Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Normannen und Körperschmuck

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Eintrag #1 vom 31. Mai. 2007 19:14 Uhr Stefan Krug  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Stefan Krug eine Nachricht zu schreiben.

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Moin allerseits,
ich bin, wie zu vermuten ist, neu in euren Kreisen und das, obwohl ich mich schon längere Zeit mit dem Mittelalter und natürlich auch dem Fantasy-Genre beschäftige. Mittelaltermärkte sind mir wohlbekannt und ich bin dort zur Zeit auch in “mittelalterlich angehauchter” Kleidung unterwegs. (Welche jedoch keinesfalls Anspruch auf das niedliche A-Wort erhebt, sondern eher eine Mischung aus dem MA-Flair und meiner sonstiger Kleidung ist ;) )
Mein Ziel ist es jedoch, mich in absehbarer Ferne in nahezu authentischer Kleidung und Rüstung zu bewegen, was jedoch einige schwerwiegende und weniger schwerwiegende Fragen aufwirft.
Wunschzeit ist die Mitte des 12. Jahrhunderts und darstellen würde ich einen normannischen Fußsoldat. (Details wie “unter wessen Befehl” usw. werde ich noch später detailliert klären) Schild ist in Planung, Kleidung wird nach und nach per Hand genäht, das Kettenhemdflechten und Zelt-basteln ist für den Winter geplant und Schwertkauf folgt, wenn Geld und nötiges Wissen sicher sind *fg*.
Nun gut, genug geschwafelt. Mein Problem ist, dass ich abgesehen vom MA, auch eine -gewisse- Vorliebe für Körperkunst habe und somit u.a. Nase und Ohren etwas auffällig geschmückt sind. (Tattoos kann ich hingegen gut verbergen und falls nicht - passen die keltischen und germanischen ja auch “halbwegs” ins Bild)
Der Einsatz von Titanringen im Mittelalter erscheint mir ja eher .. unwahrscheinlich, deshalb frage ich mich, gab es Piercings in ähnlicher Form wie heute? Wer trug sie? Und wenn ja, welche Materialen wurden verwendet?
Vorstellbar (..) wären für mich Spielleute / Gaukler usw. die solchen Schmuck trugen, was passen würde, da ich selbst Musiker bin und somit der Hauptberuf Spielmann recht günstig erscheint. Jedoch assoziiert man Ohrringe und ähnliches ja sofort zu Zigeunern, was wiederum ethnische -Probleme- mit sich ziehen würde usw.
Bei den Materialien könnte ich mir gut Horn, eventuell Stein oder gut geschliffenes Holz vorstellen, jedoch sind das einzig und allein Theorien. (Metalle sind generell nicht so verlockend, da Nickelverunreinigungen mehr als wahrscheinlich sind und Nickel ein Allergen ist)
Also bitte, wer entsprechende Quellen zur Hand hat, der möge sie dem TV und mir offenbaren.
Stefan

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Eintrag #2 vom 31. Mai. 2007 19:57 Uhr Karen Thöle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Karen Thöle eine Nachricht zu schreiben.

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Zu Tatoos hatten wir hier irgendwo schon einen Thread; Konsens nach ausgiebiger Diskussion war, soweit ich mich erinnere, daß es für Tätowierungen im Mittelalter eher keine Belege gibt.
Piercings: ein anderes Thema. Ich habe bisher noch nicht extra danach gesucht. Aber unter den Unmengen von Bildern, die ich bisher gesehen habe, ist mir erst eines aufgefallen, das überhaupt etwas Piercing-artiges zeigt. Ich habe es gerade mal auf meiner Seite eingestellt:
www.mittelalter-recherche.de/strafe.jpg
Es ist eine Abbildung aus dem “Livre Juratoire d’Agen” aus dem 13. Jahrhundert. Allem Anschein nach handelt es sich hier nicht um freiwilligen Körperschmuck, sondern um Teil einer Bestrafung: Der Delinquent wird von Bewaffneten abgeführt, während Musikern mit Signalinstrumenten für ßffentlichkeit sorgen. Es ist eine Körperstrafe und eine stigmatisierende Strafe - an den Wunden, den Narben kann man den “Vorbestraften” erkennen. Wer so bestraft wird, wird die Pfrieme so schnell wie möglich wieder entfernen und auf Heilung warten.
Bis denn
Karen Thöle

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Eintrag #3 vom 07. Mrz. 2008 16:54 Uhr Thorsten Seifert   Nachricht

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Hallo
Ich hab in einer Abenteuer Archeologie Ausgabe, einen Eintrag gefunden das Papst Hadrian auf dem Konzil von Calcuth im Britischen Nordhumberland den heidnischen Brauch der Tatowierungen allen Christen verbot. Dies war im Jahre 787 n. Chr.
Mehr hab ich leider dazu auch nicht gefunden, vielleicht weis ja einer mehr?

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Eintrag #4 vom 07. Mrz. 2008 19:15 Uhr Martin Fischer  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Martin Fischer eine Nachricht zu schreiben.

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… gibt es eine ganze Reihe - allerdings scheinen diese Körpergravuren zu einem großen Teil stigmatisierend gewesen zu sein, wenn sie z.B. der Zeichnung von Sklaven oder Straftätern dienten.
Darüber hinaus war es wohl aber auch Sitte, dass sich Pilger an ihren Wallfahrtsorten (z.B. Jerusalem) best. Zeichen (in der Mehrzahl Kreuze) stechen ließen - als eine Art Ausweis bzw. Andenken.
Belege für rein dekorative Tätowierungen finden sich für das mitteleuropäische Mittelalter eher spärlich, aber es gibt ein paar Hinweise dafür.
Eine hierzu einschlägige Arbeit ist mir nicht bekannt (was jetzt nicht unbedingt viel heißen muss, denn das Thema interessiert mich kaum…). Ein paar Informationen finden sich aber in:
Valentin Groebner: Der Schein der Person. Steckbrief, Ausweis und Kontrolle im Mittelalter, München 2004, S. 75ff.
… lesenswert.
Gruß
Mätes

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