Gott zum Grusse ! Es ist korrekt das Phillip vorzeitig abgereist ist. Es ging viel mehr um Phillips Unterhändler. Name ist mir leider entfallen. er wurde später durch Assasinen gemeuchelt. Ich suche die Quelle heute Abend raus. Es gibt aber noch ein Beispiel für eine Nmensverleihung durch den Gegner man denke nur Rodrigos Beinamen “El Cid” Der Herr welcher ihm von seinen Gegnern verliehen wurde. Ulrich von Erckerode “der flinke”
Grüß dich, Ulrich Aus welcher Quelle hast du das mit den Saladin-Philipp August-Friedensverhandlungen ? Philipp August verließ Akkon am 1.August 1191, die Hinrichtungen begannen aber erst am 20. Meines Wissens waren die Gefangenen die Richard nach der ßbergabe von Akkon hinrichten ließ eigentlich Geiseln die Saladin hinterlassen hatte um den sicheren Abzug seiner Garnison zu gewährleisten. Richard ließ sie hinrichten weil Saladin die vereinbarte ßbergabe der christlichen Gefangenen und des Heiligen Kreuzes, daß vorher aus Akkon entfrernt worden war, immer wieder hinauszögerte. Es gibt ein guten Link dazu, der ßbersetzungen von Originaldokumenten beeinhaltet: www.fordham.edu/halsall/sbook1k.html#The Third Crusade Daß schmeichelnde Beinamen vom Gegner verliehen wurden dürfte eher eine große Ausnahme gewesen sein, da es der Moral der Truppe wohl eher geschadet hat dem Heerführer der Gegenpartei in den Himmel zu heben. Gruß
Nikolaus ------ a.k.a. ------ Dietrich von Aggstein
Gott zum Grusse ! Der Beiname Richards rührte auf keinen Fall von seiner Grausamkeit her. Er bekam Ihn relativ früh (vor dem 3. Kreuzzug) durch die Auseiandersetzung mit seinem Vater und seinen Brüdern auf den Schlachtfeldern Frankreichs. Er war schon seit frühster Jugend aktiver und mutiger Kämpfer. Die einzige Grausamkeit die er begangen hatte rührt von einem Vorfall bei der Eroberung Akkons her. Dort lies er 3000 Gefangene (Männer , Greise , Frauen und Kinder) in einem Massaker das 3 Tage dauerte vor Saladins Augen hinrichten. Aber nur weil der französiche Gesandte mit Saladin über einen seperat Frieden verhandelte. Eine weitere Geschichte rankt sich um seine Person die ebenfalls in Akkon oder Tyros spielte. Richard und ungefähr 100 seiner getreuen gingen in Akkon an Land , das von Saladins Truppen seit ein paar Monaten belagert wurde. Er griff mit seiner Schar über 2000 von Saladins Kämpfer an und schlug sie in die Flucht. Die Wahrheit ist das Saladin den Befehl ausgegeben hatte Richard kein Haar zu krümmen. Ich denke auch das diese Beinamen von Gegnern verliehen wurden. Man denke nur an Rommels Beinamen “Der Wüchstenfuchs” welcher von Montgommery geschaffen wurde. Ulrich von Erckenrode
Tag zusammen, die Beinamen (wie z.b. Karl der Kahle oder Leopold der Heilige) wurden in den meisten Fällen erst von späteren Generation sozusagen posthum verliehen, waren zu der Zeit der bezeichneten Personen als nicht gebräuchlich. Bei den Kriegsnamen sieht es anders aus, die entstanden aufgrund besonderer Ereignisse im Leben desjenigen. Mir fällt dazu Robert Guiscard, den sie “den Fuchs” nannten, wahrscheinlich weil er als schlau und verschlagen galt. Ameli, Die Behauptung in dem Buch, daß Richard I “Löwenherz” seinen Kriegsnamen von der gequälten Jerusalemer Bevölkerung erhielt, halt ich für sehr zweifelhaft, schließlich war dieser Führer des 3. Kreuzzuges und hat Jerusalem nie erobert, er erhielt einzig und allein Zugangsrecht zur Heiligen Stadt aufgrund des Vertrages mit Saladin. Ob er bei seinem Besuch in einer eigentlich feindlichen Stadt “grausam” war wage ich zu bezweifeln ;-). Meines Erachtens nach dürfte der Name auf auf sein Wappen (drei goldene Löwen auf Rot), auf seine als Wagemut ausgelegte hohe Gewaltbereitschaft und die Idealisierung des Löwen als Sinnbild des Mutes zurückzuführen sein. Gruß
