Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Puppenspiel in mittelalterlicher Zeit

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Eintrag #1 vom 22. Apr. 2001 12:16 Uhr Günther Heidelbeer   Nachricht

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hallo liebe Leute und vor allem Puppenspielbegeisterte und Puppenspieler. Ich hab da mal ne Frage, mit was für Puppen wurde in mittelalterlicher Zeit Puppenspiel( also Theater) gespielt. Der uns allen bekannte Kasper als Handspielpuppe ist doch wohl neueren Datums und seine Kumpanei auch. Marionetten… seit wann gabs die? Stabpuppen vieleicht, die über eine kleine Bühne geschoben wurden oder hoch gehalten wurden. In Indien und China gabs ja auch diese ? flachen Puppen, ? die von hinten mit Licht angstrahlt wurden. Aber in Europa des Mittelalters( und da mein ich jetzt keine direkte Zeit, sondern ebend den gesamten Zeitraum des Mittelalters)(ich weis auch, das es ausser in Europa nicht so richtig MA gab :-))muss es doch auf Märkten und bei Festen Puppenbühnen gegeben haben. Was Patronius Paternoster macht , ist ja ganz toll, leider mitnichten völlig aussser dem MA. Ich würde auch gerne wissen, waren die Puppen aus Holz geschnitzt oder blos Strohpuppen mit“ Bekleidung” (also eher einfach (was ich eher annehme) oder ebend alles was so über Theater und Puppen wissenswertes bei euch rumschwirrt. Vieleicht auch Stücke oder Texte, um was ging es da. Vieleicht können wir ja ein paar Schätze ausgraben :-)) Ich bedanke mich jetzt schon ganz artig :-)) der extraVagant

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Eintrag #2 vom 22. Apr. 2001 19:03 Uhr Susan Sziborra-S.  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Susan Sziborra-S. eine Nachricht zu schreiben.

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hallo herr vagant, als puppenspielerin, puppenspiel-begeisterte und überhaupt hilfsbereites wesen habe ich mich doch sofort von deiner frage angesprochen gefühlt, zumal ich selbst mich gerade damit beschäftige, endlich zwei meiner hobbies nämlich das mit den puppen und ma sinnvoll miteinander zu verknüpfen. deswegen hier mal ein auszug aus nem geschichtlichen abriss zum thema (ich hoffnungslose schampe weiß natürlich nichtmehr genau, von welcher adresse ich mir diesen text ano dazumal geladen habe, aber als allgemeiner tipp: www.puppenspiel-online.de hat ein gutes forum, in dem fragen schnell in die hände erfahrener puppenspieler gelangen, vielleicht gibt es da auch noch ein paar aussagen) Puppentheater Ein kurzer historischer ßberblick von Dietrich Lensch “Puppenspiel” im weiten Sinne kann man schon sehr früh finden. Es handelt sich dabei aber nicht um eine Theaterform. Im klassischen Griechenland waren bewegliche Figuren bekannt, welche durch Fadenzüge unsichtbar gesteuert wurden. Sie wurden aber nicht für Aufführungen benutzt. “Puppentheater” als “Puppenspiel” im engeren Sinne ist dagegen erst in jüngerer Zeit bekannt. 5000-1000 v. Chr. Die Ursprünge des Schattentheaters werden in China, Indonesien und Indien vermutet. Die Legende vom Silberschmied Jen-shi spielt 1000 v. Chr. 11. Jhd. Es finden sich erstmals Schriftzeugnisse über Schattentheater als festen kulturellen Bestandteil. Dies läßt darauf schließen, daß schon viel früher mit dem Schattentheaterspiel begonnen wurde, was wohl hauptsächlich für den Asiatischen Raum zutrifft.. Im arabischen Kulturkreis erscheinen Gaukler, welche Figuren hinter Vorhängen versteckt führen. 13./14. Jhd. Nachdem Europa während der Kreuzzüge erstmals mit dem Puppenspiel in Berührung kam, tauchen nun erstmals Zeugnisse des Handpuppenspiels in mittelalterlichen Handschriften auf. Eine Spielfigur aus dieser Zeit wird bei Ausgrabungen in Schwerin gefunden. Nach Frankreich könnte das Puppenspiel (Tatterman) auch über das arabische Spanien gelangt sein. 16. Jhd. In der Türkei wird wohl erstmals Schattentheater gespielt. Zumindest entwickelt sich hier eine eigenständige Schattenspieltradition (Karagös-Spiel). In Mitteleuropa gewinnt das Puppentheater auf den Jahrmärkten an Bedeutung.. Meist sind es Familien, welche sich mit Puppenspiel das Brot verdienen. Hauptthema der Stücke ist die Auseinandersetztung zwischen Himmel und Hölle, zwischen Gut und Böse. Als bekanntestes Stück gilt wohl der “Faust”. In der Folge entstehen nun auch ländertypische Volksfiguren (Kasper, Hanswurst). Die Theaterwelt wird strenger organisiert. Die Puppenspieler finden sich zu Zünften zusammen. Während auf der großen Bühne Figuren wie der Hanswurst verdrängt werden, leben sie im Puppenspiel weiter, mit ihnen der derbe und komische Charakter der Stücke. Da das Puppentheater Hauptsächlich auf Märkten dargeboten wird, müssen die Stücke kurz und “schlagkräftig” sein um das Publikum zu Unterhalten. Es werden auch Stücke der “großen” Bühne gespielt, allerdings in einer vereinfachten Version (“Don Juan, kürzer und besser”). Italien mitte 16. Jhd. Entstehung der Comedia D´ell Arte. Sie findet schnelle Verbreitung und natürlich auch Eingang in die Puppentheaterwelt. Einige der heutigen Figuren haben sich aus ihnen entwickelt (Pierot, Punch). wie immer hoffe ich geholfen zu haben.
grüße ana ap jakob

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Eintrag #3 vom 22. Apr. 2001 19:05 Uhr Susan Sziborra-S.  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Susan Sziborra-S. eine Nachricht zu schreiben.

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natürlich bin ich keine schampe, sondern ne schlampe, und als solche verschlampe ich ab und zu auch nen buchstaben
grüße ana ap jakob

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Eintrag #4 vom 23. Apr. 2001 18:55 Uhr Günther Heidelbeer   Nachricht

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Und ob du mir geholfen hast :-) Vielen dank fürs erste. Der extraVagant Wer so viel weis, kann kaum ne Schlampe sein ;-)

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Eintrag #5 vom 05. Feb. 2002 19:02 Uhr Maren Winter   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Gab es Puppenspiel im frühen Mittelalter?

Den alten Griechen und den Römern war Puppenspiel durchaus bekannt.
Leider kommt danach ein schwarzes Quellenloch erst 1170 taucht eine Abbildung auf.
Danach kenne ich Randverzierungen zwischen 1300 und 1400, und aus dieser Zeit wird auch eine Spielfigur in Schwerin gefunden.
Was ist mir der Zeit vor 1000? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Puppenspiel damals ganz verschwunden war. Wer also Hinweise kennt, Abrechnungen, Bilder von Festen, Schattenspielähnliches, oder das Gleiche in Ländern, mit denen Handel getrieben wurde…
ich bin für alles zum Thema dankbar.
Schöne Grüße
Maren Winter

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