Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Rüstungspflege

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Eintrag #1 vom 22. Okt. 2002 10:05 Uhr Andrej Pfeiffer-Perkuhn  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andrej Pfeiffer-Perkuhn eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Hilfe!!!

Hallo,
Da es zum Thema Schwertpflege schon einige großartige Beiträge gab, hoffe ich ihr könnt mir auch zum Thema Rüstungspflege helfen.
Ich habe eine Rüstung, deren Oberfläsche etwa dem typisch tschechischen Grobschliff aufweist.
Nun zwei Fragen, erstens wie kriege ich das Ding feiner Poliert (Ohne Maschinenpark), zweitens wie schütze ich das gute Stück effektiv vor Rost?
Jedesmal wenn ich sie entrostet, poliert und eingefettet habe, kann ich fast zusehen wie der Rost wieder spriest.
Vor allem die Innenseite sieht übel aus.
Ich hoffe ihr könnt mir helfen,
Schöne Grüße Andrej

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Eintrag #2 vom 22. Okt. 2002 11:01 Uhr Timm (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Timm eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Bohrmaschine

Moin,
jenachdem, wie grob die Oberfläche ist, kannst du zunächst einfach mit feinem Sandpaier (immer feiner werdend) schleifen und dann mit Politurpaste und ‘nem Lappen polieren… …ganz ohne Machinen. ;o)
Mit einer Bohrmaschine kannst du einen feinen Fächerschleifer aus dem Baumarkt zum Vorarbeiten benutzen und dann zum Polieren ein simples Polierset z.B. von Motorrad-Louis.
Besteht aus einer Bürstenscheibe zum Vorpolieren und aus zwei Schwabbelscheiben zum Polieren sowie der entsprechenden Politurpaste.
Wird mittels eines Spanndorns in die Bohrmaschine eingespannt. Kostet nicht die Welt, ich glaube ich habe unter 10- bezahlt.
Ich poliere damit Stahl und Bronze und habe gute Erfährungen gemacht.
Pax, Timm

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Eintrag #3 vom 22. Okt. 2002 11:04 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Blech...

Grüß Euch,
für die Innenseite gibts zwei Möglichkeiten:
Blank machen und dann Grundieren und Lackieren,
oder und das ist “A”:
Blank machen, und mit gutem Waffenöl einlassen.
Für die Aussenseite :
Kauf Dir nen sog. “Schleifschwamm”
Die gibts in verschiedenen Körnungen, und dann leg los. Zum Polieren nimm feine Stahlwolle.
Wenn das gute Stück wieder Blank ist, dann eben mit Verdünnung gründlich reinigen, danach ab ins …Waffenöl.
Und nach jedem Tragen die Prozedur wiederholen…
Naja, ob des Geruchs wird man in so einem Gestell eh nicht zum Frauenschwarm ;-))
miles roma - miles imperatore! Euer Haduwolff

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Eintrag #4 vom 22. Okt. 2002 11:46 Uhr Lutz Schmidt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Lutz Schmidt eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Politur und Pflege

Hi,
Mit der Maschine (egal ob Flex oder Bohrmaschine etc.) hast du das Problem dass du nicht unter die Schübe kommst, also lass es lieber (sieht an den Stellen sch… aus!), besser machst du das von Hand. Zudem hinterlassen Maschinen, bei so komplexen Formen wie eben einer Platte, meist eindeutige Spuren die nur sehr schwer wegzukriegen sind.
Kauf dir _gutes_ Schleifpapier, besser Schleifleinen (ist robuster) ich kann dir da die Produkte von 3M empfehlen, das billige Baumarktzeug taugt nichts…
Körnungen (von Grob nach fein): 120, 150, 180, 220, 280, 320, 400, 600, 800, 1000 (ab 320/400 sollte es Nassschleifpapier sein, kannste mit wasser oder besser mit ßl benutzen)
Ein Bogen (ca.DinA4) kostet zwischen 40ct und 2,50 Euro
Schleif solange mit der jeweiligen Körnung bis du die Riefen der vorhergehenden, gröberen Körnung nicht mehr siehst. Polieren kannnst du das Ganze dann mit Stahlwolle (000) Diese Arbeit erfordert _seeeeehhhr_ viel Geduld, aber danach sollte das Ergebnis sicher gut aussehen. ;O)
@ Hadu
Innenseit Blank ist eher die “A”_Ausnahme, meist sind Platten innen Schmiedegeschwärzt. (Schlacke rostet nicht!)
Da das mit dem Brünieren schwierig zu machen ist, und eine Schlackeschicht wahrscheinlich nicht drauf ist (entsteht eben nur beim glühen und schmieden, und Tschechenteile sind meist getrieben…)
würd ich dir empfehlen die Platte mit grober Stahlwolle zu säubern, und dann mit Schmiedelack, oder mit Kaltbrünierung (erhältlich im Waffenladen deines Vertrauens) zu behandeln.
Lutz

