Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Rüstwams/Doublet á armor um 1470

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Eintrag #1 vom 24. Aug. 2006 21:11 Uhr Christoph Reinberger  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Christoph Reinberger eine Nachricht zu schreiben.

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Servus erst mal an alle!
Habe mir jetzt schon diverse Einträge durchgelesen, aber bin noch nicht auf das richtige gestoßen (falls es schon einen Thread gibt, bitte um Entschuldigung)
Ich würde mir gerne einen Rüstwams bauen/nähen, wie er im Söldnerleben im Mittelalter von Embleton oder im “Kleidung und Waffen der Spätgotik, III; 1420-1480” Lenhart abgebildet ist.
Da drängen sich mir natürlich ein haufen Fragen auf.
Ist dieses Stück überhaupt von einen einfachen Fußknecht, Sohn eines Bürgers eines Marktes, tragbar?
Den Schnitt würde ich hier ähnlich wie bei meinem Wams wählen und genauso “hauteng”.
Wieviel Lagen bzw. was?Leinen? Bin da momentan bei vier Lagen Leinen, sind die ausreichend?
Habe vor mir eine Brustplatte und Armzeug machen zu lassen, deswegen dürfte der ja nicht zu dick werden.
Anzahl der Lagen an der Schulter um das Armzeug unterzubringen? (wäre da bei max. 5-6)
Den Verschluß auf der Vorderseite mittels Haken und ßsen.
Darunter trage ich ein Hemd und eine Weste, an dem die Hose festgenestelt wird.
Falls hier jemand noch eine genauere Quelle oder Erfahrung gemacht hat, wäre ich um jede Info dankbar.
Dankschön und Servus einstweilen
Christoph

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Eintrag #2 vom 25. Aug. 2006 21:49 Uhr Bernd Weiß  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Bernd Weiß eine Nachricht zu schreiben.

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Ich bewege mich in selbem Zeitrahmen und habe noch nicht gehört, das einfache Bürger ein Rüstwams trugen, da es doch speziell für das tragen einer Plattenrüstung gedacht ist. allerdings habe ich das selbe Vorhaben wie Du, da das tragen eines Gambesons unter einem spätgotischen Vollharnisch schon ein ganz schöner Frevel ist und mein Schneider grad mit der Anfertinung einer neuen Hose ausgelastet ist.
Viatores in mediam aetatem

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Eintrag #3 vom 26. Aug. 2006 14:41 Uhr Christoph Reinberger  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Christoph Reinberger eine Nachricht zu schreiben.

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Ich muss noch schnell was richtigstellen. Wie ich in der Luzerner Schilling gesehen habe, war es anscheinend gang und gäbe, dass man als einfacher Bürger höchstens eine Brustplatte über einer Schecke trägt.
Mein Problem ist allerdings, dass ich mich auch mit dem Harnischkampf aus den alten Fechtbüchern beschäftigen möchte und somit einen Kompromiss suche zwischem adligen Fußkampfharnisch und der Austastattung eines einfachen Bürgers.
Ich weiß, dass das nicht der Optimalfall ist. Um beiden Richtungen gerecht zu werden habe ich daher eigentlich “NUR” im Sinn mir eine Brustplatte, Armzeug, Helm, Panzerhandschuhe und halbes Beinzeug einfachster Ausführung zu zulegen (wenn ich mal das nötige Kleingeld habe ;-)). Zugegeben, etwas viel für einen Bürgerssohn eines Marktes, denke aber dass das der beste Kompromiss ist.
Und als Unterbau wird halt dieser Rüstwams das Beste sein.

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Eintrag #4 vom 27. Aug. 2006 09:21 Uhr Laura (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Laura eine Nachricht zu schreiben.

