*grins* Ich habe mich mal auf Schleichwegen in die Tiefen des Karfunkelservers begeben… Und siehe da, da war ein verlorener Thread, einsam und allein… Hier nun sein Inhalt: Christoph B. 06.07.99 - 16:16 Uhr - 5 von 5 53225 Bonn Na ja, man konnte doch wohl schlecht Eleonore wegen ständigen permanenten Ehebruchs und einigen Liebschaften mit den eigenen Verwandten anzeigen. Was hätte das für ein Licht auf den Herrn Ludwig geworfen! Gruß v. Arlen ------ Thorsten P. 06.07.99 - 15:46 Uhr - 4 von 5 Dortmund Moin Manu, zu diesem Thema (und noch anderen) kann ich Dir folgendes Buch empfehlen,das die den Ehehabitus speziell vom 11. - 13. Jhdt. unter die Lupe nimmt. Gibt´s übrigens auch in der Fernleihe ;-) Absolute Spitze und sehr gut geschrieben (Duby is´ einer meiner Lieblingsautoren) Ritter, Frau und Priester. Die Ehe im feudalen Frankreich. Georges Duby, Preis: DM 40,00 Suhrkamp, Ffm.; ISBN: 3518577247 Hoffe, damit geholfen zu haben. Bis dann Thorsten ------ Aisling 06.07.99 - 13:13 Uhr - 3 von 5 41236 Mönchengladbach Hey Manu!!! Die bekannteste Scheidung im Mittelalter war wohl die von König Ludwig dem Heiligen von Frankreich (Frag mich aber nicht dem wievielten) und Eleonore von Aquitanien, die als spätere Mutter eines gewissen Richard Löwenherz bekannt wurde. Scheidungsgrund war lt. meines Wissens ´zu nahe Verwandtschaft´. Scheidungen bei Adeligen kam im Mittelalter vor. Häufige begründung war ´zu nahe Verwandschaft´. Da sämtliche europäische Fürstenhäuser miteinander ziemlich eng verwandt waren wurde dies auch häufig vom Papst akzeptiert. Ein weiterer Grund für eine Scheidung war die ´unfruchtbarkeit´ der Frau, sprich wenn die Ehe kinderlos blieb (ob jetzt die Frau die tatsächlich die Schuld daran hat sei einmal dahingestellt). Wie es jedoch beim einfachen Volk aussah kann ich jetzt nicht sagen. Tschüs Silvia ------- ENDE danach kamen nur deine beiden Einträge… Hoffe, geholfen zu haben
Hi,ihr! Malte hat gefälligst zu erscheinen,immerhin schuldet er mir noch ne Flasche Met.Nun zu dir meine süsse Manu,ich bevorzuge dann doch Eheschließungen an die ich mich erinnern kann.Außerdem sei du mal ganz still,wenn´s nach dir gegangen wäre,wär ich im Mittelalter jetzt mit Malte verheiratet,also tu nicht so unschuldig. Your´s Marie P.S:see you in Satzvey P.P.S.:meld dich mal wieder bei mir
Na, jetzt beschwer Dich mal nicht Marie….Du scheinst ja auch nicht gerade sehr unwillig zu sein was eure Soap betrifft, oder??? Gruss Manu P.S.: See you Satzvey, auf das Malte alle seine Versprechen einlöst…grins….
Hi,Manu! Jetzt weiss ich endlich,woher du die Infos hast,die du mir geschickt hast.Die Sache hat nur leider einen Haken,während ich mich in Sachen Scheidung kundig mache,um Lexi seinen kleinen Streich mit der Ehe,an deren Schließung ich mich allerdings seltsamer Weise nicht erinnern kann (ich schätze,du verstehst was ich meine),zurückzuzahlen,macht sich Lexi in Sachen Scheidung kundig um jetwilligen Gründen vorzubeugen.Anders ausgedrückt,er tut alles,um eine eventuelle Scheidung schlichtweg unmöglich zu machen.Na ja,was soll ich dazu noch großartig sagen?Die erste mittelalterliche Soap-Opera. Beginn:Wuppertal,Fortsetzung:Satzvey im September.Noch Fragen meine Süsse?Renate,Stormies,wo seit ihr,wenn man euch braucht? Ihr könnt mich doch nicht wirklich in den Händen dieses Wikingers lassen(snüffelsnüff!). Ciao,Manu! Your´s Marie
Hallo Ameli, den Stand einer Witwe habe ich doch schon…siehe Wappenrolle. Aaaaber, trotzdem finde ich das Thema aus gewissen Gründen ganz interessant und vor allem auch interessant in der Hinsicht wie das bei armen Leuten war….. Nun, ich werde mich wohl jetzt erst mal nach den Büchern umsehen…. Gruss Manu
Hallo Manu und alle anderen, Ihr sprecht alle von der Ehe im heutigen Sinne. Nicht zu vergessen ist im mittelalterlichen Leben die “Friedelehe”, die übrigens der Kirche ein Dorn im Auge war und häufig in den sich entwickelnden Städten geführt wurde. Es war eher eine Art der heute bekannten standesamtlichen Trauung, d.h. eben ohne Priester und auf vertraglicher Basis. Die Friedelehe konnte auch zeitlich befristet sein und stammte vermutlich noch aus sächsischer bzw. vorchristlicher Zeit. Genauere Infos dazu in “Die Frau in der mittelalterlichen Stadt” von Erika Uitz. Nicht ganz ernst gemeinte Frage: warum Scheidung, wenn´s doch Pilze, Tollkirschen etc gibt??? Dann hat man auch den vergleichsweise besseren Stand einer Witwe … ;o) Gruß
soviel ich weiß galt eine Trennung der Frau als einseitiger Ausstieg aus der “Versorgung”. Sie hatte in diesem Fall keinen Anspruch auf irgendetwas. Die Unterhaltsregelungen,wie wir sie heute kennen, sing auch gerade mal 20 Jahre alt. Genaueres würde mich auch mal interessieren und ich reiche Manu´s Frage gleich noch mal verstärkt durch.
