Also ich bin mir ziemlich sicher daß es schon gemacht wurde, da es aus dem griechischen und ägyptischen Raum Überlieferungen gibt, das man Kleider so getragen hat. Ob dieses Wissen allerdings bis ins Mittelalter erhalten blieb, weiß ich nicht. Es dürfte nicht ganz einfach sein. Hier de.wikipedia.org/wiki/Plissee_(Stoff) findet man eine Anleitung wie man es machen kann, klingt allerdings kompliziert, aber probieren geht über studieren. ;-)
Ich weiß nicht ob noch Interesse an dem Thema besteht. Tatsache ist, dass im Mittelalter durch anfeuchten und pressen bis der Stoff trocken war (nicht dauerhaft) Plissiert wurde.
Zunächst danke an Thorsten, ich habe die von dir genannte Methode ausprobiert, aber leider wurde es bloß knitterig, vielleicht habe ich es aber auch nicht richtig gemacht…
Inzwischen hat mir jemand erzählt, daß die Stofffalten genäht und anschließend mit gläsernen Glättsteinen gebügelt wurden.
Wie genau das vor sich ging, konnte ich aber leider noch nicht herausfinden. Wurde der Stoff in nassem Zustand bearbeitet, oder wurden diese sogenannten Gniddelsteine erhitzt (aber dabei wären sie doch geknackt??)Und wie wurde der Stoff gefältelt? Hat das schon mal jemand ausprobiert und kann mir Tips fürs Nähen geben? Und zu guter Letzt: Kann man heute noch irgendwo so einen gläsernen Glättstein bekommen?
es gibt ein hervorragend illustriertes Buch über die von Dir genannte Zeit von einem niederländischen Autor namens Poortvlied; voller Name und ISBN habe ich leider nicht zur Hand, kann sie aber nachliefern.
In diesem Buch handelt ein komplettes Kapitel von der zeitgenössischen Kleidung, in allen Details beschrieben und illustriert; es wird dort auch die Entstehung und der Aufbau des von Dir gesuchten Kragens beschrieben.
soweit ich weiß, hatten zumindest die großen Halskrausen im 16. Jhdt. immer ein Drahtinlay. Die Quelle find ich jetzt gerade allerdings nicht.
Was Waschen, Bügeln usw. angeht, wendest Du Dich am besten mal an einen ev. Hamburger Pfarrer und fragst, wie das seine Frau macht (Ich hatte mal ein ähnliches Problem und hab mich dann an eine Herstellerin dieser Krausen gewandt. Die erzählte mir, daß die Dinger wie wild gestärkt würden, weshalb man in Hamburg auch ungern bei Regen beerdigt. Da hat der Pfarrer dann nämlich regelmäßig nach kurzer Zeit etwas um den Hals, was eher an einen Welken Kopfsalat als an eine Halskrause erinnert.
Seit einigen Jahren betreibe ich Ahnenforschung und konnte Porträts der Vorfahren aus dem 16. und 17. Jahrhundert erhalten. Diese trugen sehr interessante Kleidung, wie man es eben auch aus Geschichtsbüchern kennt. U.a. eine sogenannte Mühlsteinkrause (auch Dutte, Kröse, Fraise und Pulchinelle. Die Mühlsteinkrause ist ein plissierter weißer Leinenkragen der Mode des 16. Jahrhunderts.
Frage: Wer weiß wie dieser Kragen gewaschen, gebügelt und plissiert wurde?
ich kenne an plissierten Stoffen nur die Wikinger-Tuniken bei den Birka-Funden und in etwa die Pluderhosen bei den Haithabu-Funde.
Inga Hägg hat dazu eine Theorie, wie die Plissierungen hergestellt wurden, die heutzutage noch von den Navajos verwendet wird. Und zwar wird das Material nach dem Waschen, während es noch nass ist fest zusammengedreht und so trocknen gelassen. Nach dem Trocknen hat der Stoff eine “unechte” Plissierung.
Leider kann ich nicht mehr genau sagen, aus welchem Buch das stammt und auch nicht mehr, ob das nur auf Leinen- oder Wollfunde zutrifft, meine aber, das wären ihre Abhandlungen zu den Te4xtilfunden in Birka gewesen.
Hoffe, Dir etwas geholfen zu haben, vielleicht kannst Du das ja mal an Stoffresten ausprobieren.
Hat vielleicht jemand Informationen über das Plissieren von Stoffen im FMA? Zum Glätten hat man gläserne Glätt- oder Gniddelsteine benutzt, aber womit wurde plissiert? Gab es schon Plissiereisen oder ähnliches?