernünftige Aussagen erhälst..

Solltest du deine Darstellung genauer konkretisieren. Sprich schon den genauen Stand und einen möglichst engen Zeitrahmen einzuengen. Schau dir alleine die Mode des letzten Jahrhunderts ist (von dem du wahrscheinlich selbst ein wenig mitbekommen hast ;)) und wie groß da die modischen Geschmäcker innerhalb weniger Jahre geänert haben..

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Eintrag #3 vom 07. Apr. 2008 03:47 Uhr Dorothee (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Dorothee eine Nachricht zu schreiben.

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…der ich selber bin, empfehle ich
www.tempora-nostra.de
Oder die Suchfunktion in diesem Forum.
Lotta

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Eintrag #4 vom 07. Apr. 2008 08:19 Uhr Laura (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Laura eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht ganz knapp

Hallo Tanja,
die Tipps waren soweit sehr nützlich und sinnvoll, aber ich dachte ich beantworte dir deine Frage mal ganz knapp. Das ist natürlich nicht vollständig, schon weil sich auch innerhalb des Spätmittelalters die Mode deutlich verändert hat und auch regionale Unterschiede bestehen.
Ich stelle mir unter “Spätmittelalter” Ende des 15. Jhd vor und beziehe mich auf den Süddeutschen Raum.
Für die Zeit um 1400, den norddeutschen Raum, Burgund etc. gibt es andere die sich besser auskennen.
–Tütenärmel tragen
Fürs Spätmittelalter sind Tütenärmel wie du sie dir vermutlich vorstellst nicht richtig.
–Unterkleid aus ungebleichten Leinen (Tunikaschnitt?) Ich nehme an du meinst ein Hemd? Das muss nicht unbedingt ungebleicht sein. Das hängt stark vom Stand ab.
Mit einem einfachen Unterhemd aus hellem Leinen im Tunikaschnitt machst du nix falsch. Kappnähte wären nicht schlecht und tu dir einen Gefallen und mach es nur Knöchel bis wadenlang…
–und ein Oberkleid aus Wolle, vllt. in der Farbe blau.
soweit ok. vielleicht besser kein dunkelblau wählen
–Dazu brettchengewebte Borte und Gürtel
Im Spätmittelalter sind Verziehrungen mit Brettchenborten nicht gut. Vorsicht generell bei Brettchenborte. das meiste was du vermutlich bis jetzt gesehen hast ist für keine Zeit korrekt (bis auf die heutige)
–Gürteltasche
Vorsicht. diese Ledertaschen die mit 2 Schlaufen am Gürtel hängen und nierenförmig sind, sind reine “Männertaschen”. Für Frauen gibt es Beutelchen, die dann tiefer hängen..
–Schleier mit Schapel
Es gibt unglaublich viele Kopfbedeckungen im Spämi, aber die einfache “Tuch mit Reif drüber” -Version ist irgendwie nicht mehr modern. Es gibt Kopfbedeckungen, die besser zur Zeit passen.
Verschiebe die Kopfbedeckung nicht auf “Später”. Es ist ein wichtiger Bestandteil der Kleidung. Ohne siehst du nur schlecht verkleidet aus.
–Oberkleid seitlich auf die Figur schnüren?
Da gibt es Abbildungen von, aber der Verschluss vorne ist für “meine” Zeit üblicher.
ausserdem: das Kleid nicht nur auf Figur schnüren, sondern auch figurbetont nähen… aber keine Brustabnäher!
–Schuhe improvisieren
würde ich nicht tun. das sieht dann (wie “keine Kopfbedeckung”)nach einer schlechten Verkleidung aus. Es gibt mittlerweile sehr brauchbare, günstige Schuhe die sogar korrekt und Wendegenäht sind. Reenactor sind wie Personalchefs -die gucken dir zuerst auf die Schuhe, wenn sie deine “Gewandung” beurteilen. Wenn du dich also nicht lächerlich machen willst: hier ein bißchen investieren!
Das ganze gilt erstmal nur für die 2. Hälfte des 15.jhd. anfand des 15. Jhd und vor 1400 sieht das womöglich alles ganz anders aus.
Vielleicht ist es sinnvoll sich mal ein paar Gemälde aus unterscheidlichen Zeiten anzugucken, damit du jeweils ein Gefühl für den Stil bekommst. So findest du heraus was die optisch am meisten gefällt.
Grundlegende Tipps zu Kopfbedeckung und “richtige Schuhe” gelten allerdings für alle Zeiten.
Ich hoffe es hilft dir weiter.
Du kannst mich gerne auch per Mail oder im Chat ansprechen.
Gruß,
Laura

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Eintrag #5 vom 07. Apr. 2008 09:37 Uhr Dirk (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Dirk eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Adel 12jhdt

das was du so beschreibst passt ins 12 jhdt, und dort zum Adel, bis auf die gürteltasche
bacm.creditmutuel.fr/images.asp?image=IMG00034_5m.jpg
das hemd definitiv gebleichtes leinen,
und bitte tu dir und uns einen gefallen such dir den richtigen schnitt fürs bliaut und nicht das was so an marktkleidern verkauft wird (nen bliaut wirft durch die schnürung falten und es soll auch so sein)
für schleier und schapel gilt was bereits oben steht

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Eintrag #6 vom 07. Apr. 2008 09:49 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Einstieg

