Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Perlenstickereien im SMA???

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Eintrag #1 vom 13. Feb. 2001 08:48 Uhr Heike Schlachter  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Heike Schlachter eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Leutchen! Nachdem Ihr mir so klasse bei Kordeln und Rechenbretter helfen konntet, hier nochmal eine Frage, die mich nicht losläßt. Gab es im SMA Stickereien mit Perlen (heute als Glas bzw. Kunststoffperlen im Bastelladen erhältlich)? Ich bilde mir ein irgendwo gelesen zu haben, daß es das gab - z.B. auf dünnen Stoffgürteln von Damen getragen. Da ich meine Quelle aber selbst nicht mehr finde (Schlamperei!) bin ich mir mittlerweile doch etwas unsicher geworden und frage mich, ob ich vielleicht phantasiere. Also Fachleute an die Front und bestärkt mich in meinen Vorhaben oder erklärt mir, daß ich die bereits gekauften Perlen schnellsten auf dem nächsten Flohmarkt abstoßen sollte. By the way - wo kann man den authentische Muster (Mäanderartige) für Gürtel auftreiben? (Wenn nicht mit Perlen, dann halt mit Stoff bestickt). Bin gespannt auf Euren Input.
Gruß, Heike

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Eintrag #2 vom 13. Feb. 2001 09:56 Uhr Silke Eckert  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Silke Eckert eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Heike, schau doch mal unter mitglied.tripod.de/~historica Ich hab die Seiten auch noch nicht ganz durch, aber die Autorin spricht im Bereich Mode im MA davon, daß auch von den adligen Bevölkerungsschichten Glasperlen zur Verzierung von Kleidern, Gürteln und Kopfbedeckungen benutzt wurden. Ich weiß allerdings nicht, ob sich auf den Seiten auch entsprechende Quellenangaben finden lassen. Ich hoffe, das hilft Dir schon mal etwas weiter Viele Grüße
Silke

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Eintrag #3 vom 13. Feb. 2001 21:30 Uhr Dr. Nicole Schneider  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Dr. Nicole Schneider eine Nachricht zu schreiben.

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Behalt mal Deine Perlen, das Wort für Perle im Mittelalter (wobei die Schwierigkeit sein wird, herauszufinden wie die ausgesehen haben, sicher nicht so schön rund wie die heute) in der Literatur des 12. und 13. Jhdt ist “berle”. Nicht einsichtig, dass es ein Wort für etwas gibt, dass es nicht gibt, oder? Zum Beispiel Eneas und Enide von Valdeke

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Eintrag #4 vom 14. Feb. 2001 00:23 Uhr Patrick Seehaber  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Patrick Seehaber eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Heike. Die Verwendung von Perlenstickereien auf Gürteln lässt sich schwer nachweisen. In den zwei Büchern, die mir zu dem Thema vorliegen (und generell die einzigen sind, die sich, meiner Kenntnis nach, eingehender mit Gürtelmode befassen) ist von Perlenstickereien auf Gürteln nicht die Rede. Ilse Fingerlin erwähnt - sollte ich nichts übersehen haben - nur eine mit Perlen bestickte Borte, die aber wahrscheinlich nicht zu einem gängigen Gürtel gehörte, sondern an einem überdimensionalem Gürtelschloss befestigt war. Perlen wurden jedoch teilweise mit in Schnallen und Beschläge eingearbeitet. Auch wird kein erhaltener Schatz- oder Kirchenschatzfund erwähnt, in dem lose Perlen gefunden wurden (, die sich von den zerfallenden Gürteln hätten lösen können). Im “Dress Accessoirs”, ist unter den Funden aus London auch keine Perlenstickerei zu finden, bzw. wird im Kapitel über Gürtelverzierungen nichts darüber geschrieben.Dazu muss ich anmerken, dass das Buch das SMA nur bis 1450 abdeckt. Soweit zu der mir bekannten Fundlage. Auf den (mir bekannten) zeitgenössischen Abbildungen und Statuen, ist ebenfalls keine Perlenstickerei zu finden. Vielleicht hat dazu ja jemand noch eine gute Bildquelle auf Lager? Das tragen von metallenen Beschlagverzierungen und gestickten/gewebten Mustern lässt sich dagegen ohne Probleme belegen. Ich würde sagen - vergiss Perlen auf´m Gürtel :0) Zu den Haarnetzen ist mir nix bekannt, ausser einem Bild von Dürer, auf der eine Dame ganz offensichtlich Perlen am Haarschmuck befestigt hat. Das Bild ist aber aus dem Jahr 1511 - also schon etwas spät für´s SMA. Soviel von mir. Grüße, Patrick. __________ Quellen: Ilse Fingerlin, “Gürtel des hohen und späten Mittelalters”, Deutscher Kunstverlag, München, 1971 Goeff Egan, France Pritchard, “Dress accessories - medieval finds from excavations in london”, Museum of london, 1991
www.Hippodromus.de