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Eintrag #5 vom 22. Okt. 2002 11:51 Uhr Lutz Schmidt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Lutz Schmidt eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Nachtrag

Danach natürlich einölen! ;O) und trocken lagern!
Pass auf dass nicht allzuviel draufrumgefingert wird, Schweiss ist sehr agressiv, und mann sieht jeden Abdruck auf der Platte. Regelmäßiges abreiben mit einem öligen Lappen hilf da. Je besser die Politur, desto weniger Rostprobleme wirst du haben (wegen der geringeren Oberfläche).
Lutz

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Eintrag #6 vom 23. Okt. 2002 10:02 Uhr Jörg Bellinghausen  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jörg Bellinghausen eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Noch ein Nachtrag

Und zur regelmäßigen Pflege bzw. Entfernung kleinerer Rostanflüge funktioniert Bimsmehl (aus dem Künstlerbedarf) auf einem mit Olivenöl getränkten Lappen ganz hervorragend.
Lappen in ßl tauchen, etwas Bimsmehl drauf und reiben, reiben, reiben.
Danach mit einem weichen Tuch abpolieren und fertig.
Statt Bimsmehl kann man auch Ziegelmehl nehmen, dazu einfach einen ganz gewöhnlichen roten Ziegel zu Pulver zerreiben.
Jörg

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Eintrag #7 vom 24. Okt. 2002 11:19 Uhr Christoph (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Christoph eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Anmerkung

Olivenöl wird gerne von Restauratoren zum Entrosten verwendet, da es die Roststruktur durch die in ihm enthaltene Säure schneller anlöst als das metall. Automechaniker nehmen für sowas allerdings Cola. Da ist jede menge Phosphorsäure enthalten, also genau das gleiche, das im Bostumwandler aus dem Baumarkt enthalten ist. ABER, sowas ist natürlich vollkommen un A
Christoph

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Eintrag #8 vom 24. Okt. 2002 13:20 Uhr Robert Weis   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Rostschutz

Reinigen ist die eine Sache, Rostprävention die zweite. Rüstungsteile guter Qualität wurden durch sehr feine Polituren geschützt. Schlechtere Qualität, sog. Knechtsware auch durch eingebranntes ßl.
Hierfür einfach das Rüstungsteil mit einem Schweißbrenner erhitzen (Oder Ins Feuer legen bis heiß) und dann mit Leinöl einpinseln. Ist es heiß genug brennt das ßl ein und es entsteht eine schön glänzende schwarze Beschichtung, die Rostresistent ist. Ist A und sieht gut aus.
Die Innenseiten hatten fast immer diese Beschichtung oder waren mit Menigge angestrichen. Das ist ein Schutzlack mit helloranger Farbe. Vieleicht weiß ja jemand die Zusammensetzung hierfür.

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Eintrag #9 vom 24. Okt. 2002 14:33 Uhr Ulrich Busse  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ulrich Busse eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Blei

Mennige heißt auch Blei-Mennige, weil es einen ziemlich hohen Bleioxid-Anteil hat. Daher auch die Farbe.
Ich weiß nicht, ob’s “A” ist, mit Sicherheit aber ziemlich “G”.
Grüße von der Spree, Ulli

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Eintrag #10 vom 24. Okt. 2002 16:37 Uhr Robert Weis   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Menninige

Tja, wenn das Zeug auf Bleibasis ist, sollte man tatsächlich besser die Hände davon lassen. Die Leute wussten es früher eben nicht besser. Aber eine Bleivergiftung wäre immerhin ja auch A…

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Eintrag #11 vom 24. Okt. 2002 18:43 Uhr Arno Eckhardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Arno Eckhardt eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Meine paar Worte

