Ein Anfänger/Einsteiger kann, wenn er zum ersten Mal mit MA-Darstellung in Berührung kommt, nicht wissen, was falsch oder richtig ist, das halte ich für ausgeschlossen.
Wer Sponti ist und kontaktfreudig, der wird vielleicht schnell zu einer freundlichen Gruppe stoßen, und dann ist es Glückssache, ob er auf eine ernsthafte oder eine Gaudi-Gruppe trifft.
Wer vorsichtiger und ernsthafter ist, der wird nicht gleich nach dem ersten Markt, der die MA-Leidenschaft in ihm geweckt hat, loslegen, sondern noch einen und noch einen und dann noch einen anderen Markt besuchen, ein Karfunkel in die Finger bekommen, Literaturhinweise verfolgen, auf tempus-vivit.net stoßen, die Taverne studieren, unzählige Links austesten und merken, MA ist mehr als ein Kartoffelsack über den Schultern tragen und Schwarzbier saufen.
Und auch dann trifft man freundliche Menschen, die einem Unterstützung anbieten und (die richtigen) Tipps geben. Das jedenfalls ist meine bisherige Geschichte.
Und Haduwolff, TV war und ist mir eine Hilfe, sowohl sachlich als auch für die Meinungsbildung.
Fazit:
Der Sponti-Einsteiger geht volles Risiko, erstmal daneben zu greifen und Lehrgeld zu zahlen (oder nie zu merken, wie daneben er ist). Der Vorsichtige hat die Chance, ohne viel Lehrgeld auf die richtige Spur zu kommen.
Dieses Resümee ziehe ich jedenfalls aus Threads wie diesem hier.
Ich bin jetzt seit ca. einem 3/4 Jahr dabei,mittlerweile kann ich mich mit meiner Gewandung so einigermassen sehen lassen,aber als ich anfing mit dem Hobby hatte ich einfach das Problem mit dem bezahlen der ausruestung.Ich bin zur Zeit(und wohl auch noch ne ganze Weile)Schüler,lebe also zum grössten Teil vom Taschengeld meiner Mutter,aber davon kannman sich eben keine anständige Gewandung zulegen,also bin auch ich anfangs mit gar seltamer Gewandung herumgelaufen,diewohl nicht ganz “A” war…aber ich hatte einfach kein Geld für mehr (@ Ivo:wir trafen uns in Angelbachtal,Mauerwache,hast ja gesehen wie ich aussah *g*).Deshalb sollte man meiner meinung nach niemanden “verurteilen”,nur weil seine Gewandung noch etwas dürftig aussieht.
Leider muß ich Ivo Recht geben! Ist mir selber in meiner Anfangszeit genau so wie vom ihm beschrieben gegangen. Und es passiert wieder, immer wieder, jetzt, hier, mitten in Deutschland, in dieser Sekunde.
Es gibt aber auch einige positive Ausnahmen. Nur wie soll ein blutiger Anfänger richtig von falsch unterscheiden können? Weiß nicht, vielleicht muß man sich erst mal an der heißen Herdplatte verbrühen. Ich werde jedenfalls meinen Teil tun, daß das nicht mehr so vielen passiert.
…wo ist da die Kluft? Historiendarstellung, egal welcher Zeit, hat was mit Gefühl zu tun.
Was ist daran falsch, in einer Gruppe “familiär” aufgenommen zu werden, wenn diese Leute den Neuling mit guten Ratschlägen, vernünftigen Adressen und insbesondere mit den gewissen Kniffen versorgen?
Der Anwärter muss ja nicht das Rad neu erfinden, und bekommt gleich die gesiebten und geprüften Infos zugeschoben.
Allein das spart unter Umständen tausende von Mark an Fehlkäufen.
Und das Gefühl? Zugehörigkeitsgefühl, Familiengefühl, Gruppengefühl - all das sind doch keine schlechten Dinge! Manch schüchterner Mensch würde sich sicher nicht an die Sache rantrauen, wenn er nicht mit einem warmen, freundlichen Gemeinschaftsgefühl in der Sache willkommen geheissen würde.
Ich glaube, daß es immernoch eine echte Hemmschwelle gibt, die Haut des 21.Jhdt. abzustreifen, und sich an die “fremden Welten” ranzutrauen.
All das tut dem “A”-sein keinen Abbruch, wenn man an die richtigen Leute gerät. Diese Wahl aber kann man keinem abnehmen.
Also, ich bin jetzt seit sagen wir wohlwollend knapp 2 Jahre dabei, davon eines eher aktiv, und ich muß sagen, das mir so ein Szenario wie Ivo es geschildert hat nicht untergekommen ist. Im Gegentum, ich hab viele hilfsbereite Leute getroffen, auf Märkten wie im web, die eigentlich immer mit Rat und Tat zur Seite standen (auch Ivo, der mir auch behilflich war und sicher kein bärbeissiger Brachialauthentiker ist). Das man bei Interesse für das Thema ums lesen nicht herumkommt ist wohl klar, und im TV oder in der Linklist findet sich eigentlich alles was man braucht. Auch lokale Büchereien erwiesen sich oft als überraschend hilfreich. O.K., ich hab wie die meisten auch Anfängerfehler gemacht, aber so finster wie Ivo es ausgemalt hat wars echt nicht, ich glaub, da kann ich auch für den Rest unserer aktiven Truppe (ca. 12-15 Leut) sprechen.
