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Eintrag #1 vom 24. Mai. 2004 13:38 Uhr Roman Grabolle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Roman Grabolle eine Nachricht zu schreiben.

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Weiß zufällig jemand, ob sich außer Reinhard Schneider, Staatliches Museum für Naturkunde und Vorgeschichte in Oldenburg (1995), schon einmal jemand an der Rekonstruktion eines mittelalterlichen Wagens versucht hat oder dies für die nahe Zukunft plant?
Im folgenden einige erste Literaturhinweise. Für Hinweise auf weitere Funde von Wagenteilen, wohl v.a. Rädern, und weitere Literaturangaben bin ich wie immer dankbar.
Stiegemann, Christoph / Matthias Wemhoff (Hrsg.), 799. Kunst und Kultur der Karolingerzeit (Mainz 1999).
370 f. Kat.-Nr. VI.73: Wagenrad, Felge und Speichen aus Eiche, Nabe aus Erle, 9./10. Jh., Haithabu.
Lit.:
Hajo Hayen, Handwerklich-technische Lösungen im vor- und frühgeschichtlichen Wagenbau. In: Das Handwerk in vor- und frühgeschichtlicher Zeit. Bd. 2 (Göttingen 1983) 415-470.
Hajo Hayen, Der Landtransport: Wagenreste aus Haithabu. In: Herbert Jankuhn / Kurt Schietzel / Hans Reichstein (Hrsg.), Archäologische und naturwissenschaftliche Untersuchungen an ländlichen und frühstädtischen Siedlungen im deutschen Küstengebiet vom 5. Jahrhundert v. Chr. bis zum 11. Jahrhundert n. Chr.. T. 2. Handelsplätze des frühen und hohen Mittelalters (Weinheim 1984) 251-253.
Per Ole Schovsbo, Oldtidens vogne i Norden (Frederikshavn 1987).
371 f. Kat.-Nr. VI.74: Zwei Felgensegmente, Eiche, um 650 bzw. frühes 8. Jh. , Oldorf, Gem. Wangerland, Kr. Friesland.
Lit.
Hayen 1981. Nicht im Literaturverzeichnis, wahrscheinlich:
Hajo Hayen, Wagen der Wurt Feddersen Wierde. In: Einzeluntersuchungen zur Feddersen Wierde (Wiesbaden 1981) ###-###.
Hajo Hayen, Der Landtransport: Die technischen Voraussetzungen. In: Jörgen Bracker (Hrsg.), Die Hanse - Lebenswirklichkeit und Mythos (Hamburg 1989) 596-607.
Peter Schmid, Oldorf - eine frühmittelalterliche friesische Wurtensiedlung. Germania 72, 1994, 231-267, hier Abb. 14/7.
372 f. Kat.-Nr. VI.75: Felgensegment, Eiche, 7./8. Jh., Wilhelmshafen.
Lit.:
Haarnagel 1941.
Haarnagel 1951.
Hayen 1981.
Hayen 1989.
Herbert Haupt, Der Wagen im 14. Jahrhundert. In: Mamoun Fansa (Hrsg.), Der sassen speyghel. Sachsenspiegel - Recht - Alltag. Bd. 2. Aus dem Leben gegriffen. Ein Rechtsbuch spiegelt seine Zeit. Beiträge und Katalog zur Ausstellung. Archäologische Mitteilungen aus Nordwestdeutschland Beih. 10 (Oldenburg 1995) 155-161.
Hier weitere Literatur, u.a.:
Hajo Hayen, Räder und Wagenteile aus nordwestdeutschen Mooren. Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte 42, 1973, 129-176.
Herbert Haupt,.Achse, Rad und Wagen. Fünftausend Jahre Kultur- und Technikgeschichte (#### 1986). Hier bes., Der Wagen im Mittelalter 187-196.
Mamoun Fansa/ Reinhard Schneider, Die Rekonstruktion eines oldenburgisch-friesischen Frachtwagens aus dem 12. Jahrhundert n. Chr. In: Fansa, Rechtsbuch 163-172.
Aus:
Brigitte Haas-Gebhard / Josef Kirmeier, Handelswege und Handelswaren. In: Josef Kirmeier / Bernd Schneidmüller / Stefan Weinfurter/ Evamaria Brockhoff (Hrsg.), Kaiser Heinrich II. 1002-1024. Veröffentlichungen zur bayerischen Geschichte und Kultur 44 (Augsburg 2002) 168 f. Kat.-Nr. 45.
die hier genannte Literatur zu Wagen und Straßen:
Klaus Düwel, Wege und Brücken in Skandinavien nach dem Zeugnis wikingerzeitlicher Runeninschriften. In: Karl Hauck u.a. (Hrsg.), Sprache und Recht. Festschrift für Ruth Schmidt-Wiegand zum 60. Geburtstag. Beiträge zur Kulturgeschichte des Mittelalters 1 (München 1986) ###-###.
Thomas Szabó, Der ßbergang von der Antike zum Mittelalter am Beispiel des Straßennetzes. In: Uta Lindgren (Hrsg.), Europäische Technik im Mittelalter. 800 bis 1400. Tradition und Innovation (2. Aufl. Berlin 1997) 25-43.
Viele Grüße Roman

