Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Palästinalied antisemitisch?

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Eintrag #1 vom 21. Aug. 2001 08:58 Uhr Udo Brühe   Nachricht

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Vor ein paar Tagen wurde mir zugetragen, das Stimmen laut wurden das das Palästinalied sei tendenziös antisemitisch.
Mich würde nun Euere Meinung dazu interessieren.
Udo Brühe

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Eintrag #2 vom 21. Aug. 2001 11:27 Uhr Stephan Zöllner   Nachricht

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Damit alle wissen worüber da gesprochen wird hätte ich gerne mal den Text des Liedes. Ich habe es nämlich als vielbeschäftigter “merkwürden” ;-)) immer nur Auszugsweise mitbekommen und konnte mir den ganzen Text nicht merken.
Grundsätzlich sind Juden- und Heidenfeindliche Aussagen in einem solchen Lied aus dieser zeit und vor dem Kreuzfahrer Hintergrund sogar zu erwarten.
ABER ANTISEMITISCH wird heute anders verstanden!
Und wer in der Scene wirklich antisemitisch ist hat noch nicht verstanden, daß wir heute einen sehr großen teil unserer modernen Kultur aus dem Orient habe und eben diesen merkwürdigen Kreuzzügen verdanken.
ciao Stephan
Da Pacem Domine Domprobst Heinrich von Sponheim

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Eintrag #3 vom 21. Aug. 2001 13:14 Uhr Oliver (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Oliver eine Nachricht zu schreiben.

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Bestimmt hat diese Lied antisemitische Passagen nicht um sonst gilt es als ein Aufruf zum Kreuzzug.
Aber vielleicht kann mir jemand eine Quelle für das vollständige Lied nennen.
Gemeinhin sind nur 4-5 Strophen vertont und in der trivialen Literatur zu finden, aber meines (Halb-)Wissens nach gibt es wohl über 10 Strophen.
Die vielleicht auch nicht alle von Walther von der Vogelweide stammen?
Wer weiß mehr dazu?
Ist es denn nur antisemitisch, Jerusalem war doch zu der Zeit kein jüdisches Königreich!
Oder ist es nicht schon eine Kriegserklärung gegen alle Nichtchristen.
…Was ist mit heute? Ich habe das Lied schon mal bei einer Gruppe gehört, leider weiß ich den Namen der Band nicht mehr, die haben es vertont und Liebeslied genannt!?
Ich glaube das wird eine Spannende Debatte!
Ulrich von Suderloh

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Eintrag #4 vom 21. Aug. 2001 13:27 Uhr Hilmar Becker  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Hilmar Becker eine Nachricht zu schreiben.

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www.mittelaltermusik.de/palaestinalied.html
Hilmar

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Eintrag #5 vom 21. Aug. 2001 14:11 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Antisemitismus??? Ach, Ihr teutschen...

Grüß Euch,
1. im ganzen Text finden sich keine antisemitischen Aussagen.
In der 6. Strophe wird das mit der Auferstehung beginnende Leid der Juden angekündigt…
Folgerichtig beginnt damit der Niedergang der Juden als der von Ihnen gefürchtete Christus doch wieder da ist könnte auch auf die ewige Wanderschaft der Juden hin ansprechen, die danach verflucht waren zur Heimatlosigkeit.
In der 9. Strophe wird der gemeinsame Anspruch auf die Heilige Stadt Jerusalem durch die 3 Religionen der Christen Juden und Moslems (=Heiden!)beschrieben, etwas, das noch heute zu bitterstem Blutvergiessen führt.
In Strophe 12 werden die Juden sogar als Ratgeber angegeben, sozusagen als Landeskundige, da sie ja von dort stammen.
Was also soll da antisemitisch sein???
Andererseits war das Mittelalter sehr antisemitisch eingestellt, man denke an die Pogrome und immer wiederkehrenden Morde und unrechten Verfahren gegen den jüdischen Bevölkerungsanteil.
Dies in der Darstellung zu zeigen ist -eben in Deutschland- besonders heikel.
Erst wenn sich entsprechend gebildete Darsteller finden würden, die das Judentum korrekt darstellen, kann auch diese Schwelle überschritten werden.
Der Ursprung des - bei allen christlichen und moslemischen Völkern Europas - latent vorhandenen Antisemitismus ist übrigens nicht allein in der biblischen Geschichte zu suchen. Das ist eine sehr verwickelte Geschichte, an der die tendenziell in der Opferrolle stehenden Juden in der Vergangenheit auch nicht ganz unschuldig sind. Es gehören immer zwei dazu…
Euer Haduwolff

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Eintrag #6 vom 21. Aug. 2001 14:31 Uhr Hilmar Becker  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Hilmar Becker eine Nachricht zu schreiben.