Hallo Ihr
Also:
Mennige ist fast reines Bleioxid. Halte ich auch nicht für unbedenklich. Gibt´s da Belege für?
Wo?
Welche?
Qellen!
Olivenöl:
Wie Christoph schon sagte: enthält Säure, eignet sich deshalb zu Reparaturzwecken, aber NICHT zur Langzeitkonservierung oder als Dauerrostschutz!
Kettenzeug heiß machen:
Wenn Ihr das tut, und vorher die harten, modernen Federstahlringe hattet, habt Ihr nachher wesentlich weichere…Würde ich generell von abraten!
Das beste Mittel gegen Rost am Kettenhemd ist Trocken lagern und TRAGEN!
ßl, eingebrannntes ßl oder andere Widerlichkeiten hat man schon nach kurzem Tragen im Untergewand hängen und das Hemd ist wieder sauber…
- Eigene Erfahrungen -
Man hat aber auch viel Verzinnt (nicht Verzinkt).
Das gab´s soweit ich weiß (Erzählungen zuverlässiger Dritter) hauptsächlich bei Brigantinen o.ä., Plattenverstärkten Stücken. Wäre aber auch im Innern einer Rüstung sinnvoll.
Euer Traumschmied

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Eintrag #12 vom 24. Okt. 2002 20:42 Uhr Lutz Schmidt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Lutz Schmidt eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Mennige oder Verzinnen?!

Mennige ist Bleioxid, wie andere hier schon festgestellt haben, es ist sehr giftig und wurde wegen seiner Rostschützenden Wirkung (irgendwie eine chemische Sache?! kann uns ein Chemiker sicher genauer sagen) eben oft als Rostschutzfarbe (mit Leinölfirnis angerührt) benutzt.
Bleimennige als Rostschutzfarbe war bis in die 70er Jahre noch im Handel, ist aber seither verboten!!!
In Nürnberg und Coburg sowie in Grandson(CH) sind Büchsen erhalten die noch Reste dieses Anstriches tragen. Auf Rüstungen ist mir dazu jedoch nichts bekannt.
Bei bemalten Helmen und Rüstteilen mag Mennige als Grundierung (und damit gleichzeitig als Rostschutz) gedient haben denn in der Malerei des MA wurde Mennige als Pigment recht häufig benutzt, meist zur Untermalung von Zinnoberrot (das leuchtet dann schön)
Aber einen Harnisch (wenn auch nur innen), Müllmannorange zu streichen?!? Naja!
Außerdem würde ich wegen der Giftigkeit dringend davon abraten eine innen mit Mennige gestrichene Platte am Körper zu tragen (auch wenn noch Polsterwams o.ä. dazwischen getragen wird.
Zum Verzinnen:
Es ist wohl auf vielen Kettenhemden und auf allen mir bekannten Brigantinen eine Verzinnung nachweisbar, jedoch kenne ich keine einzige Platte wo dies so ist.
Wenn man eine Platte innen verzinnt, dann kann man sie auch gleich aussen verzinnen, wenn das sauber gemacht ist glänzt das mindestens genauso wie eine polierte Platte _und_ es hat sich gleichzeitig was mit Rost!
Da jedoch m.W.n. keine erhaltene Platte Verzinnungsreste aufweist, auch nicht auf der geschützteren Innenseite, halte ich es also für recht unwahrscheinlich dass man das in der Regel so gemacht hat. Natürlich mag es Ausnahmen geben… , aber die sind M.E. bisher nicht belegbar.
Die einzige mir bekannte häufige Methode um Harnische innen vor Rost zu schützen ist die Schmiedeoberfläche innen zu belassen, bzw. zu Brünieren (ich vermute das war mit dem eingebrannten Leinöl gemeint) wenn das ordentlich gemacht ist riskieren die Klamotten drunter _gar nix_!
In Köln gibt es einen Harnisch im Stadtmuseum (zeughaus) der an manchen Stellen innen mit Seide ausgeschlagen ist, da drunter könnte man des Pudels Kern finden….
Da die Seide wie ich vermute Original ist und sie wahrscheinlich nie abgenommen wurde dürfte darunter die original (rostgeschützte) Oberfläche erhalten sein. Ich geh mal davon aus dass man unter der wertvollen Seide Rostschutz betrieben hat nicht allein um der Platte willen, sondern eben auch wegen des teuren Futters.
Nur leider wird das wohl nie jemnd ausser einem Restaurator zu sehen kriegen….( aber _den_ könnte man fragen…)
Eine weitere Möglichkeit wäre das Bläuen, eine Hitzebehandlung des Stahls. (was da chemisch abläuft weiß ich auch nicht ;O) solte wiederum ein Chemiker wissen, oder evtl. ein gelernter Schmied)
Jedenfalls rostet das dann auch nicht mehr so schnell und es sind beide Seiten, innen wie aussen gleichzeitig versorgt!
Laut Aussage von Dr. Geibig (Kunstsammlung der Veste Coburg) soll es Rüstteile aus dem 14. Jh geben (ich glaub es war eine Hundsgugel) auf denen vor ca. 50 Jahren noch Reste einer Bläuung zu sehen waren, leider sind die wohl bei einer unsachgemässen Restauration zerstört worden…
Beispiele aus dem 16.Jh sind dagegen massenhaft vorhanden!
Lutz

