Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Regionalität oder Internationalität?

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Eintrag #5 vom 07. Mrz. 2000 10:45 Uhr Stephan M. Rother M.A.   Nachricht

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Oooh, da hat sich was überschritten. Dietrich, diesem Gedankengang bin ich auch gefolgt, habe dann aber anders bewertet.
Magister

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Eintrag #4 vom 07. Mrz. 2000 10:41 Uhr Stephan M. Rother M.A.   Nachricht

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Hiho Stefan, Du bringst in der Tat gewichtige Argumente vor, wenn ich es richtig interpretiere, daß Du nicht die konkreten salischen oder staufischen Herrscher meinst, sondern mehr deren deutschsprachige Zeitgenossen, also Welfen- oder Stauferanhänger. Ansonsten - denke ich - wäre es nicht besonders lustig, wenn auf ein und demselben Markt nicht dreimal Richard Löwenherz herumläuft sondern dreimal Barbarossa. Tatsache ist aber doch, daß es durchaus frühmittelalterliche Sachsen oder hochmittelalterliche Westslawen in der Szene gibt. Die tummeln sich sogar hier in der Taverne, schau Dir nur mal die Wappenrolle an. Ansonsten würde ich höchstens vermuten, daß das exotische Moment ihrer Rolle für die Normannen-, Sarazenendarstellern etc. pp. natürlich noch einen zusätzlichen Reiz ausmacht. Es geht ihnen eben darum, in eine “andere Haut” zu schlüpfen. Andere sehens wieder ganz anders. Ein Schmied in Real Life schlüpft in die Rolle eines mittelalterlichen Schmieds … auch das ist nachvollziehbar. Und was die Sprache anbetrifft, wenn Du da konsequent sein willst: Eine Zeitlang habe ich versucht, auf Märkten mit Mittelhochdeutsch durchzukommen. Kein Mensch hat mich verstanden (Bitte jetzt keine Marktsprech-Diskussion, dazu gibts einen eigenen Thread). Du siehst, daß es da schon hapert … ganz zu schweigen davon, daß Du dann natürlich auch mittelalterliche arabisch oder altfranzösische Dialekte sprechen müßtest. Im ßbrigen - ganz praktisch gedacht - das gäbe natürlich ein wahrhaft babylonisches Sprachgewirr. Da sind wir natürlich wieder genau am Anfang, bei Deiner Anregung: Diese Menschen sind eben in Wahrheit nur höchst selten aufeinander getroffen und insofern ist es mit dem A… natürlich nicht weit her. Aber ich persönlich fände es höchst schade, wenn dieser - wie gesagt bedenkenswerten - Forderung die Farbigkeit und Vielfalt der Märkte geopfert würde. Denn wenn die Märkte auch zum Glück nicht “Fantasy” sind, ein Stück “Fantasie” gehört immer dazu. Schöne Grüße,
Magister

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Eintrag #3 vom 07. Mrz. 2000 10:33 Uhr Wolf Zerkowski  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Wolf Zerkowski eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo, ich simme dir zwar im Grundgedanken zu, (wir machen dithmarscher Geschichte weil uns das näher ist als irgend eine Gegend “janz weit draussen”) aber es soll halt jeder machen was er will. Ausserdem gibt es mehr Gruppen mit regionalem Bezug als es erstmal den Anschein hat, ganz davon abgesehen,daß es Gegenden gibt in denen nun wirklich “tote Hose” war.
Gott zum Gruß und allzeit sichere Wege.Arfast Harksen

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Eintrag #2 vom 07. Mrz. 2000 10:31 Uhr Dietrich (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Dietrich eine Nachricht zu schreiben.

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Moin Stefan. Das scheint kein rein “mittelalterliches” Problem zu sein, denn dieses “Fremdgehen” deutscher Hobbyisten zieht sich durch sämtliche Zeiten. ßber die Hälfte der deutschen Napoleoniker stellen englische, russische und französische Einheiten dar, in der Westernszene wimmelt es vor schottischen und irischen Trappern und französischen Voyageurs aus Berlin und Bayern, obwohl sehr, sehr viele “Westler” aus der Pfalz oder Westfalen stammten, und der amerikanische Bürgerkrieg wird in Deutschland von Iren geführt. Und das, obwohl die Deutschen- wenigstens im Norden- die stärkste ethnische Gruppe stellten, noch vor den Iren und den “alteingesessenen” Amerikanern. Keine Ahnung, warum das so ist. Aber interessieren würde es mich auch; also, Frage an die Allgemeinheit: Warum muß es ein Normanne sein? Ist ein Hesse nicht exotisch genug? Und warum ein französischer Graf anstelle eines schwäbischen? Oh, ich weiß: Wenn man schon eine Sprache nicht beherrscht, dann ist es besser, Altfranzösisch nicht zu beherrschen als Mittelhochdeutsch. :-)
Dietrich

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Eintrag #1 vom 07. Mrz. 2000 10:05 Uhr Stefan Breu  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Stefan Breu eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo, nachdem wir uns nun umgesehen haben, in der Szene, ist mir doch was aufgefallen. Allenthalben finden sich Kelten, Schotten, Normannen aus ganz Europa, Waliser, Sarazenen, Wikinger usw. Alle haben abenteuerliche, sehr weit hergeholte Geschichten, die ihren Aufenthalt in unserem Land irgendwie erklären (fals überhaupt). Aber ich fand keinen Sarazenen, der arabisch spricht, keinen Normannen, der französisch spricht, keinen Wikinger, der skandinavisch drauf hat usw. Irgendwie ist das doch kilometerweit vom “A”-Faktor weg, und ist mir irgendwie “unecht”. Wieso gibt es kaum “Deutsche”, warum keine Salier, Ottonen, warum werden die Staufer so angemacht, und wo bleiben die Welfen? Das hat nun nichts mit Nationalismus zu tun, sondern mit der Frage, warum in Deutscher sich nicht selbst, einen Deutschen im MA darstellt, wenn er die ausländischen Rollen weder in Aussehen noch Sprache irgendwie erfüllt? ßch hoffe, daß Ihr nun nicht wieder alles niederbügelt, und diese ehrlich gemeinten Fragen offen diskutieren könnt.
stefan

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