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… diesmal zu den entsprechenden Threads hier im Forum.
[Taverne, Thread: Juden auf Ma-Maerkten]
Hilmar

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Eintrag #7 vom 21. Aug. 2001 14:58 Uhr Oliver (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Oliver eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht eine klare Drohung

Hallo Hadu,
im Strophe 9 ist aber auch ganz klar erklärt wer Recht hat.
Gewiss ist das nicht Antisemitisch, aber doch ganz klar gegen alle nicht Christen gerichtet!
Gruß
Ulrich von Suderloh

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Eintrag #8 vom 21. Aug. 2001 18:14 Uhr Stephan Zöllner   Nachricht

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Hallo an Alle!
Ich habe das lied gerade gelesen und kann nichts finden, was eindeutig ANTISEMITISCH ist, denn GOTT spricht das Recht !! nicht Menschen !!
Wer das als antisemitisch versteht, den verstehe ich nicht.
Ich hätte sehr viel radikalere Aussagen erwartet, damit jemand auf diese seltsame Idee kommen kann …
ciao Stephan
Da Pacem Domine Domprobst Heinrich von Sponheim

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Eintrag #9 vom 22. Aug. 2001 00:41 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Recht?

Grüß Euch,
ja, das mit dem Recht…eine der eigenartigen Paranoinas der monotheistischen Religionen: sie allein haben das Recht, alle anderne sind im Unrecht.
Man wird im Islam, dem Jüdischen und in allen anderen monotheistischen Religionen den gleichen Rechtsanspruch finden, der sie letztendlich immer zu einer Art Gewalttätigkeit gegenüber anderen Religionen aufstachelt, sei es physisch oder psychisch.
Es ist halt immer das Gleiche: “Wir” haben recht und die anderen sind die Ungläubigen. Und das “Wir” berechtigt zu elitärem Denken, zu ßberheblichkeit und leider auch oft zu Aggression.
Und jeder meint, er sei ausgewählt, Gottes Wille zu tun.
Traurig, sowas. Sehr traurig.
Euer Haduwolff

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Eintrag #10 vom 30. Jun. 2008 03:33 Uhr Andy Völker  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andy Völker eine Nachricht zu schreiben.

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So weit ich weiss, gibt es 2 Interpretationen des Liedes:
1. Der Aufruf zum Kreuzzug.
gerade die letzte Zeoile der 3. Strophe wird da als Beleg gewertet.
2. Die Lobpreisung des Heiligen Landes (Ohne konkreten Kreuzzuggedanken)
Denn eigentlich erklärt die dritte Strophe nur, wie der Streit überhaupt zustande gekommen ist.
Auch die vielzitierte 11. Strophe enthält in meinen Augen keine Auslegung irgendwelcher Besitzansprüche sondern legt vielmehr die Entscheidung in Gottes Hand. An dieser Stelle werden die erwähnten drei Namen Gottes meist als Dreifaltigkeit gedeutet, die der Islam und das Judentum nicht kennen, man kann es aber auch als die Aussage interpretieren, dass alle drei Religionen prinzipiell den selben Gott verehren, eine Vorstellung, die unseren Vorfahren übrigens wohl gar nicht so fremd war, wie es heute scheint, bedenkt man, dass “Allah” in arabischen Werken selbstverständlich ohne Unterscheidung als “Gott” übersetzt wurde.
Aber das ist meine, zugegeben recht subjektive, Sichtweise auf das Palästinalied und Walther von der Vogelweide, den ich, möglicherweise zu Unrecht, gerade als politischen Philosophen sehr schätze.

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