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Eintrag #13 vom 24. Okt. 2002 21:40 Uhr Robert Weis   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Bläuung

Bläuen entsteht durch gekonntes Erwärmen und und Abkühlen des Metalls. Eventuell wird es dabei auch noch chemisch behandelt. Dabei können auch andere Fraben wie z.B. Braun (Bräunung) entstehen. Leider hilft das nichts gegen Rost, wie man anvielen alten Klingen des 18.Jhdts. sieht, die meist im oberen Drittel gebläut und trotzdem rostig sind. Zudem ist die Bläung nach einer gründlichen Reinigung futsch.
Bläuen als Ziereffekt gab es aber zumindest schon im Spätmittelalter. Natürlich sind nur wenige Stücke so gut erhalten, aber im Bargello in Florenz liegt eine Stechschwertklinge um 1500 mit super Bläuung.
Möglicherweise gab es sogar vergoldete und versilberte Rüstungsteile. Das konnten sich zwar nur die Reichsten leisten, aber der Prunksucht waren schon damals keine Grenzen gesetzt. Ein Original dazu fällt mir nicht ein, aber es gibt auf zahlreichen Darstellungen des 15.Jhdts Goldfarbene und sogar juwelenbestzte Harnische. Vieleicht auch nur die Phantasie der Künstler…
Ich kann mich midestens an eine Schaller mit Mennige-Innenanstrich erinnern, den ich gesehen habe. Leider wurde der zugegeben hälich orange anstrich zu oft von eifrigen Restauratoren entfernt, da es eben nicht ins Mittelalterbild der Leute paßt. Die Farbe wurde aber damals gerne und viel Verwendet.

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Eintrag #14 vom 25. Okt. 2002 08:32 Uhr Ulrich Busse  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ulrich Busse eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht mechanisch

Ich bin zwar nur ein “abgebrochener” Chemiker, gehe aber davon aus, dass Mennige nicht durch chemische Einwirkung schützt, sondern die korrosionsgefährdeten Flächen luftdicht abschließt. Bleioxid ist an der Luft nicht reaktiv.
Wenn ich das hier so lese, scheint es im Mittelalter des öfteren Bleivergiftungen gegeben haben …
Grüße
Ulli
der nicht geglaubt hätte, auch mal in einem Rüstungsthread zu posten
Grüße von der Spree, Ulli

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Eintrag #15 vom 25. Okt. 2002 09:26 Uhr Thorsten (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Verzinnen von Platten

Moin zusammen,
was das Verzinnen von Platten angeht, so war es zumindest noch im 14. Jhdt. gebräuchlich. Afaik sind dann bessere Politurmethoden aufgekommen, so daß das Verzinnen nicht mehr nötig war.
Nach Auskunft Holger Rathsdorfs weisen auch einige ältere Helme - z.B. Topfhelme - durchaus Reste von Verzinnungen auf. Für das 15. Jhdt. kann ich außerhalb von Brigantinen jetzt nichts sagen.
Bis denn
Thorsten

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Eintrag #16 vom 25. Okt. 2002 10:25 Uhr Arno Eckhardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Arno Eckhardt eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Noch´paar Sachen

