Moin Timm, soweit ich weiß, is´ das Ding a., ich weiß jedoch nicht ob´s in Deiner Zeit is´. Schon bei die Römers und im frühen Mittelalter wurde es als etwa arschlanger Cucullus getragen (daraus entwickelte sich auch das klerikale Gewand) und hat sich dann zur Gugel verkürzt. Ich habe Abb. von angelsächsischen Frauen um 850, die das Stück in einer knielangen Version tragen. Für´s HMA weiß ich im Augenblick keine Quellen, es wurde jedoch ab Mitte 14. Jhdt. als “Heuke” wieder populär. Vom 15. Jhdt. weiß ich wieder nichts. Der Schnitt - in der simplen Version - ist denkbar einfach: ponchomäßiges, kreisrundes Stück Stoff mit Loch in der Mitte und angenähter Kapuze. Im 14. Jhdt. wurde es auch gerne vorne geknöpft. Ansonsten denke ich mir der erwähnte Gardecorps oder eine Guarnache (ein Surcot-ähnliches Kleidungsstück sind zum Reiten vielleicht praktischer als ein Mantel. Bis dann Thorsten
Hi Alexandra, hast Du Erfahrung mit Wanderritten (insb. was Ausrüstung etc. anbetrifft)? Bin für jede Info dankbar. Womöglich gibt es für Deine Kappe ja ein Schnittmuster oder eine Zeichnung, Foto o.ä.. Ist das Ding vielleicht sogar A ? Wenn Du noch infos hast Mail doch mal, werde ich auch tun. Danke auch an alle Anderen für die Tips, postet aber ruhig noch mehr. Cioa, Timm
Ich habe in Sachen Reisen gute Erfahrungen mit meiner Kappe gemacht (Gugel, der bis zum Boden reicht, mit seitlichen Schlitzen für Arme). Außen Wollstoff, innen Leinenfütterung. Hält sauwarm. So brauche ich, wenn ich wo hinreite, keinen Schlafsack mitnehmen und wickle mich einfach in den Mantel ein.
Tach, Timm! Also, ich habe mir von einem Profi die Cotehardie aus Ulli Lehnarts Buch nachnähen lassen, in Walkloden, mit Fellverbrähmung. Nach inertialen Tests in Freienfels muß ich sagen: Das Ding ist weit, bequem, warm und flexibel. Steht zur Anprobe zur Verfügung, eventuell kann ich´s Dir auch leihen… Gruß, Stefan
Hallo zusammen! Also zum Thema füttern oder nicht: Ich habe mich mit Darstellungen vom Frühmittelalter bis zur beginnenden Neuzeit beschäftig und kann nur sagen, eine generelle Aussage läßt sich nicht machen. Es gibt sowohl Darstellungen, bei denen der Mantel innen eine andere Farbe hat als außen, als auch solche, bei denen er wohl ungefüttert ist. Außerdem kommen sehr viele mit Pelz gefütterte Kleider und Mäntel vor. Und das nicht nur bei den Adeligen. Billige einheimische Felle waren auch für das niedere Volk erschwinglich. Mein Tip: den Mantel auf jeden Fall mit einem Futter versehen, auch wenn das zuerst zu warm erscheinen mag. Immerhin läßt sich das Klima leicht regulieren, das Ding ist ja offen und nachher ärgerst du dich am Ende, wenn du den Tag im Wind und Regen gestanden hast und frierst. Da Fell kaum erschwinglich sein dürfte für die Fläche eines Dreiviertelkreismantels, schlage ich entweder Leinen oder Wolle vor. Ich selbst habe seit kurzem ein Gardecorps: Oberstoff Loden, Futterstoff flauschige Schurwolle. Es gibt nichts wohligeres im Wind, Regen und Schnee. ;o) Da ein Reisemantel ja auch im Sommer getragen wird, könnte ich mir vorstellen, die eine Seite aus einem dunklen Loden als “Wetterseite” und die zweite aus einem hellen Leinen für die Sonne auszuführen - das ist allerdings mein persönlicher Vorschlag - und wird nicht durch irgendwelche Quellen unterstützt. So long… Andreas
