Ich glaube, bei Deiner Kritik an den “Superauthentischen”, wie sie hier genannt werden, mußt Du berücksichtigen, daß sie das Hobby unter Umständen aus anderen Motiven betreiben, als die “Super-nicht-authentischen”.
Sie sind nicht unbedingt daran interessiert, beliebig neue Mitwirkende anzuziehen (in beiden Bedeutungen). Viele dieser Gruppen haben sich mit einem ganz bestimmten Ziel zusammen gefunden, sei es die museale Handwerksdarstellung oder auch das Battle-Reenactment, um nur zwei Beispiele zu nennen. Das Gefühl auf einem Mittelaltermarkt gemeinsam in archaischen Klamotten zu feiern steht da nicht unbedingt im Vordergrund. Daher, so denke ich, sollte man akzeptieren, wenn sie sich nicht begeistert auf jeden stürzen, der verlauten läßt, er wolle jetzt auch mitmachen.
Im ßbrigen handelt es sich bei den Kenntnissen, die diese Gruppen über Kleidung und Ausrüstung vergangener Epochen haben, keinesfalls um arkanes Wissen, das nur von Eingeweihten mündlich überliefert wird. Diese Leute haben sich ihr Fachwissen mühsam zusammengesucht, aus Museen und Bibliotheken. Dieser Weg steht jedem offen. Niemand ist darauf angewiesen, daß ihm endlich irgendjemand mal was aus dem wundersamen Schatz der Kenntnis “verrät”.
wie schon einige meiner Vorposter angemerkt haben, kommt es immer auf die Art der Veranstaltung an:
- Auf einem normalen Mittelaltermarkt sind gewandete Besucher meiner Meinung nach kein Problem. Auf einem solchen Markt gibt es eh (von löblichen Ausnahmen mal abgesehen) kaum etwas wirklich Mittelalterliches. Das fängt bei den Marktständen an, geht über das “Marktsprech” und hört beim friedlichen Nebeneinander von Hunnen, Hippi-Kelten, Sitzrittern und Vollplatten auf.
Das ist aber egal; hier geht es um pure Unterhaltung und die “Touris” wollen es auch gar nicht anders. Wirklich, ich habe mit Kollegen darüber gesprochen: denen macht das einfach Spaß und die verstehen gar nicht was ich da immer mit meinem “unA” will. Die wollen oft gar nichts über’s Mittelalter lernen.
Ich habe schließlich auch mal auf genau so einem Markt angefangen: erst als “Touri”, dann als gewandeter “Touri” und schließlich als bezahlter “Darsteller”. (Wen das interessiert, der kann diese Anfänge im Feuilleton von www.tempora-nostra.de ja mal nachlesen ;-)). Hat anfangs eine Menge Spaß gemacht.
Aber irgend wann geht einem halt die Kirmes auf die Nerven. Konsequenter Weise meide ich solche Veranstaltungen jetzt. Aber das muss doch jeder für sich selbst entscheiden.
Klar sind solche Märkte gut geeignet, um Kontakte zu knüpfen, aber gerade für den Anfänger ist es schwer, die Spreu von Weizen zu trennen (falls das überhaupt sein Wille ist).
- Museumsveranstaltungen sind da natürlich etwas anderes: die haben einen pädagogischen Auftrag und da geht es natürlich nicht, dass das Bild von falsch gewandeten Besuchern eben verfälscht wird.
Wenn ich in die Mittelalter-Abteilung eines Museums gehe, bringe ich ja auch nicht ein modernes Küchenmesser und einen Klingonendolch mit, um sie in die Vitrine mit mittelalterlichen Alltagsgegenständen zu legen, oder? ;-)
- Dann gibt es noch mehr oder weniger große Privatveranstaltungen. Das sind dann eh geschlossene Gesellschaften, in die man uneingeladen gar nicht hineinkommt.
Grundsätzlich hat jeder Veranstalter das Recht, Regeln für sein Event zu erlassen. Wem diese Regeln nicht passen, der muss halt woanders hin gehen.
Ich persönlich würde es auch vorziehen, einen “touri”-mäßig gekleideten Interessierten (als sichtbaren Anachronismus) in mein Lager zu holen, um ihm etwas zu erklären oder zu zeigen, als einen falsch Gewandeten, der dann das komplette Bild verzerrt.
