Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Schiftung der Brust

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Eintrag #1 vom 18. Dez. 2007 10:08 Uhr Wolfgang Pretl   Nachricht

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Da ich mir in nächster Zeit einen Vollharnisch kaufen möchte, suche ich derzeit möglichst viele Informationen über die Konstruktion eines Vollharnisches zur Zeit 1450~1460.
Die Schiftung der Brust ist zu dieser Zeit bereits vorhanden, jedoch konnte ich noch keine Abbildungen (oder Beschreibungen) finden, wie diese Schiftung nun genau funktioniert. Das einzige, was ich sehen konnte, ist die Befestigung des oberen mit dem unteren Teil der Brust mit einem breiten Lederstreifen. Nur wie genau sieht das ganze darunter aus? Wieviel überlappen die beiden Platten (die “Zunge” verdeckt das ja leider auf den ganzen Abbildungen).
ßber genauere Informationen würde ich mich sehr freuen.
Wolfgang Pretl

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Eintrag #2 vom 19. Dez. 2007 10:17 Uhr Andrej Pfeiffer-Perkuhn  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andrej Pfeiffer-Perkuhn eine Nachricht zu schreiben.

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Wichtig wäre es zu wissen ob du eine Rüstung nach deutscher oder Mailänder Art haben willst. Während der mailänder Harnisch um 1450 schon voll ausgeprägt ist - Beispiel Avant-Harnisch - macht die Rüstung in Deutschland zu der Zeit die Wandlung durch von frühen Formen, unter anderem die Kastenbrust, zu dem was heute als gotischer Harnisch bezeichnet wird. Zudem gibt es beklagenswert wenig erhaltene Stücke aus dieser Zeit.
Ein Beispiel für eine hiesige Rüstung dieser Zeit wäre im Thalhofer von 1459 zu finden base.kb.dk/pls/hsk_web/hsk_vis.forside?[…]
Beispielsweise Seite 139 recto. Wobei mir die Konstruktion der Brust hier Rätsel aufgibt, die scheint von abwärts geschiftet zu sein, was aber bei der Brust im wiener Stadtmuseum, die nicht viel älter ist, ebenso ist, wenn auch weniger offensichtlich.
Generell ist aber der Lederstreifen als Verbindungsstück bei den italineischen Stücken üblich, bei den deutschen Harnischen aber erheblich seltener. Eher wurde eine Niete verwendet. ßberhaupt ist diese Schiftung, gerade bei besseren Stücken später oft nicht mehr funktionell, da die Vernietung fest ausgeführt ist. Die Funktion scheint hier eine rein optische zu sein. Die oft gelesene Erklärung das das nötig sei weil man damals so große Metallplatten nicht herstellen konnte ist eher Unfug, da es 50 Jahre früher kein Problem zu sein schien.
Was die ßberlappung angeht, so ist diese bei Bruststücken deutsche Machart, auch bei den italienischen nach deutscher Mode, eher gering. Ebenso das das Spiel einer flexiblen Befestigung nirgedns etwas entblößt. Bei einer festen Vernietung spielt das ohnehin kaum eine Rolle. Bei den italiensichen Harnischen ist die ßberlappung größer, da hier auch eine Schutzwirkung erzielt werden soll. Im Laufe des Jahrhunderts wirde sie nich größer bis schließlich das Bauchblech bis zum Halsansatz geht und lediglich den Rüsthaken freilässt. Beim bereits genannte Avant-Harnisch reicht das untenliegende Brustblech etwa bis zu Taille, das Bauchblech überlappt bis etwa zum Solar Plexus.
Eine neugierige Frage noch, wo hast du vor die Rüstung machen zu lassen?
Schöne Grüße
Andrej

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Eintrag #3 vom 19. Dez. 2007 19:19 Uhr Wolfgang Pretl   Nachricht

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Voraussichtlich bei www.armadefensiva.com .
Wolfgang Pretl

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