Hejsan! Sehr einfaches Verfilzen: Man nehme Schafswollstoff und wasche ihn bei 30 Grad mit anschließendem Schleudern in der Waschmaschine. Echt dicht und sehr wasserabweisend. Außerdem mollig warm. ;) Mein Stück ist damals wenig eingelaufen (so um die 5 cm). Viele Grüße, Thorvald
Hallo, hab mir die Bilder angesehen, danke für den Link. Ich hab auch schon über mit Kaninchenfell gefütterte Mäntel gelesen, sie aber bisher nur den gehoberenen Schichten des 13.(?)+14.Jh zugeordnet. Da ich mich Ende des 12.Jahrhunderts befinde ist die Manessische allerdings etwas spät, um sie als Quelle zu nutzen. Für Ende 12./Anfang 13. JH geben meine Quellen kein Auskunft über Futter oder Nicht Futter. Da ein solch gefütterter Mantel allerdings recht kuschelig warm sein dürfte, ist er wohl den Wintermänteln zuzuordnen, als Reisemantel (und damit für Frühjahr/Sommer) dürfte er wohl zu warm und auch zu kostbar gewesen sein. Laß mich aber gern eines besseren belehren. Gruß, Nikolaus
Hallo Nikolaus, Wenn so ziemlich alles gefütter war, (sogar Zelte werden oft mit einer anderen Farbe innen als außen dargestellt) warum dann ausgerechnet Mäntel nicht? In der Manesse z.B. (14 Jh.) sind alle Mäntel mit kleinen zusammengenähten Fellen gefüttert. Beispiel: www.tempora-nostra.de/manesse/img/023.jpg, 026.jpg, … Alles Gute, Philipp
Der angesprochene Mantel ist unter dem Begriff Tasselmantel ab sicher ab dem 12.Jh. belegt, allerdings da ziemlich sicher ungefüttert. Er wird mit Tasseln geschlossen oder mit Lederbändern verschnürt. Schau mal in die Bibliothek, unter Gewandung “Das erste Gewand”, Thorsten hat dort unter Abb.8 ein Bild eines Mannes mit Tasselmantel. Aus dickem Loden gefertigt ist das Ding unglaublich warm und wirklich wasserdicht. Grüße, Dietrich von Aggstein
Ich empfehle dir einen Radmantel. Aäßerst praktisch, solange man nicht im Gefecht steht. Ich kenne Abbildungen von etwa 1400 bis 1480 ++, früher und später habe ich lediglich noch nicht gesucht. Die Dinge bestehen aus Wolle in einem Halb- bis Dreiviertelkreis mit einem Radius deiner Schulterhöhe abzüglich der Länge, der er über dem Boden hängen soll, also ca. 20 cm. Kann wahlweise mit Leinen gefüttert sein. Ein Wolloden ist von Natur aus _EIGENTLICH_ wasserdicht. Zumindest bei der darmaligen Verarbeitung. Heute ist Wollstoff noch weitestgehend asserdicht, achte aufe einen besonders gut verfilzten Wollstoff. Neben der Benutzung als Mantel kann man sich darin noch wunderbar einrollen und zum Schlafen verwenden. Viele Grüße, Ingo Ratsdorf
Das Jahr nimmt seinen Lauf und Santiago rückt für mich immer näher , was für mich viel Arbeit an der Ausrüstung bedeutet. Im Augenblick plane ich einen guten, festen, warmen und vor allem wasserdichten Reisemantel. Ich hoffe jemand aus der TV-Gemeinde hat einige gute Tips was Material, Schnitte etc. anbetrifft. Aus einigen Quellen weis ich das zur Standartausrüstung englischer Langbogenschützen im Feld ein wasserdichter Wollmantel gehörte. Wie ham´ die das bloß hingekriegt ? Ich harre Eurer Weißheit! Erwartungsvoll, Timm