ßbrigens: bei Veranstaltungen mit pädagogischem Ziel werden “Touris” auch nicht “schlecht” behandelt: man will ihnen ja etwas “beibringen” und freut sich über jeden, der fragt.
Von den sogennanten MA-Märkten kenne ich allerdings auch das Phänomen, dass der zahlende Besucher als etwas äußerst Lästiges angesehen wird und entsprechend behandelt wird. Schade eigentlich.
Das ist jetzt doch ein bisschen länger geworden…
Viele Grüße und weiterhin viel Spaß, auf was für Veranstaltungen auch immer…
Warum trägt man Klamotte wo man hingeht, man will sich anpassen dazugehören, sich wohlfühlen, das man am Anfang Fehler macht ist doch klar, dazu gibts zuviele strömungen, Elektro, Fantasy, Mittelalterfun und Mittelalterernstscene
Als ich damals angefangen hab bestand meine Kleidung aus einem Umhang… mehr nicht…
und das weil ich es einfach cool fand sowas zu haben, und nach und nach kamen dann stück für Stück Teile hinzu, jeh nach eigener Fertigkeit und Geldbeutel…
Am anfang ist es schwer Kontakt zu knüpfen, da nämlich gerade die Moralapostel die es immer besser wissen, sich angewiedert zurückziehen, nur hier und da sieht man mal ausnahmen Leute die auch mal den Mumm haben, einem die Meinung zu sagen oder zu fragen was man den darstellen will, HomiMittelalterfantasy verschnitt oder ob man sich für irgendwas ernster interessiert, vielfach beobachte ich auf den Veranstaltungen, das man Kritisch beäugt wird, und wenn man nicht mindestens auf jedem Markt was geändert hat, man als Depp abgestempelt wird der keine Zeit aufbringt für sein Hobby.
Es ist auch ein Problem dem Normalen Durchschnittsbürger klarzumachen was den, Historisch ist und was nicht, da Fantasy und Mittelaltermarkt und Pseudomärkte mit Plastikwahre miteinander konkurieren,
Als Besucher muss ich sagen, Märkte wo ich in Gewandung abgewiesen werde, werde ich zukünftig meiden, da ich immer in Gewandung anreise, um mich nicht nochmal umziehen zu müssen, und nochmal 200 Km zu fahren um die Klamotten zu wechseln passt nicht in meinen eh schon zu knappen Geldbeutel…
Man trägt sowas ja weil man dazugehören will und nicht wiel man gerne AUSGESTOSENER spielt,
ich bin vor kurzem mal ohne Gewandung auf einem MAMarkt gewesen, und ich muss sagen das war der letzte ohne Gewandung.
Meine Güte können Gewandete unfreundlich sein, wenn sie einen nicht erkennen, nur weil man keine Gewandung trägt, sei sie noch so schlecht, man glaubt man wäre in einer anderen Welt, Verkäufer die einen als Turi abstempeln und über den Tisch ziehen wollen, brünftiges Benehmen der Gewandeten gegenüber den Turis.. usw…
Das ganze hat mich Innerlich doch ziemlich erschrocken, da man das in Gewandung nicht so zu spüren bekommt, weil man ja dazugehört…
Ich lasse mich immer gern beraten, zB hatte mich kürzlich jemand darauf aufmerksam gemacht, das eien meiner Borden verkehrtherum genäht war, was mir auf den ersten Blick garnicht aufgefallen ist, nur wenn man auch mal was sagt, können andere aus ihren Fehlern lernen, ich halte es für Müßig darüber zu diskutieren, ob oder ob nicht, jeder hat mal angefangen wie ein Depp, die wenigstens haben gleich auf anhieb die für sie perfekte Gewandung zusammengehabt.
Die wahl der Gewandung hängt auch davon ab wohin ich will, will ich auf einen SAG Markt kann ich gleich zuhause bleiben den selbst die superautentischen A Gewandungsträger werden nie perfekt sein auch wenn sie das immer behaupten, jeh weiter eine Kultur zurückliegt umso schwerer ist das, selbst wenn man Kleiderfunde hat, weiß man nicht aus welchen Gründen die getragen wurden, wir haben heute noch Arbeitsklamotten Ausgehuniform und zivilkleidung im Schrank warum sollte das damals nicht anders gewesen sein?
