Hallo Leute, eigentlich hab ich nach so vielen (z. T. guten Tipps) nur noch wenig zu sagen. ßbrigens: Autopolitur ist gar nicht so unauthentisch, wie man vielleicht meinen mag. Statt Paraffinen in Toluol-Penthen-Mischungen verwendete man Bienenwachs in Balsamterpentin (heute noch in gut sortierten Farbenfachgeschäften unter “Antik-Wachs” erhältlich - ist aber nur Rostschutzüberzug!) Ein anderer Fall könnte vorliegen, wenn ein Stahlteil auch nach guter Politur (etwa mit DUROSOL grün auf Filz nach 600er Schliff) noch gern und schnell Rost ansetzt. In dem Fall könnte dieser schon interkristallin sein. Mein Rezept in solchen (seltenen aber hartnäckigen) Fällen: Reste von Coca-Cola (die Schleichwerbung mußte leider sein, denn das Zeug ist dafür leider am besten, wenn man nicht zu reiner Phosphorsäure greifen will und kann) und das Zeug darin einlegen. Einer der Bestandteile ist nämlich Phosphorsäure, die den Rost in Eisenphosphate umwandelt, die gleichzeitig einen Rostschutz bilden. Noch ein Tip für Leute mit guten Beschaffungsquellen: Butyl-Triazol in Alkohol gelöst und das dem Antikwachs beigemischt läßt selbst den empfindlichsten Stahl fast wie V2A werden! - Leider hätte ich allerdings auch gerne Kunde, woher man das Zeug in Kleinmengen bekommen kann! Gruß
Hallo Jörg! Warum gabs denn dann überhaupt Scheiden, wenn man nach Deiner Ansicht das Schwert gar nicht reintat??? Das man in einer Schlacht eine Scheide nicht braucht, auch weil sie dort eher behindert, ist mir klar. Aber bei einem Turnier…nach dem Kampf: Ritter läßt sich im Zelt behandeln. Und das Schwert wird einfach auf den Boden geschmissen, in die nächste Ecke, aufs Feldbett??? Glaube eher, daß sich der Knappe um die Waffe kümmerte und anschließend in die Scheide tat, weil abreiben vom Kampfschmutz und dann in den Dreck pfeffern irgendwie unlogisch ist. Oder bei einer Belagerung: Die Waffe muß da immer zur Hand sein. Auch in strömendem Regen und in Dunkelheit. Ohne Scheide dabei rumfzulaufen finde ich ebenfalls unlogisch, wegen Gefahr für die Mitstreiter und wegen der Waffe an sich. Und mit blanker Waffe, auch wenn das Friedensband drum ist, auf ein Fest zu gehen ist auch irgendwie nicht das Beste. Also Dein Argument, daß die Scheide nur zum Transport da war, ist irgendwie nicht Sinnig. Gruß v. Arlen
Grüß Euch, …eine Schwertscheide in “A” besteht aus einem Holzinnenkern, der mit Leder oder Tuch bezogen ist. Am Mund kann Fell oder eine Wulst aus Leinen angebracht sein (muß nicht). Also kommt die Waffe nicht mit Leder in Berührung. Ein Blick in die Manesse oder Maciejowski zeigt, daß das Schwert in der Regel in der Scheide aufbewahrt wird, trocken, sicher und evtl. auch eingefettet/geölt. Ich bewahre ohne jeglichen Rostbefall meine Kampfschwerter seit Jahren in der Scheide auf. Die frei an der Wand hängenden (eingeölten) Waffen neigen wesentlich stärker zu leichtem Rostbefall durch die Luftfeuchtigkeit, besonders im Winter, wenn geheizt wird. Keine Scheide erspart die regelmässige Pflege der Waffe. Interessant ist die Erwähnung von Schutzbezügen für Scheide und Schild…( könnte man in rosa häkeln für die Hutablage “g”). Wie bewahrt Ihr den Kettenhemden auf? Ist auch Metall!
Hallo Marcus, meine Waffe kommt aber niemals mit dem Leder in Kontakt. Ich habe eine Holzscheide mit Fellinnenkern. Dieser Fellkern ist geölt. Die Scheide ist nach historischem Vorbild gebaut… Ich sehe immer noch keinen Grund, ein 08/15-Schwert außerhalb der Scheide zu lagern….
Ich bewahre mein Schwert genausowenig in der Scheide auf wie meine Dienstwaffe im Holster. Leder ist gegerbt, enthält also Gerbsubstanzen, die recht aggressiv gegen Metall sein können. Vorbeugen hilft besser als Rost entfernen, WS 40 hat sich da bewährt, gibts im Metallhandel, Baumarkt oder Frankonia- Jagd. Seltsamerweise habe ich den Effekt bei hirngegerbtem Hirschleder noch nie bemerkt.
