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Eintrag #1 vom 07. Feb. 2007 08:58 Uhr Frank Hasenöhrl  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Frank Hasenöhrl eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
vor einiger Zeit kam in einer Sendung ein Bericht über Essen in der Römerzeit (Galileo - auf meine mailfrage kam da jedenfalls keine Antwort). Dabei wurde ein geschmiedetes Küchengestell (so eine Art rechteckiger Grilltisch mit Feuerschale und Abstellfläche) gezeigt.
Kennt irgendjemand so ein Teil und weiß wo ich Informationen dazu bekommen kann oder ob es jemanden gibt der so Teile herstellt ?
Dazu noch eine historische Frage: Nachdem Rom und Konstantinopel ja historisch/kulturel ziemlich angenähert waren denke ich, daß man so ein Gestell auch für die Darstellung eines Byzantinischen Lagers verwenden könnte (um 1071) oder spricht da etwas dagegen ? Bzw. was könnte man ansonsten als Kochstelle verwenden ohne die üblichen Lagerfeuer / Dreibein-Kombinationen zu verwenden ?
Fuchs

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Eintrag #2 vom 09. Feb. 2007 19:20 Uhr Volker Bach  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Volker Bach eine Nachricht zu schreiben.

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Dieses ‘Ding’ suche ich schon seit einuer Zeit. Es wird von Deepeeka Steelcraft in indien hergestellt und basiert dem Vernehmen nach auf einem Fund aus Herculaneum, der aber entweder nicht ordentlich publiziert ist, oder desen Publikation niemand mit dem ich gesprochen habe kennt. Eine deutsche Reenactmentgruppe (ich glaube, das war die Prima Germanica, aber sicher bin ich nicht mehr) hat sich ihr eigenes gemacht, und nach dieser Vorlage sind dann in diesem Sprachraum viele Variationen entstanden, die nicht aus Indien kommen.
Was die Verwendbarkeit angeht fürchte ich, wir haben es hier mit einem ‘authenticlone’ zu tun. Ich bin schon überzeugt, dass es das Ding so ‘gibt’ (das wäre ein ziemlich dicker Hund, wenn das niemandem in der Szene aufgefallen sein sollte), aber es ist bestimmt weder repräsentativ noch gängig, sondst hätten wir mehr Funde oder Darstellungen (vgl. die vielfachen Reste und teilweise komplett erhaltenen Exemplare von kleinen Stellrosten). Folglich würde ich es, wäre mir um möglichst grosse Authentizität zu tun nicht einmal in einem Römerlager verwenden (es ist aber richtig praktisch, und Feuergrube geht nach einer Weile echt auf den Rücken).
Was Byzanz angeht, der ‘typische’ byzantinische Kochtopf ist mehr oder weniger die römische olla, gerundeter Boden, bauchige Form und zwei symmetrische Seitenhenkel. Leider kenne ich jmich in der früheren Zeit etwas besser aus also so spät, aber ich weiß nicht, ob das in einer so traditionellen ‘Branche’ wie dem Kochen große Unterschiede macht. Eine darstellung aus dem Vergilius Vaticanus (fol 72v) zeigt einen solchen Topf auf Steinen, zwischen denen ein Feuer brennt, also letztlich eine ganz einfach improvisierte Kochstelle. Eine Darstellung in der Ilias Ambrosiana (fol205 inf, die ich leider nur in Umzeichnung besitze) zeig ein wesentlich aufwändigeres Konstrukt aus Steinen, das eine erhöhte Feuerstelle zwischen aufrechten Steinplatten platziert, die dann den Topf halten. Quasi ein echter Feldherd. Beides sind eindeutig Lager (nämlich der Belagerer vor Troja).
Eine Küchenszene im Ashburnham Pentateuch zeigt einen Tpopf auf einer Art Feuerschale, die an drei Seiten Stützen hat, um ihn aufzustellen. Das Ding ist aus unbestimmtem Material (Ich würde auf Keramik oder Bronze/Messing tippen) und steht eindeutig vom Boden weg (es hat eine Art ‘Bögen’ darunter). Das dürfte sich für eine Lagerverwendung in Dienst nehmen lassen und ist ausserdem vergleichsweise rasenfreundlich. Ob es spätbyzantinische Funde gibt, weiss ich nicht, aber es gibrt solche Gegenstände aus Terrakotta aus römischer Zeit (und bis heute in Nordafrika als gängiges Haushaltsgerät - immer weniger - und beliebtes Souvenir - zunehmend).
Na ja, und wo man einen Topf draufstellen kann geht natürlich auch ein Stellrost zum Grillen oder eine Kupfer- oder Messingpfanne. Nachweise dafür habe ich aber keine (einen solchen Grillrost sieht man auf dem Teppich von Bayeux, was zwar zeitlich gut passt, aber räumlich etwas weit ab ist).
NB: Generell würde ich mich für die byzantinische Küche der späteren Zeit auch - was die Techniken angeht - mit der besser dokumentierten arabischen Küche des Mittelalters beschäftigen. Für Byzanz selbst gibts nicht viel, jedenfalls nichts, was publiziert wäre. Vielleicht liegt ja irgendwo in einer Provinzbibliothek noch das Hofkochbuch von Basileos II…
Ianus

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Eintrag #3 vom 12. Feb. 2007 11:51 Uhr Frank Hasenöhrl  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Frank Hasenöhrl eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Ianus
Vielen Dank für die Infos … jetzt hab ich wenigstens neue Ansatzpunkte zum recherchieren.
Fuchs
Fuchs

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Eintrag #4 vom 24. Feb. 2007 12:38 Uhr Rainer (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Rainer eine Nachricht zu schreiben.

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Ich denke mal Du meinst sowas:
img141.imageshack.us/img141/7247/imgp3480ix7.jpg
Das Bild ist aus der rekonstruierten Herberge im archäologischen Park Xanten.
Dann erinnere ich mich noch dunkel daran dass in diversen Jugendbüchern so etwas abgebildet war, z.B. “Pompeji” von Peter Connolly, Tessloff Verlag.
Weiterhin kann ich Dir diese Webseite empfehlen:
www.antike-tischkultur.de/roemintros.html
Aufidius

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Eintrag #5 vom 24. Mai. 2007 22:28 Uhr Christian Reithmeier  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Christian Reithmeier eine Nachricht zu schreiben.

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Aus welchen Jahrhundert soll das Gestell sein?
Ariovist

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Eintrag #6 vom 29. Mai. 2007 09:06 Uhr Volker Bach  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Volker Bach eine Nachricht zu schreiben.

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Es stammt aus dem 1. Jh n. Chr. und wurde in Pompeii gefunden. Viel mehr habe ich auch nicht in Erfahrung bringen können, aber es ist bis jetzt eindeutig ein Unikat im Fundgut und steht im Nationalmuseum in Neapel. Und inzwischen weiss ich auch die Inventarnummer, 121321. Sie bezeichnen es dort als ‘craticula’.
Jetzt muss ich nur noch auf das Ticket sparen und hoffen, dass gerade offen ist…
Ianus

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