Leute kommt von eurem Hohen Ross herab, wir können nur versuchen, möglichst A zu sein richtig A wird es nie sein, und wiederholt hat uns die Forschung ja umgestoßen und Realitäten die als A gewertet wurden, umgestoßen, so das selbst die Superperfekten umlernen mussten.
Für einen Veranstalter ist es sicherlich
gut wenn er seinen Besuchern ein gewisses Feeling verschafft, das bekomme ich auf MA Märkten durch Gewandete, ohne die wärs ruckzuck ein ganz normaler Innenstadtplastikkram und Bundistrümpfeverkaufsmarkt….
Ich will es mal so ausdrücken Falsch Gewandete sind ein willkommenes ßbel, das man in kauf nimmt, der Turi kann das noch weniger unterscheiden als der Veranstalter was Historisch belegt ist und was nicht, für den Turi zählt der Fun Faktor und der ist umso größer je mehr Gewandete (wie auch) immer herumspringen!
diese Scheingewandeten umzuerziehen ihnen zu sagen was richtig ist, auf sie zuzugehen mit ihnen zu reden das ist die Aufgabe der SAG Leute, aber die schotten sich ja meist angewiedert ab, machen ihre privaten Parties, und wundern sich das es immer schlimmer wird, kein wunder es bremst die Neulinge ja auch keiner mehr…
Wenn es sich ein Veranstalter leisten kann, dann sperrt er die gewandeten Zahlenden Besucher, oder er geht pleite, denn von Luft allein kann man nicht leben, und Geld braucht man um die SAG Leute zu finanzieren denn die machen, inzwischen kaum noch etwas umsonst, sondern lassen sich dafür fürstlich entlohnen, kein wunder das die Veranstalter immer mehr auf Freiwillige zurückgreifen die weniger kosten veruhrsachen, und kostendeckend arbeiten….
Wohin das geht und was gut ist …
ich hab keine Ahnung,
natürlich fühle ich mich mich unter SAG Leuten wohle, wenn sie um mich sind. jedoch fürhle ich mich gleichzeitig unwohl, weil viele ihre Nase dermaßen hoch tragen, das einem wieder schlecht wird…..
Das man mit Gewandung billiger reinkommt ist ein netter effekt, das man umsonst reinkommt ist ziemlich selten, ich zahle immer gern einen Obulus wenn ich weiß das er für gute Dinge verwendet wird, zB Burgrenovierung, Kleiderkundekursen usw…..
aber Falschgewandete zu verbieten halte ich doch für den Falschen Weg, da wärs schon besser den falsch gekleideten Gewandeten einen Anstecker zu verpassen, eine andere farbe als die Turis, aber als Unterscheidung. damit wäre man gebrantmarkt für die SAG Leute und die Turis wüssten wer dazugehört und wer nicht…
aber welcher SAGler würde schon einen Unautentischen Sticker an seiner Gewandung dulden ?
Bei Deinen zwei angesprochenen Beispielen handelt es sich nicht um gewandete Besucher. Und selbst wenn, denke ich nicht das jemand der in Gewandung sein Geld verdient, weil es mehr oder minder sein Beruf ist so rum zu laufen, morgens mal schnell in Beinlinge und Tunika springt um Brötchen zu kaufen.
Das man sich als Teilnehmer einer Veranstalltung nicht umzieht um Einkaufen zu gehen … das macht wohl jeder. Ist ja auch immer eine gute Werbung.
Aber was die Beweggründe angeht hast Du recht. Ich werde meine Liste um die Dazugehörenwoller erweitern. Vom Gruppenzwang geprägte Fans die sie, sobald in der Nähe eine Veranstaltung ist, in Kluft werfen und laut jubelnd, mit dem Fähnchen winkend angerannt kommen und sich auf all die Gleichgesinnten und die Stimmung mehr freuen als auf die Veranstaltung selbst. … Ok, das war jetzt nicht ganz ernst gemeint. Ich fand nur die Vorstellung witzig.
ich finde wie einige andere hier auch, daß Du zu Deiner Aufzählung der Beweggründe gewandet auf ein Fest zu gehen noch eine Kategorie hinzufügen solltest. Ich finde den Vergleich mit denen die sich zum Fußballspiel ein Trikot anziehen sehr gelungen und bin selbst auch schon mehrmals in Gewandung losgezogen und hatte jede Menge Spaß.
