Ja stimmt, die Alltagskultur kam eindeutig zu kurz. Irgendwann konnte ich beim Besuch der Ausstellung einfach kein Gold mehr sehen. Leute wie wir interessieren sich nun mal eher für die alltäglichen Schätze. ßberhaupt fand ich die Präsentation zum größten Teil nicht besonders gelungen, die Erläuterungen ungenügend und die groß angekündigten Videoeinspielung möchte ich gar als Ulk abtun.
In Magdeburg (Sachsen-Anhalt) wurde in dieser Woche die Ausstellung “Otto der Grosse - Magdeburg und Europa” eröffnet…vielleicht DIE Ausstellung zum Thema Ottonen in diesem Jahrzehnt!
Hallo Sylvia, um es allen Interessierten zu ermöglichen, Deinen Artikel zu nutzen und dann auch lege artis zu zitieren, solltest Du einfach immer die entsprechenden vollständigen Literaturangaben hinzufügen - dann sollte da auch nichts schief gehen… Ruth
So, die Geschichts-Tagung von Wochenende ist gelaufen. Nachdem mein Mann und ich die völkerwanderungszeitlichen Trachten vorgestellt haben, ist wieder Zeit. Zu den Ottonischen Frauen-Trachten: Speziell für den oberbayrischen Raum habe ich keine anderen Angaben gefunden als für den übrigen, später deutschen Raum. Hier ein Auszug aus meinem Beitrag zu Trachten für die Zeitstellung um 1000.: “Für die deutsche Frauentracht ist als ”Unterwäsche“ ein kurzes Leinenhemd und genähte Strüpfe, die von einfachen Bänder gehalten werden, anzunehmen. ßber dem einfachen Hemd, hier ist als Material Leinen, Hanf oder Nessel anzunehmen, wird das eigentliche Unterkleid getragen, das vom Oberkleid völlig bedeckt wird. Gemäß den Beschreibungen zeitgenössischer Chronisten und den Bräuchen der damaligen Zeit ist als Material für das Oberkleid Wolle anzunehmen. Der Saum, die ßrmel und der runde, hochgeschlossene Ausschnitt kann mit gewebten Borten versehen sein. Der Saum ist durch das Einsetzen von Gehren erweitert, Zwickel verbessern zwar den Sitz an den Schultern, ich gehe aber nicht von Kugelärmeln aus. Am Halsauschnitt ist eine Rundfiebel anzunehmen. Beliebt sind runde Email-Fiebel oder Rosettenfiebel. Eine verhüllende Kopfbedeckung ist unbedingt anzunehmen. In der karolingischen Tracht trennt sich der Mantel, dem noch aus der römischer Tradition stammenden Sagum ähnlich, vom Schleier. Der verhüllende Schleier ist ottonisch ebenfalls anzunehmen. Gehalten von mindestens drei Nadel wird ein Rechtecktuch aus Leinen festgesteckt und gegebenen Falls von einem Mantel bedeckt. Man kann davon ausgehen das größtenteils das Oberkleid noch gegürtet getragen worden ist. Hier sind gewebte und zusätzlich bestickte Textielgürtel anzunehmen. Gürtelschnallen, gerade für die Frauentracht, sind eher selten.” Normalerweise würden noch Foto und Zeichungen dazugehören. Ich habe diese Tracht im letzten Jahr Tannenberg zum ersten Mal getragen. Meine Darstellung ist an die Wüstung der Hellwegsiedlung Ballhorn angelegt. Hier kamen einige einfache Emailscheibenfiebel mit Kreuzen zu Tage. Die Materialen und den Schmuck kann man mit ca. DM 300,– veranschlagen, Also trotz handewebten Leinen und einem guten Wollstoff einigermaßen erschwinglich. Sylvia PS: Was leider nötig geworden ist: Ich zitiere einen bereits veröffentlichten eigenen Artikel und verweise auf meinen Copy-Right Vermerk. Ich freue mich sehr, wenn ich mit meinen Recherchen zur karoligischen, ottonischen und den Anfängen der salischen Trachen