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Eintrag #3 vom 16. Jan. 2000 19:22 Uhr Mirjam Ruppel  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Mirjam Ruppel eine Nachricht zu schreiben.

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Genau! Rein wissenschaftlich….! Verstehe…!
Scorpia

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Eintrag #2 vom 16. Jan. 2000 17:50 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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Seufz, da gebe ich mir seit den Weihnachtsferien alle Mühe, mich in Unmengen von Literatur zum Thema Verhältnis von Mann und Frau im Hochmittelalter einzulesen, und bin so frei, den Herrn Ritter ebenfalls an meinen neu gewonnen Erkenntnissen teilhaben zu lassen, und was bleibt bei Ihm hängen (ups, diese Formulierung ist NICHT zweideutig gemeint *gr*) - natürlich nur “Topic No. One”… Aber um ein wenig zum Gleichgewicht der Beschuldigungen beizutragen, soll doch nicht verschwiegen werden, daß in den Beichtfragen des Burchard von Worms (“Decretum, Medicus”, 11. Jahrhundert), die wohl eigentlich auf den Ausführungen des Regino von Prüm (10. Jahrhundert) beruhen, eine Menge weiterer Fragen zu sexuellen “Verfehlungen” auftauchen, die beide Geschlechter betreffen, in Wirklichkeit aber den Männern gelten. Der Mann wird nach allem gefragt, was Verstoßungen, Ehebruch, Unzucht, Sodomie oder unkeusche Berührungen betrifft, und wenn es um verbotene Stellungen beim Geschlechtsverkehr oder auch um die Zeiten geht, in denen man nicht im gleichen Lager schlafen darf, so lastet der Verdacht, seine Gattin derartig zu mißbrauchen, einzig und allein auf dem Gemahl. Burchard schiebt dem Mann die ganze Verantwortung zu, weil die Frauen aus der Sicht seiner Zeit von Natur aus passive Geschöpfe sind, namentlich in Liebesdingen. Sie sind Objekte, nach denen die Männer, ob jung oder alt, Ausschau halten, um sie ihrem Willen zu beugen, mit ihnen zu spielen. Die Frau gilt nur dann als Sünderin, wenn sie aus ihrer Rolle ausbricht, sich selbst Lust verschafft, wenn sie sich wie ein Mann benimmt. … wenn sie dort wirkt, wo sie sich den Blicken des Gatten entzieht, in dem Bereich, der ihr im düstersten Teil des Hauses überlassen bleibt, dort, wo die Damen mit den Frauen des Gefolges allein sind… wo sie von Rache träumen und ihre Geheimnisse und Zärtlichkeiten austauschen. Die Strafen für diese Verfehlungen sind breit gefächert und liegen zwischen drei Tagen und zehn Jahren verschiedenster Entbehrungen. Von einem Jahr (für Selbstbefriedigung) bis zu funf oder sechs Jahren (für den Gebrauch der phallischen “Maschine”, den Verkauf des eigenen Körpers…) reichen die weitaus schwereren Strafen. Sechs Sünden werden ebenso bestraft wie der öffentliche Mord, darunter Atreibungspraktiken lehren und das Sperma des Gatten schlucken. Bemerkenswert erscheint die offenkundige Disparität zwischen den beiden Teilen des Fragenkataloges: größte Strenge gegen die Frauen, Mäßigung und überrraschende Laxheit gegen die Männer. Nur ein paar Tage Buße für den, der mit einer bindungslosen Frau schläft, einen “Maschine” benutzt, um sich zu befriedigen, einen anderen Mann liebkost, während es drei und fünf Jahren manifesten Klagens, Fastens und quälender Enthaltsamkeit bedarf, um die Sünden einer Lesbierein oder jener tollen Weiber wiedergutzumachen, die man in Gesellschaft teuflischer Gefährtinnen wild durch die Nacht reiten sieht. (Nach: “Frauen im 12. Jahrhundert. III Eva und die Prediger” von Georges Duby) Interessante Lektüre, die ich nur jedem empfehlen kann, und nach der einem klar wird, daß Rollenspiel als hochmittelalterliche Dame eigentlich kaum erstrebenswert ist (smile). Und es zeigt, daß sich die Menschheit in gewissen Dingen nicht weiterentwickelt hat (bzw. entwickeln kann), weil alles schon mal dagewesen ist… Ruth

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Eintrag #1 vom 16. Jan. 2000 15:40 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

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Hast Du getan, was manche Weiber tun, und Dir eine gewisse Maschine in passender Größe gefertigt. Hast Du sie vor Dein Geschlecht oder das einer Gefährtin gebunden und mit Hilfe dieses oder eines sonstigen Gerätes mit anderen Weibern Unzucht getrieben, oder haben andere es mit dir getan? Hast du so ein Ding vielleicht benutzt, um mit dir selbst Unzucht zu treiben? Oder hast du es gemacht wie jene, die sich, um die brennende Begierde, die sie quält, zu löschen, in einer Weise umarmen, als könnten sie sich vereinigen? Hast du mit deinem Knaben gehurt, ich meine, hast du ihn auf dein Geschlecht gesetzt und dich wie beim Huren gebärdet? Hast du dich einem Tier dargeboten, hast du es durch irgendwelche Machenschaften zum Koitus angeregt? Hast Du den Samen deines Mannes gekostet, damit er stärker in Liebe zu dir brennt? Hast du ihm zu eben diesem Zweck irgendein Teufelszeug ins Essen oder Trinken gemischt, kleine Fische etwa, die du in deinem Schoß hast marinieren lassen, oder Brot aus einem Teig, der auf deinem nackten Hinterteil geknetet wurde, ein paar Tropfen Menstruationsblut oder eine Prise Asche von geröstetem Hoden? So, jetzt glaubt ihr bestimmt, der gute Joachim ist vor lauter Keuschheit wirklich KRANK geworden. Weit gefehlt! Diesen Text zur Beichtbefragung hat Bischof Burchard von Worms im HMA verbrochen und läßt ja so einiges erahnen, was die Frauen so während der Abwesenheit der Männer getrieben haben. Mir ist es in der Taverne die letzte Zeit etwas zu trocken geworden, deswegen jetzt dieser feuchte thread. Fun- und ernste Einträge sind gleichermaßen willkommen. Ich meine, das Thema interessiert euch doch alle, nur keiner traute sich bisher, bis auf kleine Entgleisungen, so recht. Ich persönlich habe da natürlich nur ein rein wissenschaftliches, theoretisches Interesse an dem Thema. Ehrlich… Los geht-s! Joachim von Rudow und keusch

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