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Eintrag #2 vom 24. Mai. 2004 18:12 Uhr Claudia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Claudia eine Nachricht zu schreiben.

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Im Museum Haithabu kann man ein Rad besichtigen. Ist bestimmt auch in dem einen angegebenen Buch aufgefuehrt.
An Hand dieses Radfundes haben ein paar Schweden mal einen zweiraedrigen Karren gebaut. Vermutlich allerdings keine genaue Rekonstruktion, da sie nur den Radfund hatten. Aber die Raeder haben sie wirklich gut nachgebaut. Sah toll aus.
Gruss, Claudia

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Eintrag #3 vom 25. Mai. 2004 09:18 Uhr Roman Grabolle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Roman Grabolle eine Nachricht zu schreiben.

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Werksmuseum “Achse, Rad und Wagen”. www.bpw.de/unternehmen/werksmuseum.html
Seit 1952 unterhält die BPW Bergische Achsen Kommanditgesellschaft in Wiehl ein Werksmuseum. Neben der eigenen Firmengeschichte zeigt das Museum auf über 1.000 m2 Ausstellungsfläche die rund 5.500-jährige Entwicklungs- und Fertigungsgeschichte des Wagens. Mehrmals im Jahr organisiert das Museum Handwerksvorführungen eines Schmiedes und eines Stellmeisters. Ein Rundgang durch die Geschichte des Wagens:
Archäologische Zeugnisse des 5.500 Jahre alten Fahrzeugbaus
2.000 - 4.000 Jahre alte Keramik- und Bronzemodelle von Plan-, Streit- und Kultwagen
Sammlung antiker sowie neuzeitlicher Münzen und Medaillen mit Wagendarstellungen
Druckgraphik zur Geschichte des Wagens und des Kutschenbaus aus dem 16.-20. Jahrhundert
Kinderkutschen, Modellwagen, Kutschen und Ackerwagen des 17.-20. Jahrhunderts
über 500 Werkzeuge und Maschinen des Stellmachers, Schmiedes und Sattlers
BPW Achsen im Wandel des Jahrhunderts
Viele Grüße Roman

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Eintrag #4 vom 25. Mai. 2004 09:22 Uhr Roman Grabolle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Roman Grabolle eine Nachricht zu schreiben.

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Bei den vielen Bildern zur Veranstaltung in Hemmersdorf/Saarland 2004 www.beinschnitzer.de/gallerie/hemm04/pic5.html
Wer hat ebenfalls einen Karren oder vierrädrigen Wagen dabei?
Viele Grüße Roman

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Eintrag #5 vom 25. Mai. 2004 11:38 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

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Grüß Euch,
so ad hoc fällt mir die Rekonstruktion (Modell) eines Zweiachsers aus dem 13ten ein, der in der Kreuzfahrerausstellung in Mainz zu sehen ist.
Letztendlich ist das Gefährt mit lenkbarer Vorderachse kaum vom Bauernkarren des 19.ten zu unterscheiden, bis auf Radsturz und die unterschiedliche Höhe der Hinterachsen. Ein erfolgreiches Konzept hat sich eben lange gehalten.
Ars Militia - Euer Haduwolff

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Eintrag #6 vom 26. Mai. 2004 07:33 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

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Ich dachte immer, die Lage Nabe/Speiche/Radkranz zueinander hätten sich seit dem MA grundlegend verändert? Oder meintest Du das mit Radsturz? Aus alten Motorsportzeiten würde ich Radsturz aber als Schräglage der Räder im Verhältnis zum Wagen bezeichnen.
Grüße
Joachim

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Eintrag #7 vom 26. Mai. 2004 08:59 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

