mein Wissensstand ist ungefähr der von Mitte der 90er Jahre, da ich danach das Interesse für Veranstaltungen dieser Art verloren habe.
Meine Aussagen bezogen sich auf Gespräche, die ich in einer der besagten Kneipen mit Anwohnern geführt habe (die mich aufgrund meines Aufzuges angesprochen hatten - damals hatte ich wohl noch etwas “Posing” nötig ;-). weiterhin erinnere ich mich auch früher schon Meldungen, wie die aus dem WDR mitgekriegt zu haben.
Ob man sich jetzt damit abgefunden oder arrangiert hat, mag sein. Die Burg hat ja neben diesen Veranstaltungen noch andere Optionen, speziell im Incentive-Bereich.
Ansonsten ist es, ehrlich gesagt, ne Sache, die mich relativ kalt läßt, wenn auch damit ein traditionsreicher Spielplatz für´s Marktmittelalter verloren geht.
Die Ritterspiele finden nur auf dem Gelände der Burg statt, nicht im Ort.
Gestörte Anwohner sind bisher ein Mann, seine Frau und sein 3 jähriger Sohn,die 4 oder mehr Haüser in Satzvey haben, und extra gegenüber der Burg eingezogen sind (vorher ihre Mieter rausgeklagt haben!) um gegen die Burg zu aggieren. Es gibt ganz viele neu zugezogene und alteingesessene Satzveyer, die die Ritterspiele schätzen. Ausserdem: Was meinst du damit, dass die Bürger nicht davon profitieren?! Es gibt mehrere Gastronomiebetriebe (kiosk, Kneipen, Imbissbuden, Hotel..) im Ort Satzvey und alle Hotels u.a. Zulieferer profitieren ebenfalls. Für die ganze Region ist die Burg mit den Veranstaltungen ein Zugpferd. Nicht zuletzt hängen einige Exisitenzen davon ab. Ohne die Burg und deren Veranstaltungen wäre es nicht möglich gewesen, große Karitative Feste wie z.B. für Progeria-Kranke (Europatreffen dieses Jahr), Festivalstadt der guten Taten für Aktion Mensch in 2003 und viele weiter gute Dinge abzuhalten.
Vielleicht sollte man auch mal über solche Dinge nachdenken!
also, ich sitze hier an der Quelle und kenne die Veranstalter ganz gut. Gelegentlich sind Feuerwerke, die die Satzveyer bis auf eine sehr sehr kleine Zahl sehr schön finden, etwas überzogen worden. D.h. sie endeten tatsächlich nach 22 Uhr, das Feuerwerk ist aber nach meinen Informationen abgeschafft worden. Für tausende von Autos gibt es Parkplätze. Sicherheitspersonal ist ebenfalls vorhanden, das sich darum kümmern muss, dass auch Fussgänger nicht das Haus des gestörten Bürgers passieren.
Wir alle hoffen, dass das Fest nicht gekippt wird. Im September soll es stattfinden.
seit die Veranstaltung besteht, hatte die Gemeinde schon etwas dagegen. Seit ich die Spiele kenne (sprich seit Anfang der 90er) wurde immer wieder versucht die Ritterspiele zu verhindern. Hätte der Ort in irgendeiner Weise davon profitieren können, wären wahrscheinlich keine Probleme aufgetaucht.
So ist es für die Anwohner ein volksfestartiges ßrgernis ohne tatsächlich ein solches zu sein. Man muß ja auch bedenken, daß sich das ganze Geschehen im Ortskern abspielt. Und was die Zeiten angeht, so werden primär die Wochenenden im Sommer bespielt und ich kann mir vorstellen, daß jemand, der am WE ausspannen will, sich durch den regelmäßigen Trubel gestört fühlt.
Bis dato sind die meisten Klagen auf die eine oder andere Art abgewiesen worden, die Ritterspiele fanden aber immer mit Opposition statt, vermutlich ist jetzt eine einzelne Klage durchgekommen. Es ist in diesem Fall beileibe kein Einzelkämpfer, der da was gegen die Spiele hat, sondern es ist afaik der großteil der Gemeinde.
Warten wir mal ab, was sich da entwickelt. Ich selber habe zwar auch nichts mehr mit den Spielen zu tun aber zumindest für die “Marktmittelalterszene” würde dort ein regelmäßiger Treffpunkt wegfallen.
Naja, Satzvey ist eh Fantasy pur, und wer Satzvey und Geschichte sagt……..ah dazu sage ich lieber nichts, aber das hat mehr mit Hollywood zu tun als mit Geschichte, es sei den Rummel=Geschichtlichwertvoll?