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Hi,
also “adeliger Fußkampfharnisch” hört sich in meinen Ohren irgendwie komisch an…. War es denn Usus, dass der Adel zu Fuß kämpfte?
Ich denke auch ein reicher Bürger(-sohn) kann durchaus mehr “Blech” an sich haben, oder? In den meisten Stadten war es ja anscheinend doch so, das zu den Bürgerpflichten das besitzen und pflegen einer bestimmten Menge Rüstung/waffen (und sogar Pferde)gehörte, und es mehr oder weniger Pflicht war sich im Umgang mit diesen Gerätschaften auch zu üben -bemessen nach dem “Reichtum” des Bürgers. Zumindest hatte ich das so verstanden?
Das würde heißen, das du vielleicht als Bewohner eines kleinen Marktflecken ziemlich viel Zeug hättest, aber als gut betuchter Stadtbürger geht sowas auf jeden Fall
Gruß, Laura

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Eintrag #5 vom 27. Aug. 2006 12:40 Uhr Andrej Pfeiffer-Perkuhn  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andrej Pfeiffer-Perkuhn eine Nachricht zu schreiben.

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Es gibt gerade für das späte 15. Jahrhundert Quellen die angeben das Bürgerliche Rüstung getragen haben. Ich meine in Trier hätte sich das ganze Großbürgertum für eine Festlichkeit in Reiterharnische kleiden lassen und in Frankfurt hat das Patriziertum sich auf der neuen Kräme im Turnier geübt. Wahrscheinlich war ein guter Teil dieser Harnsiche, die die Bürger ja zum Teil besitzen mußte nicht die allerneusten, oder eben günstige italienische Importwre, aber vom Bild des schlecht ausgerüsteten Bürgers soltle man sich spätestens für das Spätmittelalter trennen.
Für Deutschland ist mit dem knechtischen Harnisch ja eine ganze Klasse an Rüstungen entstanden die sich wohl primär an den nicht adeligen Benutzer wandte (wobei das bei Patriziern oftmals ger nicht zu trennen war.)
Was die zu Fuß kämpfenden angeht, die Engländer haben das im hundertjährigen Krieg doch sehr erfolgreich vorgemacht und dann in den Rosenkriegen zum großen Teil zu Fuß gekämpft. Auch haben mehrere Herrscher sich im knechtischen Harnisch zu Fuß gezeigt.
Ich würde daher keinerlei Problme haben in der angegeben Zeit ein Rüstwams zu tragen und mich mit den entsprechenden Rüstungsteilen zu behängen.
Schöne Grüße
Andrej

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Eintrag #6 vom 13. Okt. 2006 17:39 Uhr Andrej Pfeiffer-Perkuhn  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andrej Pfeiffer-Perkuhn eine Nachricht zu schreiben.

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Da meine Rüstungsbestellung in die zweite Runde geht, will ich mir auch ein Rüstwams zulegen. Ich dachte an einen stabilen Oberstoff mit drei (an den Armen - zwei) Lagen Leinen gefüttert. Das ganze soll rot werden. Hat jemand Erfahrung mit so etwas? Welcher Stoff empfielt sich als Oberstoff und wo krieg ich den her? Gibt es sonst nochwas worauf zu achten ist?
Für Hilfe wäre ich sehr dankbar.
Schöne Grüße
Andrej

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Eintrag #7 vom 14. Okt. 2006 10:11 Uhr Jessica Stuhler  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jessica Stuhler eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Andrej,
am besten nimmst du einen schweren Leinenstoff. Denn kannst du dann entweder mit Krapp rotfärben oder du schaust dich je nach Anspruch nach einem industriell gefärbten schweren roten Leinenstoff um.
Frag doch mal bei z. B. naturtuche.de nach.
liebe Grüße
Viviane

