Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Rückentragevorrichtung beim Rundschild

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Eintrag #1 vom 13. Okt. 2003 19:38 Uhr (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht hatte man im 12.-13. jahrhundert sein schild auf dem rücken getragen?!

weiß vielleicht wer von euch,ob man damals im 12. oder 13. jahrhundert sin rundschild auf dem rücken getragen hat und wenn ja wie die es angestellt haben?!
wäre echt freundlich,wenn mir wer das mal sagen könnte!
vielen dank im vorraus
Jan

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Eintrag #2 vom 14. Okt. 2003 07:53 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht warum ausgerechnet RUNDschilde :-)

Wenn Du jetzt nicht explizit nach Rundschilden gefragt hättest, hätte ich gesagt: klar hat man, macht ja auch Sinn. Möglich ist auch diese Tragweise durch den langen Schulterriemen. Zum Beispiel findest Du in der Maciejowskibibel (13. Jh.) eine Abbildung, wo große Tropfenschilde anläßlich einer Belagerung auf dem Rücken getragen werden. Interessanterweise findet man auf dem Teppich von Bayeux eine Stelle, wo an einer Motte rumzündelnde Normannen ihre (Tropfen-)Schilde beiseite gelegt haben (11. Jh.).
Aber Rundschilde… Da fällt mir jetzt für diesen Zeitraum erst mal keine Abbildung ein. War ja nicht mehr die häufigste Schildart hier. Du meinst doch Europa, oder?
Gruß aus der Mark
Joachim

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Eintrag #3 vom 16. Okt. 2003 18:51 Uhr Uli Gasper  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Uli Gasper eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Im Prinzip ja, aber...

Im Prinzip ist das simpel:
Man nimmt einen ausreichend langen Strick und befestigt ihn am Schildgriff. Die Länge sollte so sein, das die Abwehrbewegungen nicht beeinträchtigt sind, das Schild aber auf dem Rücken hängend nicht beim Laufen behindert.
Macht Sinn, wenn man in der 2. Reihe des Schildwall steht, eine große Axt oder einen Speer gebraucht oder z.B. eine Leiter erklimmt.
Von Funden von Seilbeschlägen an Schild oder Schildfessel ist mir nix bekannt. Von Trageriemen leider auch nicht. Leider sind auch die Bildbelege fürs HMA bei Rundschilden recht dürftig. Ich glaub in der Mac-Bibel gibts nur 2-3 Bilder…
gruß, uli

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Eintrag #4 vom 17. Okt. 2003 07:57 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Schildgriff?

Uli, ich weiß nicht, ob Rundschilde des 12,13.Jh. noch einen (starren) Schildgriff benutzen, wie Du es von Wikinger-Schilden kennst.
Und was meinst Du mit Strick (Seil)?
Leder- oder vielleicht auch Stoffgürtel/riemen waren üblich, wenn ich nicht irre.
Gruß
Joachim

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Eintrag #5 vom 17. Okt. 2003 17:07 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Saloppe Frage...

Ich frag mal ganz blöd; man sieht, speziell in der Osprey-Reihe, doch gerne mal Abbildungen (Zeichnungen that is) von Fussvolk mit Rundschilden. Nun sind Reiterschilde für’s Fussvolk eher unpraktisch, wenn dann wären ja Tropfenförmige, sprich “Normannenschilde” sinnvoll.
Waren sie wirklich so wenig verbreitet? Ich habe mich da noch nicht intensiv drum gekümmert, wo die überall auftauchen, KFB mal ausgenommen, aber was ist über Rundschilde im HMA und frühen SMA denn bekannt?
Was wurde benutzt, bzw. warum keine Rundschilde?
Gruss, Esca

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Eintrag #6 vom 17. Okt. 2003 17:40 Uhr Thorsten (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht .

Irgendwie ist es schon interessant das Thema: zumindest drei Rundschilde aus dem 14. Jhdt. (abseits irgendwelcher schrägen, italienischen Formen) kenne ich: eines auf den Wächterbildern des Straßburger Münsters (der übrigens Schlaufengriffe und keinen zentralen Griff hat) und es muß noch zwei Originale geben, eines in Norwegen und eines, das dem Hochmeister des deutschen Ordens zugeschrieben wird, von dessen Verbleib ich aber nichts weiß. Näheres zu diesen beiden Schilden weiß ich leider nicht.
Thorstne

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Eintrag #7 vom 20. Okt. 2003 07:45 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht ovale "Rund"schilde

Da Thorsten gerade einige regionale Besonderheiten andeutete. Auf 13. Jh. Abbildungen aus Outremer sieht man als Besonderheit immer wieder mal ovale Schilde.

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Eintrag #8 vom 20. Okt. 2003 09:46 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Ovale Schilde...

Dazu kenne ich auch ein paar Fundstücke aus dem frühen 14.
Sie hängen im Museuem in Linz, ßsterreich.
Soweit ich die Konstruktion erkennen konnte, entsprechen sie bautechnisch den Dreiecks oder Mandelschilden und sind auch dementsprechend mit Rohhaut bezogen und gewölbt.
Datiert sind sie ins erste Viertel des 14. Jhds, da diese Datierung aber wohl nur für diese zwei Stücke relativ eindeutig über die Wappen auf der Front stattfand, kann ich nicht sagen, ob dieser Typus schon im 13. benutzt wurde.
Gruß, Ivain

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Eintrag #9 vom 20. Okt. 2003 19:42 Uhr Uli Gasper  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Uli Gasper eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Infos!!!