Hallo Ihr
Danke zunächst mal an Alle, die hier noch Hinweise wegen Mennige und Zinn geliefert haben. Jetzt sehe ich auch klarer.
Bläuen:
Bläuen schützt sehr wohl vor Rost!
Ihr müßt Euch ein wenig von der Vorstellung lösen, Rost sei erst dann vorhanden, wenn das gute Stück mit einer braunen Schicht überzogen ist!
Rosten beginnt schon viel früher!
Die “Anlassfarben” beim Erwärmen von Stahl entstehen offiziell durch die Bildung einer sehr dünnen Oxidschicht. Je dicker diese Schicht wird (je höher die Temperatur) desto dunkler wird sie.
Sie besteht in erster Linie aus Metalloxiden, die NICHT PORßS sind, wie der bekannte, braune Flugrost und so das darunterliegende Metall vor weiterem Kontakt mit z.B. Luftsauerstoff zuverlässig schützen.
Eisen bildet in der Natur ganze 4 unterschiedliche Oxide, Farblich von Rot über dunkelbraun bis schwarz. Unter dem zusätzlichen Einfluß von Stickstoff aus der luft entsehen weitere, farbige Verbindungen.
Reinigung (auch von gebläuten Sachen):
Auch hier bitte weg von der Vorstellung, Reinigung beginnt mit Schmirgelpapier korn 40!!!
Die uns mit einigen Originalen überlieferte Klingenpolitur ist sehr oft sehr fein (ab Korn 8.000 und mehr) und sauber ausgeführt. “Reinigen” tut man sowas am besten nur mit minimal abrasiven Substanzen (z.B. feines Steinmehl, wie es die Japaner verwenden, schlämmkreide o.ä.).
Eine Bläuung wird davon NICHT angegriffen!!! (hab´ ich ausprobiert)
Das feine Mehl nimmt außerdem ßlrückstände, Schmutz und auch beginenden Rost, der oft mit bloßem Auge noch gar nicht zu sehen ist, ab und poliert minimal nach.
Wären die alten Klingen unserer Vorfahren über mehrere Generationen hinweg mit Schmirgelpapier “gepflegt” worden, hätten wir heut´ wohl keine Originale mehr!
ßl einbrennen:
funktioniert gut und heißt übrigens “Schwarzbrennen”. Wie Lutz ja bereits gesagt hat: wenn richtig gemacht, gibt´s auch hinterher keine Sauerei. Aber:
Es ging ja um Kettenhemden, und ich vermute mal, moderne.
Da ist das Problem, das das ßl nicht gut auf glatten Flächen hält und gegen Abrieb unter mechanicher Beanspruchung nicht sehr widerstadsfähig ist.
Eine WICHTIGE Vorbehandlung zum Schwarzbrennen ist das “Verzundern lassen”, also das Erzeugen einer “schmiederauhen” Oberfläche durch glühen unter Luft.
Das ßl dringt dann tiefer in die leicht poröse Zunderschicht ein und ist somit gebunden!
Bei einem Kettenhemd würde ich aber, wie gesagt, grundsetzlich die Finger vom Feuer lassen, wenn´s nicht gerade vernietet ist!!!!
Euer Traumschmied

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Eintrag #17 vom 25. Okt. 2002 12:03 Uhr Claus J. Billet   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Blei-Weiß und Mennige

Freunde ! :-)
Lasst um Himmelswillen die Hände von diesen Substanzen !
Diese wurden nicht umsonst verboten !
Als Lehrlinge mußten wir Fenster mit Bleiweiß streichen und Metall (Geländer usw. ) mit Mennige ! Keiner wußte daß dies Hochgiftig war !
Viele von uns alten Malern leiden heute
noch schwer unter den Vergiftungserscheinungen !
Billet de Muisson

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Eintrag #18 vom 09. Dez. 2002 13:21 Uhr Andreas Brüggemann   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Ab wann wurde denn schwarzgerbarnnt

Weißt Du oder irgendjamnd hier, wann und von wem denn die Technik des Schwarzbrennens zuerst angewandt wurde und wo Sie das erstemal in Europa verwandt wurde ?
Weiß außerdem noch jemand, wann das ca. erstemal Metall geschwärzt, also sulfiert wurde ?
Alle Infos sind sehr willkommen.
Danke!
Gruß
Andreas
Immer auf der Suche nach Input :))

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Eintrag #19 vom 06. Jan. 2004 17:02 Uhr Christopher Matthaei  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Christopher Matthaei eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht rost am kettehemd

hallo
hab mal ne frage.
hjabe angefangen mir ein kettenhemd zu basteln und es hat rost angesetzt…..
wie bekomme ich den rost am besten weg ohne das sich die ringe verfärben oder auflösen? habe schon was von cola gehört aber das verfärbt die ringe wohl oder?
wurde gerne den metallischen glanz erhalten
larl the I

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Eintrag #20 vom 06. Jan. 2004 17:12 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Cola???

