Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Ohrschmuck zwischen 1250 und 1350

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Eintrag #1 vom 24. Feb. 2009 10:16 Uhr Astrid (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Astrid eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo zusammen,
heute mal eine außergewöhnliche Frage: Hat jemand Quellen über Ohrschmuck bei Frauen zwischen 1250 und 1350???
Denn ich habe alle Bücher und das Internet gewälzt um darüber etwas zu erfahren, leider war mir das nicht vergönnt. Deswegen die Frage, ob irgendwer sich mal mit dem Thema mittelalterlicher Ohrschmuck beschäftigt hat und mir weiterhelfen kann.
Viele Grüße,

      Astrid

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Eintrag #2 vom 24. Feb. 2009 10:55 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Ohrringe

Moin,
Mir ist in dem betreffenden Zeitrahmen hierzulande, sowie England/Frankreich, nichts begegnet. Wie es mit z.B. Spanien aussieht, weiss ich nicht. Die erste Erwähnung von Ohrringen, die mir einfällt, wäre Oswald von Wolkenstein.

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Eintrag #3 vom 24. Feb. 2009 12:14 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Ganz platt...

In den Zeiten und Regionen, in denen Gebende zum guten Ton gehörten, würde ich keine Ohrringe erwarten.

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Eintrag #4 vom 24. Feb. 2009 12:07 Uhr Claudia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Claudia eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Lücke

Bei den Ottonen kenn ich Ohrringe. Da gabs z.T. sehr schöne Exemplare. Aber diese Mode verschwindet dann allmählich und im 12. bis 14. Jh. kenne ich keinerlei Ohrringe und auch keine Bildbelege für Ohrringe (Slawen mal ausgenommen). Auch die größeren Schmucksammlungen (Sammlung des Victoria- und Albert- Museums, die Schatzfunde vom Fuchsenhof, aus Erfurt, etc.) beinhalten keinerlei Ohrringe.
Woran das liegt, kann man natürlich nur mutmaßen, aber die Gebende- und Schleiermode, die die Ohren völlig bedeckt, dürfte da schon die beste Begründung sein.
Der Schmuck dieser Zeit bestand halt aus anderen Dingen: Fibeln, Gürtelschließen und -beschläge, Gebendenadeln, selten mal ein Ring.

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Eintrag #5 vom 24. Feb. 2009 12:38 Uhr Oliver (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Oliver eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Spanien

Wenn ich mich richtig erinnere gibt es aus Spanien ganz vereinzelt Exemplare aus dem späten 14 Jaharhundert.

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Eintrag #6 vom 24. Feb. 2009 14:20 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Oswald..

…das sind auch die, die Oswald erwähnt, der, von dort kommend, dann einen trägt.
Aber ist glaub ich noch nicht mal ne typische Frauenmode. Auch in Spanien war meines Wissens nach Schleier und Gebende angesagt.

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Eintrag #7 vom 03. Mrz. 2009 19:04 Uhr Astrid (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Astrid eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Danke

Erst mal ein dickes Dankeschön für die Hilfe!!!
Ich habe zwar gehofft, dass doch ein paar Abbildung (o.Ä.) unverheirateter Frauen aus der Zeit gibt, wo sich so was wie Ohrschmuck erkennen/erahnen lässt, aber naja… Ist halt schade.
Trotzdem Danke!

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Eintrag #8 vom 03. Mrz. 2009 22:18 Uhr astrid hornig  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um astrid hornig eine Nachricht zu schreiben.

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Versuch es doch mal hier:
www.imareal.oeaw.ac.at/realonline
Einen Zeitrahmen eingeben (lieber etwas größer als nötig), z. B. “materielle Objekte”, “Kleidung” oder wie auch immer anklicken und Suchbegriff eingeben oder die vorgegebenen Suchbegriffe nutzen (klappt oft besser).
Dann “Bilder zeigen” anklicken.
Viel Glück!

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Eintrag #9 vom 08. Mrz. 2009 09:46 Uhr Martin (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Martin eine Nachricht zu schreiben.