@all:
Moin!
Wenn Ihr Infos zu Rundschilden im 13./ 14. Jh. habt- her damit. Ich bin auf der Suche, finde aber entschieden wenig.
@Joachim:
Welche Form von Schildgriff wurde denn gebraucht? Wäre interessant, denn Rundschild #2 ist in Planung.
gruß, uli

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Eintrag #10 vom 21. Okt. 2003 07:25 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Schlaufengriff

Nichts genaues weiß ich nicht :-) Aber ich tendiere zu den von Thorsten schon angesprochenen Schlaufengriffen, also ähnlich wie bei Dreiecksschilden usw.
Aber bevor Du losbaust, sollten wir alle in Sachen Rundschild ruhig noch etwas forschen, damit sich die Arbeit lohnt.
Gruß aus der Mittelmark
Joachim

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Eintrag #11 vom 21. Okt. 2003 09:46 Uhr Thorsten (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Kurzer ßberblick

Ich habe mir david Nicolles “Arms & armour of the crusading era 1050-1350” mal überflogen. Wer das Buch nicht kennt, es ist eine übergreifende Sammlung von Umzeichnungen von Originalquellen (Bild, Statue und Realie), die einen guten Querschnitt über die Ausrüstung in Europa (inkl. Outremer) bietet. Kuerz zusammengefasst - detailliert bekomme ich bei meiner augenblicklichen Grippe nicht hin - ergibt sich für mich folgendes Bild. Während im 12. Jhdt. auch im zentraleuropäischen Raum noch gelegentlich Bildnachweise für Rundschilde auftreten, wird das im 13. Jhdt. um einiges weniger. Die wenigen Bildquellen, die ich dort habe (z.B. M-Bibel, allegorische Statue und englisches Grabmal) zeugen von einer Verwendung im Zusammenhang mit folgenden Themen: Darstellung von fremden, bevorzugt orientalischen Völkern, Hinweis auf alte Herkunft und gegebenenfalls auch eine Verwendung im gerichtlichen Zweikampf. Eine Ausnahme ist für mich die Darstellung der schlafenden Wächter am Straßburger Münster von ca. 1350, wobei auch hier eine Orientalisierung nicht ausschließbar ist.
Etwas anders sieht es in Südeuropa aus. Sowohl in Italien, als auch in Spanien scheinen Rundschilde verbreitet gewesen zu sein (Italien bis ins 14. Jhdt.). Jedoch sollte man das nicht zu einer Vorlage für eine zentraleuropäische Darstellung verwenden.
Was die Griffweisen angeht so scheinen im 12. Jhdt. noch die Zentralgriffe mit Schildbuckel vorherrschend gewesen zu sein. Die englische Grabfigur aus dem 13. Jhdt. (die auch als Gerichtskämpfer gedeutet wird) hält anscheinend den Schild, fast schon ein Buckler, auch zentral. Andere Quellen aus Südeuropa zeigen speziell bei den Reiterschilden einen Schlaufengriff. Auch der oben angesprochene Schild in Straßburg hat gut erkennbare Schlaufen.
Was die Originale aus dem 14. Jhdt., die ich unten beschrieben habe, angeht, so habe ich bis dato nur in einigen Büchern darüber ansatzweise gelesen, weiß aber weder von ihrem augenblicklichen Verbleib noch kann die Konstruktion verifizieren. Wer da was genaueres weiß, bitte direkt Informationen an mich. Meines Wissens nach handelt es sich um einen Rundschild aus dem 14. Jhdt. in einem norwegischen Museum und bei dem anderen Beispiel um den Schild eines Großmeisters des Deutschen Ordens.
Bis denn
Thorsten
(der sich jetzt wieder ins Bett legt)

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Eintrag #12 vom 21. Okt. 2003 19:21 Uhr Uli Gasper  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Uli Gasper eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Fragen

Moin!
Alsoo, wenn ich ein Rundschild mit Schlaufen ähnlich dem Reiterschild baue erübrigt sich doch eigentlich der Schildbuckel, oder?
Wer trug eigentlich im HMA noch Rundschild?
Zu wlcher GElegenheit wurde der Buckler eingesetzt? Gerichtlicher Zweikampf ist klar, aber sonst? Dürfte schwer sein sich auf dem Schlachtfeldhinter nem Buckler vor Pfeilen zu verstecken?
Woher kommen eigentlich die Infos zur Schildtabelle in der TV Bibliothek?
Und- wie trägt man denn nun Rundschilde historisch korrekt auf dem Rücken? Angeblich gibt es eine Quelle, in der wohl von Wikingern berichtet wird, die mit 2 (rund) Schilden in den Kampf ziehen und das eine, wenn es zerhauen ist, wegschmeißen.
Suchenderweise…
gruß, uli

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