helfen kann. Auch würde ich mich freuen, wenn meine Schleier-Rekonstruktion mit den Bein- oder zisilierten Silbernadeln rege Verbreitreitung findet. Der Hauptartikel zu den Kopfbeckungen für Frauen war, ich glaube vor zwei Jahren, in der Turm und Zinne zu lesen. Die Artikel und Veröffentlichung verschicke ich gern als Kopie per Post (Es spreng jeden Mail-Rahmen, sorry). Aber leider mußte ich die bittere Erfahrung machen, daß die viele Arbeitung Mißgunst und Anfeindungen hervorruft. Ich möchte niemanden abschrecken mich anzuschreiben oder nach Schnittvorlagen und Rekonstruktionen zu arbeiten, wirklich nicht. Oder mich wichtig tun oder als Expertin für die “ernsthafte hist. Darstellung” hinstellen aber leider ist die Welt oft nicht so wie der liebe Herrgott es gewollt hat. Ich bedanke mich hier nochmals bei Kati, Amelie und vielen anderen, die mich im letzten Winter und Frühjahr ermutigt haben troz aller persönlichen Anfeindungen weiter zuarbeiten und auf Drohungen nichts zu geben.
Eine möglicherweie aus den 1020er Jahren datierende Elfenbeinschnitzerei auf dem Einbanddeckel des Codex aureus von Echternach (ca. 985 - 991) stellt u.a. eine ältere Frau als “Terra” dar. Sie trägt ein weites Hemdkleid mit eng anliegenden ßrmeln und rundem Ausschnitt. Die Saumnähte sind zu erkennen. Die Frau ist barfuß und trägt ihr Haar streng gescheitelt.
Hallo Ottonendamen und Herren, es ist Erstaunlich, daß es doch so viele gibt, die sich mit dem 10.-11.Jahrhundert befassen. Ich selbst versuche einen “miles” der Salier darzustellen. Nur leider bin ich im Verein Intermundus der einzige der sich für diese Zeit interessiert. Desswegen suche ich nun nach Gleichgesinnten, am besten aus dem Raum München - Augsburg. Wer sich also für die “historisch korrekte” Darstellung der Ottonen - und Salierzeit interessiert, der möge sich unter obeb genannten “E-Mail”-Adresse oder unter der Tel.Nr.08377/974822 - 0170/2228912 melden. Zudem soll im Jahr 2004 ein Ottonenfest in Unterthingau stattfinden. Denn im Jahr 1004 hielt sich der letzte Ottonenkaiser “Heinrich II” (genannt d. Heilige) in Unterthingau auf.
Hallo zusammen, Um eine reich verzierte Scheiben- oder Buckelfibel zu erhalten, kommt mensch schnell auf die Idee, den Deckel eines jener edelsteinbesetzten Silberdöschen, welche man in Indien-Läden erhalten kann, umzubauen. Ein solcher Vorgehen ist durchaus gerechtfertigt. Aber Vorsicht! Viele dieser Silberdöschen enthalten ein Knospenmuster (den korrekten indischen Namen habe ich vergessen), welches einem länglichen Ei mit zur Seite gebogenen Spitze oder auch einem der Elemente des Ying-Yang-Zeichens ähnelt. Dieses Dekor entstand aus stärker floralen Vorstufen während der Mogulzeit. Seine Verwendung ist also bei einer Darstellung des europäischen Mittelalters nicht möglich. Sonst heißt es am Ende schnell: “Guck mal, wie auf Omas Kashmir-Schal.” Im übrigen ist die Typologie der Scheiben- und Buckelfibeln und ihres Dekors eine Wissenschaft für sich. Die Zusammenhänge von verschiedenen Forschern äußerst unterschiedlich gesehen. Darüber werden sich im weiteren Verlaufe dieses Threads möglicherweise die “Nietenzähler” und im Anschluß daran die notorischen Streithälse auslassen. Aber ich denke, die Sache mit der “Knospe” ist das schon mal offenkundigste Fettnäpfchen, daß sich auch leicht vermeiden läßt.