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Eintrag #5 vom 14. Feb. 2001 02:25 Uhr Ivo Malz (IMMS)  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ivo Malz (IMMS) eine Nachricht zu schreiben.

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Moin. Ganz kurz. Perlen, angebracht auf Prunkgewändern, Pontifikalkleidern, Krönungsmänteln etc. ja. Glasperlen o.ä. als Ersatz: denkbar. “Perlenstickereien” wie das Winzperlengefädel aus den Bastelkästen-nein. Diese Technik orientiert sich eher an Vorbildern aus dem indianischen Bereich. Gruß Ivo

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Eintrag #6 vom 08. Jul. 2001 19:57 Uhr Corinna Krombach   Nachricht

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Hallo Heike, ich habe zwei Abbildungen von perlenbestickten Frauensachen gefunden: eine ziemlich aufwendige Hörnerhaube (Abb 53 bei Harry Kühnel: Alltag im Spätmittelalter. Köln 1984.),und höfische Frauen die von Perlen nur so strotzen (ebd. Abb. 281). Vielleicht hilft Dir das weiter, falls Du das Buch nicht hast, kann ich Dir die Bilder nochmal mailen. Ciao, Cora

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Eintrag #7 vom 02. Jan. 2002 14:22 Uhr Bastian Kreusing   Nachricht

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Hi,
Was die Gürtel betrifft, so gebe ich Patrick Recht (wie immer ;o)).
Das einzige, was ich kenne, sind perlenbesetzte Stolen.
Ich war aber darauf hin mal bei einer Replikatorin für Gewänder der Aachener Domsatzkammer, und durfte mir alle mit Perlen besetzte Stoffe ansehen. Diese stammten aus einem Zeitraum, der bis ins 11te zurückreichte.
Zur Verarbeitung:
Die meißten Perlen wurden durchbort und aufgnäht.
Verwendet wurden ausschließlich Süßwasserperlen.
Fassungen für Perlen kenne ich keine - nur für Steine.
Was auffällig ist, das Perlen vor allen Dingn in großer Menge verwendet wurden, und wenn, dann nur auf teuren Stoffen. (is ja auch logisch)
Auch wurden nicht nur große einzlne Perlen, sondern vor allen Dingen tausende winzige in Gruppen vernäht.
Also: viel Spaß beim nähen ;o)
PAX
Bartolomeus

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Eintrag #8 vom 02. Jan. 2002 20:07 Uhr Heike Schlachter  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Heike Schlachter eine Nachricht zu schreiben.

