Hi Roderick, so würde ich die Unterscheidung zwischen Schau- und Schwertkampf auch treffen. Im Schaukampf sind allerdings Abstriche zu machen, wenn es um die Darstellung von Technik und vorallem Tricks des “realen” Schwertkampfes geht: Das Publikum will einfache Gefechte sehen. Es “versteht” komplizierte Abfolgen nicht. Das Gefecht soll Lärm machen, muß aber dabei für die Ausführenden sicher sein. Das Erlernen des Schaufechtens ist sicherlich nur auf der Basis von realen Methoden möglich. Die Ziele unserer Gruppe liegen Deiner Einteilung zufolge eindeutig im Schwertkampf, dh. wir versuchen nicht die Darstellung von Kämpfen zu erlernen. Methoden dieses “realen Schwertkampfes” sind beispielsweise sehr plastisch bei Sigmund Ringecks Kommentaren zu Liechtenauers Fechtbuch dargestellt. Im Vordergrund steht also der Versuch die historischen Manuale - auf die auch durch Mithilfe der amerikanischen und kanadischen Verbände immer intensiver zugegriffen werden kann - zu interpretieren und die Techniken wieder zu beleben und zu testen. Analog zu den zahlreichen Eastern martial arts, wie Karate, Kung Fu, Escrima, Kenjutsu…usw. Natürlich hat aber jeder von uns ne Gewandung… Claus
Moin Claus, nichts gegen die Haca an sich, habbich keine Probleme mit, die Konzepte gefallen mir sogar ziemlich gut. Aber es stimmt, daß es z.Zt. keine adäquaten Websites in deutsch gibt. Wenn´s Dich interessiert, schau mal in den Thread 733 (z.Zt. Seite 2), da kann Dir Stefan Dieke vielleicht noch was über die Fechtszene in den USA erzählen, er hat dort einen Vortrag über´s Rapierfechten nach Meyer gehalten. Was das Buch von Gevatter Clement angeht, so glaube ich, daß er einen Großteil seiner Energien mit nutzlosem Herumreiten auf und Meckern über andere “Kampfsysteme” verschwendet, die dem geneigten Leser nicht weiter helfen und nur zur Pflege seines Egos dienen. Z.B. vergleicht er Turnierfechten, Theaterfechten und SCA (bei der ich u.a. Mitgleid bin) mit den Methoden der HACA obwohl Ziele und Methoden vollkommen unterschiedlich sind. Abseits von diesen nervigen Exkursen fehlt dem Buch eine auch nur ansatzweise wissenschaftliche Aufarbeitung des Themas. Er zeigt eine Menge Stände, Techniken etc. vergißt aber vollkommen zu bemerken, auf welche Quellen er zurückgreift oder was Interpretation aufgrund von HACA-Erfahrungen ist. Ohne diese Differenzierung kann man sich aber nicht als historisch Interessierter mit dem Fechten befassen. Viel von dem verschwendeten Platz hätte er imho auch effektiv nutzen können, indem er Trainingsmethoden aufzeigt, ein Thema, das im Zusammenhang dieses Buches vollkommen außer acht gelassen wird. Ich bin leider kein Spezialist für´s mittelalterliche Fechten, doch sagten mir verschiedene Leute, daß er offensichtlich alte Quellen falsch interpretiert hat (kann sich aber auch um sein werk übers Rapierfechten handeln). Da halte ich mich jetzt aber besser zurück, da mir diese Spezialkenntnisse fehlen. Wo ich jedoch ein wenig Kenntnisse verfüge, sind die miltärhistorischen und waffentechnischen Zusammenhänge, die ich von jemand, der so hohe Ansprüche vorgibt, gleichfalls erwarte. Dort verfügt er aber - jedenfalls nach diesem Buch - nur über rudimentäre Kenntnisse, die er aber nicht als solche kennzeichnet. Insgesamt sehe ich das Buch als vertane Chance eine vernünftige Einführung für den historisch interessierten Fechter zu bieten. In diesem Zusammenhang halte ich es nur begrenzt brauchbar und nur, wenn schon ein wenig Grundwissen vorhanden ist. Ich kenne den Mann nicht persönlich, doch ist sein Buch in meinen Augen kein Meisterwerk. Bis denne Thorsten (BTW wie definierst Du Vollkontakt? Macht Ihr das mit Stahlwaffen und tragt Ihr adäquate Rüstung oder wie ist das zu verstehen?