Ich kann nur für mich persönlich feststellen, MA und A-Anspruch machen durchaus Spaß.
ßber den Großteil deines Eintrages hatten wir schon andernorts gesprochen, daher nehme ich mal nur bezug auf den vorletzten Absatz:
“Tja…Qualität setzt meiner Meinung eine gewisse Einstellung voraus. Nur, woher kriegt man die? Wer vermittelt die einem?
Speziell, wenn man als demokratisch erzogener Mensch eher geneigt ist, der Mehrheit recht zu Geben? ”
Wer vermittelt ?
Nunja, ich denke mal, die Leute, die sich hier Gedanken darum machen, ob und wie man Anfänger auf Mängel hinweißt, sind schonmal auf dem richtigen Weg, vermitteln zu können, das richtige Wissen vorrausgesetzt.
Woher kriegt man die Einstellung ?
Das geht natürlich nur, wenn man an die richtigen gerät, das ist war.
Das nicht der lauteste Brüllritter, sondern eher der friedfertigste Bürger der bessere Lehrmeister sein dürfte, muß man halt irgendwie rausbekommen.
Aber eigentlich ging die Diskussion ja aus der anderen Richtung…
Nicht, wie lernen die Neulinge, sondern wie reagieren die ‘besseren’ auf Neulinge in schlechter Gewandung.
Einfach mal meine Meinung:
Wenn jemand neu ist, dann hat der bei mir noch Schonfrist.
Eigentlich ist mir egal, ob er in zivil, in Gewandung oder im Frack kommt. Wenn das Intresse da ist, ist bei mir erstmal jeder herzlich willkommen.
Ich kenne selbst einige Leute, die würden sich gerne mal mit dem Thema beschäftigen, wissen aber nicht, ob sich die Arbeit dafür lohnt, falls sie es doch gleich wieder aufgeben.
Solchen Leuten lreihe ich auch gerne Teile meiner Gewandung, wenn sie so lieber unterwegs sind.
Wenn sie dann mekren, daß die Sache spaß macht, bauen sie sich ihre eigene Ausrüstung zusammen.
So führt man Neulinge schrittweise ein.
Ich habe lieber jemanden ein zwei mal in halber Leihmontur und Springerstiefeln dabei, der sich wohlfühlt und dann aktiv dabeibleibt, als den selben einmal in zivil, wenn er sich deplaziert vorkommt und es seinläßt.
Natürlich kann ich Leute auf diese Weise nicht zu hochqualitativen Veranstaltungen alá Archeon mitnehmen, dafür muß es dann z.B. die Ronneburg tun.
Was auf jeden Fall klar sein muß ist der Fakt, daß dieser Phase recht schnell endet, und dann kommt der böse Mindeststandart und die Aufgabe, den zu erfüllen.
Um die Leute, die Neulinge mit “Paßt scho” einstellung empfangen und dort halten, müssen wir uns eh keinen Kopf machen, die diskutieren hier aus dieser Warte eh nicht mit.
Ivain, Du bist ein Glückspilz, daß es Dir so ergangen ist. Aber: Leider stehst Du nicht repräsentativ für den “Anfänger an sich”, weil Du recht früh den Wert von Eigeninitiative erkannt hast (ist leider nach wie vor recht selten…).
Leider kommen die meisten über den “familiären Weg” in die Szene, will sagen, sie treffen auf´m Markt “nette hilfsbereite Leute”.
Diese allgemeine Beschreibung trifft für die meisten auf Märkten präsenten Gruppen zu, auch und speziell auf Kostümsäuferbarbaren, Sitzrittergruppen etc.
Das ist dann leider der Punkt, wo das gros der Leute versackt. In familiärer Athmosphäre, wo nette, hilfsbereite Leute ihr “Wissen” mit einem teilen, wo man als Knappe anfängt, um irgendwann einen Ritterschlag zu bekommen, wo man den Ekel vor Worten, die mit a beginnen, eingeimpft kriegt, wo man im schlimmsten Falle erst mal schön versaut wird und “Mittelalter” und “Geschichte” erstmal die beliebige Projektionsfläche für alles mit nem Schwert dran und Tütenärmeln ist und das große “Basst scho” regiert unter der Großüberschrift “historisches Hobby”. Mit Spaß und “historischer Waffenkunst”. Unter Anleitung von toleranten, netten Leuten, die das schon seit Jahren machen und sich daher wohl auskennen müssen und netterweise ihr “Wissen” mit einem teilen.
Patsch- ein Marktritter mehr.