Nikolaus ------ a.k.a. ------ Dietrich von Aggstein
Moin alle! Hartmut, könnte Dein Hobbitdorf von Dänen gegründet worden sein? Da gabs doch mal einen König namens Harald Schönhaar? War nicht ernstgemeint, war nicht ernst gemeint, nicht schlagen, aua… Aber ernsthaft, Spitznamen wurden selten von ihren Trägern selbst aufgebracht. Meist beschrieben sie eine physische oder psychische Abweichung von der Norm oder dem Ideal, die/das mit dem vertretenen Rang verbunden wurde. Siehe Wikinger. Harald Blauzahn erhielt seinen Namen wegen seiner schlechten Zähne- ein optisches Abweichen vom Idealbild eines Königs, das aber nichts über seine sonstigen Fähigkeiten aussagt. Sein Sohn Sven Gabelbart soll (!) durch seine auffällige Barttracht allerdings selbst aktiv an der Namensfindung beteiligt gewesen sein, damit keiner einen Spitznamen aus seinem kleinen Wuchs und seinen hervorquellenden Augen bildete- “Sven Fischauge”, “Sven der Zwerg” oder ähnliches wäre wenig schmeichelhaft gewesen. Daß Erik der Rote so genannt wurde, dürfte anzeigen, daß entgegen moderner Mythenbildung rotes Haar nicht zum Alltäglichen zählte. Rollo erhielt den Beinamen “der Geher”, weil sich wegen der Länge seiner Beine kein angemessenes Pferd für ihn finden ließ. Was das frühe Mittelalter angeht, meine ich gelesen zu haben, daß für Herrscher noch immer Reste der Maßstäbe früherer Zeit angelegt wurden, ein Herrscher idealerweise also schlank, athletisch, stark zu sein hatte und einen angemessenen Haarwuchs aufzuweisen hatte (“Die Kraft liegt in den Haaren”, ein nettes zusammentreffen heidnischer Traditionen mit der biblischen Geschichte von Samson und Delilah). Das heißt, Karl der Kahle mußte nicht unbedingt eine Vollpläte aufgewiesen haben, und Otto der Dicke mußte nicht unbedingt chronisches ßbergewicht gehabt haben. Für die Beinamen hätten Geheimratsecken, bzw. ein leichter Bierspoiler bereits ausgereicht. Ob die Namen nun allerdings von Freund oder von Feind verliehen wurden, ob oder wie sie von ihrem Träger angenommen wurden oder nicht, läßt sich nicht immer genau sagen. Meist beschrieben sie eine Besonderheit ihres Trägers, die augenfällig genug war, um einen Beinamen zu rechtfertigen und so eine “Schwäche” zu einem “Markenzeichen” zu machen. Harald Blauzahn z.B. soll um sein fauliges Gebiß einen regelrechten Kult gemacht haben. Was die sarazenischen Ehrentitel für besonders “tüchtige” Kreuzfahrer angeht- wer adoptiert nicht gerne einen Namen, unter dem er vom Gegner gefürchtet oder zumindest respektiert wird, und sei es bloß mit ironischem Unterton? In anderen Threads wurde bereits darüber diskutiert, ob und wer denn jetzt nun zum A-Papst oder A-Sheriff ausgerufen wird;o) Anders liegen die Dinge bei Ehrentiteln von Chronisten, die ja meist im Auftrag schrieben. Wäre Karl nicht so erfolgreich gewesen, wäe er als “Sachsenschlächter” oder “der Machtgierige” o.ß. Episode geblieben. So blieb er uns als “der Große” erhalten. Ob Philipp der Gute gut zu seiner Bevölkerung war, zu seinen Hofleuten oder nur seinen Chronisten gut bezahlte, vermag ich jetzt nicht zu sagen, aber interessieren würde es mich schon. Hiermit zur Diskussion freigegeben. Gruß Ivo