Wollte mich hier nicht wiederholen, aber noch was hinzufügen.
1. es gibt Leute, die in MA-Kleidung zur Arbeit gehen. Die haben ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und verdienen ihr Geld damit (z.B. auf Märkten oder in Museen).
2. es gibt auch Leute, die in Gewandung einkaufen. Während der jährlichen historischen Woche in Visby/Schweden triffst Du im Supermarkt mehr Gewandete als bei mancher MA-Veranstaltung in Deutschland. Da ist die ganze Stadt im MA-Fieber und keiner denkt daran sich umzuziehen, nur um eben mal noch was einzukaufen. Man wird auch überhaupt nicht schräg angeschaut und keiner fragt - warum machst Du das.
ich besuche seit einiger Zeit Mittelaltermärkte wie zB. den im Fredenbaumpark Dortmund.
Mein Interesse am Mittelalter beschränkt sich dabei keineswegs nur auf Fiktion und alles Mystische und ist auch nicht nur von Romantik und rosaroter Brille geprägt.
Dennoch versuche ich, an solchen Wochenenden “einmal in eine andere Welt abzutauchen” und dazu gehört für mich auch
(m)eine Gewandung.
Natürlich nutze ich derartige Veranstaltungen auch, um Kontakte zu Gleichgesinnten zu knüpfen.
Ich versuche, meine Gewandung so authentisch wie möglich zu gestalten. Wenn ich aber manche Kommentare so lese, frage ich mich, was wollt ihr denn von den sogenannten “Besuchern” Versuchen sie, sich möglichst in das Bild einzufügen, werden sie belächelt (oder gar ausgelacht). Treten sie in Strassenklamotten auf, stören sie das Bild oder sind “gar nicht da”.
Wie wollt ihr es denn nun?
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es als “Neuling” manchmal unheimlich schwierig ist, Kontakte zu bekommnen.
Auf E-mail-Anfragen antworten manche Vereine erst gar nicht.
Das finde ich traurig - denn schliesslich haben doch alle einmal klein angefangen. Ist die erste Gewandung nicht immer etwas besonderes - wenn auch fehlerhaft?
Also ich gehe davon aus, dass die als Gewandetebesucher rumlaufen, vor allem Spass daran haben. Die sind neugierig und wollen irgentwie mit machen. Denen geht es nicht darum irgentwelchen Profis was weg zu nehmen.
In den meisten Fällen ist ihnen nicht bewust das sie voll daneben liegen. Dann kann man sie entweder ignorieren oder freundlich und konstruktiv darauf hinweisen.
Warum ich als “gewandeter Besucher” auf Märkte gehe (Museumsveranstaltungen nicht - dazu kann ich nichts sagen, ich war auf keiner bisher)?
Ich gehöre keiner Gruppe an. Ich habe mal Aushilfe an einem Stand gemacht, aber der Kontakt zu den Leuten ist eher lose. Aber auch ohne den Ansporn einer Gruppe arbeite ich an meiner Gewandung. Dank Tempus-vivit weiß ich, daß sie noch nicht perfekt ist, aber ich muß mich zumindest auch nicht in Grund und Boden schämen.
Wenn ich - was wirklich selten, sehr selten vorkommt - mal rechtzeitig von einem Markt in meiner Umgebung erfahre und auch noch Gelegenheit habe, da hinzukommen, dann will ich bei den seltenen Gelegenheiten nicht in Jeans und Pulli da auftauchen. Gewandung hat für mich dann mehrere Gründe:
- finanzielle. Bei einem Monatseinkommen von 313,60 DM ist man für jede Ermäßigung dankbar.
- Angabe. Ich finde meine Sachen gut und möchte sie nicht immer nur dann und wann zuhause tragen. Warum ich sie nicht jeden Tag an der Uni trage? Tut mir leid, mit einem knöchellangem Kleid kann ich nicht Fahrrad fahren, und der Beutel am Gürtel ersetzt nicht wirklich die Hosentaschen. ;o)
- Hoffnung. Wenn ich auf einem Markt keinen kenne, hält es mich da nicht unbedingt lange. Ich warte immer noch, vielleicht spricht mich mal eine Gruppe oder so an, aber bisher ist mir das noch nicht passiert, weder in positiver noch in negativer Weise. Wenn ich Jeans und Pulli anhab, merkt aber überhaupt niemand, daß ich Interesse habe. Wenn ich Gewandung anhabe, dann kann man aber doch schon mal abschätzen, für welche Zeit ich mich interessiere und welchen Anspruch ich an mich habe. Aber wahrscheinlicher ist, daß ich nur zu schüchtern bin und selber die Leute ansprechen sollte.
