Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Rauchen in der Antike?

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Eintrag #1 vom 14. Okt. 2002 11:34 Uhr Mike Wendl  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Mike Wendl eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Pfeife aus dem 3-4.Jhdt nach Christus

Moin!
Gestern in Salzburg im Carolinum Augusteum in der römischen Etage ein Ausstellungsstück Zitat: “Pfeife aus Eisen, gefunden in einem römischen Gutshof in Kemating bei Bergheim sowie Spielsteine aus Bein”
Ein richtiger “Freizeitkit” ;-)
Tatsächlich eine Pfeife, 15 cm lang, gerader Stiel, zylindrischer Pfeifenkopf, Mundstück deutlich abgesetzt.
(Bild kann ich bei Interesse zumailen)
Was haben die ollen Römer denn statt Tabak geraucht?
OK, ‘n bisschen OT, interessieren tuts mich doch…
mike
AKA Lui der Bauer

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Eintrag #2 vom 14. Okt. 2002 12:07 Uhr Stefan Breu  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Stefan Breu eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht oh oh

Hallo Mike,
erstmal finde ich den Beitrag nicht off topic, er gehört nur in eine andere Rubrik: Geschichte / Antike. In der Rubrik “Szene” assoziiert man ja schon ein gewisses Geschmäckle. *g*
Ich habe im Zusammenhang mit einem eisenzeitlichen oder bronzezeitlichen Grabfund (irgendwo hinter dem Ural vermutlich) mal das schöne Wort “Hanfdampfberauschungsgerät” gelesen.
Auch Opium könnte ich mir vorstellen.
Was diese Pfeife hoffentlich nicht auslöst: eine Integration des Woodstock-Hippie-Reenactment ins darstellende Mittelalter. Und überall Pfeifenraucher, die ihren Tabak als Ersatz für das illegale authentische Zeugs rechtfertigen. *schüttel*
Stefan

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Eintrag #3 vom 14. Okt. 2002 12:30 Uhr Mike Wendl  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Mike Wendl eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Warum oh-oh?

Stefan,
nein, ich wollte
1. keineswegs den Grundstein zur Legitimation legen *schauder*
2. nun darum bitten, den Thread in die korrekte Sparte zu verschieben, merci Admins.
zurück zum Thema:
Opium in Germanien?
kann ich mir nicht wirklich (zeitlich, räumlich)vorstellen, lasse mich aber gerne durch FAKTEN belehren.
Hanf damals hatte, wenn ich mir den anderen Thread weiter unten anschaue, nicht genug THC, um “nützlich” zu sein.
Weiss da jemand was genaueres?
-mike-
AKA Lui der Bauer

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Eintrag #4 vom 14. Okt. 2002 13:44 Uhr Stefan Breu  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Stefan Breu eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht o o opi um

hat sich da eben der falsche thread in die korrekte sparte verschoben ? ;-)
Warum oh-oh? Eben wegen dieser *schauder* Legitimation …
Das war jetzt mal nur geraten mit dem Opium. Weiß auch nicht, wo welche Mohnsorten angebaut wurden.
Aber für die mediterrane Medizin wäre ich mal von Opium als möglichem Betäubungsmittel ausgegangen.
Wenn man davon ausgeht, daß es sich dabei nicht um Allerweltsware handelt, sondern ein Luxusgut, dann spricht eigentlich nichts über ganz normalen Fernhandel, wie er für Seide, Pigmente, Gewürze, Amulette (Kauri-Muscheln für die Alamanninen z.B.), Weihrauch, Zinn, Bernstein, Jade …. belegt ist. Also in der räumlichen Verteilung innerhalb des röm. Imperiums sehe ich überhaupt kein Problem.
Im 1.Jh.AD klagt Plinius der ßltere: Nach den niedrigsten Schätzungen entziehen Indien, die Serer und die Halbinsel Arabien unserem Staate alle Jahre 100 Millionen Sesterzen: soviel kosten uns Luxus und Frauen!“ (seres sind die Chinesen, die zu Rom nur indirekt in Kontakt standen. In Indien sind römische Handelsniederlassungen allerdings belegt.)
”Im Gegenzug exportierte Rom Halbfabrikate und Fertigprodukte, zum Teil auch jener Dinge, die zuvor als Rohstoffe eingeführt wurden. Aus anderen Stoffen (Leinen, Baumwolle, Wolle) nähte man Gewänder, und zwar im Schnitt der Bestimmungsländer: arabisch für Arabien, berberisch für Ostafrika ..“
Als Räucherwerke genannt werden Weihrauch, Balsam, Myrrhe. ßber Mohn und Opium habe ich nichts hier nichts gefunden. Möglich, daß Mohn verbreiteter war und nicht zum Welthandel gehört.
Quelle: ”Gewürze, Weihrauch, Seide - Welthandel in der Antike," Ursula Heimberg, Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte in Württemberg und Hohenzollern, 1981
Ob sich Weihrauch für eine Pfeife eignet ?
Stefan