Hi auch, ein ziemlich autentisches Mittel sollen auch Schachtelhalme sein, da sie eine sehr rauhe Oberfläche haben und sich somit vorzüglich zum Schleifen und Polieren eignen. Gruß
Jörg, das kann ich jetzt ehrlich gesagt auch nicht nachvollziehen - eben die Scheide ist es doch, die die Klinge vor allerlei ßbel schützt (und auch den Besitzer, wenn er in der Truhe nach dem Feiertagskittel wühlt… ;o))) Ein japanisches Schwertpflegeset gibt es zum Beispiel hier: home.t-online.de/home/m.t.h/a4005.htm Pax vobiscum Eva
Jörg, nenne mir einen Grund, warum ein Schwert nicht in der passenden Schwertscheide aufbewahrt werden soll? Ich habe in 6 Jahren Schwertlagern noch niemals einen einzigen Nachteil bei dieser Lagerart gefunden…
Hier Joachim! Jau, Steinstaub bzw. Ziegelmehl ist ein gutes und authentisches Poliermittel. Anwendung: ein Stück Leinen mit etwas ungesalzener Butter oder Olivenöl einfetten. wenig Ziegelmehl (genau, die normalen roten Ziegelsteine feinstens zerkleinert) darüber und reiben, reiben, reiben. Anschließend mit einem weichen, nicht fusselnden Tuch abreiben, LEICHT einölen (mit Ballistol, Olivenöl geht auch) und fertig. Noch ein Wort zu Schwertscheiden: Schwerter sollten -genau wie auch Messer- NICHT in der Scheide aufbewahrt werden. Schwertscheiden waren TRANSPORTMITTEL und NICHT zur Aufbewahrung gedacht. Es gab aber spezielle Aufbewahrungsfutterale, die das Schwert wenn es nicht getragen wurde, schützen. In "Arms and Armor of the Medieval Knight ist ein solches Futteral abgebildet, eine Link dazu gibt es hier: swordforum.com/summer99/stm-turin-full.jpg
Zum Polieren: Ich glaube, Jörg hat mir mal was von Leinenöl und Steinstaub (Backsteine) erzählt. Wo steckt der Bursche eigentlich? Und Eva: “Gern geschehen”. Die HP ist wirklich nicht verkehrt und räumt endlich mal mit so manchem Vorurteil auf. Teilweise etwas pathetisch, na ja. Habe alles komplett ausgedruckt, füllt locker einen Leitz-Ordner. Grüße Joachim - I.G. Hospitalis
Wie Tim schon sagte, baut euch ne Schwertscheide…….das Ding gut geölt und Ihr könnt den Kummer mit Rost vergessen. Und welcher Schwerträger läuft schon ohne entsprechende Schwertgarage rum ???? Sieht zudem auch besser und schöner aus. Grüße Crysagon
Klar, das sind Schwerter. Meins wird gegen Staufer seingesetzt. Die sind so ätzend, das ein Drahtbürstenaufsatz einer Bohrmaschine nichts schlimmes bewirken kann :-) Spaß beiseite… Baut Schwertscheiden und ihr müßt nie wieder polieren…
Moggeeeeeeen! Kuckt mal in Thread 239, da gibt´s auch schon viele hilfreiche Tips und Links… Ich selbst hab auch was neues für unsere Katanas bekommen: eine Paste, die die japanischen Polierer verwenden (also im Arbeitsschritt, der dem eigentlichen Schmieden nachgelagert ist, ist ein eigener Berufszweig). Die Paste ist ziemlich flüssig, besteht aus Steinstaub und Stahlstaub, poliert hauchfein und stinkt höllisch… Wir haben ein Wakizashi bekommen, das Flugrost angesetzt hatte, und alles damit wegbekommen, ohne daß es aussieht, als wäre man mit Akopads drangewesen… zu bewundern übrigens auf ebay.de, falls es jemand haben möchte: www.ebay.de/static/auction/46/4622/462213/46221363.html /Und übrigens, Joachim: danke nochmal für den wertvollen Link in Thread 239 - den kannten wir noch nicht, er ist Gold wert!) Wir wissen leider nicht, wie die Paste heißt und wo man sie bekommt. Falls sich jemand dafür interessiert, bitte anmailen! Ansonsten werd ich´s morgen abend im Training erfragen und anschließend einstellen. Aber ich seh wieder, ihr fahrt bei euren Schwertern schärfere Geschütze auf als wir bei unseren Katanas (die allerdings auch echt und alt sind)… Ballistol und Autopolitur… *grusel*… Pax vobiscum, Eva
Hallo allerseits, Ich habe eine - zumindest meiner Meinung nach - halbwegs autentische Mögkichkeit zur Rostentfernung sehr erfolgreich ausprobiert :Man bestreue ein Tuch (möglichst dicke Baumwolle damit sie sich nicht durchscheuert) mit Sand oder losen Schleifkörnern, wickle das Schwert darin ein und mit etwas Geduld entsteht eine sehr gute Oberfläche ohne dabei zuviel Material abzutragen. Anschließend die Klinge mit Balistol einreiben und das Schwert wird euch noch lange erhalten bleiben.