Salut, mich als zwar schon langjährigen MA-Aktiven, jedoch erst seit kürzerem mit der Waffe trainierenden würde einmal interessieren, ob und wie die Grenze zwischen Schwertkampf und Schaukampf gezogen ist, oder besser: Ob ihr es genau so seht, wie ich. Schwertkampf - Kunst des Umgangs mit der Waffe mit der Idee, den Gegner (theoretisch) zu besiegen/zu töten. Schaukampf - choreographierte Darstellung eines Kampfes (besseres Theaterfechten) Wobei der Schaukampf nach gleichen Gesichtspunkten auf Technik und Tricks des “realen” Schwertkampfes eingeht und gelernt werden kann. Wer klärt mich auf ? P.S. Ich will das ganze jetzt nicht an zwei Begriffen festmachen, aber ihr versteht die Spaltung. Claus, was sind eure Ziele ?
Hi Thorsten, hab drauf gewartet, daß der Hinweis bzgl. des “Marktes” kommt! Aber seis drum. Mit Jörg hatte ich schon mal kurzen Kontakt. Begründe doch bitte Deine Ansicht zu John Clements bzw. seinem Buch! “Enthusiastisch” würd ich mein Ansinnen nicht nennen, nur bestrebt die Fechterei ordentlich zu lernen und da sind mir zuerstmal alle Quellen recht, denn in der Praxis wird sich schnell erweisen, ob die gelehrten Techniken Sinn machen oder nicht. (Praxis heißt Sparring bzw. Vollkontakt. Mit halber Schnelligkeit, halber Kraft und in die Luft ausgeführten Schlägen, kann die Effektivität einer Parade und einer augenblicklichen Konteraktion nicht wirklich getestet werden.) Auch bei Johns Thesen wird sich so erweisen, ob sie was “taugen”. Sollte sich herausstellen, daß seine Qualität nicht ausreichend ist, sind wir um eine Erfahrung reicher. Andersherum sind wir um Wissen reicher. Unabhängig von Johns Qualität ist sicherlich nicht abstreitbar, daß sowohl die HACA, als auch die AEMMA zu den Vorreitern in Sachen mittelalterliche Schwertkampfkunst zählen, (siehe Websides), etwas ähnliches ist mir jedenfalls im deutschsprachigen Netz bisher nicht aufgefallen. Claus
Moin Claus, die Anfrage würde´n bißchen besser in den Markt ode rin eingen der vorherigen Threads passen (Mea Culpa, ich war selber zu faul, nachzusehen), doch befinden sich hier im Forum einige Leute (inkl. mir), die sich mit dem langen Schwert und den alten Meistern befassen (z.B. Jörg Bellinghausen, Hartmut, Stefan Dieke). Diese Leute sind zumeist in anderen Gruppen integriert. Soweit ich weiß ist aber jetzt im Kölner/Siegburger Bereich ein Fechtverein gegründet worden, der sich mit den alten Kampfkünsten beschäftigt. Frage am besten Jörg oder Stefan dazu. Was Deinen Enthusiasmus zu John Clement angeht, so hoffe ich für Dich, daß er mehr drauf hat, als er im “Medieval Swordmanship” zeigt, daß imho zu min. 50% Schrott ist. Mit Gelegenheitsfechtergruß (vielleicht Hus!, statt Hussah! ?) Thorsten
Seid gegrüßt! Dieses Posting richtet sich an alle, die sich für Schaukampf bzw. mittelalterlichen Schwertkampf interessieren. Beim Durchsehen der link-Liste ist mir aufgefallen, daß es offensichtlich kaum Gruppen oder Vereine gibt, die den Umgang mit z.B. dem Langsschwert als Kampfkunst betreiben. Warum? Wir haben uns daher entschlossen diese Lücke zu füllen und seit einiger Zeit die Schwertkampfgruppe “Ochs” (München) ins Leben gerufen. Unser Hauptaugenmerk richten wir dabei auf das Studieren und Erlernen der Techniken des Schwertkampfes nach historischen Fechtbüchern (wie Talhoffer, Ringeck, Sutor, Fiori de´Liberi usw.) und nach aktuellen Manuskripten (z.B. John Clements “Medieval Swordsmanship”). Gibt es in der weiten Welt des Tempus-vivit.net ähnlich Interessierte? Mit Fechtergruß Claus p.s.: Im Oktober gibts dann auch in Deutschland endlich mal nen Lehrgang mit John Clements!! vgl. Calendarium. (→ ochsschwertkampf@yahoo.de)