In Thread 967 gibt es zahlreiche Ottonenmännchen. Bestimmt ist jemand von diesen bei seinen Recherchen auf brauchbares Material zur Frauentracht gestoßen. Es könnte sinnvoll sein, diese mal anzusprechen/anzumailen.
Hallo Eva, Versuch mal an Frankfurter Beiträge zur Mittelalterarchäologie I - Schriften d. Frankf. Museums f. Vor- und Frühgeschichte IX - 1986 ranzukommen. Darin enthalten sind Artikel u.a. zu ottonischem Metallschmuck, Messingguss und Scheibenfibeln. Grüsse,
an alle Nachfahren Heinrichs und Ottos, falls Ihr rausfinden solltet, wie die Leute damamls gekleidet waren, dann mailt es mir, oder noch besser: kommt am 30.6.2001 bei uns in Schladen auf der Werlapfalz vorbei, dort gibt es ein Fest und einen Vortrag über die Ottonen. Vielleicht auf bald,
Um Gottes willen den Thread nicht löschen! Der Komplex “Ottonische Frauentracht” ist ein wichtiges Indix für den Kulturwandel im Norden und die innere Christianisierung des nördlichen Reichsgebietes (Vordringen der Scheibenfibel in der Form der sog. Heiligenfibel (Soviel nur zum Putz!), Palla als Mantel der christlichen Frau, etc.) Wichtige Hinweise zu diesem Wandel finden sich z.B. in: Jankuhn, H., Schietzel, K. & H. Reichstein (1984): Deutsche Forschungsgemeinschaft. Archäologische und naturwissenschaftliche Untersuchungen an ländlichen und frühstädtischen Siedlungen im deutschen Küstengebiet vom 5. Jahrhundert v. Chr. bis zum 11. Jahrhundert n. Chr. Band 2. Handelsplätze des frühen und hohen Mittelalters.- 453 S., Weinheim: Acta humaniora, ISBN 3-527-17009-X. Das Buch ist im Handel nicht mehr erhältlich, dürfte aber über Fernleihe zu beziehen sein. Vergleichbares dürfte auch in wissenschaftlichen Abhandlungen zur Spätzeit Haithabus zu finden sein. Ich habe im Moment leider nicht die Zeit, mich intensiver in das Thema reinzuknienen, aber ich hoffe, die eine oder der andere findet noch mehr. Der ganze Themenkomplex interessiert mich nämlich brennend!
ZUmindest von mir war der Thread durchaus ernsthaft gedacht… Also, wo seid Ihr schlauen Köpfe und -innen?? Sollte das Problem in meiner regionalen Präferenz liegen, so kann ich mich auch mit Köln anfreunden. Ist vielleicht einfacher, wegen Theophanu und so… Ich baue weiterhin auf Eure Weisheit,
Hallo Eva, zur Darstellung einer Dame aus der ottonischen Zeit mußt Du Dich zeitlich etwas genauer festlegen. Die byzantinischen Einflüße kamen erst nach der Hochzeit von Otto II. mit Theophanu. Zu Zeiten von Otto I. dem Großen und Adelheid dürfte die Mode noch stark an der fränkischen Bekleidung angelehnt sein, d.h. lange, hemdartige Ober- und Untergewänder. Gruß
Ich möchte mich für einen speziellen Event in ottonische Gewänder wickeln. Wer kann meinen Wissensstand erweitern??Wie ich bereits herausfinden konnte, ist ein sehr langes Untergewand angesagt sowie ein byzantinisch angelehntes ßberkleid (auf Figur, etwa Wadenlänge, breite Borte/Stickerei, “angetütete” ßrmel). Interessant wären neben weiteren Infos hierzu vor allem Angaben zu Kopftuch und Mustervorlagen für Borte oder Stickerei. Ich baue auf Eure unerschöpflichen Bücherregale!! Ich harre mit gezückter Nähnadel,