Salut, ich kann auch nur Polierpaste empfehlen, sollte sich der Rost-Teufel eingeschlichen haben. Einerseits geht das schnell und man bekommt keinen Tennisarm vom Wienern, andererseits kann man es auch vor Ort - sprich: auf Märkten - schnell und unauffällig anwenden, ohne gleich die Elektro-Schleifer oder Bohrmaschinen auszupacken. Das Ideal heißt natürlich Vorbeugung. Waffen und sonstige Dosen-Teile gehören über Nacht an einen trockenen Platz, hier reicht nach meiner Erfahrung selbst bei Dauerregen und sonstiger Feuchtigkeit die Unterbringung im Zelt, vielleicht mit einer Decke gegen Tau geschützt. ßber die Markt-lose Zeit sind Waffen und Rüstung auch am besten in Stoff eingehüllt und leicht geölt an einem trockenen Platz aufgehoben, sollten sie nicht - wie oft üblich - sowieso an der Wohnzimmerwand hängen. Als denn,
Grüß Euch Ich weiß nicht, warum einige mit Rost solch großen Probleme haben. Ich reibe meine Stahlteile stets vorher dünn mit Balistol ein und kann damit Stunden im Regen stehen, ohne das z.B. der Helm am nächsten Tag Rost angesetzt hätte. Ich habe seit Jahren keinen Rost mehr entfernen müssen, höchstens hin und wieder ein wenig an der Parierstange, weil ich die Angewohnheit habe, meine linke Hand beim Tragen an der Seite dort abzustützen und Schweiß ist ja nun mal sehr, sehr agressiv. Also vorher und nachher konservieren, dann muß man auch nicht schruppen! Wer Helm und Schwert natürlich Nachts auf der Wiese rumliegen läßt, wie schon öfter gesehen… Und daß Rost auf Stahl ein authentischen Aussehen verleiht (wie ich es immer wieder zu hören bekomme), halte ich mit Ausnahme von Kettenhemden (und Bodenfund *gr*) für Quatsch. Das Zeug wurde gepflegt. Und das sollte es auch noch heute. Joachim - I.G. Hospitalis
Hallo Tobias, mein Schwert habe ich seid vier Jahren nicht poliert. Ich besitze eine Schwertscheide mit Fellkern. Das Fell selbst ist leicht geölt und schützt somit mein Schwert vor Rost. Eine Bauanleitung für eine Schwertscheide findest du unter www.conpac.de Ansonsten empfehle ich dir Autosol. Das gibt es in vielen Tankstellen und ist eine Polierpaste. Aber ich sage dir ganz erlich, ich würde meine Zeit nicht mit polieren vertrödeln, sondern ich würde einen Drahtbürstenaufsatz für eine Bohrmaschine benutzen :-) (Ist völlig Geil bei Helmen, Lanzenspitzen und ßxten). Nevr-Dull taugt höchtens zum Polieren von Coladosen aus Millwalkie!
Ich empfehle Autosol Politurpaste. Gibt es im Motorradladen und funktioniert auf so ziemlich allen Metallen. Das Zeug wird mit einem Lappen aufgetragen, dann auspoliert und löst recht gut den Rost und konserviert. Es enthält sehr feine Schleifpartikel, so das man nicht wie bei normaler Stahlwolle das Schwert um die Hälfte verschlankt.*g* Ansonsten sollte das Metall natürlich möglichst immer mit einem leichten ßlfilm überzogen sein, damit erst gar kein Rost entsteht. Frohes Wienern!
Seyd gegruesst, ihr kennt es alle, eine Nacht auf einem Markt verbracht, Rost auf dem Schwert. ßber den Winter die Sachen eingemottet, heftiger Rost auf dem Schwert. Naja, ganz so schlimm is´der Rost ja auch nicht und nebenbei höchst authentisch. Aber ab und zu mal wieder einen leichten Silberglanz durch die Rot-braune Oxidschicht zu sehen läßt Herzen höher schlagen. Ich habe eine sehr anstrengende Methode aus reiben und polieren mit einem Zeug namens “Nevr-Dull” eintwickelt, welches sich am besten mit “in Waschbenzin getauchter Riesen Wattebausch” beschreiben läßt. Wäre schön wenn ihr mir eure Methodik zum “groß reine machen” vermittelt. Gehabt euch wohl