Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Reinlichkeit der Germanen

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Eintrag #1 vom 23. Sep. 2003 11:23 Uhr Sascha Tulodetzki   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Womit den??

Wir wissen spätestens seit Tacitus (obwohl nicht in allem verlässlich), dass die Germanen sehr reinlich gewesen sind.
Er (Tacitus) beschrteibt zwar meist die Badeszenen in Lederfellen im Fluss aber dennoch…
Weiterhin sollen Germanen eher glatt rasiert gewesen sein (bis auf die Langobarden).
Seife ist für Germanen um Christus nachgewiesen, sowie Kämme, Rasiermesser, Pinzetten und Ohrlöffel.
Was ich nun suche sind Quellenbelege und Funde zu den o.g. Gegenständen.
Gab es Waschschüsseln??
Wie glatt ist glatt rasiert für Germanen?? (doch eher 2-Tage-Bart)
Womit wurden die Haare gefärbt??
Wie sahen die Rasiermesser aus und gab es sowas wie Rasierschaum/-creme/-seife/-irgendwas??
MfG, SaschaT (Milites Liberi) » pasta ad patriam vadete

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Eintrag #2 vom 24. Sep. 2003 08:16 Uhr Bettina Drexler  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Bettina Drexler eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Seife

Nach meinen Informationen benutzten die Germanen zum Haarefärben Seifen mit Pflanzenfarbstoffen.
Quelle muß ich noch suchen, aber die Seifen wurden wohl in erster Linie nicht zum Waschen sondern auch zum Färben hergestellt.
Wenn ichs noch finde, reiche ich die Quelle nach.
Gruß
Johanna Schoferin

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Eintrag #3 vom 26. Sep. 2003 10:42 Uhr Sascha Tulodetzki   Nachricht

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Die Szeneri der “in Fell bekleideten Germanen im Fluss” stammt NICHT wie von mir geschrieben im Tacitus, sondern wird in “De bella gallico” von Julius Caesar erwähnt, was die ganze angelegenheit um ca 100 Jahre zurücksetzt.
Sorry dafür
MfG, SaschaT (Milites Liberi) » pasta ad patriam vadete

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Eintrag #4 vom 26. Sep. 2003 12:50 Uhr Sylvia Crumbach  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sylvia Crumbach eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Bart

Hallo,
zu den Bartmoden bei den “Germanen” würde ich in Untersuchungen zu den männl. Moorleichfunden nachlesen. Eine recht neue Zusammenfassung ist, ich glaube vor 2 Jahren erscheinen, der Verfasser ist W. van der Sanden. Hier finden sich Veröffentlichungsangaben zu den einzelnen Funden.
(Sehr viele Einzelberichte in der Zeitschrift “Die Kunde” erschienen)
Rasiermesser sind im Befund sehr häufig, nicht nur bei Körperbestattungen, sondern auch schon (z.b.)unter den Beigaben zu elbgermanischen Urnengräbern zum Beginn unserer Zeitrechungen.
Einen ßberblick zu diesen Funden bietet die Veröffentlichung “Abenteuer der Archäologie”, W. Wegewitz. (zugleich auch eine Zusammenfassung des Lebenswerkes dies bedeutenden Forscher)
Der Katalog zur Ausstellung “Der Tempel im Moor” ist leider nicht sehr umfangreich, ober es waren einige Rasiermesser etc. in der Ausstellung. Es sollte sich auch einiges in der Dauerausstellung befinden, gern werde ich nachsehen, wenn ich das nächste Mal dort bin.
Eine (völkerwanderungszeitl.) Darstellung zur Haarpflege zeigt der Grabstein von Niederdollendorf (könnte noch im Museum Linn sein??) Es gibt dazu einen Beitrag im Archäologischen Korrespondesblatt.
Kämme zu Kämmen liegen große Fundmegen vor. Die Formen sind sehr verschieden. Es sind sogar eine Art “Stilkämme” belegt, die aber eher an Zahlbürsten erinnern. (zumindest hat meiner schon für lustige Kommentare gesorgt)
So viel mal kurz aus dem Büro.
ISBN der Bücher gern bei Interesse per Mail.
Sylvia
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Eintrag #5 vom 27. Sep. 2003 15:17 Uhr Thomas Klee  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Thomas Klee eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht huhu