Und da die Dinge so sind, wie sie sind, werden noch viele durch diese kostenintensive Schule gehen, bevor sie interesse an dem Mittelalter bekommen, das sich mal ereignet hat. Bevor sie im Zweifel die Erkenntnis ereilt, daß man für wirklich originalgetreue Sachen etwas tiefer stapeln sollte, weil sich höhere Stände nur für astronomische Summen darstellen lassen.
Und bevor man auf den Trichter mit dem Tiefstapeln zugunsten besserer Bezahlbarkeit kommt, muß man erst mal die Szenetradition aus dem Hinterkopf kriegen, daß ein kleiner Knecht nur Kinderkacke für Szene-Newbies ist, während der “echte” altgediente Mittelalterer mindestens schon mal seinen Ritterschlag empfangen haben muß.
Kurz, man hat ne Menge Geld in den Kamin geblasen, bis man zumindest so weit ist, daß man von Modus Marktmittelalterritterdengelrollenspiel auf Modus “Geschichte” geschaltet hat. Und dann fängt man wieder ganz von vorne an, es sei denn, man hat das seltene Glück, direkt an eine der qualitativ etwas höher stehenden Gruppen zu geraten.
In dem Teufelskreis dreht sich alles seit Jahren, und so wird sich´s noch lange weiterdrehen, seit Legionen von Rittergruppen durch wohltönende Homepagetexte ihr Marktrittertum als ernsthafte, gar experimentelle Auseinandersetzung mit Geschichte Annoncieren.
In diese Nebelwand läuft der durchschnittliche Anfänger in Printmedien und Internet, und wie soll er sich da noch zurechtfinden? Oder gar eine Einstellung entwickeln? Speziell, wenn er ohne Umschweife und Aufnahmeprüfung in den wärmenden Schoß der großen Gemeinschaft “Mittelalterszene” aufgenommen wird, während die deutlich kleinere “andere Seite” gar intoleranterweise mit spaßfeindlichen Drohungen wie “Handnaht”, “Originaltreue”, “Recherche” aufwartet und gar von “Mindeststandards” schwadroniert? Ein Hobby soll doch Spaß bringen und keine Arbeit, ich schaff´ doch schon sechs Tage die Woche…
Tja…Qualität setzt meiner Meinung eine gewisse Einstellung voraus. Nur, woher kriegt man die? Wer vermittelt die einem? Speziell, wenn man als demokratisch erzogener Mensch eher geneigt ist, der Mehrheit recht zu geben?
Bücherlesen vorm Einkauf, würde ich sagen, aber…wo bleibt denn da der Spaß?
So, wie die “Szene” gebaut ist und wie das gros der Leute veranlagt ist mit ihrer Einstellung zur “Vermittlung” von “Geschichte”, ist das wie ein Sechser im Lotto, wenn einem Anfänger diese Erfahrung erspart bleibt. Die meisten Neueinsteiger werden wohl leider weiterhin diesen dornigen Weg nehmen müssen- wenn sie denn wollen.
Denn wes Darstellung unter euch ohne Tadel, der werfe den ersten Stein.
Sicher ist doch, das ein Frischling erstmal reinschnuppern will und schauen will ob ihm das gefällt. WEnn derjenige freundlich aufgenommen wird und an ihn nicht gleich AAnsprüche gestellt werden ist es gut möglich, das derjenige schnell vom MA Virus infiziert wird und sich weiterbildet und-ausrtüstet. So offensichtlich bei Fritz geschehen und auch bei eigentlich fast allen aus unseren Reihen.
Dazuzugehören beihaltet aber auch Information und Anleitung durch Leute, die sich auskennen, was z.B. verhindert, das ein Einsteiger irgendwann im Maximilanischen Harnisch im Wicki Dorf steht und sich vorkommt wie Captain Future.
ZUdem fällt mir auf, das sich Leute oft nicht trauen MA mal auszuprobieren, weil sie befürchten sich erstmal in Unkosten stürzen zu müssen bevor sie sicher sind ob das Hobby was für sie ist.
Insofern: Ja, dazugehören ist wichtiger als Gewandung, greade am Anfang, JA!
Wer allerdings von sich behauptet, er/sie mache schon ewig MA und steht dann in Turnschuhen und Jogginghosen lästernd rum, der darf ruhig ausgelacht werden.
Und für die “Etablierten”: werdet nicht müde, Leuten das MA nahezubringen, manchmal ist es mühsam, aber es lohnt sich.
hab ich am Anfang auch gedacht. Glüklicherweise hat sich meine Einstellung geändert.
Wenn für mich nur das Zusammengehörigkeitsgefühl zählen würde, so wär ich wahrscheinlich in einem Skat- oder Opel-Club. Wesentlich einfacher und weniger stressig. Und den fehlenden Anspruch kann man sich ja dazusaufen.
Also, ich hab da letztens etwas gelesen. Ein Neueinsteiger schrieb da in der Karfunkel: Das Gefühl dazu zugehören ist wichtiger, als die Qualität der Ausrüstung.
Ich würde gern die Meinung anderer dazu hören, und später einmal meine These dazu zum Besten geben.