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Grüß Euch,
…eben die Schrägstellung der Räder meine ich…sie wird erreicht, indem die Speichen etwas länger sind als erforderlich, daher sehen die “modernen” Räder von der Seite aus wie ein ganz flacher Kegel. Bie einigen modernen Modellen sitzen zum Ausgleich die Räder etas abschüssig auf den Achsen.
Aber diese Kegelform ist nicht zwangsweise so, da im Laufe der Jahre die Länge der Speichen bei der Instandhaltung der Räder immer ein wenig gekürzt wurden.
Gute Güte, ich hoffe, daß ich das jetzt einigermassen richtig und vor allem verständlich rübergebracht habe. So jedenfalls hats mir mal ein Stellmacher erklärt - äh ungefähr.
Stelt sich nun die Frage, ob diese Kegelform im MA auch schon in Gebrauch war, immerhin sorgte sie für die Langlebigkeit der Räder.
Ars Militia - Euer Haduwolff

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Eintrag #8 vom 26. Mai. 2004 22:25 Uhr Stefan Deuble  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Stefan Deuble eine Nachricht zu schreiben.

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sh. hier, Eintrag 8: [Taverne, Thread: Handkarren]
Stefan

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Eintrag #9 vom 05. Jul. 2004 14:16 Uhr Ingo Ludwig  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ingo Ludwig eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Freunde der mittelalterlichen Rekonstruktionen,
mich würde mal interessieren, wie es mit den vierrädrigen Wagen im Mittelalter aussah.
Die Römer kannten den “currus clabularius”; in der Hallstattzeit (Fürstengrab von Hochdorf) waren Wagen mit vier Rädern auch schon bekannt (hier vielleicht nur als ‘rituelle’ Beigabe ??) - für das Mittelalter wird immer gern (so auch hier in den Zuschriften) auf den einachsigen Karren verwiesen. Ist der zweiachsige Wagen erst später “wiederentdeckt” worden oder gibt es auch Belege für das Mittelalter?
Noch einen schönen Tag
Gruß, Ingo

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Eintrag #10 vom 05. Jul. 2004 15:03 Uhr Claus Winhard   Nachricht

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Hallo Ingo,
selbstverständlich gab es den vierrädrigen Wagen im Mittelalter, die Bildquellen dazu sind zu zahlreich, um alle aufzuzählen, daher nachstehend nur ein paar Beilspiele:
Kreuzritter-Bibel Ludwigs des Heiligen (dat. um 1250):
Wagen mit Flechtwerkwänden, von Pferden gezogen: www.manesse.de/cgi-bin/mndx.cgi?a=ganz&geg=803

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Eintrag #11 vom 05. Jul. 2004 15:07 Uhr Ingo Ludwig  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ingo Ludwig eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Claus,
vielen Dank für die Links.
Naja, auf die Manesse hätte ich wahrscheinlich selber kommen müssen ( schäm ;-( )
Noch einen schönen Tag
Gruß, Ingo

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Eintrag #12 vom 27. Aug. 2010 18:24 Uhr Holger Schwerin  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Holger Schwerin eine Nachricht zu schreiben.

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Auf dem Jakobsweg habe ich dieses Jahr interessantes entdeckt. In galicien haben sich Ochsenkarren mit Bohlenrädern bis ins 20 Jahrhundert hinein gehalten. Duch die Pilger bekam die Region Jahrhunderte lang Einflüsse aus ganz Europa und hat sich ihre Rückständigkeit dennoch bewahrt. Die Räder bestehen meistens aus 3 Bohlen die 2 mal verzapft sind(zapenhölzer nicht sichtbar. Durch beide Räder ist eine starre Holzachse gezapft die in massiven Holzlagern läuft. Der flache Karren hat von oben gesehen oft eine Ruderbootsform (und größe) die vorn in der Deichsel endet und wurde von 2 Ochsen mit Joch gezogen. Als Seitenwände wurden Stäbe eingesteckt. Ach ja, die Räder sind oft mit eisensegmenten benagelt. Ich hab mir das ganze in Santiago dann auch im Museum angesehen konnte die Texte jedoch nicht lesen. Seit wann es diese Konstruktionen gibt weiß ich nicht, doch würde mich ein Rückschritt vom Speichen- zum Bohlenrad sehr wundern. In Kastilien waren speichenräder schon lange verbreitet. Bei den galicischen Bohlenrädern handelt es sich also zumindest für Neuzeit um eine regionale eigenheit. Aber es zeigt, das regional alte Bauformen sehr lange überleben können.

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