… ich meine der Steinklumpen von “Niederdollendorf” liegt z.Zt. in Bonn herum …
nur mal so angemerkt, da ich es im Monemt nicht finde in meinem Chaos *g*
Im Frühjahr 2003 wurde aus der Themse mal wieder ein “Schätzchen” ausgebaggert. Darin befanden sich u.a. mehrere Fläschchen (Ton und Glas) mit “wohlriechenden”, pampigen ßberresten die der Körprpflege zugeschrieben werden. Die vorläufige Datierung soll zu Beginn der Völkerwanderungszeit liegen.
… wenn ich nur wüßte wo ich den Artikel hingeschmissen habe. Wenn ich ihn finde tippe ich mehr … *lol*
Thomas

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Eintrag #6 vom 28. Sep. 2003 12:16 Uhr Sylvia Crumbach  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sylvia Crumbach eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Bald...

Hallo Thomas,
im Herbst wird das neue Landesmuseum Bonn eröffent, ich denke, daß der gute Mann sich dann dort kämmt :-)
Da es doch den einen oder anderen interessiert hier die ISBN`s:
Das Abenteuer der Archäologie
Willi Wegewitz
Isensee ISBN 3-89442-230-0
Mumien aus dem Moor
Wijnand van der Sanden
ISBN 90 6707 4160
Sascha,
hast die die Ausstellung “Ein kleines germanisches Dorf” in Dortmund im letzten Jahr gesehen? Ich bin der Meinung, daß dort Rasiermesser ausgestellt waren, auf jeden Fall aber Haarnadeln. Das kleine Heftchen zur Ausstellung (ohne ISBN) enthält eine Literaturliste zu Befunden aus der Region, die sehr interessant ist. Falls Du die die Austellung gesehen hast, erinnerst Du Dich an das Begleitvideo? Neben einigen Varusschlachtschauspielern (*kicher*) waren Aufnahmen von Alltagscenen mit der Cohors I Germanorum zu sehen, die in Oerlinghausen gedreht sind. Auch so immer ein Publikumsmagnet ist die “Frisierscene”. Im Video mit Chris und Werner. Gezeigt wird als Männerfrisur der sog. “Suebenknoten”. Allerdings in der Ausführung mit Haarnadel. (Wir vermuten, das die langen Nadeln, teils mit ßhr, aus Männergräbern einen Haarknoten gehalten haben könnte. (Auch in der Literatur wird diese Vermutung vertreten, ich habe die Stelle aber bisher nicht wiedergefunden). Der Suebenknoten ist von 3 Moorleichen bekannt (Osterby, Dätgen und Hooghalen (?)) Es gibt aber auch etliche andere Frisuren, auch für Männer mit kurzen Haaren. Der Tollundmann trug die Haare in einer Länge von 2-3 cm. Im Heft aus dem Silkeborgmuseum, DK, sind einige sehr gute Foto´s. (Ich halte zwar nicht viel davon Moorleichen auszustellen, aber der Tollundmann liegt in einem Nebenraum, fast wie in einer Kapelle)
Der Mann war wahrscheinlich glatt und ordentlich rasiert als er starb. Auf den Detailaufnahmen sind zwar Stoppel zu sehen, aber das soll durch die Schrumpfung der Haut nach dem Tod kommen. (wer hierzu genaues wissen will: Es gibt ein Buch “Archäologie und der Tod”, das angeblich keine Fragen zu Details offen läßt. Ich habe das Buch vor einigen Jahren nur durchgeblättert und dann beschlossen einiges gar nicht so genau wissen zu wollten.)