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Danke Bastian für die guten Nähwünsche - aber davon bin ich glücklicherweise schon wieder ab.
Mittlerweile habe ich auch einen Blick in das von Euch erwähnte Buch der Frau Fingerlin genommen (Fernleihe sei dank) und bin auch zu dem Entschluß gekommen, daß es - falls es so Gürtel überhaupt gegeben hat - auf jedenfall in keiner Weise den von mir dargestellten Stand entspricht (Tochter eines einfachen Lübecker Kaufmans).
Zu einzelnen Perlen aufgestickt auf den Kleidern direkt habe ich schon mal was gefunden, aber daß ist mir dann doch zu overdone für meine Rolle und außerdem stelle ich mir das im Lager extrem unpraktisch vor - oh verdammt - schon wieder hängen geblieben.
Aber auf jedenfall vielen Dank für die meist sehr fundierten Beiträge, die mir sehr weitergeholfen haben!
Gruß, Anneke von Lubeca

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Eintrag #9 vom 06. Jan. 2002 12:07 Uhr Dr. Nicole Schneider  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Dr. Nicole Schneider eine Nachricht zu schreiben.

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s’ gibt im Viollet le Duc einige Hinweise auf die Verwendung von Perlen nicht nur im Spätmittelalter, allerdings eben erwähnte Süsswasserperlen, die sehr teuer waren, aber auch Glasperlen.
Nicole

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Eintrag #10 vom 13. Feb. 2002 21:49 Uhr Anne Bürgener   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Und noch mehr Perlen

Manchmal ist auch ganz lustig, in Literatur zu schwelgen: Ich fand die Beschreibung eines Brautkleides, das im spanischen Stil in England getraqen wurde; und dort war das Kleid aus grüner Seide, mit Goldstoff gefüttert, die Schlitze mit Perlenstreifen besetzt und “das ganze Kleid mit den reichsten Perlen verbrämt. Ihr Halsschmuck und ihr Gürtel waren von Diamanten, …. Ihre eigenen … Haare waren durchflochten und besät mit Diamanten und Perlen, …”.
Diese hochgestellte Dame wurde der Königin vorgestellt, ich vermute Elisabeth. Ja ich weiß, das ist schon nicht mehr MA, vielleicht aber eine Idee für Literatur zur Einfühlung in historisches Geschehen. Außerdem sind sehr lebendige Beschreibungen zu Lebensweise Redeweise und den Unbilden des Alltags enthalten.
Autor: Miguel de Cervantes, Novellen, “Die englische Spanierin”; im Jahr 1613 geschrieben
ßbersetzung ins Deutsche durch Adalbert Keller und Friedrich Notter
Herzliche Grüße von Windspieler

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Eintrag #11 vom 19. Okt. 2002 19:20 Uhr Eleonore Juraschek   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Altes Perlentäschchen ca 50 Perlen / cm2

Ich habe bei meiner Mutter ein Perlentäschchen gefunden und möchte es für sie bei ebay.de verkaufen. Ich habe es unter:
Antikes Perlentäschchen kostbar Zunftzeichen?
Artikelnummer: 971039344
eingestellt und die Auktion mit 1 E begonnen. Jetzt hat mir ein Bieter geschrieben, dass er das Täschen für 150 - kaufen möchte und mir das Geld sofort überweist. Ich soll dafür die Auktion frühzeitig abbrechen. Jetzt bin ich total verunsichert, weil ich gar nicht gewußt habe, dass dieses Täschchen SOVIEL wert sein könnte. Was soll ich bloß machen? Ist es eventuell wirklich kostbar und ich sollte es lieber behalten als bei ebay verschleudern? Kann mir jemand helfen? Ich wäre für jede Aussage dankbar :-)
Nora
Nora

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Eintrag #12 vom 19. Okt. 2002 20:00 Uhr Wolf Zerkowski  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Wolf Zerkowski eine Nachricht zu schreiben.

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Moin,das auf der Tasche ist kein Zunftzeichen, sondern ein Freimaurerzeichen.Die Tasche hat also wohl mal einem Freimaurer gehört.Der Bieter wird wohl auch einer sein.Ob es noch mehr Wert ist, weiss ich nicht.Gruß Wolf
Gott zum Gruß und allzeit sichere Wege

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