Bei Cola wirds klebrig, sonst nix. Seid wann pflegt man Metall mit Cola?
Neee,auch durchrosten tut da so schnell nix. Und tunk es ja auch nicht in ßl wie manch einer dir raten wird, das saut dir nur deinen Aketon ein.
In nen Sack mit feinem Sand stecken, schleudern, mangeln, irgendwas. Oder einfach Drahtbürste.
Dunkel werden die Ringe allemal mit der Zeit.
Gruss, Esca

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Eintrag #21 vom 07. Jan. 2004 10:18 Uhr Lutz Schmidt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Lutz Schmidt eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht "Babbich" isses schon....;O)

Hi Leute,
…bei der Behandlung, aber die Geschichte mit der Cola mag durchaus Sinn machen….
Cola enthält Phosphorsäure, diese ist Hauptbestandteil aller Rostumwandler!!!
Die Phosphorsäure bildet in einer chemischen Reaktion mit dem Rost eine blau - schwarze ‘Schutz’-schicht die ein weiterrosten verhindert.
Wenn man nach der Behandlung die Colareste (Zucker etc.) abwäscht, dann ist’s auch nicht mehr “babbich”, die Schicht ist meines Wissens nach halbwegs Wasserfest!
Wer also gerne ein matt - blau - schwarzes Kettenhemd mag…. ;O)
(Hört sich komisch an, ein Kettenhemd in Cola zu baden ;O) )
Grüße Lutz

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Eintrag #22 vom 07. Jan. 2004 11:12 Uhr Björn Scheidt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Björn Scheidt eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Cola hilft wirklich....

bei meinen dreikugligen Scorpion hatte ich auch das Problem das die Ketten rostig waren. Ich habe mir einen flachen Gibsbecher genommen Kette reingelegt und mit Cola übergossen und ca 1 Std gewartet danach hab ich die Cola ausgetauscht und das Ganze über Nacht so liegengelassen. Zum Schluss hab ich das ganze eingelegte Kettenzeugs richtig im Spülwasser gewaschen und trockengewischt. Danach kräftig mit Waffenöl einschmieren gut isses. Seit dem hab ich kaum noch Rost dran.
Ich hab mal gehört das Skeetschützen nach der Saison ihre Flintenläufe damit reinigen, weil Cola unter die Bleireste kriecht und diese damit löst.
Gruß Brun

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Eintrag #23 vom 07. Jan. 2004 18:43 Uhr Christopher Matthaei  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Christopher Matthaei eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht rost entfernen

hat sich nach der colaorgie ;) die kette verfärbt? oder hast du si ein den urzustand (farbe) wieder hinbekommen???
gibt es eigentlich sprays oder lösungen die ein weiteres rosten verhindern? bei meinem fahrrad gibts sowas…is sowas geeignet??
larl the I

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Eintrag #24 vom 07. Jan. 2004 20:54 Uhr Björn Scheidt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Björn Scheidt eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Verfärbung

Da gabs keine Verfärbungen.
Ein gutes Waffenöl sollte regelmäßig aufgetragen den Rost fernhalten können.

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Eintrag #25 vom 07. Jan. 2004 22:04 Uhr Christopher Matthaei  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Christopher Matthaei eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht colafarbe

hab nämlich angst dass mein schönes hemd dann colafarbe annimmt und nich mehr so schön metallisch ist… deswegen zöger ich da noch etwas…
larl the I

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Eintrag #26 vom 08. Jan. 2004 00:08 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Balistol...

…Bürste oder Sandsack, wie gesagt.
Keine Verfärbung.
Gruss, Esca

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Eintrag #27 vom 27. Mrz. 2004 14:31 Uhr Berthold Nüchter  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Berthold Nüchter eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Wo kriege ich das Pflegematerial?

Ich muss dringend meine Helme, die Flugrost angesetzt haben, insbesondere von Fingerabdrücken, wieder aufbessern und pflegen. Ich habe mir hier die Beiträge durchgelesen und habe noch Fragen dazu. Was ist ein “Schleifschwamm” Bekomme ich Stahlwolle zum Polieren in einem normalen Baumarkt und wie fein sollte sie sein? Oder gibt es dafür besonders empfehlenswerte Anbieter, z.B. im Internet?
Berthold

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Eintrag #28 vom 28. Mrz. 2004 09:08 Uhr Stefanie Bäuerle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Stefanie Bäuerle eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Nicht hauen... unA!

wenn’s absolut rostfrei bleiben soll: Teflonöl… das Zeug hat den Vor- und Nachteil es geht nie wieder runter! und ist eben mit Abstand das "unA-ste, was man nehmen kann ;o)
Stef

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