Eine interessante Frisur hatte der “Rote Franz”, die recht bekannte Moorleiche (Fundort Neu-Versen) aus dem Landesmuseum Hannover. Gelebt hat der Mann zwischen 252 und 286 oder 316 ud 388 u.Z. Er war Reiter(krieger?)und ist eines gewaltsamen Todes gestorben. Es fanden sich keine Gegenstände oder Kleidung bei Ihm. Die Leiche wurde aktuell untersucht und das Gesicht mit Haartracht rekonstruiert. Der Mann hatte einen Oberlippenbart und eine besondere Frisur: Trotz beginnender Scheitelglatze trug der Mann das Deckhaar zwischen 11 und 20 cm lang und wohl zu einem Mittelscheitel gekämmt. Die restlichen Haare waren geschoren. Die Frisur und Rasur schien eine Weile zurückgelegen zu haben als dem Mann starb, denn die Haare im Nacken und der Bart war etwas nachgewachsen. Karl Volland, ein Freund von mir, sieht der Gesichtsrekonstruktion verdächtig ähnlich. So kam Herr Dr. Pfeil auf die Idee eine “Roten Franz” mit Hilfe eines Frieur zu“rekonstruieren”. (Das ganze vor dem Forum des Landesmuseums). Das Ergebnis war interessant. Die langen Deckhaare wurden geflochten und bildeten so die gleiche Helmkante wie noch auf dem Teppich von Bajeux zu sehen. Da über den Mann nichts bekannt ist, außer daß er ein Reiter war, wäre es schon möglich, das es sich um einern Reiterkrieger, der so reich war, das er einen Helm besessen hat, handeln könnte.
Durch mirkoskopische Untersuchungen an den Haarenden wurde übrigens nachgewiesen, das der Bart mit einem scharfen Messer rasiert wurde, die Haare aber mit einer Schere geschnitten sind.
Ein römisches Rasiermesser hat (auch ohne Seife) bei Glada eine recht gute Rasur ergeben. Vielleicht einfach mal im Selbstversuch testen? Mein Mann läßt mich leider nicht :-))
Frauenfrisuren interssieren dich bestimmt nicht so sehr. Aber falls Du Dir den (ca. 3 Jahre alten) “Welt der Wunder” Beitrag ansiehst: Was nicht so wirklich richtig ist, sind die kurzen Zöpfe mit Woll- oder Lederbändern oder irgendwelche Kopftücher, denken wir jedenfalls. Ich habe auch angefangen einen Zopf zu züchten (zur Begeisterung meines Mannes, zu meinem ßrger, da ich meine, daß lange Haare alt machen), da auch die bekannten Spranghaarnetze die Haare nicht wirklich bedecken.
Soweit erstmal
Sylvia
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PS.
Bilder zum “Roten Franz”, Frisuren tec. (hoffentlich) demnächst auf unserer neuen Seite

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Eintrag #7 vom 28. Sep. 2003 19:42 Uhr Sascha Tulodetzki   Nachricht

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Da macht Germane-sein-wollen doch richtig Spass, .. sah wohl doch nicht so ganz aus wie auf den Säulen von Trajan ;-)
@Sylvia:
Juchu, Sparbuch plünder und Bibliotheken aufkauf :-)).
Leider war ich dieses Jahr nur auf Ausstellungen im engeren Umfeld von Aachen, verspreche aber Besserung ;-)
.. ein wenig im Bruno Krüger gestöbert:
<u>Rasiermesser:</u> meist halbmondförmig aus Bronze, mit Griff an der Seite oder Oben. Und wenn die schon so aussehen wie Sattlersicheln, kann man sich damit wirklich Babypopoglatt rasieren :-))
<u>Seife:</u> Scheint es als Pomade und in fest gegeben zu haben, die Pomade war teils mit pflanzlichen Färbstoffen versehen (zum Färben und Bleichen) wie bereits Bettina weiter unten beschreibt.
Laut Heinz Grünert (einer der Authoren) war es eine Art schaumige Kalium - oder Pottascheseife (ist dass nicht das selbe??)
<u>Spiegel:</u> als Grabbeigabe in Potzdam wurde eine Kreisrunde bronzene Spielgelscheibe gefunden die einen Durchmesser von ca. 15 cm Durchmesser.
Apropos lustige Frisuren, die weibliche Moorleiche aus dem Domlandsmoor bei Windeby hatte die komplette linke Haupthälft geschoren. Dieses kann allerdings wegen der Opferung gewesen sein und nicht unbedingt zu den Alltagsfrisuren gehört haben.
MfG, SaschaT (Milites Liberi) pasta ad patriam vadete