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Eintrag #8 vom 14. Okt. 2006 12:10 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Jessica,
Hast Du schonmal Leinen mit Krapp gefärbt?
Ich will nicht Abrede stellen, dass das geht, nur ist das nicht ganz so einfach, und mich würde einfach mal interessieren, ob Du damit Erfahrungen hast.
@Andre: ich würd eher naturfarbenes Leinen nehmen, ehrlich geagt, weil farbige Rüstwämser kenne ich aus Abbildungen wenig bis keine.
Als Quelle für Leinen empfiehlt sich imho Trödelmarkt oder E-Bay: Bauernleinen eben.
Oder wenn farbig und reich: farbige Seide als Obestoff ;)
Gruß, Jens

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Eintrag #9 vom 14. Okt. 2006 13:39 Uhr Jessica Stuhler  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jessica Stuhler eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Jens,
eine Freundin von mir macht ziemlich viel mit Pflanzenfarben, daher weiss ich, dass das krappfärben von Leinen an sich geht, aber “eine ziemliche Mistarbeit” ist und der Rotton nicht so strahlend hinzukriegen ist wie bei Wolle. Deswegen habe ich ja auch Industriegefärbten Leinen erwähnt, für die, die sich das nicht antun wollen und bei denen es nicht so arg “a” sein muss.
Seide ist natürlich eine gute Alternative!
liebe Grüße
Viviane

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Eintrag #10 vom 15. Okt. 2006 00:27 Uhr Andrej Pfeiffer-Perkuhn  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andrej Pfeiffer-Perkuhn eine Nachricht zu schreiben.

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VIelen Dank für die Anregung mit der Seide, daran hatte ich bisher noch gar nicht gedacht. Die müßte aber wohl auch eine recht schwere Qualität haben. Werd mich mal umsehen.
Irgendwo habe ich auch mal was von Barchent als Oberstoff gelesen.
Bei den Rüstwämsern habe ich bisher ehrlich gesagt noch gar nichts von Naturfarbenen gelesen. Ich kenne die grauen und eben die in rot. Ich weiß das gesteppte Sachen wie Gambeson oder Steppwams oft Naturfarben waren, mir geht es aber eben um ein enges kaum gepolstertes Wams das als Grundlage für die Rüstung dient und an dem Arm- und Beinzeug festgenestelt werden. Deswegen muss auch der Stoff stabil genug sein.
Wegen dem Anspruch, Industriegefärbt ist schon in Ordnung, solange es nicht zu auffällig ist, das ganze wird auch mit der Maschine genäht. Zum einen müßte man schon unter der Platte nachsehen um die Nähte zu finden und zum anderen wär mir die Arbeit an einem Rüstwams echt zu schade.
Schöne Grüße
Andrej

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Eintrag #11 vom 19. Okt. 2006 16:51 Uhr Christoph Reinberger  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Christoph Reinberger eine Nachricht zu schreiben.

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Habe die Ehre,
nun mein Rüstwams ist fertig geworden ;-)
Nach langer Recherche und dank der Hilfe einiger Leute hier bin ich zu folgendem Ergebnis gekommen:
Schnitt ähnlich eines Wamses
Körper und Arme vier Lagen Leinen
aufgenähte Lederstreifen zum Schutz des Leinen
Verschluß mittels Häckchen und ßsen (um ein Reiben an der Brustplatteninnenseite zu vermeiden))
Generell möchte ich sagen, dass es sich jetzt nicht um eine Rekonstruktion nach einem Fund oder vieler Bildquellen handelt. Dazu findet sich eben sehr wenig. Wahrscheinlich war es halt einfach ein Art Wams mit mehreren Lagen Leinen.
Zur Bewegungsfreiheit, bei den Armen würden zwei bis drei Lagen reichen denke ich jetzt. Auch ist es recht schwierig die Bewegungsfreiheit im Arm- und Schulterbereich zu gewährleisten (Spannt da ganz bös über der Brust und im Ellbogenbereich). Bin bzw. lasse da noch ändern.
Ob Seide so optimal ist, weiß ich jetzt nicht. Aber verschmutzen wird der Stoff unter der Rüstung mit sicherheit ;-)

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