Die Märkte, die ich bisher gesehen habe, waren weiß Gott keine Museumsveranstaltungen. Ich denke, solange verschiedene Zeiten erlaubt sind, brauche ich mir keine Sorgen zu machen, irgendwo ein falsches Bild zu vermitteln. Wenn eine Veranstaltung sich allerdings auf ein bestimmtes Jahrhundert oder ein ganz bestimmtes Ereignis beschränken will, dann kann ich das respektieren, dann brauch ich da nicht mit der falschen Gewandung reinzuplatzen.
So, das wars von mir. Schöne Weihnachten, und allen, die auch im täglichen Leben mit Gewandung rumlaufen wollen, wünsche ich, daß sie nicht frieren (so wie ich in der halben Stunde, die ich in Gewandung auf dem “mittelalterlichen Weihnachtsmarkt” in Horn verbracht habe).
Ich meine vorwiegend Veranstaltungen die von Museen u.ä. ausgerichtet werden, wo es meist darum geht dem Besucher etwas zu vermitteln. Zumindest gründen sich meine Erfahrungen darauf.
Um Deine Frage zu beantworten: Ich will natürlich niemandem das Recht abstreiten, als Besucher gewandet irgndwo zu erscheinen. (Auch ich hab gerne was zu lachen *g* [Entschuldigung]) Ich will nur mehr über die Beweggründe wissen. Meine Meinung muß ja nicht zwingend richtig sein. Und da ich noch relativ neu in diesem Forum bin, weiß ich natürlich nicht, wie heiß und lange dieser Themenbereich hier schon diskutiert wurde. Ich sehe nur manchmal durch Zufall, das es hier und da erwähnt wird.
Ich nehme mal an, damit meinst Du nicht die üblichen MA-Märkte (wie z.B. Ronneburg, da Du u.a. in dem nun geschlossenen Thread nach Gewandung/gebuchte Gruppen vs. Besucher gefragt hast…), oder etwa doch?
Bei den Märkten u.ä. sollte sich die Frage eigentlich erübrigen - die sind ja eine der großen Austauschplattformen der MA-Aktivisten, wo man, wie Uli schon sagte, sein Hobby in der ßffentlichkeit fröhnen kann - und es soll ja schonmal vorkommen, daß sich im breiten Spektrum der gewandeten Besucher ein paar ernsthaft Interessierte bzw. “erfahrene” MA-Aktivisten befinden ;-)
Die könnten neben “sehen und gesehen werden” auch mit der Absicht auf den Markt gehen, dort was einzukaufen (es soll ja ab und zu auch Stände geben, die vernünftige Sachen verkaufen), und neue Kontakte zu knüpfen (vielleicht sogar hoffnungsvolle “Neulinge” ansprechen…) ;-)
Da viele Stände (fast) nur gewandete/MA-Aktivisten als Kundschaft haben (wer sonst sollte sich aus was für einem Grund wendegenähte Schuhe für über 200.-, Gewandungen, Waffen,… kaufen), gerade diese Stände aber den “Flair” eines Marktes ausmachen, sollte dem Veranstalter daran gelegen sein, Gewandete als Gäste zu haben, da er sonst keine Stände hat bzw. nur Freß-/Saufstände und solche, die Tonklumpen an Lederbändeln anbieten…
Und bei all den Diskussionen über die Qualität der Gewandeten und deren “richtige” bzw. “falsche” Gesinnungen tragen nun mal Gewandete auch zum Flair eines MA-Marktes bei. Wenn ein Veranstalter einen mittelgroßen MA-Markt nur mit engagierten Gewandeten so ausstatten will, daß halbwegs etwas wie eine “mittelalterliche” Stimmung aufkommt, also mehr als 20 “hochqualitative” Gewandete rumspringen, die dann auch noch ständig überall auf dem Markt präsent sind und nicht 80% ihrer Zeit in ihrem Lager verbringen, dürfte das für ihn recht teuer werden…
Das sind aber alles altbekannte Tatsachen und wurden hier auch schon X mal in allen Varianten und Härtegraden durchgekaut - Fazit und Konsequenzen: verhärtete Fronten, keine allgemeine bzw. nur schwer oder kaum realisierbare Lösungen und kein Ende der Diskussion in Sicht…
Womit ich dann auf die Frage komme: sei mir nicht böse, aber worauf willst Du hinaus?