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Naja Ohrringe sind ein Mode-Artikel, und man kann schon sagen wenn die Mode so war das der Kopf bzw. die Haare größten teils bedeckt waren, waren Ohrringe kein Thema. So mit wenn es die Antike wäre, hätte man reichlich Beispiele für Ohrringe, Mittelalter in Europa, ohne die Orientalisch geprägten Regionen zu beachten sind Ohrringe Fehlanzeige. Erst ab der Neuzeit kommen Ohrringe auf. Ist halt leider so, alles was heut-zu-tage einem lieb und gewohnt ist, war nicht immer der fall in der Vergangenheit. Das ist ja gerade der Reiz der Vergangenheit, das manches doch um einiges anders war als man es heut-zu-tage gewohnt ist.
Kenne mich da ein wenig aus weil ich aus der Schmuckbranche komme, und einiges an Buchmaterial zu den div. Schmuckarten habe.

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Eintrag #10 vom 08. Mrz. 2009 20:01 Uhr Thorsten Seifert   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Im Frühmittelalter..

sind Ohrringe bei Frauen recht weit verbreitet, die Mode Ohrschmuck zu tragen hät sich bis ca 1120.
( bin ebenfalls Goldschmied und hab gerade für Karolinger und Ottonenzeit etliches an Schmuck Literatur und Fundabbildungen )

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Eintrag #11 vom 08. Mrz. 2009 20:08 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht 12tes

An denen fürs 11te/12te wäre ich mal interessiert.

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Eintrag #12 vom 08. Mrz. 2009 21:00 Uhr Andreas Pilz   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht religiöse Gründe

Also ich könnte mir sehr gut religiöse Gründe für das Fehlen von Ohrschmuck vorstellen.

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Eintrag #13 vom 26. Jan. 2012 13:40 Uhr Thurid (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thurid eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Um die Diskussion mal wieder zu befeuern....

… im Katalog der Ausstellung “Die Staufer und Italien” ist im Exponate-Teil auf Seite 223 ein goldenes Ohrringpaar abgebildet. Sieht aus wie kleine runde Vögel, der Herstellungsort wird mit Sizilien/Palermo angegeben, Technik ist die Filigrantechnik. Zugegeben, viel in der Stauferzeit ist sizilisch und somit - für die damalige Zeit - orientalisch geprägt, wanderte aber über die Handelsrouten dann nach Deutschland ein. Datiert werden die Ohrringe auf 1166-1189.
Und ich erinnere mich, dass in der letztjährigen Salier-Ausstellung im Speyrer Museum ein goldenes Ohrringpaar ausgestellt wurde - das waren so ca. 3 cm breite Ringe mit vielen kleinen goldenen Drahtkringeln dran. Leider habe ich hierzu den Katalog nicht.
Ich hoffe, die Diskussion ist hiermit wieder angefeuert - ich suche nämlich auch immer verzweifelt nach Quellenbelegen für Schmuck - die sind ja definitiv unterrepräsentiert in der Literatur. Selbst im deutschen Schmuckmuseum in Pforzheim ist die Fundlage für das 12.-14. Jahrhundert absolut mau…
freu mich schon auf weitere Beiträge?

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Eintrag #14 vom 26. Jan. 2012 13:57 Uhr Carola (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Carola eine Nachricht zu schreiben.

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Ich vermute, dass diese Fundarmut sehr praktische Gründe hat:
- Schmuck, den man nicht sehen kann ist sinnlos und die Mode der Zeit, gebietet das (überwiegende) Verhüllen der Ohren. Die Ohrringe können daher nicht sichtbar getragen werden.
- Trägt man unter einem Tuch, Gebende, Schleier Ohrringe, kann das zu unangenehmen Druckstellen führen.
- Ohrringe verfangen sich leicht in Schleiertüchern. Das sieht nicht nur nicht gut aus, sondern führt auch leicht dazu, dass entweder der Schleier zerreißt oder der Ohrring rausgezogen wird und verloren geht.
Im Ergebnis führt das dazu, dass Ohrringe im europäischen Kulturkreis “aussterben” und man deshalb kaum welche findet. Die wenigen gefundenen Exemplare sind, soweit ich mich erinnere auch durch die Bank Importware aus Byzanz, Sizilien oder dem arabischen Raum.

