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Eintrag #1 vom 30. Sep. 2008 11:01 Uhr Stephan Rollfinke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Stephan Rollfinke eine Nachricht zu schreiben.

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Kann mir jemand sagen, wie (detailliert !)im Mittelalter geschlachtet wurde? Z.B. Sclachten einer Sau im Troß eines Heerzuges. Wurde das Tier betäubt? Wenn ja, wie? Ließ man es ausbluten - wurde das Blut, wie heute, auch verwendet. Wurden Teile gegessen, die heute nicht mehr gegessen wurden? Was wurde sonst vom Schwein verwertet? Ich bin Autor und benötige die Angaben für eine möglichst realistische Schlachtszene.
- DANKE für die Hilfe -

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Eintrag #2 vom 30. Sep. 2008 11:23 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Vereinfacht: Alles, und "wie früher"

Hallo Stephan,
Ich traue mir vereinfacht zu sagen, dass Du dazu einfach nur die Schlachtgewohnheiten um die vorletzte Jahrhundertwende ansehen musst, vor Tierschutzgesetzen und Massenkonsum.
Da wurde schlicht alles verwendet, inklusive des Blutes, ergo auch Ausbluten lassen. Betäubung ist eine Folge des modernen Tierschutzes.
Wenn Du es genauer wissen möchtest, kann ich folgende Bücher- zumindestens für Recherche der Gewohnheiten ab dem 14ten- empfehlen:
www.diu-minnezit.de/buecher.php?[…]
www.diu-minnezit.de/buecher.php?[…]
www.diu-minnezit.de/buecher.php?[…]
Da findest Du für das 15te (und ich meine, auch davor) auch Darstellungen (primär ländlicher Bereich)
Jenseits dessen empfehle ich, bei der Recherche, und zukünftigen Fragen allerdings Zeitrahmen und Region als Eingangskriterien zu nutzen und zu benennen, auch wenn sich die Nutzung von Ergebnissen von Tierschlachtungen vermutlich nur bedingt geändert haben mögen, die Essensgewohnheiten sind je nach Zeitrahmen und Region schonmal unterschiedlich.
“Im Mittelalter” gabs nicht. “In der zweiten Hälfte des 15ten Jahrhunderts in Deutschland” schon eher.

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Eintrag #3 vom 30. Sep. 2008 12:25 Uhr Frank (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Frank eine Nachricht zu schreiben.

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Spekulativ….
A Sau g’schlachte…
www.hist-hh.uni-bamberg.de/graphiken/[…]/Dezember.[…]
Wie wir auf diesem Bild aus dem Elisabethpsalter sehen, schlug man, vornehmlich im Dezember (vielleicht auch schon Ende November) der Sau mit der stumpfen Seite einer grossen Axt (vielleicht nahm man auch nen Hammer) auf den Schädel.
Das Messer um die Kehle aufzuschneiden, liegt schon bereit. Man fing wohl das warme Blut auf. Blutwurst braucht meist Blut.
Wahrscheinlich hatte man schon heisses Wasser bereitet, um die Sau abzubrühen und dan zu schruppen, also die Borsten zu entfernen.
Dann hat man wahrscheinlich die Sau an den Hinterläufen aufgehangen, sie aufgeschnitten und ausgenommen. Darm, Blase, Leber, Herz, Nieren, Lunge wurden aufgehoben und gesäubert.
Man zerteilte die Sau sicherlich und trug die kleineren Stücke dann in einen Raum, um sie weiter zu verarbeiten.
Und zum Geflügel…
Man nahm wohl Ente, Gans und Huhn an den Füßen und Flügeln, legte den Kopf wohl auf einen Holzklotz und hieb ihnen mit einer Axt, bei den Wikingern vielleicht auch mit dem Sax, den Kopf ab.
Wahrscheinlich wusste man damals schon, dass man das Geflügel festheben sollt, denn sonst läufts noch weg. Gerupft wird man es auch schon haben.
Wahrscheinlich hat man auch schon Herz und Magen aufgehoben.
Hammel dprfte ähnlich geschlachtet wurden sein, wie die Sau. Den Magen konnte man noch prima zu Panzersuppe machen.
Wie auch beim Rind.
Ich lehne mich sehr weit aus dem Fenster… denn es sind alles Spekulationen…
Eigentlich schlachten wir heute noch so… ausser das Sau und Hammel heute mit dem Bolzenschussapperat getötet werden.

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Eintrag #4 vom 30. Sep. 2008 22:47 Uhr Martin Fischer  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Martin Fischer eine Nachricht zu schreiben.

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… hat man dem Viech sehr feste auf die Rübe gehauen,sofern man es nicht aus z.B. religiösen Gründen geschächtet hat.
Dass dies nicht nur - wie bereits erwähnt - mit stumpfen Gegenständen geschah, bezeugen z.B. etliche Schweine- und Rinderschädel mit einem sauberen Loch in der Stirn, die sich in den hoch- bis spätmittelalterlichen Schichten des Kölner Heumarktes fanden…
Da wurde wohl ein Pickel verwendet.
Ausbluten ließ man das Tier genauso wie heute und auch die Art des Zerwirkens dürfte sich nicht verändert haben.
Ansonsten wurde alles verwertet (vgl. das “Lied von der Kuh”) und fand seinen Weg - je nach kulinarischem Wert - auf die Fleisch- bzw. die sog. Kotzbank.
Von derartiger Schlachtpraxis sollte man aber aus rechtlichen Gründen heute absehen - egal wie authentisch man unseren zwei- bis vierbeinigen Freunden den Lieben Gott zeigen möchte.
Falls man sich diese Angelegenheit mal besonders anschaulich zu Gemüte führen will, kann man sich ja mal bei einem Bauern seines Vertrauens auf eine Hausschlachtung einladen lassen…
Guten Hunger!
Mätes

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