Mhh, ist das ein Kriegsnahmenthema?? Mir fallen folgende aus “meiner” Epoche ein: Karl “der Kühne” von Burgund (starb 1476 durch Halmbarte in Nancy) König Ludwig der 11. von Frankreich, genannt “die universelle Spinne” (Widersacher von Karlchen dem Kühnen) Graf Eberhard “im Barte” von Würtemberg (ihm erstellte Hans Thalhoffer DAS BUCH 1467) Graf Eberhard “der Greiner” (der Streitsüchtige) von Würtemberg (sein Sohn starb in der Schlacht von Döffingen 1388). Eigenschaften und Merkmale wurden zu Beinahmen, ja. Und das wohl recht häufig. Viele Familiennahmen, auch der “kleinen Leute” basieren auf Merkmalen und Eigenschaften und auf Berufsbezeichnungen und auf geografische Herkunft. Zu Merkmalen gibts hier aus der Region von Esslingen und Nürtingen was luschtiges, gell. Ein Dorf, Oberbohingen. Dort heißen viele Familien Schönhaar oder Kraushaar oder Glatthaar oder sonstwie-haar. Hört sich fast wie ein ehemaliges Hobbitdorf an. Gute Nacht, Hartmut “der müde Schnarcher”
Hallo Leute! In meiner Familie sagt man, daß der Stammname Reck von unserem Urahnen, dem Hauptmann und späteren ersten Freiherrn Gustav der Recke, herkommt. Sicher ist dies auch ein “Spitzname”. Ob dies aber wegen hohem Wuchs oder großer Tapferkeit her gründet, weiß ich nicht. Chatillon hatte auf jeden Fall zwei Spitznamen, einmal den von den Christen und einmal von den Sarazenen. Der u. g. ist der Christliche, der aber später durch den viel negativeren, sarazenischen Namen abgelöst wurde. Dieser fällt mir z. Z. aber nicht ein, sorry. Gruß v. Arlen
Hallo, zwei Infos zu diesem Thema: im angelsächsischen Raum wurden oft “Kriegsnamen” verwendet, die auch den militärischen Rang ausdrückten. So gehen einige Forscher auf der Suche nach dem historischen Artus davon aus, daß es sich um den Kriegsnamen eines Heerführers handelt, der aus arth = walisisch “Bär” und ursus = lateinisch “Bär” zusammengesetzt ist. Und damit sind sie einem walisischen Krieger auf die Spur gekommen (Owain Ddantgwyn), dessen Lebensgeschichte sich mit den Eckdaten der Artussage deckt. Und dann gibt es zahlreiche Erklärungen zu den Beinamen in dem Buch “War Karl der Kahle wirklich kahl?” (Taschenbuch). Da ist z.B. auch erklärt warum Richard I. “Löwenherz” genannt wurde. Wegen seiner Grausamkeit der Bevölkerung Jerusalems gegenüber! Der Name Löwenherz wurde ihm daraufhin von den Sarazenen verliehen. Und jetzt gibt´s gleich Haue, weil ich das Buch nicht im Recherche-Thread untergebracht habe … ist mir aber erst eben eingefallen…. deckungsuchend
Ah! Gut, den kannte ich noch nicht…weiß sonst noch jemand etwas genaueres? Wurden diese “Spitznamen” von Freund oder von Feind vergeben? Scheint ja wirklich kaum Info zu diesem Thema zusammen zu kommen…woran liegt´s? Gruß Andreas
Hallo liebe Gemeinde, ich lese hin und wieder etwas über den “nom de guerre”, den Kriegsnamen von Rittern und sonstigen Atelichen z.B. auf Kreuzzügen. Allerdings bin ich auf diesen “Zweitnamen” bisher nur in Romanen gestoßen. Weiß jemand mehr darüber? War dieser “nom de guerre” tatsächlich üblich? Wenn ja wann (in welchem Zeitraum) und wie (aus welchem Grund) kommt es zu dieser Angewohnheit…? In diesem Zusammenhang würde mich auch interessieren, inwiefern u.U. Wappenfarben im Kriegsfalle abgeändert wurden zu sogenannten “Kriegsfarben”. Die Johanniter trugen ja im Kriegsfalle Rot mit weissem Balkenkreuz im Gegensatz zum “normalen” Schwarz mit weißem Zipfelkreuz. Das waren ihre sogenannten Kriegsfarben, die Genehmigung hierzu erhielten sie vom Papst persönlich. Wie war das bei weltlichen Herrschern? Gab es da ähnliche Vorgehensweise und wurden in solchen Fällen evtl. sogar die üblichen Regeln der Heraldik gebeugt (oder gar gebrochen)? Gespannt, Andreas