Hallo Manu, Also, mal mein bescheidenes Wissen über Eherecht im MA zusammekratzen: Eine Scheidung wurde eigentlich nur angestrebt um eine neue, politisch oder wirtschaftliche günstigere Ehe einzugehen. Soweit ich weiß ließ sich stets der Mann scheiden. Frauen dürften sich gehütet haben ihren Mann derart vor den Kopf zu stossen, wo er doch das Züchtigungsrecht hatte und sie meist keinen eigenen Besitz von dem sie als alleinstehende Frau hätten leben können. In den höhergestellten Kreisen war es kaum jemals eine Liebesheirat also gab es, abgesehen von den o. genannten Gründen kaum eine Ursache für eine Scheidung, wenn der Gatte seine Angetraute nicht leiden konnte suchte er sich eine Geliebte, die Gattin hingegen hatte die Wahl entweder ihn oder sich umzubringen. In den niederen Schichten dürften Liebeshochzeiten eher üblich gewesen sein und man blieb dabei (bis das der Tod euch scheidet !). Die Möglichkeit für eine Liebschaft bestand ja trotzdem (allerdings meistens heimlicher). Generell ist wohl zu sagen, das in den meisten Fällen eine verstossene, verlassene oder verwitwete Frau ein armseliges Leben fristete bis sie sich den nächsten “an Land ziehen” konnte. Nicht jede durfte das von ihr eingebrachte Land nach einer Scheidung behalten (wie z.B. Eleonore v. Aquitanien), Gütertrennung war nicht besonders Bekannt ;-). Als Scheidungsgrund war beim Hochadel meist die “zu nahe Verwandschaft” als Grund willkommen, die hielt seltsamerweise nicht vom heiraten ab, war aber recht praktisch als Trennungsgrund. (und recht teuer vom Papst oder Erzbischof zu erwerben, die die Verwandschaft überprüften und je nach Bestechungssumme zu einem bestimmten Ergebnis kamen.). Manche Quellen sprechen von einem Verwandschaftsgrad bis ins 7., 12. oder 16. Glied, bei dem Stand der mittelalterlichen “Geburtsregister” ließ sich da eigentlich immer was konstruieren. War die Ehe nicht vollzogen worden (die Frau also noch jungfräulich oder augenscheinlich nicht zum Vollzug in der Lage weil z.B. krank oder abwesend) galt der Bund als ungültig. Im niedereren Stand war es aber oft auch die Kirche, die eine Art Scheidung herbeiführte, wenn z.B. Ehebruch vorlag. In diesem Fall durfte der ehebrecherische Teil meist nie wieder heiraten und auch der Partner wurde meist mit Bußen belegt (schließlich sind an einem Streit immer 2 schuld, oder ;-)). Für genauere Angaben fehlen mir momentan die “harten” Daten, außerdem müßten wir uns dann auf einen Landstrich und einen relativ engen Zeitraum einigen. Gruß
Nun, endweder ich bin blind oder mein gestern eröffneter Thread ist verschwunden….Gunther??? Nun, hier also noch einmal meine Frage: Wer hat informationen ob, wie und unter welchen Umständen (ausser zu nahe familiäre Bindung oder nichtvollzug der Ehe) eine Scheidung im Mittelalter möglich war. Wie war das beim Volk, konnten die sich auch trennen oder nur Adlige? Wie sah in einem solchen Fall die Versorgung der Frau nach der Trennung aus, was war mit eventuell vorhandenen Kindern? Sollte sich jemand für die Scheidung bei den Wikingern interessieren habe ich übrigens einen interessanten Artikel zu diesem Thema. Gruss Manu