Nachrichten aus Aachen und der Euregio vom 3.7.2002
Satzvey: Den Ritterspielen droht das “Aus” (07:05)
Ein Anwohner von Burg Satzvey hatte vor dem Petitionsausschuss des Landtages gegen das Lärm- und Verkehrschaos während der Spiele geklagt. Die Stadt Mechernich wurde daraufhin angewiesen, bis auf Weiteres keine Großveranstaltungen auf der Burg zu genehmigen. Ob der Veranstalter, Graf Beissel, in diesem Jahr eine Sondergenehmigung für seine Ritterspiele erhalten wird, dazu wollte sich Mechernichs Bürgermeister Schick bislang nicht äußern.
Nachrichten aus dem Rheinland vom 3.7.2002
Ausschuss gegen Satzvey-Ritterspiele (07:03)
Nach Auffassung des Petitionsausschusses des Landtages sollen Großveranstaltungen auf der Bug Satzvey im Kreis Euskirchen verboten werden, bis ein neuer Bebauungsplan besseren Lärmschutz und eine bessere Verkehrsregelung garantiert. Ein Anwohner hatte Beschwerde wegen Lärm- und Verkehrsbelästigung beim Ausschuss eingelegt. Wie die Stadt Mechernich reagiert, ist noch offen. In den vergangenen Jahren waren die Spiele per Sondererlass genehmigt worden.
Auch auf Privatgelände kann eine Veranstaltung unter Genehmigungs- oder Verbotsvorbehalt stehen, z.B. wenn Anhaltspunkte vorliegen, dass auf ihr oder von ihr ausgehend Straftaten begangen werden, oder Ruhestörung oder sonstige unzumutbare Beeinträchtigungen für das öffentliche Leben oder Anlieger zu befürchten sind.
Oder wenn die Veranstaltung für die ßffentlichkeit zugänglich ist, Speisen, Getränke und andere Waren zum Verkauf angeboten werden.
Die Entscheidung trifft in der Regel die örtliche kommunale Verwaltungsbehörde (und niemals ein Petitionsausschuss…).
Der Petitionsausschuss eines Landtages kann keine Veranstaltungen verbieten, weil er keine Exekutivbefugnisse hat, das gilt imho auch in NW.
Für die Genehmigung einer genehmigungspflichtigen Veranstaltung (oder die Versagung der Genehmigung) ist in der Regel die örtliche kommunale Verwaltungsbehörde (Stadt oder Gemeinde), ggfs. der Landkreis, das Regierungspräsidium oder das Ministerium des Innern zuständig. Der Petitionsausschuss eines Landtages kann eine Petition nur an die betreffende Behörde weiterleiten und im ßbrigen dem Petenten antworten, aber nicht selbst entscheiden. Das liegt wohl irgendwie ein Missverständnis vor ?!
Wenn die Veranstaltung in Satzvey verboten wurde, dann gibt es eine amtliche Verbotsverfügung einer der o.g. Behörden, die eine Begründung enthalten muss und die vom Veranstalter gerichtlich angefochten werden kann.
Wenn die Verbotsverfügung unangemessen ist, dann ist sie rechtswidrig und wird vom Verwaltungsgericht (wenn dieses das auch so sieht)aufgehoben.
Gestern wurde im WDR die Mitteilung veröffent-licht, dass das Ritterfest auf Satzvey auf Grund einer Petition eines Anwohners beim Landtag in NRW untersagt wurde. Begründung Lärmbelästigung, Autoverkehr.
Wer es nicht weiss, hier einige Fakten. Es han-delt sich um 9 Tage im Jahr, das bekanntlich 365 Tage hat also grade mal 3 %. Die Veranstaltung dauert nur an 5 Tagen bis 22.00 Uhr. Die Nachmit-tagstourniere finden nach 15.00 Uhr statt.
Den Kulturellen Wert solcher Veranstaltungen besonders, wenn wir an die Pisa-Studie denken, denn wo sieht ein Kind heute noch wie ein Schmied, Lederer oder Bäcker arbeiten u.v.a., wird wohl kein vernünftiger Mensch bestreiten.
Ich habe weder gegen Open-Air Konzerte was, obwohl sie mich manchmal nerven, noch gegen Fussballspiele, aber die müssten dann bitte auch verboten werden. Wir wohnen ca. 400 m Luftlinie entfernt von einem Stadion. Die Lärmbelästigung durch Openair-Festivals, Fussballspiele und dem dazugehörigen Verkehr sind wirklich nicht zu verachten. Sie ist viel größer. Und m. E. kann man eher auf den kulturellen Wert eines Mikel Jacksons verzichten als auf ein Ritterfest.
Wie wenig der “normale Bürger” über unsere eigene Kulturgeschichte weiss, erleben wir jedesmal bei den Fragen, die sie uns stellen.
Wenn das Vorbild sein soll, dann wird es in Zukunft nur noch Märkte geben, an denen die Stadt saftige Standgebühren kassiert wie Bergisch Gladbach u.v.a..
Damit würde die ganze Szene zu einem reinen Ge-schäft, was wohl in keines vernünftigen Menschen Sinn sein kann.