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Eintrag #1 vom 29. Sep. 1999 21:14 Uhr Michael Störmer   Nachricht

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Schon wieder ein Thema aus dem 15.Jahrhundert, auch auf die Gefahr hin, daß es ein bischen langweilig wird… Auf vielen Bildern, vor allem aus dem deutschen bis süddeutschen Raum (als Beispiel seien hier nur, neben vielen anderen, die Werke des Hausbuchmeisters genannt…) trägt der Sma- Mann eine recht typisch geschnittene Schecke mit hohen, weitenSeitenschlitzen und großem V- Ausschnitt. ßrmelform und Fältelung unterscheiden sich daneben ebenfalls vom westeuropäischen Pendant. Nun zur Frage… Was trägt der a.. Reenactor denn nun unter einem solchen Kleidungsstück? Zunächst würde ich mal sagen ein Wams, denn wo sollte man sonst die Hose festnesteln? Aber vielfach scheint es, als würde man im Ausschnitt das Hemd sehen. Das Naheliendste: Wams mit V- Ausschnitt! Aber die Schecken sehen oft so eng aus, als würden sie das Wams ganz ersetzen. Was sagt die Literatur zu dem Problem? (Thiel, Loschek, von Sichart schweigen sich aus oder bleiben vage) Schon ganz gespannt auf die Expertenmeinung,
Michael Störmer

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Eintrag #2 vom 30. Sep. 1999 09:35 Uhr Jörg Bellinghausen  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jörg Bellinghausen eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Michael! Bin zwar kein Experte, aber ich würde sagen, das unter einer solchen Schecke vielleicht ein Pourpoint mit tiefem V-Ausschnitt getragen wurde. Man(n) kann die Hose daran festnesteln und das Ding ist dünner als ein Wams und trägt nicht so auf. Ich kann aber auch daneben liegen… Sonst noch irgendwelche Ideen?
Jörg

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Eintrag #3 vom 30. Sep. 1999 13:30 Uhr Dietrich (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Dietrich eine Nachricht zu schreiben.

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Moin Michael. Ich stimme mit Jörg bezüglich des Pourpoints überein. Dieses praktische Kleidungsstück, eine Mischung aus Weste und Hosenträger, mit dem Aussehen der ersten und der Funktion der zweiten, trägt sich ganz hervorragend unter Schecke und Gambeson und gibt immer noch eine akzeptable Bekleidung für Lagerearbeit und wirklich heißes Wetter. Zu den von Dir genannten Scheckenformen: Meistens trägt man darunter tatsächlich noch ein Wams, von dem dann der Kragen und Teile des Rückens im Ausschnitt zu sehen ist. Ich kenne das Hausbuch, stehe aber den Abbildungen mit dem freien Blick auf´s Hemd eher skeptisch gegenüber. Selbiges hatte die Funktion eines heutigen Unterhemdes, und wer läuft schon, wenn er seine “guten” Klamotten trägt, schon so rum, daß überall das Unterhemd rausguckt?
Dietrich

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Eintrag #4 vom 30. Sep. 1999 13:41 Uhr Frank Moser  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Frank Moser eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Dietrich, das mit dem hemd rauskucken, war das nicht gerade der Gag an der Sache, das man das Unterhemd sah? Waren es nicht gerade die Jungen Männer (z.b. in Italien) die mit Schlitzen im ßrmeln, das “ungehörige” Unterhemden zeigten? Paralelen zur heutigen “Jugendmode” gibt doch da genug. ist es nicht vielleicht gerade deshalb so gewesen?
Frank

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Eintrag #5 vom 30. Sep. 1999 18:53 Uhr Thorsten (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten eine Nachricht zu schreiben.

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Moin zusammen, ich würde Frank in seiner Meinung unterstützen. Daß man die Unterkleidung sichtbar machen wollte war ja schon im HMA beliebt - die “Teufelslöcher” an den Surcots zum Beispiel. Und die Unterwäsche war ja nicht gerade das Billligste an der Kleidung. Wenn Mann oder Frau sich gerade ein neues Hemd aus feinstem Leinen gekauft haben, wollen sie das ja auch zeigen. ICh denke mir, daß Prunksucht und Eitelkeit immer mehr gegolten haben, als Schamhaftigkeit. Mit Blick auf eine unserer Praktikantinnen - ein kostümwissenschaftlcih natürlich - ist das Zeigen der Unterwäsche durch Jeanshosen auf den Hüften ja zur Zeit auch mal wieder populär ;-) Bis dann Thorsten

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Eintrag #6 vom 30. Sep. 1999 20:46 Uhr Michael Störmer   Nachricht

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Tja, damit sind wir genau da, wo wir angefangen haben! Es gibt durchaus nachvollziehbare Gründe für das “Zeigen des Hemdes” und ebensolche für Wams bzw. Pourpoint. ich persönlich neige ja am ehesten dazu, mir ein Pourpoint zu schneidern, dessen vorderer Ausschnitt fast bis zum Leibriemen reicht (…schon um der Hose willen). Dafür spricht IMHO auch, daß man, so weit ich mich erinnere, keine Nesteln an der Schecke erkennen kann (korrigiert mich wenn ich da irre…)
Michael Störmer

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Eintrag #7 vom 07. Okt. 1999 16:31 Uhr Detlef Mochmann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Detlef Mochmann eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo, das mit dem Pourpoint hört sich gut an. Ich kann mir darunter jedoch nichts genaues vorstellen. Hat jemand eine gescannte Vorlage oder eine Kopie, die er mir mailen oder faxen kann? Und ist diese auch schon für das 14 Jhd oK? mit freundlichen Grüßen Detlef

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Eintrag #8 vom 08. Okt. 1999 09:49 Uhr Thorsten (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten eine Nachricht zu schreiben.

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Moin Detlef, ich höre 14. Jhdt. und horche auf - es gibt ab etwa der Mitte des 14. Jhdts auch dort den Pourpoint. Man sollte den Begriff Pourpoint auch nicht zu dogmatisch sehen, es gibt sogar einen Gambeson vom Ende des 14. Jhdts. der schon als “Pourpoint” durchgegangen ist. Er wurde gelgentlich auch für das “Wams” (auch unterschiedlich bezeichnet) verwendet. Basismäßig kannst Du Dir unter dem Pourpoint eine Weste vorstellen, die am Saum ßffnungen für die Nesteln hat. Hals- und Armausschnitte konnten recht weit sein. Im 14. Jhdt. ging der Saum etwa bis fast Schritthöhe - die Taille wurde ja damals anders gesetzt. Bis dann Thorsten

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