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Eintrag #15 vom 30. Jan. 2012 09:23 Uhr Dirk Hülsemann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Dirk Hülsemann eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Ohrschmuck zwischen 1250 und 1350

Hallo,
wie die Meisten hier wissen bedaure auch ich das gerade zur angegebenen Zeit bis ins 15. Jahrhundert hinein der Schmuck generell sehr rar ist, zumindest aus dem Blickwinkel eines Goldschmieds.
Mein erstes Nachschlagewerk was ich zur Hand nehme um entsprechende Wünsche erfüllen zu können ist der Katalog “Schmuck I+II vom Kunstgewerbvemuseum der Stadt Köln von 1985”. Unter Ohrringen finde ich von Nummer 181-186 die Jahrhunderte 10.-12. Jahrhundert allesamt aus den Gebieten Byzanz, Islam, Seldschuken. Nummer 187 ist dann Deutschland aber datiert auf 2. Viertel 18. Jahrhundert. Mein erster persönlicher Eindruck ist: “es wird nicht die Regel gewesen sein zwischen dem 10. und 18. Jhd. in Deutschland Ohrschmuck zu tragen”. Bestätigt finde ich diesen Eindruck in: “Schmuck aus drei Jahrtausenden” Hier klafft die Lücke fehlender Ohringe zwischen dem 7. und 17. Jahrhundert. Auch der Prizwalker-, der Münsterraner Silberfund ebenso in dem Jüdischen Schatz von Erfurt ist nichts zu finden. Selbst Hermann Schadt in seinem Buch Goldschmiedekunst aus 5000 Jahren nichts auflisten können. In all meinen weiteren Büchern sieht es genau so aus. Also wenig Hoffnung Ohrschmuck zu finden der in die Zeit 1250-1350 datiert wird. Für die Übermittlung von Gelengenheitsfunden würde ich mich sehr freuen.

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Eintrag #16 vom 01. Feb. 2012 14:14 Uhr Thurid (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thurid eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Naumburger Meister-Katalog

Das Argument der Fundarmut bezog sich bei mir - habs vielleicht schlecht formuliert - auf generell Schmuck. Besonders Ketten würden mich mal interessieren oder auch, obs Armreife gab. Auch was Tasselscheiben angeht, bin ich dankbar für Tipps. Im neuen Katalog zur Naumburger-Meister-Ausstellung finden sich ein paar Ringe und “Broschen”. Aber ok, gehört hier vielleicht nicht hin.
@Carola/Dirk: Ihr habt natürlich recht zur Problematik der Fundarmut bei Ohrringen. Hab das jetzt erst gecheckt - manchmal steckt man halt doch zu sehr im 21. Jahrhundert!

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Eintrag #17 vom 01. Feb. 2012 15:43 Uhr janna (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um janna eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Ketten und Armreife

Für Ketten und Armreife dürften die gleichen oder ähnliche Argumente greifen, wie für Ohrringe auch.
Mir ist bisher keine Abbildung und auch kein Originalfund einer Halskette oder eines Armreifens aus dem Hoch- oder frühen Spätmittelalter bekannt.
Das macht durchaus auch Sinn, da die Kleidung des 12. und 13. Jahrhunderts hochgeschlossen ist und lange, eng anliegende Ärmel aufweist. Wenn sie verziert ist, dann zumeist am Halsausschnitt und an den Säumen der Ärmel. Soweit ich das sehe, dann auch durchaus schon mal aufwändiger mit Goldstickerei, Perlen, vielleicht auch Edelsteinen oder Emailleplättchen. Natürlich abhängig von der größe des Geldbeutels und der Modeepoche…
Diese Verzierungen ersetzen absolut angemessen jeden Armreif oder jede Kette und dürften im Wert auch mit solchen Schmuckstücken vergleichbar sein. Zusätzlich also auf solche zurückzugreifen erscheint dann m.E. überflüssig. Zudem dürfte man schnell damit in Zierelementen der Kleidung oder in Schleier und Gebände hängenbleiben s.o.

