habe besagtes Buch auch gelesen, sowie den zweiten Teil der “Reiter Roms”.
Da ich die Bücher z.Zt. verliehen habe, kann ich nur aus dem Kopf folgende These formulieren.
“Der damalige Reiter brauchte keine Steigbügel, bedenkt man, daß sein Gegenüber ebenfalls keine Steigbügel hatte. Ein mittelalterlicher Lanzenreiter hätte einen antiken ohne weitere aus dem Sattel gehoben, das steht fest. Zudem ist die Art, die Lanze zu halten eine andere.”
Dort sind auch nette Bilder, wie ein römischer Kavallerist mit einer Lanze einen 100 kg Sandsack von einem Holzpferd holt, angeblich problemlos, sieht man vom Rausziehen der Lanze ab…
Als letztes noch: Die Bücher insbesondere der dritte Teil, sind hervorragend, nur zu empfehlen!
Zu Zeiten Trajans (98 bis 117 nChr.) wurden im Krieg gegen die Daker 24 Kavallerieeinheiten, bestehend aus ca. 17.000 Mann aufgeboten. Es gab sowohl schwerbewaffnete, als auch leichtbewaffnete Reiter, und berittene Bogenschützen. Sie wurden aus dem ganzen römischen Reich zusammengezogen. So kamen si z.B. aus Syrien und Britannien. Auf der Trajanssäule kann man leichtbewaffnete nordafrikanische Reiter, die ohne Sattel und Zaumzeug ritten, sowie schwere sarmatische Kavallerie mit gepanzerten Pferden und Reitern sehen.
Der römischer Autor Flavius Arrianus beschrieb die Reitervorführungen (hippica gymnasia)der röm. Armee folgendermaßen:
(Achtung, ich zitiere nur einen kleinen Ausschnitt)
Die Reiter bildeten zwei Manschaften. Mannschaft A stellt sich geschlossen links vom Tribunal auf und deckt sich mit den Schilden. vor dem rechten Endpunkt der Linie bilden zwei Soldaten ein Ziel. Nun reitet Manschaft B ein und greift das Ziel an, wobei so viele Wurfspieße wie möglich schleudert, bevor sie abdreht. Dann tauschen beide Seiten die Rolle - Manschaft B bildet rechts vom Tibunal die ‘Schildkröte’ …
Das Kämpfen ohne Steigbügel, war möglich. Inwieweit es sinvoll war, können nur die Heerführer der damaligen Zeit beurteilen.
ohne jetzt groß in meinen Büchern zu graben: JA, die Römer hatten Kavallerie! Prof. Junkelmann hat da einiges zu geschrieben (am besten bei amazon o.ä. suchen).
Deine Annahme ist korrekt, die römischen sog. Hörnchensättel hatten keine Steigbügel. Sprich: Schwung holen, hoch das Bein und hoffentlich nicht zu weit gehüpft… ;-)
Der Begriff Hörnchensattel leitet sich von den beiden hornähnlichen Wülsten/Polstern an der vorderen Galerie ab. Da konnte man sich zum Aufsitzen festhalten und während des Reitens konnte man sich mit den Oberschenkeln dran abstützen, das gibt dann nicht so einen fürchterlichen Muskelkater ;-) (wer mal eine halbe Stunde ohne Steigbügel in einem Vielseitigkeitssattel reiten und gar leichttraben mußte, weiß wovon ich rede *g*)
Prof. Junkelmann setzt für seine Kavallerie bevorzugt Camarguepferde ein, da diese in Größe und Statur den abgebildeten Pferden aus römischer Zeit am nächsten kommen.
Zilli von den Ulfhednar (www.ulfhednar.org) hatte mal einen solchen Sattel nachgebaut, er kann Dir da sicher mehr Infos geben.