Laut Deiner Meinung könnte man zu dem Schluß kommen, daß eigentlich niemand die Berechtigung hat, Gewandet auf MA-Veranstaltungen zu erscheinen:
1) die einen nicht, weil sie in bunten Plastikklamotten & Springerstiefeln rumrennen
2) die anderen, weil sie ein weltfremdes, verqueres rosarotes Mittelalter-Bild im Kopf haben
3)die dritten nicht, weil sie ja nur posen wollen
4) und auch die vierten nicht, weil sie, obwohl sie sich so gut auskennen und ausgestattet sind, daß man sie fast schon für gebuchte Akteure halten könnte [;-)], nicht konsequent genug sind und das nur am WE machen (in anderen Szenen/Subkulturen wäre das dann ein “Wochenend-Gruftie/-Raver/-Punk/-Biker/…”)
Oder hattest Du doch eher Ausstellungen, Museums- und Lehrveranstaltungen im Sinn?
Nachdem ich die Fragen aufgeworfen habe, möchte ich natürlich auch meine Meinung zum besten geben, welche sich nur auf persönliche Erfahrungen und Beobachtungen gründet. Darauf basierend gelang es mir eine gewisse Typisierung vorzunehmen.
Zum einen gibt es Gewandete Besucher die sich wundern, waum sie nicht angagiert wurden, wo sie doch viel schöner aussehen. Denen kann dann halt keiner ohne zu lachen in die Augen blicken und sagen:“Ihr seid zwar hübsch bunt, aber trotzdem wird hier versucht das Ganze ohne Poyesterumhänge und Bikerstiefel darzustellen.”
Zum anderen gibt es die, die es einfach ganz toll finden und am liebsten im Mittelalter leben würden, weil es da noch keine Autos, Atombomben und Terroristen gab. “Außerdem war das Mittlalter voller Romatik und viel mystischer.”
Und es gibt solche die … ja wie soll ich’s sagen … sich profilieren wollen um sich von den durchschnittlichen Besuchern abzuheben. Sie zeigen somit das sie dazugehören, zu dieser Masse aus Individualisten.
Und dann gibt es noch die seltenen, die gar nicht auffallen. Bei denen man nicht merkt das es sich um Besucher handelt. Fundiertes Wissen und spitzen Ausstattung sind die Merkmale. Und der Fehler zu sagen, das die Kleidung ungeheur bequem ist und man gerne damit rumläuft. Wenn das so ist, warum gehen diese Leute dann nicht so einkaufen, oder zur Arbeit?
Gruß
“Nur Verlierer brauchen beim Spagettiessen einen Löffel!”
warum geht jemand in Gewandung auf eine “MA”-Veranstaltung?
Vielleicht aus genau demselben Grund wie jemand ein Trikot ins Fußballstadion anzieht, eine Nietenjacke zum Rockkonzert und sich bei Olympia die Landesfarben ins Gesicht schminckt?
Wir hatten ja schon den Punkt (Bei “Qualität oder Einstellung”) daß es für die meisten Menschen wichtig ist, dazu zu gehören - genauso ist es halt für manche “MA-Touristen” - da machen sich die meisten keine Gedanken mehr über “A” oder “HC”.
Ist doch das gleiche wie auf dem Oktoberfest wo nur noch Landhausmode und Freestyletracht zu sehen sind (Lauter Preußen übrigens) - ich geh da auch nicht mehr in Tracht hin. Der Westfale, Berliner, Genuese, Aussie, Ami, etc. an sich fühlt sich aber in seinem “Alpenländischen Look” für teures Geld sauwohl, weil er sich zugehörig fühlt.