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Eintrag #8 vom 29. Sep. 2003 09:44 Uhr Sylvia Crumbach  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sylvia Crumbach eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Sascha,
zum Fall “Windeby-Mädchen” gibt es 3 Theorien. Nach meiner Lieblingtheorie (ist von M. Gebühr) wurde die junge Frau reluär bestattet.
Sylvia
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PS.
Sie befindet sich im Schloß Gottorf bei den anderen Moorleichen im Obergeschoß. Da findest Du auch die Tafeln mit den Theorien.

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Eintrag #9 vom 06. Nov. 2003 12:54 Uhr Sylvia Crumbach  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sylvia Crumbach eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Haarige Sache

Hallo Sascha,
Ich habe Dir geschrieben, daß es auch Moorleichen mit kurzen Haaren gibt(Als Männerfrisur). Aber ich befürchste, daß es nicht wirklich einfach sein wird diese Frisuren auf die Haartracht des männlichen Normal-“Germanen” zu übertragen. Anlass für diese Vermutung ist das folgende Buch:
Menschenofer
Ritualmorde von der Eisenzeit bis zum Ende der Antike
Miranda Aldhouse Green
ISBN 3-88400-009-8
Zu beachten für Deine Fragestellung ist die These, daß in der röm. Eisenzeit oft “Stellvertreteropfer” gebracht wurden. Das heißt getötet wurden Verbrecher oder Fremde.
Das als Diskussionsanstoß.
Sylvia
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PS. Das Buch hat mir gut gefallen (sorry, etwas makaber bei dem Thema) und ist z.B. bei Taubert z.Z. als Sonderangebot zu, ich glaube 14,95 zu haben.
PPS.
Ich weiß nicht wie weit Du das Thema angedacht hast, aber es gibt einige spannende Dinge die allerdings noch in die Bronzezeit (einsch. HA A+B) datieren.

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Eintrag #10 vom 04. Dez. 2003 21:49 Uhr Chris Wenzel  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Chris Wenzel eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Eitle Säcke...

Eigentlich waren die Germanen alles eitle Säcke, denn durch intensive Feldversuche mit diversesten Langhaarigen und das Studium der Quellen sind wir zu folgendem Schluß gekommen:
Der Swebenknoten dient einzig und allein dem Zweck, Geheimratsecken und beginnende (Stirn-)Glatze des Trägers zu kaschieren.
Der Mann von Osterby war ein alter Kerl über 40, und die auf dem Kessel von Musov darbestellten Männer sehen auch nicht jünger aus (besondes zu beachten deren sorgfältig in Löckchen gelegte lange Bärte!!).
Sehr lange und vor allem dünne Haare sind nötig, um den Knoten genau wie beim Osterbymann ohn Haarnadeln zum halten zu kriegen. Da sämtliche Haare von einer Seite aus über den Oberkopf zur anderen Seite gekämmt werden, verdecken sie die Stirn und die Platte komplett. Und so, wie die meisten Männer beim Frisieren zappeln und jaulen, war der Swebenknoten nur was für gaaanz harte Krieger…
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Chris

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