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Eintrag #5 vom 14. Okt. 2002 15:42 Uhr Frank D.   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Antike Pfeife?

Hallo Mike, hallo Stefan,
zuerst als Pfeifenraucher: eine 15 cm lange Eisenpfeife stelle ich mir sehr unpraktisch vor! Als erstklassiger Wärmeleiter würde man sich sehr schnell Hand und Mund verbrennen. Selbst bei Tonpfeifen hat man dank der sich entwickelnden Temperatur schon manchmal Probleme sie in die Hand zu nehmen.
Mike, mail mir doch bitte einmal das Bild.
Von den Skythen ist überliefert, daß sie zu kultischen Zwecken in speziellen Zelten Hanfsamen auf glühende Kohlen / Steine streuten und sich an den Dämpfen berauschten (Herodot). Vielleicht das erwähnte “Hanfdampfberauschungsgerät”.
Aus der Antike ist mir ansonsten nichts bekannt, was man ähnlich wie Tabak geraucht hat.
Mohn / Opium wurde zwar im medizinischen Bereich vereinzelt als Betäubungsmittel eingesetz, aber wegen der schlechten Dosierbarkeit wurde von der Verwendung eher abgeraten. www.pharmazeutische-zeitung.de/pza/1999-31/pharm4.htm
Und Weihrauch als Harz würde die Bohrung des Pfeifenholmes sehr schnell verstopfen und unbrauchbar machen.
Wahrscheinlich handelt es sich bei dem Fund aus Kemating entweder um keine Pfeife oder das Teil ist nicht antik. Mich interessiert auf jeden Fall das Bild.
Viele Grüße
Frank Dittewig

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Eintrag #6 vom 16. Okt. 2002 07:59 Uhr Frank D.   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Römische Pfeife? Bestimmt nicht!

Morgen!
Nachdem ich mir die Bilder des Fundes und der Vitrine angesehen haben - danke Mike - kann ich nur sagen, daß es sich bei dem fraglichen Objekt um nichts antikes handelt. Schon aus der Vitrinenbeschriftung geht klar hervor, das diese “Eisenpfeife” in gar keinem Fundzusammenhang mit den anderen römischen Funden steht. Allein die Schraubverbindung mittels Muffe zwischen “Kopf” und “Holm” kann nicht antik sein.
Ich vermute, daß es sich vermutlich um ein Teil einer landwirtschaftlichen (?) Maschine handelt, das zufällig im Bereich einer römischen Fundstelle verlorenging.
Irgendwann wurde es als Einzelfund wieder aufgesammelt und, da es ja vom Ort einer römischen Fundstelle stammt, gedankenlos in der Vitrine mit anderen archäologischen Objekten ausgestellt.
Zum Mohn in Germanien: seit dem Neolithikum läßt sich die Nutzung des Schlafmohns in Mitteleuropa nachweisen. Für weitere Details: U. Körber-Grohne, Nutzpflanzen in Deutschland von der Vorgeschichte bis heute (Stuttgart 1995) 399ff.
Viele Grüße
Frank Dittewig

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Eintrag #7 vom 16. Okt. 2002 12:42 Uhr Mike Wendl  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Mike Wendl eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Gut, damit ist jetzt alles gesagt

Danke Frank für Deine Analyse / Richtigstellung
So kannst auch in der TV abgehen.
Faktenbezogen, ehrlich und im richtigen Ton.
Warum nicht immer so?
-mike-
der verständnislos den Hickhack in anderen Threads verfolgt

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