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Eintrag #18 vom 02. Feb. 2012 13:56 Uhr Dirk Hülsemann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Dirk Hülsemann eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Ohr- (schmuck) zwischen 1250 und 1350

Thurid, generell bedaure ich auch die Schmuckarmmut im MA, wie ich ja schon erwähnte. Meine Bücher habe ich dir schon genannt. Im einen stehen zum beispiel 46 Anhänger vom 11. bis Anfang 16. Jahrhundert drin. Ich gehe mal davon aus das sie an dünnen Ketten getragen wurden, die nicht anders aussahen wie die dickeren bei den Lithurgischen Geräten wie Weihrauchfass. Gürtelschmuck gibts verhältnißmäßig viel. Für alle Schichten stelle ich fest, dass es je nach Geldbeutel passende Ringe und Fibeln/Broschen an Maß gab.Aber auch Armschmuck speziell 12. 13. Jhd. sind 2 Beispiel im Kölner Buch vorhanden.

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Eintrag #19 vom 07. Feb. 2012 16:52 Uhr Corinna (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Corinna eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Weiteres zum Thema Ohrschmuck

Hallo zusammen,
folgendes ist vielleicht auch noch ganz interessant zum Thema Ohrschmuck:
Christian Moritz Engelhardt hat im frühen 19. Jahrhundert über Herrad von Landsperg, die im späten 12. Jahrhundert (genauer 1167-95) Äbtissin des Klosters Hohenburg / St. Odilienberg im Elsass war, und ihr Werk „Hortus deliciarum“ geschrieben (einsehbar bei Google books). Auf Seite 92 findet sich folgende Beschreibung der Superbia und ihres Gefolges, vermutlich bezogen auf Fol. 202v des Hortus deliciarum:
„…auch Ohrringe trägt dieselbe Figur. Die letzteren befinden sich auch unter den Zierathen, welche die Wollust und ihr Gefolge wegwirft, in größerer Dimension gezeichnet: sie bestehen aus einem dünnen, gemeinen, grauen Schnürchen (vielleicht einer Darmsaite?), an welchem mehrere goldene Zierathen hängen; ersteres wurde durch das Ohrläppchen gesteckt.“
Da die Superbia quasi allegorisch die Sünde der Überheblichkeit darstellt, werden die Ohrringe ebenso wie der übrige, auf der Abbildung augenscheinlich recht verschwenderisch benutzte Schmuck, mit Lasterhaftigkeit in Verbindung gebracht. Ein weiteres Argument also eher gegen das Tragen von Ohrringe zumindest bei „anständigen“ Frauen.
Bezüglich Ohrringe im späten Mittelalter steht auf einer Website des Verbundes oberösterreichischer Museen (www.ooegeschichte.at/Ohrringe.391.0.html), dass das Institut für mittelalterliche Realienkunde in Krems auf 15.000 gesichteten spätmittelalterlichen Bildquellen aus Österreich nur neunmal Ohrringe vorkamen, davon siebenmal bei den Hl. drei Königen und zwei mal bei bösen Gerichtsknechten in der Passion Christi. Das betrifft jetzt zwar nur den österreichischen Raum, spricht aber eher für die allgemeine Seltenheit von Ohrschmuck und wenn, dann mehr bei Männern als bei Frauen anzutreffen – zumindest im späten Mittelalter.
Das alles bringt zwar jetzt keine neuen Erkenntisse, aber ich fands ganz interessant.
VG Corinna

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Eintrag #20 vom 13. Feb. 2012 15:06 Uhr Dirk Hülsemann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Dirk Hülsemann eine Nachricht zu schreiben.

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Da es hierzu so wenig Belege gibt, freu ich mich einen gefunden zu haben:
Vermählung Mariens (Detail: Frau mit Kopfschmuck)Tafelbild. Meister des Schotten Altars 70er Jahre 15. Jhd. Wien Schottenstift.
In den Ohrläppchen erkennt man je einen kleinen Ring woran Perlen geschnürt sind. Jeweils drei kleine untereinander. Danach eine große wonach Rautenförmig noch vier große den Ohrhänger zum Abschluß bringen.

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