Fazit: der Mensch ist ein Herdentier und auf der Wiesn ist es der Bedienung egal, ob die Lederhose Mittenwalder oder Rügenwalder Tracht ist - die Maß kostet trotzdem für alle das Selbe.
Die Veranstaltung wird durch die “Landhausfraktion des Marktmittelalters” sicher nicht besser und viele “Trachtenvereine” fürchten um Privilegien und Pfründe, aber die Besucher in Freestyletracht sind glücklich und um die Besucher geht es ja normalerweise.
Problematisch wird es dann, wenn die gebuchten Gruppen so übel sind, daß man sie von den “Fummeltouries” nicht mehr unterscheiden kann, aber das ist ein anderes Thema und soll hier nicht diskutiert werden…
P.S. Meine Ausführungen beziehen sich auf KOMMERZIELLE “MA-MßRKTE”, NICHT AUF MUSEUMSVERANSTALTUNGEN, DEMONSTRATIONEN U.ß.!!!
Ist der Veranstalter ein Museum, z.B. Oerlinghausen, sind gewandete Besucher (zumindest die Unbekannten oder nicht exact in den gesteckten Zeitrahmen passenden) unerwünscht. Grund: Jeder, der gewandet anwesend ist, soll für die Besucher kompetenter Ansprechpartner sein, hat Zutritt zu den für Besucher gesperrte Bereiche usw. .
Bei einem “Markt” sieht das doch ganz anders aus: Seltenst sind die Aktiven selektiert (in Bezug auf historische Kompetenz), und das gesteckte Ziel ist auch ganz anders (nicht Aufklärung sondern Geld). Wenn jemand schon Hexen oder “Babaren” engagiert, was sollte er dann noch gegen gewandete Besucher einzuwenden haben ?
Hier jetzt über die Eintrittsgelder zu diskutieren, habe ich keinen Bock.
Warum tauchen Besucher gewandet bei Veranstaltungen auf?
WEil sie vielleicht zufällig Mittelalter als Freizeitbeschäftigung haben und der Meinung sind, dort ihrem Hobby fröhnen zu können (Warum sonst?)
… historische Veranstaltungen, die Eintritt kosten und nicht gezielt darauf ausgelegt sind.
Worauf?
Entweder historisch oder nicht, oder?
ZU 3.
Gewandete sind meiner Meinung nach für einige Veranstalter ein billiges Mittel um ihrer Veranstaltung authentischen Anschein zu geben. Motto: Je mehr kostümierte Deppen, desto mehr hat das Volk zu gotzen, d.h. desto mehr Geld.
Glücklicherweise gibt es da auch positive Beisiele, leider viel zu Wenig.
Die Schwierigkeit ist für Veranstalter ohne hist. Hintergrund, unterscheiden zu können, wer nun hist. Gewandet ist oder nicht. Leute wie Hadu oder Carolan mögen das zwar erkennen, Veranstalter wie Hiller oder Hitzer nicht.
Für letztere stellt das natürlich ein Problem dar. Da kann jeder Flokatiträger andackeln, dies als Gewandung ausgeben und schon kommt er umsonst rein.
Irgendwann kommen diese Veranstalter schließlich dahinter, daß dies es irgendwie nicht sein kann - also Eintritt für alle! (er kanns ja nicht unterscheiden)
Das dann wiederum Leute wie Carolan, die es eigendlich wissen, dasselbe praktizieren, ist schade.
Dieses Thema wurde ja in anderen Beiträge immer wieder mal angeschnitten, deshalb möchte ich mal ein paar Meinungen sammeln. Und um das zu präzisieren werfe ich einfach mal ein paar Fragen in den Raum.
Warum tauchen Besucher in Gewandung bei Veranstaltungen auf? Ich beziehe mich dabei auf historische Veranstalltungen die Eintritt kosten und nicht gezielt darauf ausgelegt sind.
Was bezwecken sie für sich und andere damit?
Interessant währe auch die Meinung von Veranstaltern, weil sich gerade da für mich die eine oder andere Zwiespältigkeit ergibt.
Sehen Veranstalter in solchen Besuchern eine Bereicherung die nicht bezahlt werden muß, oder sindes für die Veranstalter nur Leute die versuchen sich um den Eintritt zu drücken und durch gegebenenfalls falsche Kostümierung das Niveau der Veranstaltung runterziehen.