Servus,
Auch wenn ich dazusagen muss, dass diese Bücher _nicht_ absolut verlässlich sind und 1:1 nachgemacht werden dürfen, empfehle ich zum Einstieg diese hier:
www.diu-minnezit.de/buecher.php?[…]
Das Spätmittelalter ist lang, 250 Jahre, da hat sich extrem viel getan, und auch der Begriff “Bürgerin” ist sehr dehnbar.
Das vermutlich beste ist, Du besorgst/leihst/kaufst Dir erst etwas Literatur für den ßberblick, liesst hier im Forum mal quer, schaust dir die eine oder andere Gruppenseite an, die auch wirklich sich bei einem Zeitfenster so sehr festgelegt haben, dass man einen Eindruck von dieser gewinnen kann, und wenn Du Dich entschieden hast, informierst Du dich im Detail über die Kleidung; hierzu gibt es hier ja bereits viele Threads, genaues kannst Du ja dann erfragen.
Und wenn, dann empfehle ich den einfachstmöglichsten Einstieg: also einfachste Kleidung der jeweiligen Zeit in wenig aufwändigen Farben, ohne Verzierungen, darauf kannst Du dann, wenn Du mehr Bescheid weisst, aufbauen.
Dringend abraten möchte ich davon, gleich spezialisiert und in höheren Gefilden einzusteigen (deswegen schonmal sehr gut, dass Du Adel ausschliesst, aber das gilt für einige Teile des Bürgertums genauso).
Das klingt jetzt zwar nicht so produktiv, aber wen es was gescheites werden soll, geht es eben nur, wenn Du Dir einen besseren ßberblick verschaffst, da man dann erst auf Detailfragen eingehen kann.

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Eintrag #7 vom 07. Apr. 2008 15:46 Uhr Tanja (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Tanja eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Danke

Vielen Dank erstmal für eure schnellen Antworten. Ich hab schon weitergelesen und gebe zu (*Asche auf mein Haupt*), dass ich mich mit dem Spätmittelalter vertan habe und 12. Jahrhundert eher hinkommt. Mir ist bewusst, dass meine Angaben sehr dehnbar sind, aber zu meiner Motivation: Ich will, wenn ich das mal so ausdrücken darf, skizzieren und kein ßlgemälde malen (oder: knipsen und nicht fotografieren) - also einfach und nichts Kompliziertes. Für diejenigen, die Reenactment als ernsthaftes Hobby betreiben, wird das vllt. schwer zu verstehen sein, aber ich möchte eine “grundlegende” Ausstattung für vllt. 5 Wochenenden im Jahr, vorwiegend für die hier nicht ganz so beliebten Mittelaltermärkte. Ich bin dankbar für weitere Hinweise, wie z.B. Beutel statt Gürteltasche (appropos: hat jemand ne Bauanleitung?).

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Eintrag #8 vom 07. Apr. 2008 15:52 Uhr Tanja (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Tanja eine Nachricht zu schreiben.

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Hat jemand einen Tipp für den “richtigen Schnitt fürs Bliaut” Und auch für Schleier und Schapel (“Tuch mit Reif drüber” reicht völlig)?

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Eintrag #9 vom 07. Apr. 2008 16:15 Uhr Tanja (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Tanja eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Noch eine Frage

Was haltet ihr von dem Bild der Frau auf dem Cover des Buches “Kleidung und Waffen der Früh- und Hochgotik” von Lehnart (das im übrigen anscheinend nicht mehr zu kaufen ist :( )?
MfG Tanja

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Eintrag #10 vom 21. Aug. 2008 16:41 Uhr Karoline Brunow  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Karoline Brunow eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Tuch mit Reif drüber ...

Prinzipiell reicht das schon… Damit’s schöner aussieht, sollte das Tuch aus sehr feinem Leinen sein und ehre eine ovale, oder runde Form haben, ohne Ecken. Der Reif, also das Schapel, war bei Frauen eher aus Stoff, oder Borte. Ohne den Schleier wurde es auch von unverheirateten Jungfrauen getragen, aber ständemäßig ist die Kombi Schleier-Schapel auch nur für den verheirateten Adel bekannt.

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Eintrag #11 vom 21. Aug. 2008 18:19 Uhr astrid hornig  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um astrid hornig eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Schuhe für Einsteiger

Hallo Tanja,
zum Thema Schuhe für Einsteiger kann ich Dir Christian Pohen empfehlen (www.historische-lederarbeiten.de).
Er hat wendegenähte Schuhe nach Funden vieler verschiedener Epochen im Programm, und man bekommt dort ein Paar Schuhe schon so ab etwa 50,- Euro (gut, die werden in Indien genäht und sind nicht die wahnsinnige Qualität, aber für das Geld ist es o.k.).
Das ist eine gute Sache für den Anfang, denn wie vorhin schon jemand schrieb:
falsche Schuhe machen Dir den Gesamteindruck echt kaputt.
Gruß,
Astrid

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Eintrag #12 vom 25. Aug. 2008 22:56 Uhr Birgit (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Birgit eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Lieber nicht

Wenn ich mir die Abbildungen des Horts Deliciarium so ansehe.
Hab ich eher den Verdacht, das die Damen im Bliaut, junge unverheiratete Frauen sind.
Keine von ihnen hat eine Kopfbedeckung auf.
Beim Bliaut würde ich eher auf eine gepflegte Frisur achten.
(Ich hoffe deine Haare sind etwas länger?)
Z.B. Zwei geflochtene Strähnen die das Gesicht einrahmen.
Weder im Evangeliar Heinrichs des Löwen noch im Hortus Deliciarium oder in der Topografia Hibernia(ok, das ist eher für meinen Abschnitt des 12.Jhds wichtig) sind mir Schapel in Erinnerung.
Nur zu meiner Aufklärung, wo ist den die Quelle für den Schapel im 12.Jhd?(Ich höre das immer wieder, kann aber nie eine Abbildung zuordnen.)
Coife und “Pilgerschleier” sagen mir was für den Zeitabschnitt.
Aber Schapel und Schleier ordne ich inzwischen mehr in Richtung 13.Jhd.
LG
Birgit
Man lernt nie aus…

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